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    verwirrt Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Hallo liebe Bfriends,

    Ich habe ein Problem über dass ich mir seit Wochen den Kopf zermatere, und würde euch gerne mal nach Meinungen und Ideen fragen.

    Ich bin Ende 30 und im Beruf erfolgreich. Habe etliche Male den Arbeitgeber gewechselt und bin nun in einer ziemlich guten Führungsposition im internationalen Bankbereich gelandet. Ich habe ca. 80 Mitarbeiter.

    Das alles hatte seinen Preis. Ich halte dem Druck schon seit ca. vier Jahren nicht mehr Stand, ich fühle mich einfach fertig, und mein Körper ist schon ganz krank mit Sachen, die meiner Meinung nach durch den Stress ausgelöst wurden. Ich hatte nie Zeit und Muße, mich um mich selbst zu kümmern. Ich sitze jeden Tag auf der Arbeit mit einem permanent sehr hohen Adrenalinspiegel.

    Vor einem Jahr bin ich dann Mutter geworden. Ich blieb ein Jahr zu Hause (hielt natürlich regen Kontakt zum Arbeitgeber), was für meinen Arbeitgeber eine große Herausforderung war. Dennoch wurde mein Posten freigehalten. Jetzt ist mein Lebensgefährte mit der Kleinen zu Hause und ich bin wieder eingestiegen, Vollzeit, da Teilzeit in der Position utopisch ist.

    Und es ist schrecklich!!! Ich packe die Arbeit nun erst recht nicht mehr. Der Job verlangt so viel Arbeitseinsatz dass ich meine Tochter kaum noch sehe, und es bricht mir das Herz! Ich bin unmotiviert und liefere nicht ab. Mein Chef macht mir jeden Tag deutlich, dass er von der Vereinbarkeit Familie und Beruf rein gar nichts hält und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

    Im Sommer wird auch mein Lebensgefährte wieder arbeiten, ebenfalls Vollzeit. Auch in seiner Position ist Teilzeit nicht denkbar, und er ist oft auf mehrtägigen Dienstreisen. Er leidet jedoch nicht unter seiner berufliche Situation so wie ich es tue.

    Unsere Tochter soll dann in die Kita. Da die nur bis fünf geöffnet ist, müsste ich um 4 Feierabend machen. Selbstredend dass das einfach nicht geht, höchstens mal als Ausnahme ein/zwei Mal im Monat. Da mein Lebensgefährte oft auf Dienstreise ist, ist seine Unterstützung nicht planbar. Und die Kleine wird ja auch öfter mal krank sein.

    Ich würde am liebsten kündigen. Mir Zeit nehmen, mich um mein Kind und mich selbst zu kümmern bis ich mich wieder gut fühle. Und dann in zwei/drei Jahren in Teilzeit in einen Job mit weniger Verantwortung wieder einsteigen.

    Ich verdiene mehr als mein Lebensgefährte. Sein Gehalt würde reichen, aber es wäre mehr als knapp. Ich habe jedoch Ersparnisse, die mehrere Jahre zur Überbrückung reichen würden.

    Nun bin ich sehr durch den Wind. Mein Lebensgefährte würde diese Lösung voll unterstützen, da er sich einerseits Sorgen um meine Gesundheit macht, und andererseits auch nicht weiss, wie wir unseren Alltag sonst organisiert bekommen. Aber für meine Familie ist das überhaupt nicht akzeptabel. Meine Eltern meinen, ich solle die Kinderbetreuung einfach noch mehr outsourcen, und eine Kinderfrau anheuern. Alles andere wäre Schwachsinn, denk doch mal an die Rente etc., Du hast Dir alles so hart erarbeitet und kannst das nicht einfach aufgeben...

    Für mich wäre es jedoch im Moment kein "aufgeben", sondern eine Befreiung. Was hilft mir mein hart erarbeiteter Posten, wenn ich mich dann nur immer weiter schinden muss und immer mehr daran kaputtgehe? Weniger Geld wäre definitiv ok für mich. Ich will ein gesundes Familienleben, dass ich auch selbst erlebe. Ich möchte meine einjährige Tochter nicht 10-14 Stunden am Tag fremdbetreuen lassen.

    Trotzdem habe ich jetzt Angst, in zwei bis drei Jahren keine Teilzeitstelle zu finden. Weil ich überqualifiziert bin, und weil Teilzeitstellen sowieso sehr knapp sind. Und ich bin irgendwann finanziell abhängig... und jetzt auf die Schnelle etwas zu finden ist auch nicht realistisch, denn mir bleibt auch kaum Zeit und Kraft für die Jobsuche. Und eine berufliche Auszeit lässt sich ja gerade jetzt durch ein Kind gut begründen.

    Ich überlege auch, dass Gespräch mit meinem Chef zu suchen. Nur weiss ich nicht so recht, über was ich da mit ihm sprechen soll. Denn Teilzeit ist dort keine Option, und bankintern einen anderen Posten zu besetzen, da fehlt mir die Fantasie, was das für ein Posten sein könnte.

    Was sagt ihr dazu? Habt ihr ein paar Denkanstöße für mich?

    Vielen lieben Dank fürs Lesen!
    SewGirl

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    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Sei froh und dankbar, dass dein Körpergefühl funktioniert, dass du die finanziellen Mittel dazu hast und dein Partner dich versteht und unterstützt.

    Eltern müssen nicht jede Entscheidung verstehen und mittragen. Schon gar nicht, wenn die Tochter fast vierzig ist.

    Dein Leben, deine Familie, deine Gesundheit, deine Rente.

    Mit dem Chef reden finde ich erstmal am naheliegendsten. Vielleicht hat er eine Idee auf die du gerade selber nicht kommst? Ihm wird 1.etwas an dir liegen, sonst hätte er dir deine Stelle nicht freigehalten und 2.auch daran interessiert sein, dass diese Stelle von jm besetzt wird, der 120% geben kann und will. Und dass das gerade bei dir nicht geht sieht er ja.

  3. Inaktiver User

    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Stellenzeigen lesen, dich auf andere Jobs bewerben.
    Dich bankintern umhören, bei Personalern, Kollegen, Kontaktleuten, ob irgendwo was anderes frei wird, und aktiv dein Interesse anmelden.
    Berufliches Kontaktnetz aktivieren, ob jemand von einem frei werdenden Job weiss.
    Berufliche elektronische Netzwerke pflegen, allenfalls Headhunter kontaktieren.

    Mit anderen Worten: kündige nicht ins Blaue, aber such auf allen Kanälen einen neuen Job.

  4. Inaktiver User

    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Ich kann das gut nachfühlen, wie es dir geht.

    Es geht im Leben auch nicht nur um Job und Karriere, meine ich. Ganz deutlich: du wirst hier weder verhungern noch erfrieren, du bist also nicht wirklich gezwungen weiterzumachen bis du zusammenbrichst. Du hast Entscheidungsfreiheit.

    Wie schaut es denn bei deinem AG grundsätzlich aus? Gibt es einen Betriebsrat? Ist die Elternzeit jetzt verwirkt (da kenn ich die aktuelle Rechtsprechung nicht), man hat ja früher drei Jahre gehabt. Bei meinem AG kann man sich auch länger freistellen lassen, was du auf jeden Fall hast ist ein Teilzeitanspruch. Den würde ich schon einfordern, wenn man dich dann rausmobben will deswegen, was ja leider passiert - dann wenigstens mit Abfindung.

    Wo ist dein Selbstvertrauen? Du machst anscheinend einen guten Job - die Vorstellung, du würdest nie mehr wieder einen qualifizierten Job finden wenn du jetzt eine Zeitlang aussteigst oder kürzertrittst ist doch eher unrealistisch... oder?

  5. Inaktiver User

    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Hallo,
    mich wundert der Zeitpunkt für diese Gedanken. Daß die Kleine 10-14h in der Kita ist(sein wird), war schon vor der Geburt klar, oder? Oder hat der AG Teilzeit versprochen?
    Fakt ist, daß Deine Eltern nicht ganz unrecht haben, mit Ende 30 die Karriere hinzuschmeißen, (ganz auf Mutti zu machen) und dann zu hoffen, daß man wieder einsteigen kann, ist blauäugig....Mir wäre der Preis zu hoch....Eine Kinderfrau, die teilweise zH betreut, wäre siocher eine Lösung.
    Auf jeden Fall MUSS Entlastung her, daß Du momentan den Job nicht packst, liegt ja nicht am Kind, denn Kinderdienst hat ja Dein Mann, oder? Noch!

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    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Wenn Du Angst hast in ein paar Jahren keinen Job zu finden verstehe ich nicht ganz weshalb Du nicht JETZT eine Teilzeitstelle suchst?

    Da wäre ja schon viel Entlastung da. Ich würde mit dem Chef sprechen, unbedingt.

  7. User Info Menu

    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Hallo, vielen Dank für Eure Antworten!

    Ja, ich denke ich werde mit meinem Chef sprechen, mit dem Ziel eine gemeinsame Lösung zu finden. Sollte das nichts bringen, werde ich einen Teilzeitantrag einreichen, denn den können sie mir theoretisch nicht ablehnen. Dann MUSS eine Lösung gefunden werden. Zusätzliche Entlastung im Job bekomme ich nicht. Das Thema hatte ich schon angebracht, aber ich bekomme keine zusätzlichen Stellen genehmigt, und der gesamte Bereich ist derzeit völlig überlastet.

    Ich denke auch, dass ich zu hoch befördert wurde. Ich fühle mich unwohl und stelle fest, dass es mir nicht liegt. Ich vermute, das Gefühl der Überforderung wird dort nie weggehen.

    Ja, eigentlich hätte ich mir die Gedanken vorher machen müssen. Ich war wohl so dermaßen überfordert, dass ich keinen klaren Gedanken mehr gefasst habe, und die Geburt einfach erst mal als Fluchtmöglichkeit gesehen habe. Mir war auch ehrlichgesagt die emotionale Komponente des Mutterseins vorher überhaupt nicht klar und habe vor der Geburt kein Problem mit einer langen Betreuungszeit gesehen. Ich weiß, dumm und blauäugig!

    Bei der Elternzeit muss man sich für die ersten beiden Jahre vorab festlegen. Das zweite Jahr hätte ich also schon bei der Geburt mit beantragen müssen. Somit ist das erst mal keine Option.

    Nach Stellen schaue ich natürlich nebenbei, wenn sich etwas auftut werde ich mich bewerben.

    Viele Grüße
    SewGirl

  8. Inaktiver User

    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Nach Stellen schaue ich natürlich nebenbei, wenn sich etwas auftut werde ich mich bewerben.

    Das ist schon mal gut, aber ich glaube, du könntest die "informelleren" Wege noch intensiver beschreiten. Also berufliches Netzwerk, auf den internen Klatsch bezüglich frei werdender Stellen hören. Und Headhunter.

  9. Inaktiver User

    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Zitat Zitat von SewGirl Beitrag anzeigen
    Für mich wäre es jedoch im Moment kein "aufgeben", sondern eine Befreiung. Was hilft mir mein hart erarbeiteter Posten, wenn ich mich dann nur immer weiter schinden muss und immer mehr daran kaputtgehe? Weniger Geld wäre definitiv ok für mich. Ich will ein gesundes Familienleben, dass ich auch selbst erlebe. Ich möchte meine einjährige Tochter nicht 10-14 Stunden am Tag fremdbetreuen lassen.
    Glückwunsch, dass du deine Situation so klar siehst und deine Prioritäten schon längst gesetzt hast. Die Mitschreiberinnen haben dir schon gute Tipps gegeben.
    Ich gehe auf die 60 zu, und je älter ich werde, desto spürbarer wird für mich, dass Zeit wichtiger als Geld (Existenzminimum mal ausgenommen) ist. Dass dein LG mitzieht, ist super!

    Bleib bei dir, zieh dein Ding durch!
    Ich wünsche dir alles Gute.

    P.S. Rente?
    Pah! Ich habe bereits bei mir einige Dinge geändert, die auch zu weniger Rente führen werden. Denn wenn man sich die Kassen so anguckt, gehe ich davon aus, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir so eine Art Einheitsrente haben. Wer mehr hat, bekommt es weggesteuert. Gesundheit und Familienglück hingegen sind unbezahlbar!!!

  10. User Info Menu

    AW: Kind und Karriere - Ausweg gesucht

    Hm, das ist ziemlich schwierig. Gibt es die Möglichkeit, dass du dir eventuell durch deine Kontakte einen Job suchen kannst, der jetzt eventuell in 40h-Vollzeit oder ggf. sogar Teilzeit machbar wäre? Klar, das wäre dann vermutlich schlechter bezahlt und auch ein etwas anderes Tätigkeitsfeld, aber ich habe beim Lesen den Eindruck, dass es für dich im Moment da eher nur zwei Möglichkeiten nämlich Karriere oder erstmal Hausfrau gibt.

    Ich denke, dass jemand mit so einer Karriere, die du ja schon hingelegt hast, vielleicht eher nochmal über berufliche Alternativen nachdenken sollte, bevor es an das "erstmal Mutter und Hausfrau" geht.

    Den Impuls dahinter verstehe ich zwar, bin zwar "nur" Ärztin und Mutter einer Zweijährigen, aber wenn mir die Belastung mit Teilzeitstelle + Nächten und Wochenenden und Fortbildungen (also von der Belastung eine normale Vollzeitstelle mit 40h) Zuviel wird, dann denke ich auch gern, dass ich gern lieber Hausfrau wäre. Aber ganz ehrlich - ich glaube nicht, dass mir das so liegen würde.

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