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    Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Liebe BriCom,

    ich habe von meinem AG (100 MA, im dritten Sektor tätig) einen Aufhebungsvertrag vorgelegt bekommen. Ich stehe momentan total unter Schock und kann keinen klaren Gedanken fassen.
    Aus Anonymitätsgründen kann ich nicht so viel schreiben, nur so viel, ich bin seit fast 5 Jahren dort tätig, erst Voll-, dann seit der Geburt meiner Tochter Teilzeit (und ich denke, das ist auch der Grund, dass sie mich loswerden wollen, die TZ-Regelung ist nicht erwünscht).
    Im Aufhebungsvetrag ist wohl eine recht übliche Freistellungslaufzeit und Abfindung angeboten. Ich werde mich auf jeden Fall noch anwaltlich beraten lassen, aber ich wollte mal die Runde fragen, ob jemand in einer ähnlichen Situation war und wie er/sie mit dieser umgegangen ist, also ob der Vertrag dann unterzeichnet wurde bzw. warum/ warum nicht?
    Denkanstöße helfen mir sehr, zur Zeit stehe ich total neben mir.

    Danke Euch und viele Grüße
    Ni

  2. Inaktiver User

    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?


    das tut mir leid und ist Mist!

    Bitte geh sofort zu einem Anwalt! Das ist sehr wichtig! Und nichts unterschreiben und nichts versprechen!!
    Da gibt es sehr enge FRisten! ALso ist Eile geboten!

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    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Aufhebungsvereinbarung immer am Ende der gangezn Angelegenheit doch zum Abschluss kommt. Der AG möchte dich "loswerden". Mit der Aufhebungsvereinbarung zeigt er dir vorerst einmal seine Konditionen, zu denen er gedenkt, es zu tun, an. Wenn du jetzt nicht unterschreibst, dann kündigt er dir in nächster Zeit, dann geht es vor Gericht oder es wird parallel an einer Beendigung "gefeilt". Auch wenn es zum Termin vor dem Arbeitsgericht kommt und dort festgestellt wird, dass die Kündigung unrechtmäßig erfolgte und du weiter beschäftigt werden musst, willst du das denn? Das Verhältnis ist doch alleine dadurch schon zerrüttet.

    Also schaue mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht darauf, was kannst du aus dieser Geschichte für dich mitnehmen. Der AG hat sicherlich die Konditionen in der Aufhebungsvereinbarung am untersten Punkt angesetzt. Da geht also immer noch was nach oben. Auch wenn es schwer ist zu begreifen, aber dein Arbeitsverhältnis mit diesem AG wird wohl über kurz oder lang nicht mehr bestehen. Also versuche deinen Abschied so zu gestalten, dass du mit einem "Zuckerl" deinen Arbeitsplatz verlässt.

    Und Eile ist vorerst nicht geboten, Fristen sind wenn dann nur diese, die dir dein AG gesetzt hat, zu unterschreiben. Aber er will ja etwas von dir und wird diese Frist dann ebenso auch verlängern, wenn du um weitere Bedenkzeit bittest. Selbst wenn er diese nicht gewährt und dir dann kündigt, dann laufen erst einmal die 3 Wochen (ab Zugang) für eine Kündigungsschutzklage vor Gericht. Also sicherlich bitte nicht Nichts tun, jedoch auch keine Hektik veranstalten.

    Wünsche dir eine gute juristische Beratung.

  4. Moderation

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    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Ich habe das vor ein paar Jahren erlebt.
    Es kam auch bei mir relativ unvorbereitet - die Gründe waren allerdings klar.

    1. lass dich juristische beraten
    2. überlege auch mit Menschen aus deiner Branche, ob das Angebot angemessen ist
    3. auf jeden Fall sollte das Arbeitszeugnis Teil der Vereinbarung sein
    4. du musst bis zur beiderseitigen Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages jeden Tag zur Arbeit gehen und deinen Job machen


    Bei mir war es so, dass ich den Vertrag bereits unterschrieben hatte, der Chef war aber gerade nicht im Haus. Ich bin eine ganze Woche lang noch jeden Tag zur Arbeit gegangen, weil ich (bis heute) die Vermutung habe, dass man darauf spekulierte, dass ich nach meiner Unterzeichnung nicht mehr kommen würde und man aus der "Arbeitsverweigerung" einen Kündigungsgrund konstruieren könnte. Ob das so war, kann keiner sagen, aber ich halte es bis heute für möglich.


    Und dann konzentriere dich auf dein Leben, danach auf neue Jobmöglichkeiten - vielleicht hat dein aktueller Arbeitgeber dir langfristig einen Gefallen getan - ich bin heute noch heilfroh, dass ich in dem Konzern nicht mehr arbeitet.
    Damals hat es mich allerdings enorm runter gezogen.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


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    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  5. Inaktiver User

    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Zitat Zitat von Admaro Beitrag anzeigen
    Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Aufhebungsvereinbarung immer am Ende der gangezn Angelegenheit doch zum Abschluss kommt. Der AG möchte dich "loswerden".
    Und woher nimmst Du diese "Erfahrung" ? Bist Du Juristin ?

    Einen Aufhebungsvertrag sollte man NIEMALS unterschreiben, wenn man nicht seine eigenen Konditionen durchsetzen kann, und, vor allem, etwas Neues hat. Ansonsten wird man nämlich vom Arbeitsamt gesperrt.

    Dann kann man dem AG seinerseits einen Aufhebungs - bzw. besser Abwicklungsvertrag vorlegen. Darin bietet man die Eigen-Kündigung an, wenn die unwiderrufliche Freistellung darin geregelt ist (um nicht in die Situation von Promethea zu kommen), Abfindung, Zeugnistext etc pp.

    Genauso habe ich es bei einem meiner früheren AG's gemacht, der mich los werden wollte. Die waren froh, dass ihnen einen Arbeitsgerichtsprozess erspart blieb und ich habe einen guten Deal gemacht.

  6. User Info Menu

    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Hallo an alle,

    vielen lieben Dank schon mal für die Antworten. Ich habe jetzt mit ein paar Leuten gesprochen und morgen auch einen Termin für eine juristische Beratung.
    Inzwischen ist mir soweit klar, dass ich nicht so schnell klein beigeben werde. Mir ist auch klar, dass der AG versucht, mich über den Aufhebungsvertrag loszuwerden, weil einen normale Kündigung sehr schwierig wäre (i.S. Sozialauswahl etc.)

    @Promethea: danke auch noch für den Hinweis wg. der Arbeitsleistung. Ich wurde nach dem Gespräch bis zum nächsten Gesprächstermin freigestellt, allerdings habe ich eine schriftliche Bestätigung des AGs, dass das im Einvernehmen entschieden wurde (sonst hätte ich auch Bedenken, dass dann versucht wird, ein Kündigungsgrund draus zu konstruieren).

    Ja, vielleicht ist es langfristig gut, dass mir die Entscheidung gewissermaßen abgenommen wird - ich hatte mich aus verschiedenen Gründen nicht mehr wohlgefühlt und habe auch das Gefühl, dass der ganze "Laden" grade eine sehr unschöne Entwicklung nimmt. Hätte mich selbst aber nicht zu dem Schritt getraut, da ich Angst habe, keine neue Stelle zu finden (als Mutter mit Kleinkind ist man ja meist nicht grade der Top-Kandidat).

    Dazu auch noch eine Frage an Dich, Promethea: Hattest Du dann schon einen neuen Job, als der Aufhebungsvertrag in Kraft war?

    Liebe Grüße
    Ni

  7. Moderation

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    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Nein ich hatte keinen neuen Job, die Situation war damals insofern speziell, dass ich zu der Zeit gerade eine Fortbildung machte, auf die ich mich dann erst mal vollkonzentriert habe und nach der Fortbildung hatte ich dann einen neuen Job.


    Es käme für mich auch sehr auf den jeweiligen Aufhebungsvertrag an und die Gesamtsituation ob ich den Aufhebungsvertrag nur mit neuem Job akzeptieren würde.
    Und ob die Zahlung von Arbeitslosengeld eine Rolle spielen würde, kommt auch auf die Gesamtsituation an.

    Arbeitslosengeld sind 60 % vom letzten Netto - wenn dein AG dir jetzt zB für ein Jahr dein volles Gehalt zahlt und dich komplett freistellt - dann hast du mehr als du mit Arbeitslosengeld hättest. Auch nach Steuern.

    Je nachdem wie "lästig" du bist kannst du vielleicht eine hohe Abfindung herausholen.
    Und steuerlich kommt es dabei vermutlich auch auf den Verdienst deines Mannes an, was lohnt und was nicht, Stichwort hier: Progressionsvorbehalt
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  8. Moderation

    User Info Menu

    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Wie gesagt, lass dich fachkompetent beraten, jeder Rat kann nur so gut sein, wie der Ratende sich sowohl mit der rechtlichen Seite auskennt, aber auch mit dir und deiner speziellen Situation und auch Branche und Ausbildung etc - was du hier nicht so ausführlich schildern kann (und solltest) wie im Anwaltstermin.


    Und so wie du deinen Arbeitsplatz beschreibst, sehe ich es eher als hervorragende Chance.
    Mein Aufhebungsvertrag damals war das beste, was mir in der Situation passieren konnte .... habe ich aber erst im Nachhinein gesehen.
    Geändert von Promethea71 (22.11.2016 um 14:02 Uhr)
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  9. Inaktiver User

    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Es käme für mich auch sehr auf den jeweiligen Aufhebungsvertrag an und die Gesamtsituation ob ich den Aufhebungsvertrag nur mit neuem Job akzeptieren würde.
    Und ob die Zahlung von Arbeitslosengeld eine Rolle spielen würde, kommt auch auf die Gesamtsituation an.

    Arbeitslosengeld sind 60 % vom letzten Netto - wenn dein AG dir jetzt zB für ein Jahr dein volles Gehalt zahlt und dich komplett freistellt - dann hast du mehr als du mit Arbeitslosengeld hättest. Auch nach Steuern.
    Wenn man völlig auf dem Zahnfleisch geht, weil der Job so ätzend ist, sollte man sich natürlich irgendwann trennen, auch ohne neue Option.

    Aber die meisten Leute sind nun mal schon auf ihr Arbeitslosengeld angewiesen, und können 3 Monate ohne nicht mal eben so stemmen.

    Bei einem Teilzeitjob und Gesamtbeschäftigung von 5 Jahren kommt man sicher auch nicht zu einer Traumkonstellation von 1 Jahr Freistellung und Riesenabfindung. So was dürfte es nur bei jahrzehntelanger Beschäftigung geben.

    In meiner Branche wären das eher 2,5 Monatsgehälter Abfindung und Freistellung während der Kündigungsfrist, also 2-3 Monate. Wenn man gut verhandelt und sich gut beraten läßt.

    Mein AG hielt mich damals tatsächlich für so doof, dass er mir auf Seite 1 eine Abfindung bot, auf Seite 2 dafür aber die Jahressonderzahlung aufgehoben wurde, das wäre also ein Nullsummenspiel gewesen.

    Schon deshalb sollte man so was nie-nimmer-nicht einfach unterschreiben.

    Und gerade bei der Konstellation "wir wollen die teilzeitarbeitende Mutter loswerden" hat frau ja gute Karten.

  10. User Info Menu

    AW: Aufhebungsvertrag vorgelegt - Schock. Was tun?

    Meine Erfahrung ist auch die, immer juristisch beraten lassen und mit Anwalt in die Verhandlungen/Korrespondenz gehen.
    Hast Du denn eine Rechtsschutzversicherung? Ich hab damit nur gute Erfahrungen gemacht.
    Pro Beschöftigungsjahr 1Monatsgehalt war bei uns die Faustregel für Vollzeit.Bei Teilzeit gabs deutlich weniger.

    Wenn Du dich auf Aufhebung einigen solltest, Du hast Ansoruch auf ein qualifiziertes, positives Arbeitszeugnis. Lass dir davon eine Ausfertigung noch während der Verhandlungen vorlegen. Kein Geschwafel oder "Geheimsprache" akzeptieren.
    Informiere Dich über die aktuellen Redewendungen. Mach dir Gedanken was Du drin haben willst, was dir bei der Stellensuche wirklich weiterhilft.
    Geändert von Beachnoodle (22.11.2016 um 18:01 Uhr)
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer

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