Hallo liebes Forum,
ich brauche mal eure Meinung. Ich habe ab 1.2. einen neuen Job – nein, es ist der Job, den ich auch von Anfang an wollte! Ich bewarb mich eigentlich nur, weil meine jetzige Firma noch mit dem Betriebsrat zu kämpfen hatte wegen der Verlängerung meiner Befristung. Nun war ich kurz vor Schluss doch verlängert worden. Ende GJ 2006 wäre ohnehin die Perspektive im jetzigen Job gleich Null gewesen.
Der neue Job ist eine Produktionsleiterstelle in einem 200 MA-Betrieb, ich bin direkt dem Werkleiter unterstellt. Für mich ist das ein großer Sprung und eine Herausforderung, die ich als richtigen Schritt in die Zukunft ansehe. Endlich kann ich direkt meine Ideen und mein Engagement einbringen und habe vielleicht sogar die Möglichkeit, weitere Gedanken und neue Aufgaben anzugehen, da ich „Gehör“ bekomme.
Nun hatten wir im 2. Vorstellungsgespräch über die Finanzen gesprochen und ich meine Wünsche geäußert. Blöderweise bin ich nicht viel höher eingestiegen, als ich es momentan habe (dies ist nicht schlecht, allerdings kein Fixgeld, sondern abhängig, wie oft ich arbeiten gehe – Fahrtkostenzuschüsse und so). Dort nannten sie mir einen Betrag, mit dem ich halbwegs leben konnte, nahm mir aber vor, beim Vertrag darüber zu verhandeln. Ich bekam die Zusage, kündigte die alte Stelle und zu meiner Überraschung sind die neuen AG zwar auf meinen Wunsch eingegangen, aber aufs Jahr hochgerechnet inkl. 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld! Insgesamt komme ich aber auf monatlich leicht weniger. Für die Probezeit bis Juni macht es sogar ganz schön viel weniger aus! Dazu kommt, dass ich keine vermögenswirksame Leistungen dort bekomme und meinen Bausparvertrag voll selbst zahlen muss.
Sie sagten mir auch die Begründungen für die Eingruppierung (keine Berufserfahrung in der Branche, keine Mitarbeiterführung jemals gehabt usw.). Klar ist das ein verantwortungsvoller Job, den ich dann übernehme, da muss ich mich schon beweisen (ist das so?). Nach der Probezeit bekomme ich eine außertarifliche Zulage (vertraglich festgehalten) und danach wird alles abhängig von meiner Entwicklung gemacht. Ein bisschen mehr konnte ich schon ab Februar aushandeln, aber nicht zu viel.
Soll ich das jetzt trotz weniger Geld weiterhin als DIE Chance ansehen, aufs Geld pfeifen und mein Bestes geben (würde ich sowieso machen, aber zugegebenermaßen bin ich leicht gedämpft) oder bin ich hier gründlich verarscht worden und nur billig eingekauft? Wir reden hier nicht von Spitzengehalt, es bewegt sich im für unter 30j. normalen Rahmen, deshalb ist das fehlende Geld nicht nichts.
Ich meine ja, dass man als Produktionsleiter als Anfänger ja größte Chancen hat, richtig was zu machen und sich gut zu entwickeln – jedenfalls super Perspektiven hat. Das hatte ich nie bisher. Trotzdem bin ich etwas angesäuert und zugleich enttäuscht von mir selbst, dass ich vor Weihnachten nicht gleich hingegangen bin wegen dem Vertrag – bevor ich kündigte. Ich freu mich einerseits schon – Anfahrtsweg spar ich auch die Hälfte. Musste mich mal kurz auskotzen, aber vielleicht könntet ihr mir trotzdem ein paar gute Argumente bringen, damit ich mich irgendwie besser dabei fühle?? Danke
Liebe Grüße,
Mondschaf
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07.01.2007, 20:51Inaktiver User
eigene Blödheit oder doch die Chance überhaupt??
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07.01.2007, 21:15
AW: eigene Blödheit oder doch die Chance überhaupt??
Nimm hin, dass du dich besser hättest verkaufen können, freu dich über die Möglichkeit, etwas Neues zu lernen und versuch, den variablen TEil, den du kriegen sollst, entsprechend zu verhandeln.
Denk beim nächsten Mal dran, dass du grundsätzlich über JAHRESeinkommen redest und nicht über Monatsgehälter.
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07.01.2007, 22:15Inaktiver User
AW: eigene Blödheit oder doch die Chance überhaupt??
Hallo,
in diesem Alter halte ich es im beschriebenen Falle für sinnvoller und zielführender, die Position nach Entwicklungsmöglichkeiten auszuwählen und die auch zu nutzen anstatt nach Gehalt. Das entwickelt sich dann, wenn Du den Job gut machst, schon nach oben. Aber jetzt schmollen.....ne, nä?
Mathilde
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08.01.2007, 10:16
AW: eigene Blödheit oder doch die Chance überhaupt??
Von Verarschung kann hier wohl nicht die Rede sein. Der AG hat ein Angebot gemacht und Du bist eingestiegen. Bei jedem Jobwechsel bietet es sich doch zunächst an, mal den ein oder anderen Gedanken an den eigenen Status Quo zu verschwenden. Dann sind die Positionen auch im Vorfeld klar. Und von MA die in die von Dir beschriebene Verantwortung treten, ist soetwas erst recht vorauszusetzen.
Grüße von der
BinnenalsterMy interest is in the future because I am going to spend the rest of my life there. (Kettering)
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10.01.2007, 06:52Inaktiver User
AW: eigene Blödheit oder doch die Chance überhaupt??
Hey, danke für eure Rückmeldungen

@ Binnenalster
Aber ich frage mich, ob du dir noch nie im Leben unsicher gewesen bist. Ich weiß, dass ich blutiger Anfänger bin und deshalb sicher nicht die Leistung eines erfahrenen Chefs erbringen kann. Ich wollte nur eine Meinung hören...
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10.01.2007, 10:14
AW: eigene Blödheit oder doch die Chance überhaupt??
Das war ja meine Meinung. Ob unerfahren oder nicht, eine Entscheidung treffe ich doch immer erst wenn ich mein Ziel - wie auch immer definiert - erreichen kann. Und wenn mir die finanzielle Entwicklung wesentlicher als eine inhaltliche scheint, muß ich doch wissen wo ich heute summa sumarum stehe. Gehe ich den Weg der inhaltlichen Entwicklung und möglicher Entwicklungspotentiale ist das doch nicht verwerflich. Aber Deine Verwunderung im Nachhinein verwundert mich eben. Aber da ich Deine Situation nicht kenn, komme ich auch nur zu diesem einfachen Spontanurteil im Vergleich zu eigenen Situationen.
Zitat von Inaktiver User
Unsicherheiten sind doch normal, aber von Vorgesetzten wird immer erwartet, so bin ich erzogen und das verlange ich auch hier, daß Unsicherheiten Teil der Entscheidungsfindung und Debatte sind. Unsicherheiten nach erfolgter Entscheidung wirken oft verwirrend auf Kollegen und Mitarbeiter.
Das ist keine Besserwisserein, evtl. kannst Du aus den Statements ja für Erkenntnisse für dich ziehen, Erfahrungen Dritter sind da manchmal hilfreich.
Also rann an die Buletten und weg mit verwirrenden Gedanken!
Grüße von der
BinnenalsterMy interest is in the future because I am going to spend the rest of my life there. (Kettering)


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