Vielen Dank an alle für die wertvollen An- und Einsichten!
Da es sonst unübersichtlich und friggelig wird, mache ich jetzt nicht 1.000 Zitate auf, sondern versuche erst mal das zu beantworten, was sinngemäß von mehreren gefragt/angemerkt wurde:
- 3 der Mitarbeiter sind Berufseinsteiger in abgestuften Varianten, maximal 2 Jahre Erfahrung im relevanten Bereich;
- den Erfahrungslevel kann ich mir leider nicht aussuchen - die Chefs schreiben eine Stelle für Assistenz oder Junior-PM aus, und als Senior kriegt man dann "zugeteilt". Womit ich kein grundsätzliche Problem habe, es ist halt so, wie es ist, aber es lässt sich eben auch nicht ändern.
- Zielvereinbarungsgespräche gibt es schon, aber die gehen selten so sehr ins Detail.
- Aufstiegsmöglichkeiten gibt es (ca. 3-5 Jahre vom Junior zum Senior, je nachdem, wie viele Projekte man in der Zeit dann tatsächlich abwickeln konnte, das hängt auch von der Auftragslage ab), allerdings funken uns auch da die örtlichen Gegebenheiten dazwischen: es gibt eine Uni dort, viele, die nicht aus der Region kommen, steigen erst mal nach dem Studium ein, weil Freund/Freundin noch fertig studieren muss. Sobald das erledigt ist, zieht man gemeinsam nach Berlin/Hamburg/Düsseldorf/München, weil's da halt schöner ist als bei uns. Kann ich verstehen, macht es aber nicht einfacher. Wir bekommen pro Stellenausschreibung zwar recht viele Bewerbungen, aber die Qualität ist eben nicht die, die wir uns vorstellen (die High Potentials gehen zu den Konzernen....). Alle wissen, dass wir am Bewerbungsprozess arbeiten müssen, um bessere Bewerber zu kriegen, und da passiert auch was, aber das bringt mir nicht von heute auf morgen ein komplett anderes Team.
- Zeit für die Einarbeitung: klar, das braucht es schon; andererseits sind die Projekte bei uns oft recht unterschiedlich, und auch ich muss mir in verschiedenen Situationen wieder neu überlegen, wie ich einen Sachverhalt angehe. In diesem Szenario sollte es doch für eine/n Mitarbeiter/in einfacher sein, mal eigenständig irgendwas umzusetzen, als wenn man erst 100 Jahre Spezialerfahrung braucht, um einen Vorgang nach dem hochkomplexen Unternehmensprocedere korrekt abzuwickeln - oder habe ich da was Grundsätzliches nicht verstanden?
- die Rückdelegation ist tatsächlich ein Problem, das ich auch für mich erkannt habe. Andererseits ist es halt eine feine Linie zwischen "den Affen nehme ich Ihnen nicht ab, hier haben Sie ihn wieder" und "uups, jetzt ist wirklich was runtergefallen". Wie es halt so ist im mittleren Management, bin ich gegenüber der Geschäftsführung nun mal für diese Dinge verantwortlich und kann mich nicht aus der Affäre ziehen, indem ich sage: "Frau X hat's nicht drauf, daher ist es schief gegangen, meine Schuld war's nicht". Aufgrund der Schwierigkeit, überhaupt halbwegs kompetente Mitarbeiter zu bekommen, wird bei uns in aller Regel nicht wegen mangelnder Performance gekündigt (ausser in ganz schweren Fällen, z. B. dann, wenn Urlaub systematisch durch Krankheit verlängert wird oder ähnliches).
@ Denise: das Buch habe ich gerade bestellt, bin gespannt![]()
Antworten
Ergebnis 101 bis 110 von 279
-
29.03.2016, 21:33Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
-
29.03.2016, 21:42Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Naja, die Anforderungen die Du an Dich selbst stellst beruflich scheinen mir recht hoch, ich wollte sie nicht erfüllen.
Das ist völlig ok, ich bin ja nicht Du.
Aber vielleicht forderst Du, weil Du es so von Dir selbst gewohnt bist, von Deinen Mitarbeitern auch mehr, als die erfüllen wollen?
Das war der Zusammenhang.
-
29.03.2016, 22:41Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Das sind aber doch zwei paar Stiefel - das eine ist die Frage, wieviel man generell bereit ist zu leisten. Das andere ist die Frage, ob es innerhalb einer vierzigkomma Null-Null-Stundenwoche nicht mehr Spaß macht, Sachen eigenständig zu entwickeln, als immer nur nach der Pfeife eines "Ansagers"? Ich habe ja nirgendwo geschrieben, dass ich bei "mehr Selbständigkeit" auch "mehr Wochenarbeitszeit" verlange.
-
29.03.2016, 22:47Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Hab ich das richtig verstanden, Du bist bei der Bewerberauswahl nicht involviert?
-
30.03.2016, 08:04Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Wenn es so klar ist, dass alle guten Leute zu der Konkurrenz rennen, duerfte das Unternehmen auf Dauer kaum wachsen koennen - es sei denn, es wird eine entsprechende Strategie entwickelt, um auch den 'high potentials' Anreize zu bieten. Das duerfte grundsaetzlich moeglich sein.
Entschuldige, wenn ich es so direkt sage, doch der Fisch stinkt meistens vom Kopf. Ich war schon in einigen Vorstellungsgespraechen dabei und habe gestaunt, was manchen Leuten ueber ihr Aufgabengebiet 'erzaehlt' wird - in der Regel manches Maerchen. Mit den Konsequenzen daraus musste ich dann teilweise selbst leben. Auch wenn es sich 'nur' um Praktikanten hielt, bei manchem haette ich von vorneherein 'nein' gesagt, und die Praxis bestaetigte dies dann auch.
Damit meine ich, Aeryn_Sun, vielleicht solltest du dich auch in die andere Richtung positionieren, damit meine ich zur Geschaeftsfuehrung, um kuenftig bei der Auswahl dabei zu sein.
Ich denke, deine derzeitige Situation solltest du mit regelmaessigen Jour Fixen, bei denen _dir_ berichtet wird, doch balancieren koennen. Ggf. wuerde ich dann Projekte selbst uebernehmen - und den Praktikanten andere Aufgaben delegieren.
-
30.03.2016, 08:05
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Um auf das Grundproblem zurück zu kommen: wenn solche Kundenevents öfter vorkommen, sich im Grundablauf ähneln, dann lässt sich gut eine Checkliste erarbeiten, die auch genaue Zeitabläufe enthält ( vier Wochen vorher dies, zwei Wochen vorher das...). Damit ausgestattet sollte auch der umselbständigste Mitarbeiter damit zurecht kommen, er hat dann ja klare Vorgaben. Je nachdem, wieviel Fachwissen für die Aufgabe notwendig ist benötigt man dafür auch nicht zwingend eine besondere Ausbildung.
Klare Vorgaben mit klarer Ansage im Vorfeld wie " Am x planen wir Y mit einem Redebeitrag zum Thema Z, Bitte machen Sie sich bis zum x Gedanken über geeignete Personen. " ist auch deutlich, da sollte dann niemand ins Schleudern kommen.
Wenn es dann in diesem Stil läuft, merkt man doch sicher, ob es da nicht die eine oder andere Person gibt, bei der Eigeninitiative durchscheint- der gewünschte Blick über den Tellerrand.
Ich würde auch gucken, wer bei den Mitarbeitern untereinander den Hut auf hat. Wenn diese Person ein Vertreter der " Hamma ja noch nie gemacht, ist nicht mein Aufgabenbereich" Mentalität ist, kann sich das auf alle auswirken.
Ist mir passiert, meine jetzige Abteilung wurde von bösen Zungen " Die Untoten" genannt, weil eine Kollegin sich wie oben beschrieben benahm.
Hat sich mittlerweile verändert, dauerte aber, es waren eindringliche Gespräche der Vorgesetzten nötig und besagte Kollegin ist derzeit dauerkrank.
-
30.03.2016, 08:09Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Wenn die Grundeinstellung 'Verweigerung' lautet, wird auch die genialste Checkliste Pannen nicht verhindern. Und ich meine, hier geht es um mehr, als Mitarbeiter an den Gebrauch von Checklisten heranzufuehren.
-
30.03.2016, 08:17Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Für mich bleibt das einigermaßen nebulös. Die Mitarbeiter sind alle nach der TE gekommen. Da schafft man es nicht, die in die gewünschte Richtung zu lenken?
-
30.03.2016, 08:38
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Für mich klingt das nicht nach Verweigerung, willig scheinen sie ja alle zu sein.
gruss, barbara
-
30.03.2016, 08:59Inaktiver User
AW: Mitarbeitern Freiraum geben - Erfahrungen damit
Eine innere Verweigerungshaltung wird von den wenigsten Menschen selbst erkannt.
Vielleicht ist dies aber auch eine Fehldiagnose - gleichzeitig ist es eben hinterfragenswert - weshalb hier ein Buendel so wenig selbstmotivierter - studierter! und damit an selbstaendiges Arbeiten doch gewohnter - Menschen zusammenkommt und sich offenbar auch gegenseitig nicht stuetzen kann.


!
Zitieren

