Kurz zu mir:
Mit meinen fast 40 Lebensjahren arbeite ich seit meiner Ausbildung, also seit nun 22 Jahren in meinem Job, mit Leib und Seele, also so richtig gern. Ich war lange Zeit in einem Unternehmen, die Firma wurde verkauft, aus Altersgründen der Inhaber.
(anzumerken ist: ich, wie alle anderen MA, hatte den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Werktagen, das Gehalt war für unsere Region etwas über dem Durchschnitt, meine Arbeitsstelle war in meinem Wohnort, also fast keine Wegezeit)
Mein Arbeitsvertrag wurde vom neuen Inhaber übernommen.
Vor 2 Monaten habe ich gekündigt (die nun angestrebte Geschäftspolitik konnte ich persönlich nicht mehr mittragen) und bin nun seit 1. März in einer anderen Firma beschäftigt.
Seit April 2015 absolviere ich aus eigenem Antrieb (selbst finanziert und in meiner Freizeit) eine Qualifikationsmassnahme (mit 8 Stunden in der Woche plus Fahrzeit, also ca. 10 Stunden von zu Hause weg an diesen Tagen) in meinem Fachgebiet, die im September 2016 endet. Diese ermöglicht mir, als Leitungskraft in meinem Fachgebiet zu arbeiten. Leitungskräfte werden in diesem Fachgebiet händeringend gesucht.
Nun habe ich, nachdem ich meine neue Arbeitsstelle ( im Folgenden A genannt)angetreten habe, ein weiteres Jobangebot ( im Folgenden B genannt)bekommen und bin ziemlich unschlüssig...
Ich habe mir schon eine Pro/ Contra- Liste erstellt, aber so richtig bin ich zu keinem Ergebnis gekommen.
Job A, Pro
- relativ beständiges Team
- sehr transparentes Qm- System ( ist mir wichtig, habe in meinem gekündigten Job als QMB gearbeitet)
- Möglichkeit, im Qualitätszirkel mitzuarbeiten
- ich werde nach Einarbeitung die Leitung eines kleinen Teams übernehmen und nach Abschluss der Qualifikationsmassnahme voraussichtlich eine größere Einheit leiten
- und, für mich nicht so unwichtig, meine Lieblingskollegin aus dem vorherigen Job fängt am 15. 4. dort an
Job A, Contra
- Arbeitsweg von 22 Minuten
- Gehaltspolitik nicht transparent
- keine Weihnachts -, Urlaubssonderzahlung
Job B, Pro
- Arbeitsweg von 5 Minuten, also in meinem Wohnort
- Urlaubs-, Weihnachtssonderzahlung
- transparente Gehaltspolitik, da AVR
- 30 Tage Urlaub
- nach beendeter Qualifikationsmassnahme werde ich einen umfangreichen Teilbereich leiten
Job B, Contra
- Qualitätsmanagement findet nur in den hohen Etagen statt
- hohe Personalfluktuation
Das Gehalt ähnelt sich an beiden Arbeitsstellen, es wird noch geringe Unterschiede in der Bezahlung der Zuschläge geben ( Sonn-, Feiertagsarbeit)
Mit dem Gehalt komme ich angemessen über die Runden, aber Sonderzahlungen sind natürlich was Feines.
Ich bin alleinerziehend und vor Weihnachten ein Extrabonus wäre schon toll.
Da ich grad einen echten Knoten im Hirn habe freue mich auf eure Meinungen.
Liebe Grüße :)
Antworten
Ergebnis 1 bis 8 von 8
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11.03.2016, 09:56
Job wieder wechseln in Probezeit?
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11.03.2016, 10:01Inaktiver User
AW: Job wieder wechseln in Probezeit?
Die Sonderzahlungen retten Dir auch nichts wenn der Job schrecklich ist - oder WARUM ist die Fluktuation bei Job B so hoch?
Das würde mich aufhorchen lassen.
Wenn man sich Deinen bisherigen Lebensweg anschaut scheints Du ja recht unternehmensloyal zu sein.
Passt das nicht ganz gut zu Unternehmen a?
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11.03.2016, 10:36
AW: Job wieder wechseln in Probezeit?
Ist das jeweilige Jahresgehalt vergleichbar ? Wie es verteilt wird fände ich egal.
Und die hohe Fluktuation gäbe mir auch zu denken.
Und selbst für mich (und ich bin da empfindlich) erscheinen 22 Minuten Arbeitsweg nicht schlecht.
Und was deine zukünftigen Aufgaben in einer Firma angeht, das sind in jedem Fall derzeit ja nur Versprechungen, wer seine Versprechen anschließend hält, wird sich zeigen, aber die Fluktuation spricht nicht für das Unternehmen und vielleicht auch nicht für die Einhaltung von Versprechen.
Wenn das Gehalt bei A nicht signifikant niedriger ist, würden die Contras gegen B für mich schwerer wiegen als alles andere.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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11.03.2016, 10:46Inaktiver User
AW: Job wieder wechseln in Probezeit?
Ich kann meinen Vorschreiberinnen nur zustimmen.
Bleibe bei Deiner Entscheidung A. Nehme Dir vielleicht einfach vor, dort 2-3 Jahre zu blieben. Dann siehe weiter.
Vielleicht hast Du zwischenzeitlich die Möglichkeit, noch etwas mehr über Unternehmen B herauszufinden, z. B. warum die Fluktuation so hoch ist. Da Fachkräfte gesucht sind, kannst Du dann immer noch wechseln.
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11.03.2016, 12:26
AW: Job wieder wechseln in Probezeit?
Das Jahresgehalt ist in Firma B ca. 2000 Euro höher, Brutto natürlich.
22 Minuten Arbeitsweg einfache Strecke, dass sind tgl.ca. 45 Minuten Fahrzeit bei A .
Dem gegenüber stehen bei Firma B eine tägliche Gesamtfahrzeit von 10 Minuten.
Beim Autofahren kann ich eigentlich ganz gut abschalten, als Einstimmung zum Feierabend.
Die Personalfluktuation hat wohl mit dem Job an sich zu tun. In unmittelbarer Nachbarschaft haben wir eine Großstadt, da werden in der Regel noch höhere Gehälter gezahlt. Da mag ich aber nicht arbeiten.
Um so vorteilhafter für Firma A erscheint mir, dass der Personalwechsel sich sehr in Grenzen hält.
Ich lege in meinem Arbeitsleben Wert auf ein gutes Team. Der Job ist schon anstrengend genug...
Wenn ich gleich nach der Kündigung die Wahl zwischen A und B gehabt hätte, wäre meine Entscheidung B gewesen.
Ganz rational würde ich kündigen und bei Firma B anfangen.
Mein Bauchgefühl sagt ganz klar: bleib wo du bist, erst mal.
Bis Montag habe ich mir Überlegungsfrist eingeräumt.
Danke euch für eure Worte.Geändert von graue_wolken (11.03.2016 um 12:41 Uhr) Grund: Ergänzung
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11.03.2016, 12:49
AW: Job wieder wechseln in Probezeit?
Hallo Graue Wolken,
wie hoch ist Dein Urlaubsanspruch in Job A? Ich bin beim Lesen darüber gestolpert, dass Du 30 Tage Urlaubsanspruch bei Job B als Pro ansiehst und schließe daraus, dass Dein Urlaubsanspruch in Job A niedriger liegt. Mehr Urlaubstage sind gerade als Alleinerziehende nicht zu verachten.
Eine transparente Gehaltspolitik sowie ein höheres Gehalt erhöhen meiner Erfahrung nach die Lebensqualität, allerdings gebe ich Dir zu bedenken, dass Urlaubs- und Weihnachtssonderzahlungen häufig als freiwillige Leistungen deklariert und in schlechten Zeiten ganz schnell eingespart werden. Deshalb würde ich die zwei Bruttojahresgehälter ohne Sonderzahlungen miteinander vergleichen.
Ich lese gerade Deinen neuesten Beitrag - im Zweifelsfall würde ich immer auf mein Bauchgefühl hören.
Viel Glück!Nous sommes unis
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11.03.2016, 13:03
AW: Job wieder wechseln in Probezeit?
@ MarieEdwige: in Job A ist der Urlaubsanspruch 26 Tage.
In den letzten Jahren habe ich schon mit den 24 Werktagen ziemlich gehadert, das sind knapp 4 Wochen gewesen.
Genau aufgerechnet, ohne die Sonderzulagen ( Urlaubs-, Weihnachtsgeld) sind es bei Job B circa 100 Euro mehr, Nettoverdienst. Das ist zwar kein Riesenunterschied, aber erwähnenswert.
Bei Job A kommen noch die Fahrkosten hinzu. Ich habe die Benzinkosten noch nicht ausgerechnet, aber zu Job B kann ich halt mit dem Rad fahren.
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11.03.2016, 13:16
AW: Job wieder wechseln in Probezeit?
26 Tage Urlaub finde ich auch nicht gerade üppig, gerade als Alleinerziehende. Ich glaube, ich habe bisher in meinem Arbeitsleben immer 30 Tage Urlaub gehabt und das ist mir noch zu wenig.

Ich gehe mal davon aus, dass die 100 Euro netto mehr pro Monat sind? Auch das finde ich nicht zu vernachlässigen, hochgerechnet aufs Jahr sind das 1200 Euro.
Was Du natürlich auch machen könntest, wäre mit Arbeitgeber A um mehr Urlaubstage und ein höheres Gehalt zu verhandeln - gerade wenn in Deinem Fachgebiet Leitungskräfte händeringend gesucht werden. Zumindest ab September nach Abschluß Deiner Qualifikationsmassnahme könnte da doch eigentlich mehr drin sein.Nous sommes unis


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