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  1. User Info Menu

    Tränen vor dem Chef

    Mir ist etwas echt unangenehmes passiert.
    Mir sind in einer Gesprächssituation mit dem Chef die Tränen gekommen.

    Die Situation kam so: bei uns im Betrieb werden grad viele neue Kollegen eingestellt.
    Die erste von den "Neuankömmlingen" war nicht geeignet. Sie wurde eingearbeitet, aber für diese eine Tätigkeit war sie nicht geeignet.
    Ihr wurde dann in der Firma eine andere Tätigkeit zugeordnet, der sie nun nachkommt.

    Diese Kollegin holte nach 1 Monat noch 2 Kollegen, anscheinend aus ihrer vorherigen Firma nach. Wieder Einarbeitung, und nach wenigen Tagen ging es los. Die neuen Kollegen wollten einen bestimmten Prozess im Tätigkeitsablauf ändern. Die Idee find ich gut, nur ist die Umsetzung im Moment unrealistisch.

    Auf Grund eines hohen Arbeitsaufkommens und sehr wenig frei bin ich grad körperlich und nervlich irgendwie an der Grenze. Nebenbei mach ich privat noch eine langfristige Weiterbildung, die aber unmittelbar mit meiner Arbeitstätigkeit zu tun hat. Fast alle freien Tage werden für diese Weiterbildung genutzt.

    Nun war ich heute im Gespräch mit dem Chef und er fragte mich, was los ist.
    Und in dem Moment merkte ich schon, wie mir Tränen hochkamen. Echt peinlich.

    Ich weiß wirklich nicht, wie ich ihm gegenüber treten soll. Meinen Job mach ich richtig gern, ich bin also nicht unzufrieden oder so.

  2. Inaktiver User

    AW: Tränen vor dem Chef

    Wie hat er denn reagiert?
    Mein Ex-Chef hat mal gesagt, wenn ich dich weinen sehe, weiß ich, es ist irgendwas gar nicht in Ordnung.
    Vielleicht sieht deiner das ja auch so und versteht es eben, dass du an der Grenze der
    Belastbarkeit bist.

    Bei mir ist es oft nicht mal Traurigkeit sondern eben großer Druck in meinem Kopf, der mich weinen lässt.
    Mach dir mal nicht so einen Kopf, der wird das schon verstehen.
    Hat er Frau und Kinder? Dann erst recht.

  3. Inaktiver User

    AW: Tränen vor dem Chef

    Nehm mal wahr, was alles an Kopfkino bei Dir gerade abläuft

    Wie war seine Reaktion denn?

    Darf man vor einem Chef nicht Tränen laufen lassen?
    Klar möchte man sich auf der Arbeist stark, durchsetzungsfähig, etc zeigen.....Tränen gehören da nicht unbedingt hin-- gleichzeitig bist Du keine Maschine und wenn es doch gerade echt zuviel ist, dann ist das eben so!

    Wir neigen alle dazu uns zu wenig ernst zu nehmen- würdige mal DEINE LEistung gerade und Du kannst sicher problemlos dann zu Dir stehen und auch diesen weichen Moment vor dem Chef mit einem Lächeln heute ansehen.
    Ich denke, es wäre eher noch unangenehm, wenn Du wegen ihm geweint hättest- aber das war ja gar nicht.

    bist Du deshalb seitdem ein anderer Mensch? Arbeitest Du anders? neee??......dann wird das dem Chef reichlich egal sein

    lg kenzia

  4. User Info Menu

    AW: Tränen vor dem Chef

    Du,
    das ist mir auch schon passiert.
    Mach Dir keinen Kopf, manchmal muß man eben weinen!

    Du wirst nicht die erste und nicht die letzte Mitarbeiterin sein, der im Gespräch mit dem Chef die Tränen kommen.

    Mach einfach ganz normal weiter und achte darauf, daß Du Dich nicht zu sehr in die Arbeit hängst, sondern auch mal einen Ausgleich hast.

  5. Inaktiver User

    AW: Tränen vor dem Chef

    Ich finde das nicht schlimm, ich bin auch so eine Heulsuse.

  6. Inaktiver User

    AW: Tränen vor dem Chef

    Was ich nicht verstehe, graue_wolken, dir kamen die Traenen, er bemerkte das ... und dann? Seid ihr schweigend auseinandergegangen ... oder wurden noch ein paar Saetze getauscht?


    Und die Frage dann an dich, weshalb kamen dir die Traenen? Wenn ich es recht verstanden habe, bist du an einem Limit angekommen und benoetigst dringend ein paar Tage Pause.

    Gleichzeitig was ist da los mit diesen neuen Kollegen, die offenbar noch dazu eine gemeinsame Fraktion bilden. Aengstigt dich etwas an dieser Situation?

  7. Moderation

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    AW: Tränen vor dem Chef

    Klar dass es dir unangenehm ist - aber es ist kein Drama.


    Dein Chef hat ja vorher schon gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Du stehst unter einem hohen Druck innerlich und der hat sich durch die Tränen gezeigt und entladen. Das ist ein ganz normales körperliches Symptom.


    Ich würde nochmal das Gespräch mit ihm suchen in einem ruhigen Moment und ihm das genauso erklären.
    Und auch dass es eben eine momentane Angelegenheit war, weil in dem Moment gerade alles zusammen kam.



    Ich kenne das durchaus von mir und auch von anderen - und man heult dann los, wenn eigentlich gerade alles zu viel ist (was auch ein sehr momentanes Gefühl sein kann ohne permanente Überforderung) und wenn dann plötzlich jemand (vielleicht auch noch unerwartet) Mitgefühl zeigt, dann öffnen sich alle Schleusenn.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  8. User Info Menu

    AW: Tränen vor dem Chef

    Mich als Mann haben Tränen von Mitarbeiterinnen immer tief beeindruckt. Es ging dann ja auch nicht mehr nur um Arbeitsabläufe, da kam etwas zutiefst Menschliches hervor. Überbelastung, Erwartungsdruck und nicht selten private Probleme. Mich hat das jedes Mal sehr betroffen gemacht und ich musste mich dann fragen, habe ich hier jemandem Unrecht getan?

    Meist wurde das Gespräch abgebrochen, mit meiner Zusage, das Gespräch am folgenden Morgen weiterzuführen, das fand dann allerdings nicht bei mir sondern in ihrem Büro statt.

    Männer verstummen im Zorn in solchen Momenten.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. User Info Menu

    AW: Tränen vor dem Chef

    Liebe Wolken!

    Wirklich, das ist sehr menschlich und überhaupt nicht schlimm.

    Vielleicht reißt Du Dich schon seit geraumer Zeit zusammen, dann sieht Dich jemand freundlich an, fragt, wie es Dir geht, und darauf reagierst Du auf einer Ebene, die Du schon länger unterdrückt hast.

    Als Gegenüber fändest Du das wahrscheinlich auch nur menschlich und sympathisch, stimmt´s?

  10. User Info Menu

    AW: Tränen vor dem Chef

    Ich hab vor ziemlich genau einem Jahr vor einem meiner Vorgesetzen losgeheult.
    Es hatte nur sehr zweitrangig mit ihm zu tun (ein Vorgang lag ewig bei mir, weil ich von der Verwaltung hingehalten worden bin mit einer Entscheidung, am Ende hat er den Telefonhörer in die Hand genommen und an der Schlüsselstelle angerufen, wo ihm selbige Frage innerhalb von zwei Sätzen - mit "Ist doch gar kein Problem" - beantwortet worden ist und er dann unzufrieden war, dass etwas was er in einer Minute klären konnte, seit vier Wochen bei mir lag, weil die zuständige Sachbearbeiterin mich mit dem Hinweis, sie müsse da selbst noch Rücksprache nehmen, am ausgestreckten Arm hat verhungern lassen), aber dazu der typische Jahresendstress, dienstlich und privat, sowie eine nervenaufreibende interne Softwareumstellung und der Fakt, dass ich zwei Jobs arbeite (voll und 450-Euro im Einzelhandel mit entsprechendem Weihnachtsgeschäft)...

    Am Ende habe ich eine halbe Stunde schluchtzend bei ihm im Büro gesessen und seine letzten zwei Packungen Tempos vernichtet. Ich weiß nicht, wer von uns beiden erschrockener war über meinen emotionalen Ausbruch. Ich bin gerade bei der Arbeit eigentlich die Ruhe selbst und heule höchstens heimlich unter der Dusche.

    Wir haben uns am Ende für "offensiv mit umgehen" entschieden.
    Ich bin am Tag darauf hin, habe gesagt, wie peinlich mir meine Heulerei gewesen sei. Er hat sich entschuldigt, dass er nicht vorher bei mir gewesen ist und gefragt hat, ob er den Chef raushängen lassen soll. Seitdem ziehen wir mehr an einem Strang als vorher. Was eigentlich sehr angenehm ist. Unangenehm ist mir die Situation tief in meinem Inneren immer noch (weil ich es für mich persönlich als unprofessionell empfinde und diese ständige Losheulerei wegen nichts eigentlich ablehne), aber das hat in keinem Fall zu irgendeinem negativen Effekt oder beeinträchtigten Verhältnis geführt.

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