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  1. Inaktiver User

    Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Liebe BriCom,

    da in meinem Bekanntenkreis ganz unterschiedliche Meinungen dazu herrschen, hätte ich gerne mal eure Sichtweise gehört. Also: Es gibt ja die so genannte "Versorgerehe oder auch -partnerschaft". Damit meine ich, dass eine Person (aus div. Gründen ist das meist der Mann) arbeiten geht und damit den Partner/die Partnerin bzw. die ganze Familie (falls Kinder) versorgt. Das bedeutet, dass der Partner, der zuhause ist, keiner "regulären" Beschäftigung nachgeht, wenngleich ich nicht damit sagen will, dass er/sie nichts leistet oder zu tun hat.

    Ich würde jetzt gerne mehrere Dinge von euch wissen:

    1.) Was haltet ihr generell von einer Versorgerehe bzw. -partnerschaft?
    In meinem Bekanntenkreis wird das eher negativ betrachtet, weil mit Abhängigkeit verbunden (meist für die Frau). Außerdem ergibt sich dann auch das Problem, dass man nicht nur vom Partner, sondern auch von dessen Job, Gesundheit etc. abhängig ist, was bei einem normal bezahlten Job ja schnell zum Problem führen kann. ... So denke ich zumindest, wenn man das langfristig macht.


    2.) Wie steht ihr dazu, wenn es eine Versorgerehe bzw.- partnerschaft gibt, ohne dass Kinder in der Beziehung sind? Meist ist es ja so, dass sich so etwas während der Karenzzeit ergibt und wenn dann weitere Kinder nachkommen, ist es dann meist die Frau, die ganz zuhause bleibt und dann davon "profitiert" oder der es ihr dann ev. zum Verhängnis wird. Ist es ok, wenn eine Frau nicht arbeiten geht, weil sie einfach nicht arbeiten will? Also lieber den Haushalt macht?


    3.) Wie steht ihr zu einer Versorgerehe bzw. -partnerschaft, wenn einer der beiden Personen (egal, ob mit oder ohne Kinder) SEHR viel Geld verdient, also wirklich überdurchschnittlich viel, z.B. bei Künstlern (z.B. Musiker) oder auch Profisportler etc.
    Ich finde, dass man da natürlich auch immer abhängig ist, aber diese (erfolgreichen!) Menschen verdienen pro Jahr so viel Geld, wie andere oft nicht in 10 Jahren, also da halte ich das Risiko dann auch für eher gering, dass man gleich auf der Straße steht oder so.


    4.) Was haltet ihr davon, wenn eine Frau überdurchschnittlich viel Geld verdient (z.B. als Schauspielerin) und sie einen Partner hat, der einen "normalen, aber gut bezahlten" Job hat. Das Paar hat keine Kinder. Würdet ihr es dann ok finden, wenn der Mann nicht arbeiten geht?



    Ich weiß natürlich, dass jeder selbst entscheiden muss, was ok für ihn/sie ist, aber das Thema ist sehr interessant, sodass ich auf eure Meinung gespannt bin. Bei unserem letzten Abend mit ein paar Freunden ist aus ein paar Sätzen eine stundenlange Diskussion entstanden, die ich sehr anregend fand. Angefangen vom Sicherheitsbedürfnis über Vertrauen etc.

    Insbesondere geht es hier auch um die Frage nach der Bedeutung eines Jobs für den Einzelnen. Würdet ihr euren Job an den Nagel hängen, wenn ihr einen sehr gut verdienenden Partner/Partnerin hättet, der/die euch mitfinanziert?

    Lasst mal hören. Danke


    Liebe Grüße

    Samtpfote

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    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    sehr interessantes Thema...

    Ich selbst würde dieses Modell nicht für mich wählen.
    Lassen wir Thema Scheidung außen vor...
    Was ist wenn der Hauptversorger stirbt?

    Vielleicht melden sich ja hier einige Hausfrauen.. mich interessieren besonders die die keine Kinder mehr Zuhause versorgen müssen. Warum Bleibt ihr Zuhause?

  3. Inaktiver User

    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Oh ja sicher - als Frau von.... egal wer, er ist reich, sieht gut aus, und ich bin zuhause und gebe sein Geld aus, dafür bin ich immer allein, weil er soviel unterwegs ist....

    Klingt nicht wirklich nach einer Partnerschaft/Ehe und wäre nichts für mich....

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    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    ich kenne solche Ehen nur aus früheren Zeiten.

    Beide Ehepartner sind darin einig, dass sie die Kinder versorgt, betreut und einen als perfekt empfundenen Haushalt leitet.

    Noch häufiger allerdings, dass er selbständiger Handwerker oder Unternehmer ist und sie Kinder betreut und die Büroarbeiten erledigt. Da man früher von einer auf Dauer angelegten Ehe ausging, wurde die Tätigkeit nicht mit einem Gehalt bezahlt.

    Heute nicht mehr empfehlenswert.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Mir waere das zu gefaehrlich, in der Angst, irgendwann ohne eigene Rentenansprueche, evtl ohne Versorger, eben irgendwann ohne diese Versorgeehe dazustehen.

    Egal, ob Maenner oder Frauen, es ist ein Risiko, das mir zu hoch waere, um es einzugehen.
    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
    Youtas

    Das Schönste an mir bin ich.

  6. Inaktiver User

    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Ich kenne das Modell nur aus der Bri-Com und aus amerikanischen Serien. In meinem Umfeld gibt es niemanden, der das lebt. Für mich selber käme es nicht infrage. Nicht nur, weil ich Abhängigkeiten hasse, sondern auch, weil ich einen Knall bekäme, wenn ich den ganzen Tag zuhause wäre. Und ich finde Hausarbeiten nun auch nicht so toll, dass ich sie hauptberuflich erledigen wollte. Ich gehe lieber 10 Stunden auf Arbeit, als 1 Stunde zu putzen. Umgekehrt fände ich einen Hausmann auch sehr unspannend.

    Dass dieses Modell für manche Frauen während der Beziehung gut funktioniert und nach einer Trennung dann eher nicht mehr (und auch manche Männer keine Lust haben, die Frau nach der Trennung noch zu finanzieren, ohne weiterhin von den Annehmlichkeiten zu profitieren), kann man hier reichlich nachlesen. Das muss schon sehr gut abgesichert sein, aber auch die beste Absicherung ist natürlich keine Garantie.

    Aber am Ende entscheidet jeder für sich, was er will und ob's funktioniert, zeigt die Zeit.

    Fazit: Meiner Meinung nach geht es hier nicht nur um's Geld, sondern auch darum, ob man überhaupt der Typ dafür ist.

  7. Inaktiver User

    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Grundsätzlich arbeite ich erstmal, um Geld zu verdienen. Wenn ich massenweise Geld hätte und das Risiko, dass dieser Geldfluss versiegt, extrem klein wäre, würde ich vermutlich was anderes mit meiner Zeit anfangen: Kunst oder Wohltätigkeit neben der Familie (den Haushalt würde ich dann ganz outsourcen).

    Aber das bin nur ich. Ich finde alle Wege okay, wenn beide Partner einverstanden sind und der Staat nicht dafür aufkommen muss. Selbst kaputt arbeiten, damit mein Partner Rosen züchten kann, würde ich nicht wollen. Bei anderen fände ich es komisch, aber deren Bier. Hm, vielleicht, wenn ich einen Job hätte, der mir exorbitant viel Spaß und Geld einbringt? Marian Keyes, die Schriftstellerin, hat ganz lustig darüber geschrieben, wie die berufslosen Ehefrauen anderer Autoren einfach nur Ehefrauen sind, während ihr berufsloser Mann immer als ihr Manager oder so ähnlich bezeichnet wird.

    Falsch finde ich es dann, wenn das System nicht durchdacht ist. "Ach, wir trennen uns nie" und "ich mache in der Familienzeit mein siebtes Studium und will aber dann schon irgendwann arbeiten" sind solche Konstruktionen, die gerne mal irgendwann vor die Wand fahren.

  8. Moderation

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    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Ich kenne diese Modell aus meiner Familie und auch aus meinem Umfeld. Und bei den meisten ist es gut gegangen.
    Ich lebe ein anders .... böse Zungen sagen, weil ich keinen reichen Mann gefunden habe.


    Jeder soll leben was und wie er will - aber jeder muss auch die Konsequenzen daraus tragen und diese Modell ist, wenn der nichtarbeitende Part kein eigenes Vermögen hat ein gefährliches Modell - noch gefährlicher wenn es keinen entsprechenden Ehevertrag und eine unabhängige Rentenversicherung gibt.

    Und ja, das Modell geht gut, wenn die Ehe lebenslang hält und der Hauptverdiener lange genug lebt und nicht arbeitsunfähig/insolvent wird - oder eben Vermögen vorhanden ist.

    Aber es scheitert in dem Moment, wenn der Hauptversorger nicht mehr versorgen will oder kann - und dazu haben wir hier schon einige Stränge gelesen, wo die Frau nach x Jahren Ehe, der Versorgung von Haushalt und Kindern und gegebenenfalls noch unbezahltem Backoffice ihren Mann "verliert" und damit eben auch ihre Versorgung und dann vor dem wirtschaftlichen Nichts steht. (Verliert schreibe ich, weil es im Ergebnis nur eine untergeordnete Rolle spielt, wer wen verlässt oder ob Tod, Krankheit oder was auch immer im Spiel sind).


    Daher würde ich jedem Menschen empfehlen sich eine eigene wirtschaftliche Grundlage zu schaffen, so angenehm es auch sicher sein kann es sich in der wirtschaftlichen "Hängematte" eines anderen gemütlich zu machen.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  9. Inaktiver User

    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Ich denke jedes Paar muß für sich selbst ausmachen wie sie leben wollen. Wenn ein reicher Partner vorhanden ist, sodaß der andere nicht arbeiten muß, würde ich auf jeden Fall darauf achten, dass der nicht arbeitende abgesichert wird. Geld dafür müßte ja genug da sein.

  10. User Info Menu

    AW: Versorgerehe/-partnerschaft ...

    Ich würde dieses Modell schon alleine aus dem Grund nicht wollen, weil ich es hasse, von jemandem abhängig zu sein.

    Ich habe das selbst "durch" in den Zeiten, in denen die Kinder klein waren (habe mehrere Kinder, arbeiten zu gehen wäre für diese Jahre ein finanzieller Schaden gewesen, so paradox das klingt).

    Ich war heilfroh, als die Kinder das Kindergartenalter erreicht hatten und ich wieder finanziell unabhängiger geworden war, auch wenn es anfangs nur ein Teilzeitjob war.

    Und das, obwohl ich diese Zeit daheim bei den Kindern als die schönste und wundervollste in meinem Leben bezeichnen möchte.

    Denn eine Garantie, dass eine Beziehung lebenslang hält, gibt es nie.

    War in meinem Fall auch gut so, denn Jahre später war ich geschieden und dankbar, dass ich mein eigenes Einkommen hatte.

    Ich würde keiner Frau (und keinem Mann) raten, die Selbstständigkeit aufzugeben für einen Partner, egal wie reich dieser sein möge.

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