Ich habe hier ja schon mal über die Abteilungszusammenwürfelung in meinem Job geschrieben.
Ehrlich gesagt mache ich mir große Sorgen, um meinen Job. Ich engagiere mich sehr und trotzdem habe ich den Eindruck, dass es "nichts bringt". Ich fühle mich ein bisschen, wie in dem Artikel und da ist die damit verbundene Existenzangst gut beschrieben. hier
Ich hab so lange "gekämpft" für eine unbefristete Stelle mit einigermaßen Gehalt und wenigstens ernährungstechnisch zur Einzelversorgung möglicher Stundenzahl. Und irgendwie habe ich die Befürchtung, ich die alles macht, wird bald überflüssig. Dass ich die Stärkste in der Sozialauswahl bin, muntert mich nicht besonders auf.
Ich suche schon nebenbei, aber eigentlich macht mir mein Job Spaß, eigentlich passt das Gehalt, etc. und jegliche Stelle ist entweder befristet oder Teilzeit oder gehaltsmäßig eine Verschlechterung - es ist nicht wirklcih eine Verbesserung. Wann merke ich denn, dass ich mich umsehen muss - egal was?
Manchmal wünscht ich mir, dass sie das endlich sagen, damit ich nicht jeden Tag mich im Job verdammt reinhängen muss, um genau das zu verhindern, nebenbei noch arbeite - um noch ne Sicherheit für alle Fälle zu haben und dann noch Bewerbungen schreiben und bei festen Diensplänen Vorstellungsgespräche organisieren. Zeitgleich werd ich zubombardiert mit Arbeit obwohl wir ja zu viel sind und zu viele Stunden haben.
Meine Freunde verstehen das alles nicht und ich fühle mich da ziemlich alleine gelassen mit meinen Gedanken. Ich reiße mich tagsüber eigentlich nur noch sehr zusammen, aber irgendwie muss das auch mal raus.
Ich bin nur noch mit Arbeit oder Möglichkeiten, falls was passiert, beschäftigt.
Ich zwinge mich auch zwar zum Treffen mit Freunden und meinen Hobbies, kurzfristig hilft das auch, aber dauerhaft, stellt sich immer die gleiche Frage...
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Ergebnis 1 bis 10 von 29
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29.07.2015, 23:53Inaktiver User
Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Geändert von Inaktiver User (30.07.2015 um 00:00 Uhr)
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30.07.2015, 06:12Inaktiver User
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
@ Sahnedrops: irgendwie wird mir aus deinem posting nicht klar, was eigentlich das Problem ist ( ausser einer irgendwie diffusen Existenzangst). Hast du denn konkrete Gründe anzunehmen, dass du bald gekündigt wirst? Falls ja, dann raus mit den Bewerbungen.
Falls du unsicher bist, ob deine Leistungen den Vorstellungen der Vorgesetzten entsprechen, dann bitte doch höflich und nett um ein feedback-Gespräch.
Mit Blick auf das Thema "Befristung": ich weiss ehrlich gesagt nicht, warum immer so sehr darauf herumgeritten wird. Auch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis kann doch von heute auf morgen gekündigt werden. Evtl. ist eine Abfindung drin, aber da die wenigsten heute über Jahrzehnte im gleichen Unternehmen sind, ist die auch nicht besonders hoch.
Ich würde eher nach dem Grund für die Befristung schauen - bei einer Schwangerschaftsvertretung ist das doch was anderes, als wenn Unternehmen generell erst mal befristete Verträge vergeben (habe ich oft so erlebt), und eigentlich klar ist, dass der Mitarbeiter bei guter Eignung übernommen wird. Das kann man oft nicht aus der Stellenanzeige herauslesen.
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30.07.2015, 07:02Inaktiver User
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Ich werde auch nochmal höflich um ein Gespräch bitten - angeblich entsprechen meine Leistungen den Vorstellungen, etc.
Es gibt Umstrukturierungen, wir werden mit einer anderen Abteilung zusammengewürfelt und dadurch sind wir ja mMn zu viel Personal. Dazu kommt, dass uns zuvor bestimmte Leistungen, die wir bieten sollen, intern von oben verwehrt worden sind und das nun als Argument verwendet wird, wir bieten das ja gar nicht.
Ich bekomme zwar gefühlt mehr Arbeit auf den Tisch, evtl. aber auch nur weil nur ich bestimmte Dinge weiß. Aber das kann ja auch nur die Vorbereitung zur Kündigung sein - Wissen abgreifen, etc.
Mir wurde gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss - aber wer sagt denn schon vorher, wir wollen nur das Wissen abgreifen und dann kannst du gehen...
Da ich allerdings mit einigen der neuen Kommunikationsschwierigkeiten habe - wie was gemacht wird/geb dann nach und Wochen später, wirds dann doch genauso gemacht, fühle ich mich zusätzlich ein wenig unsicher. Ich weiß nicht, ob ich da mehr darauf beharren sollte oder ob mir einfach "neue" Informationen fehlen. Oft denke ich zwar dann, anscheinend nicht, die sind einfach nur dominanter im Auftreten...
Nur von einer Befristigung alleine, wäre ich nicht natürlich nicht abgeneigt. Wenn es sich dann aber um Angebote befristet mit weniger Stunden als ich derzeit arbeite, handelt, weiß ich nicht, ob ich das als Notfall (besser als nichts) oder wirkiche Optionen betrachten sollte/muss. In meiner Branche gibt es bundesweit derzeit hauptsächlich: Vollzeit 3-4 Monate befristet, Elternzeitvertretung Vollzeit befristet oder 50-75% Teilzeit befristet also kaum etwas, was unabhängig von der Befristung Zukunftsperspektiven bietet. Ich muss aber was raushauen, weil ich, wenn es zu spät ist, noch viel größere Ängste haben werde und die mach dann im Vorstellungsgesprächen total einschränken. Von meiner langen Kündigungsfrist sind zusätzlich einige befristete Stellen abgeschreckt - hieß es immer in den Gesprächen. Und die brauchen ja gleich jemanden. Ich weiß um die Existenz von Aufhebungsverträgen - vermute aber mal, dass ich da nicht so viel früher herauskommen würde - aktuell, da ich die einzige bin, die seit langem bestimmte Dinge macht.
Ich habe es oft selbst erlebt, dass man bei befristeten Verträgen irgendwann unbefristet übernommen wird. Ich bin ja selbst nun unbefristet - deshalb habe ich allerdings auch nicht bessere oder sichere Optionen.Geändert von Inaktiver User (30.07.2015 um 07:08 Uhr)
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30.07.2015, 07:04
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Sahnedrops, wenn ich das richtig verstehe, hast du zwei Hauptthemen: existenzielle Ängste und die Schwierigkeit, deine Leistung einzuschätzen bzw einzuschätzen, wo du stehst - kommt das so in etwa hin?
Wenn ja, dann willkommen im Club, das macht mir auch schon mein Berufsleben lang zu schaffen. Ich kann dazu nur sagen, dass die existenziellen Ängste bei mir von ganz woanders herkamen und sich im Job dann lediglich zeigten. Und die Selbsteinschätzung - da guck ich halt, dass ich kompetente feedbacks kriege und klare Gespräche mit den Entscheidungsträgern führe.
Und der Rest ist Vertrauen - ins Leben und in mich selbst, dass zwar immer was unvorhergesehenes oder unangenehmes kommen kann, aber ich mir selbst vertrauen kann, dass ich damit fertig werde. Und dann hilft nur noch Gelassenheit (kann man ein Stück weit auch üben).
Guck mal, ob die Ängste und Unsicherheit wirklich von diesem Job erzeugt werden, oder ob du sie schon aus anderen Lebensbereichen, und das vll schon sehr lange, kennst und sie durch die Jobsituation nur wieder ans Licht kommen. Denn dann musst du evtl woanders ansetzen, weil du dann im job nie die (Selbst-) Sicherheit finden wirst, die du gerne hättest.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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30.07.2015, 07:27Inaktiver User
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Ich habe die konkrete (aktuelle) Problematik auch nicht wirklich verstanden. Es ist doch heute eigentlich Standard, dass es in Unternehmen Umstrukturierungen gibt, ich erlebe sowas im Schnitt alle zwei Jahre.
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30.07.2015, 07:58
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Und warum die Panik, wenn du bereits unentbehrlich bist? Außerdem unbefristet. Geht es der Firma so schlecht, meldet die bald Insolvenz an? Sonst ist eine Sozialauswahl ja nicht relevant. Oder doch? Wenn ja, warum?
Ich dachte eigentlich, dass jetzt eine taffere Generation auf den Markt kommt. Nämlich die meiner Tochter. Sie ist 25 und studiert noch. Aber ich habe bei ihr den Eindruck, sie lässt sich längst nicht mehr alles gefallen. Die "tollen" Arbeitgeber, die nur Praktika anbieten, um sich mit gut ausgebildeten Fachkräften über Wasser zu halten (oder sich reich zu machen), die verachtet sie sehr.
Wenn ich mich damit täuschen sollte, was ja nach diesem von dir dargestellten Artikel so aussieht, dann wird es Zeit, dass sich eine gut ausgebildete Generation mal angemessen wehrt. Wozu sonst all die Bildung, wenn man sich trotzdem ausbeuten lässt und nicht merkt, was für Rechte man zumindest haben müsste. Aber ggf. steht einem dann der eigenen Egoismus im Weg und man hofft auf "Hauptsache ich bekomme den Job!"
(Was wiederum dumm wäre und nicht von Intelligenz zeugt.)
Solang man jung ist, kann man kämpfen und sich einen Plan machen, um erfolgreich zu sein. Die Kraft ist da.
Aber später wird es eng. Und wer jetzt schon verzweifelt am Jammern ist mit Mitte 30, der kann mit Mitte 50 auch nichts mehr bewegen.Geändert von animosa (30.07.2015 um 08:05 Uhr)
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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30.07.2015, 08:02
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Bei uns hatte die Umstrukturierung für mich große Vorteile. Deshalb bin ich extra im Unternehmen geblieben. Ich konnte Erfahrungen sammeln und mein Gehalt steigern, was sonst niemals möglich gewesen wäre im ursprünglichen Unternehmen. Allerdings bin ich jetzt (im Kopf) unflexibler, da ich nun schon unkündbar bin, durch die lange Betriebszugehörigkeit. Das macht auch unflexibel. Ich möchte mich eigentlich noch ausprobieren, aber gleichzeitig meine Sicherheit diesbezüglich nicht aufgeben.
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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30.07.2015, 08:10Inaktiver User
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Es ist schon eher so, wie Amelie beschreibt und es kann schon sein, dass die Ängste auch in anderen Bereichen immer mal wieder auftauchen - ich habe schon oft erlebt, auch privat, dass ich viel mache, mir viel Mühe gebe und am Ende profitieren die anderen davon und wenden sich ab - weil ich benötige ja keine Unterstützung, soll immer nur geben, etc.
scales: Natürlich sind Umstrukturierungen normal, aber wenn du seitdem du arbeitest immer nur hörst, zu wenig Teilnehmer = irgendwann kommt es so, dass einer gehen muss - sieht man das irgendwann nicht mehr so locker. Bei mir hilft da die Erfahrung nicht wirklich - es führt nur dazu, dass ich glaube, irgendwann habe ich einfach kein Glück mehr und bin dran. Ich denke nicht, jetzt ist es jahrelang immer gut gelaufen und es war viel Gerede um den heißen Brei - das klappt schon.
animosa: zu wenig Teilnehmer, zu hohe Personalkosten, da findet sich schon was...Kämpfen klingt so einfach, ich kämpfe schon seit Monaten, hab mir verschiedene Optionen überlegt, führe sie durch und das nicht wirklich erfolgreich: Zusatzaufgaben übernehmen, versuchen was zu strukturieren, Rechte zu erkämpfen, gleichzeitig Notfallpläne wie Umschauen, Anmeldung zu einem Zusatzzertifikat, Nebentätigkeit, um nicht ganz ohne dazustehen.
Das ist auf Dauer wirklich sehr erschöpfend. Und natürlich verachte ich auch, alle die einem nach dem Abschluss als Praktikant einstellen - nur wenn einem dann nichts anderes übrigbleibt außer Arbeitslosigkeit, nimmt man auch sowas an.
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30.07.2015, 08:17Inaktiver User
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Wir haben immer noch in erster Linie einen Arbeitgebermarkt und das wird auch erstmal noch so bleiben. Diese Generation Y, die sich die Arbeitgeber aussuchen kann und umworben wird, sehe ich in der großen Masse nicht.
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30.07.2015, 08:21
AW: Ich hoffe nur nicht abzustürzen
Dort wirst du scheinbar nicht glücklich. Ich würde mir einen anderen Arbeitgeber suchen, ehrlich. Und wenn die Kündigungsfristen so miserabel sind, würde ich darauf drängen, dass mir meine alter AG entgegenkommt. Ich würde jetzt schon mal darüber reden mit unserem Personalchef (habe ich übrigens tatsächlich neulich für einen anderen Kollegen gemacht, da bekam der etwas "Angst" und teile mir mit, dass ich unkündbar sein...um mich ging es aber gar nicht bei der Fragestellung und das wusste er!!)
Sei mutig. Du wirst sehen, es ergeben sich ganz ungeahnte Dinge.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.


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