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  1. Inaktiver User

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Als schlimmste Joberfahrungen fallen mir spontan 2 Pflichtpraktika ein,die ich mal absolvieren musste.

    Im ersten Praktikum sollte ich eine CNC-Maschine bedienen. Ansich kein anstrengender Job, doch der Umgang von Kollegen und Chef mit den Praktikanten (die dort ein- und ausgingen) war unter aller Sau. So musste ich die Werkstücke,die ich produzierte, in Metallkisten legen und oben einen Zettel mit der Stückzahl drauflegen. Am nächsten Morgen kriegte ich dann jedesmal einen Ansch*ss, daß ich zu faul gewesen sei und die Kollegen der Nachtschicht meine Arbeit hätten machen müssen und insgesamt weniger rauskam als hätte rauskommen müssen. Ich hab dann relativ schnell rausgefunden,warum das so war: die faulen Säcke (sorry) von der Nachtschicht haben mit schöner Regelmäßigkeit an dem Kistenstapel mit den von mir produzierten Sachen bedient und auf ihren Stapel verfrachtet. Sprich: Sie haben meine Arbeit als ihre deklariert. Dabei waren sie sogar zu faul,die Zettel oben auf den Kisten zu ersetzen,d.h. da war noch immer meine Handschrift drauf. Hat den Chef nicht interessiert,denn so ein doofer Praktikant konnte doch nur lügen,oder ?
    Auch die Arbeitszeiten waren "lustig"...während die Festangestellten aus dem 2km entfernten Ort gerade im Winter nie vor 9 auf Arbeit waren, weil dann erst der Schneepflug durch war, "durfte" der doofe Praktikant schon um halb 6 da sein, obwohl er den 10fachen Weg hatte,der auch nicht früher geräumt wurde.

    Praktikum 2 war auch nicht besser,hier waren ebenfalls die Kollegen ein Graus. Damals habe ich gerade 1 Jahr hier mitten in der Pampa gelebt und kannte die Marotten der Leute in der Gegend nicht. Denn hier ist es bei vielen Leuten üblich, andere Leute vorzuverurteilen, nur weil man ein Problem mit irgendwem aus dessen Umfeld/Familie hat. Das geht dann sogar über Generationen hinweig so weiter. So im Stil von "Dein Opa hat meiner Oma 1950 beim Tanzen mal auf den Fuß getreten und sich nicht entschuldigt. Und deswegen kann ich dich nicht leiden!". Von solchen "Kollegen" hatte ich in besagtem Praktikum gleich 2. Eine machte mich ständig an, weil ihre Mutter ein Problem mit dem längst verstorbenen Opa (!) meiner damaligen Freundin hatte. Dabei kannte ich den Mann nicht mal, er starb lange bevor ich meine Freundin kennenlernte.
    Bei der 2."Kollegin" wars auch nicht besser. Die verurteilte mich, weil ihr nicht passte,wo ich wohnte,d.h. sie hatte ein Problem mit meinem Vermieter.
    Geändert von Inaktiver User (25.06.2016 um 06:03 Uhr)

  2. AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Praktikum 2 war auch nicht besser,hier waren ebenfalls die Kollegen ein Graus. Damals habe ich gerade 1 Jahr hier mitten in der Pampa gelebt und kannte die Marotten der Leute in der Gegend nicht. Denn hier ist es bei vielen Leuten üblich, andere Leute vorzuverurteilen, nur weil man ein Problem mit irgendwem aus dessen Umfeld/Familie hat. Das geht dann sogar über Generationen hinweig so weiter. So im Stil von "Dein Opa hat meiner Oma 1950 beim Tanzen mal auf den Fuß getreten und sich nicht entschuldigt. Und deswegen kann ich dich nicht leiden!". Von solchen "Kollegen" hatte ich in besagtem Praktikum gleich 2. Eine machte mich ständig an, weil ihre Mutter ein Problem mit dem längst verstorbenen Opa (!) meiner damaligen Freundin hatte. Dabei kannte ich den Mann nicht mal, er starb lange bevor ich meine Freundin kennenlernte.
    Bei der 2."Kollegin" wars auch nicht besser. Die verurteilte mich, weil ihr nicht passte,wo ich wohnte,d.h. sie hatte ein Problem mit meinem Vermieter.
    Köstlich! Danke für den Lacher - ich hoffe, du kannst mittlerweile auch drüber lachen!
    *** live as if you were to die tomorrow - learn as if you were to live forever. (Gandhi) ***

  3. Inaktiver User

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Zitat Zitat von hawaiianstarline Beitrag anzeigen
    Köstlich! Danke für den Lacher - ich hoffe, du kannst mittlerweile auch drüber lachen!
    Naja...diese und ähnliche Marotten sind ein Grund dafür,wieso ich den Kontakt mit meinen Mitmenschen hier im Ort meide,wo es nur geht. Denn für Sippenhaftung hab ich so gar kein Verständnis.


  4. Registriert seit
    04.06.2003
    Beiträge
    3.713

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    So ein Beispiel bei nem Pflichtpraktika hatte ich auch:

    Ich war für die Verteilung der Post verantwortlich. Wurde dann nach 1 oder 2 Wochen zur Chefin gerufen.
    Sie sei sehr unzufrieden mit mir?! Ich hätte wichtige Dokumente falsch abgelegt und man hätte sie erst jetzt gefunden. Ich kannte diese Dokumente gar nicht. Am Vortag hatte bereits jemand die Post verteilt. Ich wusste nicht wer und es sah auch keiner...Frage mich bis heute, wer da so feige war, alle in der Abteilung wussten, dass ich "beschuldigt" wurde...

    Ansonsten fällt mir etwas ein, das erst vor ca. 7-8 Jahren war. Ich war bereits 4 Jahre erfolgreich in einer Firma tätig, ein Dauerprojekt ging zu Ende. In der neuen Abteilung gab es sehr viel Druck von der Chefin und viele schon länger mit ihr Arbeitendende passten sich ihr an. So sah ich ständig Augengerolle wegen Kleinigkeiten. Ich musste z.B. im Englischen "Dear John" schrieben, statt "Hi John". Ich war da bereits Jahre in intern. Konzern und musste mir das von einem Nicht-Muttersprachler sagen lassen, mir schreiben bis heute die meisten "Hi Alemanita". Rauchen musste man sich abgewöhnen, ich fing da erst nach Feierabend an zu rauchen! Musste jemand aufs Klo, wurden die Augen gerollt. Nach über 10 Stunden arbeiten musste jeder einen Report an den Kunden schicken, der fast immer fehlerhaft war. Vor lauter Nicht-Pause und Nicht-Pinkeln und auf die Finger hauen war das auch kein Wunder. Dafür gab´s natürlich auch immer einen Anschnautzer statt mal was dagegegen tun zu wollen (früher schicken, gegenchecken etc.). Einmal die Woche gab es ein Mitarbeitergespräch, in dem genau mitgeteilt wurde wie schlecht man arbeite. Gutes gab es nicht zu berichten. Allerdings wurde ich da ausgelassen, ich war die Einzige mit Festvertrag. Nicht einmal gab es direktes Feedback bzw. genaues Erklären von angeblichen Fehlern. Den anderen wurde Druck gemacht, dass sie spuren müssten, wenn sie einen Festvertrag wollen. Nach 6 Monaten wollte und konnte ich nicht mehr und ging das erste Mal nach 8 Stunden Arbeit nach Hause. Prompt wurde ich aus dem Projekt geschmissen. Auch da sprach die Chefin nicht mir, sondern über 2 Ecken. Ich bat um das Aufzeigen der angeblichen Fehler, hätte bei dem Druck auch sein können. Habe ich aber nie gesehen. Die Firma wolle mir aber eine Chance geben, da ich ja bereits dort 4 Jahre erfolgreich arbeitete. Ich habe danach noch zwei Projekte erfolgreich abgeschlossen, das war ich mir schuldig, dann bin ich gegangen. Das Projekt selbst war ein paar Monate später gescheitert. Es lief an, ohne dass der Kunde unterschrieben hatte, daher der Druck, der Kunde ist dann komplett abgesprungen...
    Geändert von Alemanita (09.07.2016 um 23:01 Uhr)


  5. Registriert seit
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    3

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Vor ein paar Jahren arbeitete ich in einem Restaruant, die in einem Hotel war. Mein Manager nahm die Dinge nicht zu ernst und hat auch nicht auf unseren Meinungen oder Problemen zugehört. Ich war von der Stunde bezahlt und habe kein feste Stunde Vertrag das bedeutet dass ich von 20 Stunden pro Woche bis 70 Stunden pro Woche arbetien könnte.Obwohl mein Manager mir gesagt hat, dass ich sicher mindestens 40 Stunden Mindest arbeiten werde, gab es viele Wochen, in denen ich nicht mehr als 20 Stunden arbeitete und aus diesem Grund hatte ich große Probleme mit der Zahlung meiner Miete.


  6. Registriert seit
    28.06.2009
    Beiträge
    572

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Ich fing in einer Firma an, die einen tollen Eindruck machte, ich sollte in ein relativ neues Arbeitsgebiet eingearbeitet werden, alle waren der Meinung, das würde einige Wochen dauern, aber dann wäre der Fall geritzt. Das wäre auch so gewesen, aber die Kollegin, die mich einarbeiten sollte, hat mich vom ersten Tag an abgelehnt. Das hatte mit mir persönlich allerdings nichts zu tun, sie war sauer, weil ich den Platz ihrer Lieblings-Kollegin einnahm, die ein Kind bekam und zwei Jahre zu Hause bleiben wollte. Sie wollte danach auch nicht mehr Vollzeit arbeiten, also war meine Stelle unbefristet.
    Die sehr unfreundliche Kollegin hatte immer wahnsinnig viel zu tun, wenn ich eine Frage hatte, von Einarbeitung keine Spur, noch schlimmer, sie stellte mir Fallen, gab mir falsche Infos, gab mir falsche Akten, versteckte sogar Akten vor mir, damit ich wie ein Idiot dastand, der nicht in der Lage war, was zu finden. Es war wirklich perfide. Es gab auch Muster für die Sorte von Vorlagen, die ich erstellen sollte, sie behauptete aber steif und fest, so was gäbe es nicht, das müsste ich mir schon selbst erschließen. Parallel dazu lief sie immer zu den Chefs und erzählte denen, wie dumm ich mich anstellen würde, obwohl sie sich wirklich bemühen würde, mir was beizubringen. Ich hatte jeden Abend Magenkrämpfe. Am schlimmsten fand ich, dass es gar nicht meine Person war, die sie so ablehnte, sondern nur die Tatsache, dass ihre liebe Freundin (übrigens die einzige, mit der sie auskam) nicht mehr da war.
    Das Ende vom Lied, ich wurde in der Probezeit gekündigt, nur einer der Chefs durchschaute das Spiel und behandelte meine Widersacherin von da an sehr kühl und distanziert. Aber der hatte in Personaldingen nichts zu sagen.
    Es gibt schon sehr eigenartige Menschen auf der Welt, ich frage mich immer, warum jemand so sein muss. Mich würde es wahnsinnig anstrengen, so gemein zu sein, aber na ja.
    Ich habe großes Mitleid mit jedem Mobbing-Opfer, das macht wirklich krank.


  7. Registriert seit
    27.05.2013
    Beiträge
    154

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Ich fing in einer Firma an, die einen tollen Eindruck machte, ich sollte in ein relativ neues Arbeitsgebiet eingearbeitet werden, alle waren der Meinung, das würde einige Wochen dauern, aber dann wäre der Fall geritzt. Das wäre auch so gewesen, aber die Kollegin, die mich einarbeiten sollte, hat mich vom ersten Tag an abgelehnt. Das hatte mit mir persönlich allerdings nichts zu tun, sie war sauer, weil ich den Platz ihrer Lieblings-Kollegin einnahm, die ein Kind bekam und zwei Jahre zu Hause bleiben wollte. Sie wollte danach auch nicht mehr Vollzeit arbeiten, also war meine Stelle unbefristet.
    Die sehr unfreundliche Kollegin hatte immer wahnsinnig viel zu tun, wenn ich eine Frage hatte, von Einarbeitung keine Spur, noch schlimmer, sie stellte mir Fallen, gab mir falsche Infos, gab mir falsche Akten, versteckte sogar Akten vor mir, damit ich wie ein Idiot dastand, der nicht in der Lage war, was zu finden. Es war wirklich perfide. Es gab auch Muster für die Sorte von Vorlagen, die ich erstellen sollte, sie behauptete aber steif und fest, so was gäbe es nicht, das müsste ich mir schon selbst erschließen. Parallel dazu lief sie immer zu den Chefs und erzählte denen, wie dumm ich mich anstellen würde, obwohl sie sich wirklich bemühen würde, mir was beizubringen. Ich hatte jeden Abend Magenkrämpfe. Am schlimmsten fand ich, dass es gar nicht meine Person war, die sie so ablehnte, sondern nur die Tatsache, dass ihre liebe Freundin (übrigens die einzige, mit der sie auskam) nicht mehr da war.
    Das Ende vom Lied, ich wurde in der Probezeit gekündigt, nur einer der Chefs durchschaute das Spiel und behandelte meine Widersacherin von da an sehr kühl und distanziert. Aber der hatte in Personaldingen nichts zu sagen.
    Es gibt schon sehr eigenartige Menschen auf der Welt, ich frage mich immer, warum jemand so sein muss. Mich würde es wahnsinnig anstrengen, so gemein zu sein, aber na ja.
    Ich habe großes Mitleid mit jedem Mobbing-Opfer, das macht wirklich krank.
    Ich habe eine verdammt ähnliche Story erlebt. Ist schon 30 Jahre her und nach wie vor wird mir richtig schlecht, wenn ich daran denke. Man ist total hilflos und alles, was man macht und sagt, ist falsch.
    Bei mir war es die Agentursekretärin, die keinen "Gott" neben sich duldete.
    Irgendwann habe ich verstanden, warum die Bürste und die offenen Kekse meiner Vorgängerin noch in der Schublade lagen. Sah nach spontanem Abgang aus.

    Später erfuhr ich: Ich war die 5. innerhalb eines Jahres. Alle hat sie rausgeekelt
    Mir wurde dann auch in der Probezeit gekündigt, aber der Chef sagte noch total verzweifelt zu mir: "Ich hoffte, Sie können sich gegen sie durchsetzen...".

    Mir fehlten die Worte.

  8. Inaktiver User

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Ich mache just in dieser Sekunde eine schlimme Erfahrung durch.
    Nur noch 50 Minuten und danach komme ich hier nicht mehr wieder, glaube ich.
    Und das ist soo traurig und vertrackt...

    Die Organisation, für die ich arbeite ist prinzipiell wirklich toll. Meine Kolleginnen alle super-nett und freundlich zu mir, der Bereich echt schön.
    Ich wurde auf kurze Zeit als Externe für ein Gebiet eingestellt, von dem ich sehr, sehr wenig weiß. Vielleicht würden sie auf lange Sicht was anderes für mich finden, es würden aber keine Versprechungen gemacht hieß es. Naja.

    Ich hatte ihnen dann im 2. Vorstellungsgespräch sehr ehrlich erklärt, daß ich so gut wie nichts weiß von den Aufgaben, die ich machen soll. War eigentlich nur hier um ihnen klar zu machen, daß sie die Falsche für den Job haben, ich hatte nämlich auch noch ein Angebot von einer anderen Firma vorliegen und wollte das annehmen.

    Dann haben sie mir einen Riesenbatzen Geld angeboten und sie waren soo nett und zuversichtlich, da habe ich kurzerhand all meine Vorsätze über den Haufen geschmissen und mich überreden lassen und dann also trotzdem akzeptiert.


    Zu Anfang ging es auch alles noch, ich konnte ganz gut mithalten. Meine Chefin hat leider 0 Zeit für mich und kann mich nicht einarbeiten, weil eine wichtige Kollegin grade überraschend gekündigt hat und ihre Aufgaben auf sie fallen.
    Nun ist alles so komplex geworden, ich kriege es einfach nicht mehr hin! Meine Chefin wird so sauer mit mir, wenn ich Fragen habe, sie hat mich neulich richtig "zerstört". Seitdem traue ich mich kaum noch, sie anzusprechen und sitze rum und tue beschäftigt und hoffe, sie vergisst mich nicht komplett.
    Sie ist schon alt und vergesslich und wenn sie sich in ihrem Megastress erinnert, daß ich ja auch noch da bin, fragt sie ganz vorwurfsvoll, was ich denn so treibe.
    Wenn sie sich dann mit mir hinsetzt um was zu erklären, klingt das in etwa so für mich: ":?>:{~/|.+-
    Egal, wie wir's anstellen, wir verstehen uns. einfach. nicht. Sie wird dann immer ungeduldiger und glaubt immer noch, daß ich es schon verstehen werde.
    Dem ist aber einfach nicht so. Mir fehlt da einfach die Ausbildung und Grundkenntnisse.

    Ausserdem ist mein Vertrag nicht legal, ich bin z.Z. eine Scheinunternehmerin, habe ich vor 3 Tagen recherchiert, was mir auch nicht gefällt. Ich glaube, sie verstehen das gar nicht, war also kein böser Wille.

    Ich hätte noch 1 Monat bis Vertragsschluß aber verschwende wirklich nur Firmengeld.
    Ab Montag bin ich sehr krank und werde ihnen dann bald nahelegen, jemand anders zu finden.
    Ein Dialog gemeinsam mit der Großbossin habe ich angedacht, aber warum soll ich soviel Theater machen? Und was könnten sie schon für mich tun?

    Ich nehme das alles jetzt also auf meine Kappe, weil es das netteste zu sein scheint. Ich will ihnen nicht schaden, Probleme und Streit heraufbeschwören, denn wie gesagt: im Grunde sind sie alle sehr, sehr lieb. Selbst die Chefin (die übrigens selber neulich heulend aus einem Meeting mit ihrer Chefin kam... )

    Das einzige Problem ist mein ungültiger Vertrag. Ich hoffe mal, sie werden nicht auf Erfüllung bestehen, denn ich krieg's ja eh nicht hin ohne Schulung...

  9. Inaktiver User

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Arbeit in der gehobenen Gastronomie als Koch in der Umschulung im Praktikum. Bestes Restaurant in der Großstadt, eine Art kleines Schloss mit hochanerkannten Köchen, 13 Punkten im Gault und den Ruf des besten Restaurants der Stadt. Köche die vorher in 2-Sterne Restaurants arbeiteten.
    Arbeitszeiten waren 80-90h wöchentlich als Praktikant, bei Angestellten länger. Sie arbeiteten teilweise mehrere Tage am Stück durch und kamen nichtmal zum Unterwäschewechseln. Das Arbeitsklima war in dem Zustand dementsprechend miserabel, keiner wollte den Job überhaupt noch ausüben. Ständig lag Unzufriedenheit in der Luft, ein Stern musste erreicht werden. Ein zerstörter Teller, der wie alles sehr teuer war, führte gleich zum cholerischen Anfall des Chefs, der offenbar stark unter finanziellem Druck stand. Das Schloss ist nahezu unbezahlbar, kostet etliche Millionen und die Instandhaltung fand durch einen Verein statt mit den unternehmerischen Elite der Großstadt. Der Ort ist historisch und hat hochewertige kulturelle Anbindungen. Bewertungen der Arbeit waren so, gute Arbeit war ein Fall für die Mülltonne, denn gefordert war mindestens sehr gute, wenn nicht hervorragende Arbeit in unerreichbar schneller Zeit. So wurde nicht nur Perfektion in der Schnelligkeit erwartet, jeder Handgriff musste sitzen, sondern noch absolute Genauigkeit. Arbeitsschritte waren komplex und schwierig. Erklärungen gab es nur eine und wenn die nicht verstanden wurde, galt man als Idiot der nichts gebacken bekommt. Hat etwas nicht sofort 100% und extrem schnell geklappt, wurde man zurecht gestutzt und gleich die nächste Arbeit in atemberaubenden Tempo erklärt, ohne dass man sich von der Erniedrigung erholt hätte und somit in der Lage wäre, die Informationen ausznehmen. Also hat gleich die nächste Arbeit nicht funktioniert. Durch Stress, Übermüdung, körperliche Belastung, Depression bei Zurechtweisung und übermäßiger Überforderung bei Arbeitsqualität, Tempo, Erschöpfung, Verzweiflung, Hitze (Wärme in der Küche +10 zu der Außentemperatur und Stoßzeiten sind im Hochsommer bei 40°+ in der Küche). Die Bezahlung, einer der schlechtbezahltesten Berufe mit unbezahlten Überstunden. Extrem harte körperliche Arbeit, immer höchstes Tempo, Dauerlauf über mehrere Etagen. Gäste im ala Carte unten, und 3 Stockwerke darüber der Club, welcher den Verein bildet, der das Restaurant finanziert mit mehreren hundert Mitgliedern und bevorzugt behandelt werden wollte, selbstverständlich mit unendlich vielen Extrawünschen. Im Stress muss alles enorm pfleglich behandelt werden, weil teuer. Gäste wollen nicht das kleinste bisschen Lärm. Besteck aus Silber konnte nicht in die Spüle, sondern brauchte eine extra chemische Reinigung, genau wie alle Silberbehälter. Essen konnte nicht normal verräumt werden, sondern musste extra verpackt werden. Durch frisches Essen ist der Arbeitsaufwand um ein vielfaches höher als in der bürgerlichen Gastronomie. Bezahlungen sind sehr schlecht. Andere denken ein guter Koch würde sehr viel verdienen, was in D nicht stimmt, in der Sternegastronomie werden Köche am schlechtesten bezahlt und müssen am härtesten arbeiten, weil alles frisch und aufwändig, künstlerisch aufwendig bearbeitet werden muss und es so viele Bewerber gibt, dass manche in 3-Sterne-Restaurants drei Monate aus eigene Kosten arbeiten, ohne eine Garantie auf Übernahme . Ständiger Personalwechsel. Mit den anderen Köchen verstand ich mich super im ersten Praktikum vor der Umschulung, als ich danach da hin kam, waren ganz andere Leute da, ich verstand mich mit denen null und durfte nur spülen, wurde krank. Selbstbewusstsein null, Druck dass mir die Hände zitterten, nachdem der Chef meinte, machst Du die Aufgabe nicht richtig, kannst Du gehen. Ich war mit den Nerven am Ende, wollte ich das doch unbedingt. Nebenbei habe ich noch im Minijob beim Zeitungen austragen gearbeitet. Die Doppelbelastung hat nach einem Jahr Spuren hinterlassen. Übermäßiger Colakonsum, um wach zu bleiben und kurzfristig einsetzbar zu sein führten zu chronischen Erkrankungen, welche die Lebenszeit verkürzen und Operationen erforderlich machten. Die Behandlung der Mitarbeiter als ich nur spülen durfte war mit Verachtung für die Tätigkeit geprägt, sie fühlten sich als überlegen. Immer wurde mit zweierlei Maß gemessen. Ich war für nichts gut genug, außer für spülen, Ware tragen, putzen, aufräumen und hin und wieder kleine Kocharbeiten machen. Der Chef meinte, er könne mich nicht mit Lebensmitteln arbeiten lassen.
    Die Umschulung wurde komplett finanziert und nach einem halben Jahr wollte ich nicht mehr, war nur noch ein Schatten meiner selbst und bei einem Abbruch hätten mir 14.000€ Strafe vom Arbeitsamt gedroht, alle Kosten der Umschulung für die gesamte Zeit + Fahrtkosten wären das gewesen. Also habe ich das bis jetzt, kurz vor der Prüfung durchgezogen, die theoretische Prüfung bestanden und überhaupt keinen Nerv mehr, in der Gastronomie zu arbeiten. Mir gelingt praktisch gar nichts mehr, in der Zwischenprüfung hatte ich null Punkte und keiner wollte mich gehen lassen, obwohl jeder Tag dort für mich eine Vorführung meiner unzureichenden Fähigkeiten und allgemein der blanke Horror ist. Meine Enttäuschung ist so groß, dass es permanent Stress mit anderen gibt. Ich würde lieber sterben, als eine Stelle als Koch anzunehmen oder die praktische Prüfung bestehen, was für mich sowieso eine Sache der Unmöglichkeit ist. Fast immer nur leichte Arbeiten gemacht wie Zwiebeln geschält, nie auf der Arbeit gekocht und jetzt klappt das nicht.
    Die Gefühle die ich mit dem Kochen verbinde sind das Bildnis eines nackten Sklaven, der vor einer öffentlichen Auspeitschung steht, in Ketten.

    Ich habe ein gutes Studium, konnte allerdings nie in dem Bereich eine Stelle finden. Die Konkurrenz ist zu groß und mein Alter dafür nicht mehr passend. Nur Erfolg hatte ich immer und jetzt kann ich machen was ich will, es gibt beim Kochen keine Erfolgserlebnisse, nur Frust, Streit, Vorhaltungen, finanzielle Drohungen, Druck zu unerreichbaren Leistungen, Extrawünsche der Gäste und erfundene Modekrankheiten wie Laktoseintoleranzen ohne Test darüber beim Arzt, Veganer uvm. Ich stelle mir ein Leben in der Hölle als Urlaub vor im Vergleich zur Arbeit als Koch.
    Geändert von Inaktiver User (11.06.2017 um 00:48 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Ihre schlimmsten Joberfahrungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    und erfundene Modekrankheiten wie Laktoseintoleranzen ohne Test darüber beim Arzt, Veganer uvm.
    Mal so am Rande: Vor ein paar Wochen hätte ich dir da sogar noch zugestimmt, doch dann hatte ich meine Magen-OP. Und seitdem weiß ich aus eigener Erfahrung,daß solche Sachen nicht bloß Modekrankheiten sind,sondern tatsächlich existieren. Sobald ich Milch trinke oder Fleisch esse, umarme ich spätestens 15min später die Toilettenschüssel. Bei der Milch gibts mit laktosefreier Milch wenigstens eine Alternative,aber diesen ganzen Tofu-Kram kann ich echt nicht ab, wodurch ich meinen Fleischkonsum gezwungenermaßen auf ein Minimum reduziere. Problemlos gehen nur ganz fettarme Fleischprodukte (z.B. Nußschinken).
    Geändert von Inaktiver User (11.06.2017 um 01:16 Uhr)

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