Ja, irgendwas muss ich einfach machen. Auch auf die Gefahr hin mal patzig zu werden. Oder? Ich merke, dass mich das mitnimmt. Ich denke zu Hause ständig darüber nach. Und am Arbeitsplatz merke ich, dass meine Konzentration darunter leidet, wenn diese Person anwesend ist und mich ja eigentlich schikaniert.
Im Grunde denken viele Kollegen wohl schon seit längerem und dank der "Mobber", dass ich nicht viel auf der Lampe hab'. Ist eben praktisch, selber etwas weniger zu arbeiten und es sich etwas leichter zu machen, anderen die schwerere Arbeit aufzubrummen und sie dann noch anzutreiben, damit sie noch schneller arbeiten und sie sich das dann auch noch auf die Fahnen zu schreiben.
Naja, das jetzt auszuführen sprengt den Rahmen. Das Problem ist: Jemand kommt, pfuscht mir ins Konzept, schüttelt über mich den Kopf. Ich fühle mich schuldig, laufe wahrscheinlich auch noch rot an. Kopf leer. Nur: ohje, ich hab' wieder was falsch gemacht. Nachdenken über die Situation beginnt. Ich kann mich nicht richtig auf meine Arbeit konzentrieren. Weitere "Schikanen" folgen. Wieder Schamgefühl, Wut kommt hoch. Schlucke es runter, denke, dauert ja nicht mehr lange, dann hast du Feierabend. Denke zu Hause ständig drüber nach, was ich alles hätte sagen und tun können. Denke, oh Mann, morgen muss ich wieder hin. Dann werde ich aber den Mund aufmachen. Komme sicher morgen hin, sind wieder ganz andere Situationen, auf die ich nicht vorbereitet bin, habe wieder Angst, mich noch unbeliebter zu machen...
Da bin ich schon ganz unten und habe trotzdem jemanden, der an mir seine Macht demonstrieren muss. Soll ich mich umbringen, damit Ruhe ist? Naja, bevor ich das tue, kann ich ja mal versuchen, meinen Mund aufzumachen, erst mal egal wie. Auch spring' ich immer automatisch, wenn sie mich schickt und sagt, mach dies, mach das. Erst hinterher fällt mir das dann so auf. Währenddessen renne ich nur mit hochrotem Kopf wahrscheinlich herum.
Ich sollte mich erst mal wehren und nicht auf die Argumentation dazu achten, oder? Dann allerdings haben sie noch mehr Grund auf mir rumzuhacken. Nur wenn ich darauf warte, dass ich meine Entgegnung perfekt hinkriege, bin ich entweder gekündigt worden, habe selber gekündigt, Krankenschein oder ich weiß nicht was.
Ich hab' Angst, meinen Job zu verlieren. Sicher findet man sowas wieder, vielleicht. Doch dort hätte ich doch ruckzuck dasselbe Problem.
Antworten
Ergebnis 21 bis 23 von 23
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21.04.2015, 12:49Inaktiver User
AW: Krallen rausfahren für Anfänger
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21.04.2015, 14:01
AW: Krallen rausfahren für Anfänger
Walburgilein, ich würde wirklich empfehlen, überleg dir vorher,
- Mit welcher Situation, in der ich was sagen will, rechne ich?
- Was sag ich dann?
- In welchem Moment?
- Und wie?
- Und was tu ich dann?
Nach meiner unerfreulichen Erfahrung kommt sonst oft ein Vulkan- oder Geysirausbruch, wenn man zu lange alles runtergeschluckt hat und sich überzeugt, das die Mitmenschen und Kollegen alle miese, durchtriebene Ausbeuter sind, die es ganz speziell auf einen abgesehen haben, und dann tut man oft Sachen, die man im Nachhineinn nicht so cool findet. (Es *kann* in einer unerträglichen Situation auch helfen, z.B. aus Leibeskräften zu schreien, aber es ist nicht das erste Mittel der Wahl.)
In Streßsituationen ist es viel besser, wenn man ein Skript im Kopf hat als wenn man improvisieren muß. Und das Skript sollte einfach sein. Ein Satz reicht. "Ich mach hier gerade (blah), frag mal (name), ob sie (blubb) machen kann." "Ich mach hier gerade (blah), ich bin in (zeit) Minuten bei dir." "Es dauert, solange es dauert". "Kannst ja helfen, dann geht's schneller."
Manchmal schaffen es die Leute nicht, mit einer geänderten Situation klarzukommen, dann kann man auf andere Leute hoffen, oder gehen und einen besseren Anfang machen -- aber dazu muß man imstande sein, von Anfang an Blödsinn von sich fernzuhalten.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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22.04.2015, 15:54
AW: Krallen rausfahren für Anfänger
Liebe Walburga,
Ich finde es nicht unsinnig, auch darüber nachzudenken, dass manche deiner heutigen Muster schon aus deinem Elternhaus kommen. Was das aber nicht bedeuten sollte, ist "es war, ist und bleibt so".
Im Gegenteil, wenn du mit den Mustern unzufrieden bist, dann fange an, sie in kleinen Schritten zu verändern. Das Tolle ist: wenn du an einem kleinen Punkt beginnst, kommt allmählich eine größere Veränderung ins Rollen.
Du könntest zum Beispiel eine Situation im Job, die dich regelmäßig ärgert, mal anders lösen. Nicht durch den großen Aufstand, sondern durch einen kleinen Satz wie "ich mache jetzt erst mal lieber das hier" oder "nein, ich bin heute selbst nicht ganz bei Kräften" oder "ich möchte das gerne abwechselnd machen und habe es die letzten Male schon selbst gemacht" oder "tut mir leid, das geht nicht" - was halt passt, und bloß nicht zu wortreich. Wildwusel hat ja auch schon was dazu geschrieben.
Und nimm dich selbst bewusst für voll,, nimm dich auch wichtig und mach dich nicht klein.
Wenn du die ersten Erfahrungen damit gemacht hast, dass es auch anders geht, dann baue das weiter aus.
Nur Mut und viel Erfolg!


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