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  1. Inaktiver User

    Schamesröte Mein unglaublicher Job

    Ich frage mich schon seit etwa einem Jahr, ob es vielleicht noch andere da draußen gibt mit so einem unglaublichen Job, wie ich ihn habe.
    Meldet Euch bitte?

    Es fing alles an mit einem sehr langweiligen Bürojob in einem sehr großen Betrieb. Man ist sozusagen unsichtbar und es gibt kaum was zu tun. Der Chef (ist ein ganz megawichtiger, sozusagen ein "Rockstar") ist nie da und ich arbeite ganz alleine in eigener Regie.
    Ich saß an meinem Schreibtisch und wartete auf Feierabend, Boreout ist gar kein Ausdruck.

    Als ich den Chef in 3 Monaten nicht einmal gesehen hatte und da ich die Einzige vor Ort bin und ausnahmslos über Email und Telefon kommuniziere und meine Kollegin, die in einer anderen Stadt von zu Hause arbeitet mir schon nahegelegt hat, einfach das gleiche zu tun, also von zu Hause zu arbeiten, habe ich den Schritt einfach getan. Der Chef ist so beschäftigt, der hat das die ersten paar Wochen nichtmal gemerkt, obwohl ich es natürlich per Mail angesagt habe. (Fragen braucht man nicht, man kriegt eh keine Antwort. Man trifft Entscheidungen, macht diese publik und wenn sie ganz und gar gegen den Strich gehen, wird man schon was hören.)

    Irgendwann ist dem Chef dann aufgefallen, daß ich nicht da bin und da war er mal ganz kurz offen, meinen Home Office Status zur Kenntnis zu nehmen und abzusegnen. Danke Chef!

    Nun bin ich seit über einem Jahr zu Hause. Noch immer gibt es kaum was zu tun und ich kann mir meine Zeit ziemlich frei einteilen. Der Lohn ist prima, die Position hat einen ziemlich guten Status und ich werde zu einem relativ großen Teil buchstäblich für's nichtstun bezahlt! Ich gehe in's Cafe, mache Sport, surfe das Netz, schlafe, gucke fern, alles während der Arbeitszeit!

    Der Chef weiß das irgendwo auch, aber er kann daran weiter nichts ausrichten und freut sich scheinbar, daß ich meinen Mund halte, das ganze nicht an die große Glocke hänge, einfach die paar Aufgaben zuverlässig erledige und ansonsten höflich lächele und Danke sage.
    Sowas gibt es wirklich!
    Damit das ganze nicht komplett abgedreht klingt, kann ich zumindest sagen, daß es sich hier um einen befristeten Vertrag handelt, der mir zwar grade sehr großzügig verlängert wurde, aber trotzdem irgendwann wohl vorbei geht.

    Nein! Ich schreibe das hier nicht her, um Neid auszulösen oder mich zu brüsten.
    Insgesamt ist mein unwahrscheinlich gemütliches Arbeitsverhältnis eines meiner bestgehüteten Geheimnisse, ich wüsste auch wirklich nicht, wie ich das jemandem im RL erklären könnte, ohne rot zu werden.

    Ich komme mir also vor wie ein ganz seltenes Tier.
    Gibt es da noch andere? Oder Menschen, die so ein Arbeitsverhältnis vielleicht schon mal hatten?
    Wie seid Ihr damit umgegangen? Denn sowas bringt auch tatsächlich gewisse Herausforderungen mit sich, die größte für mich ist die Isolation.

    Danke für Eure Rückmeldung!

  2. Avatar von bazeba
    Registriert seit
    05.09.2006
    Beiträge
    653

    AW: Mein unglaublicher Job

    So auf den 1.Blick klingt das toll!

    Auf den 2. muss ich sagn, dass mir - wie dir ja auch - der Kontakt zu anderen abgehen würde und Boreout hatte ich schon, ist ja nicht so fein.

    Mein Job ist nicht ganz so exotisch, daher kann ich leider diesbezüglich keine Erfahrung beisteuern.

    Bist du denn glücklich damit? Wie geht es dir damit, das alles geheim zu halten?

  3. Inaktiver User

    AW: Mein unglaublicher Job

    Ich schließe mich der Frage an: Bist du glücklich mit dem Job? Fehlt dir nicht der Kontakt zu Kollegen, Kunden, Lieferanten, wem auch immer? Fehlt dir nicht das Gefühl, etwas zu bewirken, kreativ zu sein, Erfolgserlebnisse und Spaß an der Arbeit zu haben?

  4. Inaktiver User

    AW: Mein unglaublicher Job

    Gibt es in Deinem Unternehmen keine Datenschutzbestimmungen, keine Security Policies? Wie und was arbeitest Du denn zuhause?

  5. Inaktiver User

    AW: Mein unglaublicher Job

    Ich lege noch einen obendrauf und sage, das gibt es öfter, als man glaubt! Jedenfalls mir passiert das nahezu in jedem Job! Ich muss aber dazu sagen, ich arbeite freiberuflich, d. h. ich mache nur Projektarbeit und meine Einsätze sind meistens befristet, aber bisher bin ich immer vorher schon gegangen. Bei mir lässt sich das wenigstens so begründen, dass die Ressource eben im Budget berücksichtigt wurde beim Projekt und kein Projektleiter dieser Welt würde seinem Sponsor sagen, streiche die Position bitte, das Geld brauche ich nicht, da eh kaum was zu tun ist in dem Bereich.

    Scales: Wo ist das Problem? Ich nehme an, die TE hat Laptop + VPN (o. ä.). Da könnte man doch sogar in der Karibik sitzen und sich einwählen.

  6. Inaktiver User

    AW: Mein unglaublicher Job

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Scales: Wo ist das Problem? Ich nehme an, die TE hat Laptop + VPN (o. ä.). Da könnte man doch sogar in der Karibik sitzen und sich einwählen.
    Jo, sicher, aber das muss ja auch erstmal beantragt und genehmigt werden, oder ist das bei vielen Unternehmen Standardausstattung?

  7. Inaktiver User

    AW: Mein unglaublicher Job

    Ganz so exotisch geht es bei mir zwar nicht zu, doch Untätigkeit bis hin zum Boreout ist mir auch nicht fremd.

    Wenn dein Vertrag verlängert, jedoch nur befristet ist, deine Gelegenheit während der Arbeitszeit eine Weiterbildung zu absolvieren.

  8. Moderation
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    Beiträge
    34.247

    AW: Mein unglaublicher Job

    Ich hatte mal eine Weile einen Job, wo meine Arbeitszeit praktisch meistbietend versteigert wurde: Wenn zwei Kunden gleichzeitig ein Problem hatten kümmerte ich mich zuerst um das des Kunden, der noch mehr Tage gebucht und bezahlt, aber noch nicht abgerufen hatte. Das Ergebnis war, daß die Leute alle doppelt so viel buchten, wie sie fürchteten, zu brauche, und ich mich im Büro (zuhause hatte ich keinen Rechner) eckig gelangweilt habe. Ich habe html und xml und css gelernt, Blödsinn in Perl und C programmiert, Bücher online gelesen, Romane geschrieben,... und jede Arbeit, die reinkam, so lang ausgedehnt, wie es gerade eben ging. Die Kollegen hatten alle "ordentliche" Projekte, und ich hatte immer Sorge, daß jemand merken würde, daß ich vor allem rumlungerte, und auf Notfälle wartete, die meistens nicht kamen.

    Das "Arbeit ausdehenen" wurde ein Problem, als ich feststellte, daß ich beruflich nirgends hinkam und langsam am Rad drehte, und mich auf eine interessantere Stelle bewarb -- und feststellte, daß ich die Arbeitsgeschwindigkeit und einer untrainierten Weinbergschnecke hatte.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Mein unglaublicher Job

    Glücklich mit (wegen) diesem Job?
    Kann ich nicht wirklich behaupten. Ich werde zu 90% ignoriert. Nur hier und da kommt ein plötzlich dringendes "Dropout, kannste nicht mal eben ganz, ganz schnell...". Hinterher oft nichtmal ein Danke.
    A****lö**er.
    Und dann das hier: alle, aber auch ALLE haben irgendeine Karte oder ein kleines Geschenk gekriegt zu Weihnachten von Chef Rockstar. Nur ich nicht!
    Erst dachte ich, daß es nicht sein kann, ich bilde mir das ein, da kommt noch was. Aber da kam dann echt nichts mehr. Da habe ich dann verstanden, was für einen wichtigen Status ich habe.


    Das Geheimhalten fällt mir nicht so schwer, weil ich relativ selten im Büro bin. Ich habe allerdings den Eindruck, daß andere Angestellte irgendwie so ein dubioses Gefühl haben, daß es mir viel zu gut geht. Dann ächze ich immer etwas theatralisch und sage: sooo viel zu tun, Du glaubst es kaum - und beschleunige meinen Schritt mit Absicht. Ruhiggestellt für den Nachmittag.


    Ja, der Kontakt zu Menschen allgemein fehlt mir. Wenn ich in's Büro gehe, habe ich allerdings ein paar ganz liebe Verbündete. Wir verstehen uns richtig gut und man freut sich immer, sich zu sehen, weil es eben eher selten ist und es von daher auch 0 Reibereien zwischen uns gibt.
    Ich schreibe auch ziemlich unterhaltsame Mails an die Kontakte, die sowas verstehen. So kann man sich schon auch ein virtuelles Sozialnetz aufbauen, was mit RL allerdings nicht zu vergleichen ist.
    Ich finde es trotzdem ganz wichtig für mich, mit diesem Alleinsein umgehen zu lernen so gut ich kann, denn rein logisch betrachtet wäre ich ein schöner Idiot, diesen Posten hinzuschmeißen.

    Bewirken tue ich viel positives mit meiner wenigen Arbeit und das hält mich bei der Stange.
    Deswegen sage ich mir auch immer: ich mache das nicht für Dich, Du doofer Rockstar-Chef mit Deiner fehlenden Wertschätzung! Ich mache das für die Empfänger unserer Arbeit - und für mich selber!

    Was Datenschutz angeht, so ist der streng in unserem Fachgebiet. Aber das lässt sich ja IT-mäßig einrichten. Auf einige Datenbanken kann ich tatsächlich nur vom Büro zugreifen, die brauche ich i.d.R. einmal im Monat.
    Der Rockstar-Chef hat vergessen, mich mit den Policies vertraut zu machen, aber ich kenne mich aus und bin auch verantwortungsvoll. Da kann mir keiner wirklich was.

    Unazukin, mein Arbeitsverhältnis ist ungefähr haargenau, was Du beschreibst und erlebt hast. Für diese meine Stelle im Projekt wurde ein Budget bewilligt und niemand hat ein echtes Interesse, da Einsparungen zu machen oder das zu hinterfragen. Das Geld ist da, muß ausgegeben werden, was soll der Geiz also?
    Sag': warum bist Du bisher immer vor Ende der Frist gegangen?

    Ich könnte aus der Schlenzerei durchaus einen Beruf machen, denn trotz der klaren Nachteile lohnt es sich auf ganze Linie für mich. Ich lege bis zu 50% meines Gehalts jeden Monat auf's Sparkonto, der Ruf des Betriebs macht ungeheuer was her auf dem Lebenslauf, ich kriege meinen absolut nicht verdienten Mittagsschlaf und bin in sehr guter Form wegen all dem Ausgleichs-Sport, den ich betreibe, damit mir nicht die Sicherungen durchknallen.

    Fortbildung ist so ein Thema. Ich könnte, wenn ich wollte. Ich weiß aber gar nicht, ob ich das echt noch brauche. Wenn der befristete Schlendrian vorbeigeht, suche ich mir wieder was ähnlich einfaches, wahrscheinlich schlechter bezahlt aber egal an dem Punkt dann.
    Dann noch 10 -15 Jahre mich so durchwinden und dann ist es eh vorbei mit der Berufstätigkeit, wenn ich mir die Finanzen so angucke.

    Ich sollte mich mehr meinem Hobby widmen, wahrscheinlich. Und ein paar Ehrenämter aufbauen.
    Denn das ist ein anderer Nachteil der jetzigen Situation: man kommt sich etwas verloren vor, bei allem Nutzen der wenigen Arbeit...

  10. Inaktiver User

    AW: Mein unglaublicher Job

    Ja, ich bin auch eine die nichts zu tun hat. Ich bin nun fast 16 Jahre in dem Beruf. Und bis zum Dezember hatte ich Arbeit für den halben Tag. Den rest hab ich gesurft, damit es so aussieht als sei ich beschäftigt. Ich war Abends todmüde.
    Jetzt bin ich zwangsversetzt weil man meinen Job aufgelöst hat. Und nun hab ich max. 2-3 Stunden was zu tun. Und auch nur weil ich das Srecke. Manchmal ist es was mehr, wenn was anfällt. Und ja, auch ich werde für meine Ausbildung sehr gut bezahlt. Aber mir geht das neue an die Gesundheit. ich muss wechseln. Sowas bis zur Rente? Never. Das sind noch mindest. 26 Jahre! Ich bin am Tag ca. 30 Min damit beschäftigt meinen Arbeitsplatz zu wechseln. Stuhl mitnehmen, Sachen packen die man am anderen Arbeitsplatz braucht. Ich hab nämlich zwei.

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