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    geschockt Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Liebe BriCom,

    ich möchte einfach ein bisschen brainstormen und ein paar Anregungen, Feedbacks oder Tipps.

    Seit gut 6 Jahren bin ich im ÖD, seit Anfang 2012 in einem netten Projektteam, das aus heutiger Sicht auch dauerhaft weiterlaufen wird. Gerade habe ich mit einer internen Weiterbildung (speziell auf das Projekt zugeschnitten) angefangen; das wird bis Herbst 2015 laufen in mehreren Modulen und wird doch recht viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen.

    Vor zwei Jahren war ich schon mal wegen einer guten Beurteilung für eine Personalentwicklung (in einen anderen Bereich auf gleicher Ebene, kein Aufstieg) vorgesehen; ich wurde dann letztes Jahr krank und bin mehrere Monate ausgefallen, und als ich gerade wieder aus der Krankheit zurückkam und auch noch eine Reha vor mir hatte, hätte sich die Möglichkeit dieser Weiterentwicklung angeboten, die allerdings wegen der gesundheitlichen Situation dann nicht umgesetzt wurde. Letztlich war ich froh, da ich erst mal wieder in meinem Team Fuß fassen und "ankommen" wollte. Ich mache meinen Job gern, wie gesagt, das Team ist echt prima, die Arbeit abwechslungsreich und ich kann meine Kompetenzen gut einbringen.

    Nun stehen in Kürze wieder Mitarbeitergespräche und Beurteilungen an und mich hat meine direkte Vorgesetzte schon vorab angesprochen, dass mich eine gute Beurteilung erwartet und ich mir Gedanken um einen erneuten Auf- oder Umstieg machen sollte. Zudem stehen bei uns im Projekt personelle Veränderungen an - das ist noch nicht offiziell bekannt, aber steht fest - und sie hat mir die Position ihrer Stellvertretung angeboten. Ich komme wirklich gut mit ihr klar, mag sie gern, aber ich hätte nie gedacht, dass sie mich in die Position einer Führungskraft hinentwickeln möchte oder mich dort sieht.

    Ich sehe mich da nämlich nicht. Ich möchte mich nicht permanent in jeder Woche für nicht erfüllte Ziele oder Zahlen rechtfertigen müssen, Druck von oben bekommen, um diesen dann nach unten weiterzugeben. In meinem jetzigen Arbeitsumfeld habe ich recht viel Freiraum und das Vertrauen meiner Vorgesetzten, dass ich meinen Spielraum nicht überschreite oder ausnutze. Bislang habe ich mir nie Gedanken um "Karriere" gemacht und hatte keine Ambitionen, aufzusteigen.

    Die Stellvertretung zu übernehmen behagt mir auch schon nicht. Ich wäre bei vielen Sitzungen dabei, müsste bei Abwesenheit meine Vorgesetzte vertreten, auch auf eben solchen "Warum stimmen die Zahlen des Teams nicht?"-Runden, hätte viel mit Auswertungen und Statistiken zu tun und müsste mir das alles neben meiner internen Weiterbildung recht fix aneignen, denn die Stellvertretung müsste ich dann bereits in zwei Monaten übernehmen. Es ist nicht so, dass ich zu bequem bin, im Gegenteil setze ich mich für meinen Job sehr ein, mache ihn nach bestem Wissen und Gewissen, habe mich immer auch privat nebenher weitergebildet und neige eigentlich eher dazu, mir zu viel aufzuhalsen statt nur auf 80 % zu laufen. Ich habe durchaus einen sehr hohen Anspruch an mich selbst und die Qualität meiner Arbeit. Fehler und Ungenauigkeiten verzeihe ich mir nur schwer...

    Ich muss mich bis Mitte der Woche entscheiden und habe schon schlaflose Nächte. Einerseits freue ich mich über die gute Beurteilung und das Vertrauen meiner Vorgesetzten. Es schmeichelt mir auch irgendwie, dass sie mir das zutraut und mich als ihre Stellvertreterin haben möchte. Und da ich sie mag und schätze, fiele es mir umso schwerer, "nein" zu sagen.

    Mir fiel es immer schwer, auf Fragen wie "Wo sehen Sie sich in ein, drei, fünf (...) Jahren?" Die Entscheidung, mich in einen anderen Bereich zu verändern oder früher, einen neuen Job zu suchen, habe ich meist aus dem Bauch heraus getroffen, wenn es soweit war: Da kam meist einiges zusammen; dass sich Aufgaben zu sehr verändert haben oder langweilig wurden, das Team sich stark verändert hat, die äußeren Gegebenheiten nicht mehr stimmten...wenn ich unzufrieden wurde, habe ich mich angefangen umzusehen, mir interne/externe Stellenangebote angeschaut, ob mich was anspringt, und mich dann beworben, wenn ich das Gefühl hatte: "Ja, das ist es!" So war es damals auch, als ich in dieses Projektteam kam; es wurde intern ausgeschrieben, und mein Bauchgefühl hat sofort "JA!" gejubelt, und das war es dann auch.

    Karriere zu planen oder einen genauen Weg vor mir zu sehen, den ich systematisch angehe - kenne ich nicht. Vielleicht noch kurz zum Background: Ich habe studiert, aber nie im Fach gearbeitet, keinen besonders stringenten Lebenslauf, aber bin jetzt eben im ÖD angekommen und werde dort auch bleiben, wenn ich keine goldenen Löffel klaue, fühle mich auch wohl dort. Ich bin Mitte 40, also auch nicht mehr am Anfang meines Berufslebens.

    Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen und bin gespannt auf Rückmeldungen und Gedanken dazu.

    Lieben Dank im Voraus!
    sandfloh
    Ist das Leben nicht schön!?

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    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Hallo Sandfloh,

    puh, spannend! Siehst du dich gar nicht in einer Fuehrungsposition? Wenn nicht was fuer andere Aufgaben koenntest du dir vorstellen? Vielleicht bietet dein Arbeitgeber ja die Moeglichkeit technischer (oder was auch immer du machst) Spezialist zu werden. Wenn du wirklich nicht willst dann solltest du schon eine Idee im Kopf haben wo du dich in ein paar Jahren siehst und wie du das eventuell erreichen koenntest.

    Ich will absolut nicht in einer Fuehrungsposition arbeiten. Ich will technische Arbeit verrichten, nicht in Strategiemeetings sitzen oder Praesentationen ueber die neuesten Irgendwelche-Zahlen machen. Das wuerde mich langweilen. Zum Glueck ist das bei meinem Arbeitgeber kein Problem und die Entwicklungsmoeglichkeiten sind fuer technische Spezialisten und Fuehrungskraeften die selben.

  3. Inaktiver User

    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Zitat Zitat von sandfloh Beitrag anzeigen
    . Ich komme wirklich gut mit ihr klar, mag sie gern, aber ich hätte nie gedacht, dass sie mich in die Position einer Führungskraft hinentwickeln möchte oder mich dort sieht.

    Ich sehe mich da nämlich nicht. ---------------------------
    Bislang habe ich mir nie Gedanken um "Karriere" gemacht und hatte keine Ambitionen, aufzusteigen. ------------------


    ------------------------n. Ich habe durchaus einen sehr hohen Anspruch an mich selbst und die Qualität meiner Arbeit. Fehler und Ungenauigkeiten verzeihe ich mir nur schwer...

    Ich muss mich bis Mitte der Woche entscheiden und habe schon schlaflose Nächte. Einerseits freue ich mich über die gute Beurteilung und das Vertrauen meiner Vorgesetzten. Es schmeichelt mir auch irgendwie, dass sie mir das zutraut und mich als ihre Stellvertreterin haben möchte. Und da ich sie mag und schätze, fiele es mir umso schwerer, "nein" zu sagen.

    -------------------------------
    So war es damals auch, als ich in dieses Projektteam kam; es wurde intern ausgeschrieben, und mein Bauchgefühl hat sofort "JA!" gejubelt, und das war es dann auch.


    h
    -ich fühle mich durch ihr angebot geehrt und bestätigt- aber es ist nicht mein weg. ich habe mir die entscheidung nicht leicht gemacht- ich sage nicht leichten herzens "nein" -

    und zwar mit den aussagen aus deinem eigenen posting.

  4. User Info Menu

    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Wie ist denn die Stellvertretung zu verstehen? Stellenanteilmäßig meine ich. Eigentlich ist die Vertretung 10 Prozent der Stelle (lt. KGST- Gutachten) und wirkt sich nicht in der Bewertung aus. Du solltest dich erkundigen.
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

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    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Danke für eure Einschätzungen...

    @Carolly: Nein, ich sehe mich gar nicht in einer Führungsposition. Gerade in der unteren Führungsebene finde ich es eine extrem undankbare Position, nicht Team, aber auch nicht wirklich Entscheider. In der Ebene darüber kenne ich auch einige der Personen - und erlebe, wie es oft einfach nur strategische Diskussionen sind, Taktierereien und "Aufgeblähtes". Das ist nicht meine Welt, das bin ich nicht...

    Es gibt noch Positionen, in denen man eine Art Fachexperte ist, ja. Diese sind eher zahlenlastig und gehen ins Controlling. Oder man entwickelt Konzepte. Problem bei uns ist: Man gehört einer Tätigkeitsebene an, und wenn der Posten irgendwann, irgendwie mal wegfällt, kann man vielleicht ein, zweimal nein sagen, aber dann muss man. Ob es einem liegt oder nicht. Führungskraft wäre ich im Zweifel auch in einem Bereich, in dem ich mich fachlich nicht auskenne. Weil es eben um übergeordnete Belange geht. Ich bin - wie du - auch lieber inhaltlicher Spezialist. Eine Idee hatte ich bereits, die kennt auch meine Vorgesetzte, aber die ist faktisch nicht umsetzbar, weil in dem Bereich auf lange Sicht keinerlei Einstiegsmöglichkeiten sind.

    @Margali, die Stellvertretung wäre notwendiger Schritt zur Führungskraft, ich glaube, prozentual kann man den Anteil nicht benennen. Hängt auch davon ab, wie oft meine Vorgesetzte abwesend ist. In einem anderen Team ist gerade der Vorgesetzte seit einigen Monaten erkrankt - und da übernimmt der Stellvertreter sämtliche Aufgaben. Es gibt eine Zulage.

    @brigid, eigentlich sagt mein Bauchgefühl, dass die Entscheidung genau so sein wird...
    Ist das Leben nicht schön!?

  6. User Info Menu

    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    In deiner Stellenbeschreibung ist der Anteil dann genau benannt.

    Aber du sagst ja, du willst nicht und dann ist das ja in Ordnung.
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
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    Reine Familiensache

  7. Inaktiver User

    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Weiß Deine Chefin, dass Du Dich geschmeichelt fühlst, sie magst und schätzt? Kannst Du grundsätzlich schwer "nein" sagen?

    Kann es sein, dass Dich vorzuschlagen eher irgendwie taktisch begründet ist, so nach dem Motto: Hier ist jemand, den man mit Lob umgarnen kann, die Mitarbeiterin kann dann meist nichts ausschlagen und ist so super steuerbar?

    Wenn Du jetzt schon solche Bauchschmerzen hast, solltest Du auf jeden Fall Nein sagen. Es könnte das wichtigste Nein in Deiner nicht gewollten Karriere sein.

  8. Inaktiver User

    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Im ÖD kann man es sich vielleicht leisten, so ein Angebot auszuschlagen. In der freien Wirtschaft würde ich davon ausgehen, dass du mit einer Ablehnung deine jetzige Position verschlechterst, weil dir das als mangelndes Engagement ausgelegt wird.

  9. Inaktiver User

    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Zitat Zitat von Margali62 Beitrag anzeigen
    In deiner Stellenbeschreibung ist der Anteil dann genau benannt.

    ist eine stellvertretung da und benannt- ist er/sie im dümmsten fall über unbestimmte zeit zu 100 prozent der/die cheffe. das ist ja sinn und zweck der stellvertretung- in guten wie in schlechten tagen.

  10. User Info Menu

    AW: Ich soll "entwickelt" werden - Führungskraft werden???

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im ÖD kann man es sich vielleicht leisten, so ein Angebot auszuschlagen. In der freien Wirtschaft würde ich davon ausgehen, dass du mit einer Ablehnung deine jetzige Position verschlechterst, weil dir das als mangelndes Engagement ausgelegt wird.
    Ich habe in der freien Wirtschaft (eins davon börsennotiertes US-Unternehmen) bereits 3 Beförderungen begründet ausgeschlagen.
    Eune Stelle hab ich sogar gekündigt und kam nach 6 Monaten wieder zurück (zu meinen Bedingungen).
    Bisher hats mir überhaupt nicht geschadet.
    Die Begründung ist wichtig.
    Ich verstehe nicht, warum die freie Wirtschaft immer als so menschenfeindlich dargestellt wird. Als Mega-Haifischbecken.
    Ich habe die ersten Berufsjahre im ÖD verbracht - da saßen die echten Menschenschinder.

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