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    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber nein, ich denke nicht, daß die Definition von Selbständigkeit lautet: sich selbst ständig totarbeiten. [...]
    Zu sagen, die 70-Stunde-Woche sei erstrebenswerte Normalität der Selbständigkeit, halte ich für den falschen Ansatz. Daß es vorkommen mag, daß es in Phasen notwendig sein mag - sicher. Aber als Dauerlebenszustand?
    Hast Du eventuell anders gelesen? Weder arbeitet sich die Freundin tot, noch hat jemand etwas von erstrebenswertem, noch von einem Dauerlebenszustand gesprochen. Die Freundin arbeitet von 12 Monaten des Jahres 4 Monate ca. 70 Stunden.

    Zumal ich sowieso die Meinung vertrete, es ist die Entscheidung der Inhaberin.
    Geändert von Fourthhandaccount (11.04.2014 um 13:47 Uhr)


  2. Inaktiver User

    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber nein, ich denke nicht, daß die Definition von Selbständigkeit lautet: sich selbst ständig totarbeiten. Und ich denke, daß sich Erfolg auch nicht dadurch auszeichnet, möglichst viel zu arbeiten.

    Zu sagen, die 70-Stunde-Woche sei erstrebenswerte Normalität der Selbständigkeit, halte ich für den falschen Ansatz. Daß es vorkommen mag, daß es in Phasen notwendig sein mag - sicher. Aber als Dauerlebenszustand?

    Ich wiederhole: als Selbständige(r) bestimme ich meine Preise selbst. Wenn ich 70 Stunden arbeiten muß, um grad so davon leben zu können, läuft etwas falsch. Wenn ich 70 Stunden arbeite und viel Geld verdiene, kann ich einen Teil der Arbeit an Mitarbeiter delegieren.

    Ich hab das Buch nicht gelesen, weil es nicht auf meine Situation paßt, aber warum gibt es wohl Titel wie "Die 4-Stunden-Woche"?

    Wir haben manchmal eine 70 Stundenwoche und manchmal auch nur 30. Das hängt vom Auftragsvolumen ab.
    Ich schließe mich Sin gern an, wenn ich dauernd 70 Stunden schiebe, haut irgendwas nicht hin.
    Aber manchmal ist es halt notwendig.
    Wir sind ein kleiner Handwerksbetrieb mit immer besser werdender Auftragslage, die Woche über lange draußen und am Sonntagnachmittag geht's ins Büro, weil ich oft genug auch mit unterwegs bin. Ich würde gern die Woche über mehr Büro machen, aber solange wir keinen brauchbaren Mitarbeiter finden, geh ich halt mit.
    Es macht schon viel Spaß zu sehen, was man mit seinen Händen schafft, aber da es oft kräftezehrend ist, habe ich keinen Bock abends auf lange Büro. Kehrseite der Medaille.
    Aber die gesamte Arbeit macht halt Spaß und darum lässt sich das auch aushalten.

  3. Inaktiver User

    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Sie hat aber vermutlich kein großes Unternehmen, sondern ein mittelständisches. Das können auch diverse Arbeitsplätze sein. Für 40, 50 Mitarbeiter benötige ich neben der Inhaberin nicht noch eine Geschäftsführerin.
    Weiß ich nicht. Wenn die Arbeit zu viel wird? Man muß auch delegieren können.

    Ich wundere mich eben immer über diese Einstellung "sich totzuarbeiten ist normal - und unabläßlich als Selbständiger". Nein, ist es nicht. Und auch als Selbständiger kann man feste Arbeitszeiten haben - jedenfalls für Kunden.

    Sicherlich hoffe ich, bald einen Termin zu bekommen, wenn ich beim Elektriker o. ä. anrufe. Aber ausgebucht ist ausgebucht - dafür gibt es Markt und Wettbewerb und noch mehr Firmen. Und ich erwarte nicht, am Wochenende jemanden zu erreichen - außer dem Notdienst, der sich dementsprechend bezahlen läßt.

    Und hinter all diesen Unternehmen stehen doch auch die Inhaber/Leiter. Sicherlich machen die auch Bürokram am Wochenende - aber sie sind trotzdem nicht ständig für Kundschaft verfügbar.

  4. Inaktiver User

    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir haben manchmal eine 70 Stundenwoche und manchmal auch nur 30. Das hängt vom Auftragsvolumen ab.
    Ich schließe mich Sin gern an, wenn ich dauernd 70 Stunden schiebe, haut irgendwas nicht hin.
    Aber manchmal ist es halt notwendig.
    Wir sind ein kleiner Handwerksbetrieb mit immer besser werdender Auftragslage, die Woche über lange draußen und am Sonntagnachmittag geht's ins Büro, weil ich oft genug auch mit unterwegs bin. Ich würde gern die Woche über mehr Büro machen, aber solange wir keinen brauchbaren Mitarbeiter finden, geh ich halt mit.
    Es macht schon viel Spaß zu sehen, was man mit seinen Händen schafft, aber da es oft kräftezehrend ist, habe ich keinen Bock abends auf lange Büro. Kehrseite der Medaille.
    Aber die gesamte Arbeit macht halt Spaß und darum lässt sich das auch aushalten.

    Ja, genau so etwas wollte ich ausdrücken. Schön, daß es euch gut geht!

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    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weiß ich nicht. Wenn die Arbeit zu viel wird? Man muß auch delegieren können.

    Ich wundere mich eben immer über diese Einstellung "sich totzuarbeiten ist normal - und unabläßlich als Selbständiger". Nein, ist es nicht. Und auch als Selbständiger kann man feste Arbeitszeiten haben - jedenfalls für Kunden.
    Die Arbeit wird der Inhaberin anscheinend nicht zu viel, nur der Freundin. Und keine hat hier geschrieben, es normal zu finden, sich "totzuarbeiten".
    Feste Kundenzeiten sind normal, mit dem Spruch "selbst und ständig", den ich recht abgedroschen finde, ist eher gemeint, dass man sich auch mal am Wochenende an ein Konzept oder ein Angebot setzt. Und dies halte ich eher für ein Privileg, als ein Problem. Ich gehe lieber am Freitag einkaufen und setze mich am Wochenende in Ruhe hin. Der Angestellte muss das Ding am Freitag im Büro erledigen.


  6. User Info Menu

    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber nein, ich denke nicht, daß die Definition von Selbständigkeit lautet: sich selbst ständig totarbeiten. Und ich denke, daß sich Erfolg auch nicht dadurch auszeichnet, möglichst viel zu arbeiten.

    Zu sagen, die 70-Stunde-Woche sei erstrebenswerte Normalität der Selbständigkeit, halte ich für den falschen Ansatz. Daß es vorkommen mag, daß es in Phasen notwendig sein mag - sicher. Aber als Dauerlebenszustand?

    ... Wenn ich 70 Stunden arbeiten muß, um grad so davon leben zu können, läuft etwas falsch.
    Ich finde das auch. Ich mag micht nicht über (die Menge) der Arbeit definieren. Erfolgreich finde ich die Selbständigen, die trotzdem entspannt sind und auch Zeit haben.

    Im Eingangsbeispiel finde ich es aber doch noch angemessen, auch im Vergleich mit einem leitenden Angestellten z.B. der ja auch schonmal mehr als eine 35-Stunden-Woche hat. Es kommt dann eben noch drauf an, ob man Spaß an der Arbeit hat und die Entlohnung/der Gewinn entsprechend ist.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weiß ich nicht. Wenn die Arbeit zu viel wird? Man muß auch delegieren können.

    Ich wundere mich eben immer über diese Einstellung "sich totzuarbeiten ist normal - und unabläßlich als Selbständiger". Nein, ist es nicht. Und auch als Selbständiger kann man feste Arbeitszeiten haben - jedenfalls für Kunden.
    Hallo,

    es ist ein Unterschied, ob man dauerhaft 70 Stunden pro Woche arbeitet oder nicht. Bei schwankenden Aufträgen klotzt man als Selbständiger eben phasenweise einfach ran. Delegieren funktioniert da nur bedingt: manchmal kann man sich von irgendwoher Unterstützung holen, manchmal nicht. Manchmal macht es keinen Sinn (angearbeitete Aufträge arbeitet man meist am effektivsten selbst ab und die Beziehung zwischen einem Freiberufler und seinen Kunden ist oft von besonderem persönlichen Vertrauen geprägt - der Kunde erwartet, dass sein Thema selbst und nicht durch einen Dritten bearbeitet wird).

    Feste Arbeitszeiten? Tja. Als Selbständiger schmiedet man ein Eisen, so lange es heiß ist (und nicht solange die eigene Regelarbeitszeit geht). Auch wenn ich eigentlich genug zu tun habe, nehme ich den neuen Auftrag an: am Anfang ist diese Arbeit on top zu den schon 100 oder mehr Prozent, die ich ohnehin schon leiste. Später, wenn andere Aufträge erledigt sind, trägt dieser Auftrag zu meiner Grundauslastung bei. Wer feste und gleichmäßige Arbeitszeiten haben möchte, sollte nicht selbständig arbeiten.

    So mancher Selbständiger hat keine andere Wahl und der Satz "wer 70 Stunden pro Woche arbeiten muss um zu überleben, bei dem läuft was schief" hilft ihm nun wirklich nicht. Andere arbeiten eben gerne viel (ich auch und ich sehe mich damit als glücklichen Menschen). Wieder andere arbeiten schwankend. Und wieder andere ganz gemütlich, soviel sie eben möchten.

    Mandelblüte

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    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Guten Abend zusammen,

    hier ist ja richtig was los. Vielen Dank für Eure Meinungen. Irgendwie bin ich jetzt doch ein wenig erleichtert.

    Anscheinend ist es ja doch nicht so selten, 70 Std. die Woche zu arbeiten. Dies ist sicherlich nicht für jeden erstrebenswert. Für meine Freundin schon. Ich glaube, ich kann sie jetzt etwas besser verstehen. Sie sollte nur schauen, dass sie sich mehr Auszeiten gönnt. Und lernen, zu delegieren. Das fällt ihr schwer (aber das weiß sie selbst).

    Doch, doch: ich bin richtig erleichtert! Vielen Dank für die Mitteilung Eurer Sichtweisen!!!

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    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    70 std. oh je damit macht man sich doch auf dauer kapput....

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    AW: 70 Std.-Woche - ist das normal als Selbständige?

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen
    Ich finde das auch. Ich mag micht nicht über (die Menge) der Arbeit definieren.
    Ob sie dies macht, wissen wir nicht. Die Schilderung spricht eher dafür, dass sie eher aus der Art ihrer Arbeit Zufriedenheit zieht. Ich gönne es ihr.

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen
    Erfolgreich finde ich die Selbständigen, die trotzdem entspannt sind und auch Zeit haben.
    Das sehe ich differenzierter. Bevor ich einen Selbstständigen, der jeden Abend frühzeitig auf dem Segelboot rumhempelt, als erfolgreich bezeichne, würde ich gerne einen Blick in die Bücher werfen. Und seine Mitarbeiter würde ich fragen, ob sie auch immer pünktlich nach Hause dürfen. Ich käme nie auf die Idee, Freizeit mit Erfolg im Job zu erklären. Da gibt es von Übermut bis zur geschäftlichen Ignoranz so einiges, was auch in Frage käme.
    Geändert von Fourthhandaccount (12.04.2014 um 09:08 Uhr)


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