Hallo Ihr Lieben!
Ich bin neu hier;-)
Ich bin 28 Jahre und seit fast 7 Jahren Flugbegleiterin... seit ca. 1 Jahr geht es mir so schlecht, daß ich am liebsten alles hinschmeißen würde, aber heutzutage gibt ja einen unbefristeten Vollzeitvertrag nicht einfach so auf...
Ich habe also 9 freie Tage im Monat, ansonsten bin ich nur "in der Luft", auch über Nacht. Das heißt zum Beispiel Sonntag Nacht gehts los und dann jede Nacht woanders und dann komm ich auch erst am Freitag wieder. Dann hab ich halt jeden Tag unregelmäßige Einsätze und wenn ich dann am Freitag wieder da bin, hab ich vielleicht auch nur den Samstag frei und muß dann den Sonntag auch schon wieder los. Dann beispielsweise für 4 tage weg, dann mal 2 tage zu hause usw...
Dazu zwischendurch bereitschafts-dienst, der nachts um1uhr beginnt, bei dem jederzeit das handy klingelt und man muß SOFORT los...
Das kann man ja alles auch mal ne zeit lang mitmachen, aber mittlerweile hab ich überhaupt keinen biorythmus mehr... bin also immer und ständig müde und erledigt. Aber wenn ich mich ins bett lege, kann ich nicht einschlafen oder ich wach nach 1 std wieder auf und so geht das dann die ganze nacht:-(
Schrecklich!!!
Und bin ich dann mal zu hause, bin ich natürlich völlig übermüdet, gereizt, genervt... dann muß ich wäsche waschen, Koffer aus/ein Packen, mal was einkaufen etc...
und kaum zu hause, muß ich ja eigentlich auch schon wieder weg...
ich hab überhaupt keine regenerationsmöglichkeit mehr, schlafe und esse nicht mehr regelmäßig und kann mich überhaupt nicht mehr erholen oder abspannen...
stehe irgendwie immer unter strom/kann nicht mehr abschalten...
ich kann selber mit mir nichts mehr anfangen, geschweige denn mein partner oder meine freunde:-(
Ich habe meine Lebensfreude total verloren und kann mich zur Zeit an nichts mehr richtig erfreuen...
Aber das kann doch nicht das LEBEN sein???
Gibts hier noch mehr "Schichtdienst"-Opfer, Die auch so drunter leiden?
Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
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29.10.2006, 21:38
Ausgebrannt vom "Schichtdienst"/Wann Privatleben führen?
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29.10.2006, 23:11Inaktiver User
AW: Ausgebrannt vom "Schichtdienst"/Wann Privatleben führen?
Hallo liebe Alex-Maus,
Meine Eltern haben beide Schichtdienst gearbeitet, aber ohne Bereitschaftsdienst, was das ganze ja noch mal sehr verschärft.
Das hatte seine Vorteile (z.B. an normalen Arbeitstagen mal frei zu haben, sie konnten sich die Kinderbetreuung größtenteils teilen etc.), aber auch ganz klar Nachteile: Mit den sozialen Kontakten war es teilweise schon ziemlich schwierig, Vereinsmitgliedschaft und andere feste Termine sind nie drin gewesen.
Schichtdienst ist einfach auch körperlich sehr anstrengend, sie waren halt oft ziemlich müde (zumindest mein Vater, der vollzeit arbeitet.)
Ich würde es nicht machen wollen. Es greift schon sehr in das ganze Leben ein, vor allem, wenn man emfindlich ist. Mein Vater hatte beispielsweise IMMER Schlafprobleme.
Aber abgesehen davon, dass das sehr stressig ist, Schichtdienst zu arbeiten. Flugbegleiterin ist doch sowieso kein Job, den man ewig machen kann - oder? Vielleicht wäre es für dich auch einfach an der Zeit, mal über Alternativen nachzudenken?
Du musst ja nicht sofort kündigen, nur mal sehen, was dir sonst so Spaß machen könnte. Vielleicht gibt es bei deiner Firma ja auch die Möglichkeit, in den Innendienst am Flughafen (weiß nicht genau wie das heißt?) versetzt zu werden oder intern was anderes zu machen?
Oder vielleicht einen Studiengang zu machen in der Richtung? Oder noch mal was ganz anderes zu probieren?
Wenn du das ein wenig vorher planst, muss das ja nicht in der Arbeitslosigkeit enden.
Liebe Grüße,
Laetitia
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30.10.2006, 09:29Inaktiver User
AW: Ausgebrannt vom "Schichtdienst"/Wann Privatleben führen?
Hallo Alex-Maus,
als ich Dein Posting las, dachte ich nur "Oh Gott, wie entsetzlich !". Also, ich könnte so - glaube ich - nicht lange leben.
Kann mich Laetitia nur anschließen. Denk über Alternativen nach. Vielleicht besteht ja z.B. bei Deiner Fluggesellschaft auch die Möglichkeit, Dich nur auf Kurzstreckenflügen einzusetzen, so daß Du abends wieder zuhause sein könntest ? Oder den Bereitschaftsdienst zu quittieren ? Erkundige Dich doch mal nach allen Möglichkeiten, denn so geht es vermutlich wirklich nicht mehr lange weiter. Das ist echt kein Leben.
Wünsch Dir alles Gute !
Piggy
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30.10.2006, 15:55
AW: Ausgebrannt vom "Schichtdienst"/Wann Privatleben führen?
Hallo Alex-Maus,
das hört sich wirklich superstressig und gesundheitsgefährdend an. Neben der eigentlichen Wechselschicht auch noch Bereitschaft zu haben, ständig auf Abruf zu sein...
Bestimmt hörst du auch Stimmen wie "Du hast doch gewusst, was auf dich zukommt, als du dich für den Job entschieden hast." oder sowas? Und man sagt auch so leicht "Wenn es dir nicht mehr passt, dann such dir halt was anderes."
Aber abgesehen davon, dass man bei einem so stressigen Job wahrscheinlich nicht mal mehr die Ruhe findet, sich zu überlegen, wie es weitergehen wird, gibt man einen "sicheren" Job ("sicher" ist ja kaum mehr etwas...) auch nicht ohne eine akzeptable Alternative auf.
Andererseits bist du auf dem allerbesten Weg, deiner Gesundheit ernsthaft zu schaden! Die ganzen Signale des Körpers wie permanente Müdigkeit, nicht mehr zur Ruhe kommen und ständig unter Strom zu stehen, solltest du nicht überhören. Da du auch schreibst, dich an kaum mehr etwas erfreuen zu können und deine Lebensfreude verloren hast, klingt das schon fast nach einer (beginnenden) Depression und nach Burn-Out.
Wäre es vielleicht eine Möglichkeit, eine längere Pause einzulegen, um dir auch in Ruhe zu überlegen, wie du deine Zukunft gestalten möchtest? Ich denke an eine Frau, die ich letztes Jahr in einer psychosomatischen Klinik kennen gelernt habe: Sie war auch Flugbegleiterin, hatte Panikattacken und konnte nachts nichts mehr schlafen. Außerdem hatten die wechselnden Dienste Auswirkungen auf die Partnerschaft und die Beziehung zu ihrem Sohn; die Frau konnte nicht mehr.
Hast du noch eine andere Ausbildung? Ansonsten haben meine Vorschreiberinnen ja auch schon gefragt, ob die Möglichkeit besteht, in den Innendienst zu wechseln.
Bei allem Engagement im Beruf: Die Gesundheit steht über allem, die kann dir niemand zurückgeben...
Liebe Grüße,
sandflohIst das Leben nicht schön!?
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30.10.2006, 16:45Inaktiver User
AW: Ausgebrannt vom "Schichtdienst"/Wann Privatleben führen?
Vor allen Dingen besteht das Risiko, die Sicherheit mit gesundheitlichen Schäden zu erkaufen, was am Ende heissen könnte, dass man gar nichts mehr machen kann und so ins Bodenlose abrutscht. Es müsste ein Mittelding geben und zwar ganz dringend.
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30.10.2006, 21:10
AW: Ausgebrannt vom "Schichtdienst"/Wann Privatleben führen?
Hallo Ihr LIEBEN!!!
Erst einmal 1000 Dank für Eure Reaktionen!
Wollte grundsätzlich einfach mal hören, wie außenstehende Menschen meine Situation sehen, und da habt Ihr mir echt geholfen!!
Also, da ich mich gesundheitlich schon seit einiger Zeit auf dem absteigenden Ast befinde und es mir mittlerweile auch psychisch echt dreckig geht, hab ich das Gespräch mi meiner direkten Vorgesetzten gesucht und ihr erkärt, wie es mir geht und ich so nicht mehr leben kann und auch nicht mehr leben will!
Nach einem sehr langen Gespräch haben wir uns darauf geeinigt, daß sie bei mir eine "Härtefall"-Regelung durchboxen will. Die sieht dann so aus, daß ich am 1.1. nur noch 50% arbeite.
Heißt natürlich auch nur die hälfte Kohle....
Bedeutet in den ersten 2 Wochen jeden Monat arbeite ich ganz normal, 3. & 4. Woche habe ich frei.
(Unbezahlten Urlaub hätte sie mir höchstens 2 Monate geben können, das hätte mir nicht wirklich so viel genützt.)
Finde die 50% Regelung grundsätzlich erst mal ganz gut, damit ich mal meinen Kopf klar bekommen, endlich mal wieder durchatmen kann und meinem Körper ne Auszeit geben kann. Bzw. sind die Belastungen halt dann einfach nicht mehr durchgängig, und ich hab regenerationsphase.
Und mir bleibt dann zeit & raum über grundsätzliche Alternativen nachzudenken.
Innerhalb der Firma ist nix zu machen, wenn ich nicht mehr fliege, dann muß ich ganz gehen.
Ich bin gelernte Industriekauffrau, könnte aber nie wieder 8 Std. im Büro sitzen.
Mein Wunsch ist es schon laaaaaaange, mich selbständig zu machen.... aber gerade heutzutage macht man das auch nicht mal eben so :-)
Jetzt muß ich ersteinmal hoffen, daß in den nächsten Tagen diese 50%-Regelung innerhalb der Firma von allen Beteiligten bewilligt wird...
Ach, sandfloh:
Bestimmt hörst du auch Stimmen wie "Du hast doch gewusst, was auf dich zukommt, als du dich für den Job entschieden hast." oder sowas? Und man sagt auch so leicht "Wenn es dir nicht mehr passt, dann such dir halt was anderes."
Wenn ich solche Aussagen höre, könnt ich echt die Wände hochgehen!!!!!!!!
Natürlich hab ich vor vielen Jahren als ich in diesem Job angefangen habe, nicht gewußt, was auf mich zukommt!
Kein Mensch hätte sich wohl noch vor gar nicht so wenigen Jahren vorstellen können, wie sich die Job-Welt ansich verändert... Das man heute als Arbeitnehmer Dinge hinnimmt, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar gewesen wären! (das beziehe ich jetzt nicht auf meine persönliche situation, sondern auf die allgemeine "arbeits-welt")
Und einfach mal losgehen und n neuen job suchen, ist ja nun heute auch nicht mehr ganz so einfach....
ganz liebe grüße an Euch & drückt mir die daumen;-)
Alles liebe, Alex


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