Hallo Zusammen,
ich bin seit mehreren Jahren Migränepatienten und hatte meine Erkrankung stillschweigend einfach hingenommen.Im Dezember 2012 wurde mir in einer Fachklinik Episodische Migräne diagnostiziert und ganz aktueller Stand der Dinge ist daraus eine chronische Migräne u.a. wegen beruflicher Belastung entstanden. Soviel zur Vorgeschichte.
Mein Chef ist darüber in Kenntnis gesetzt und weiss auch wie es um mich steht. Vom behandelnden Arzt wurde mir nahe gelegt, dass ich in dem Sinne eine "Behinderung" habe und ich einen Antrag beim Versorgungsamt auf GdB stellen sollte um mich beruflich etc. selbst zu schützen. Am Samstag kam per Post ein Attest für den Arbeitgeber an, dass ich wg. der Erkrankung auch ausfallen könnte usw. innerlich bin ich Hin und Her gerissen, da ich nicht zum einen so da stehen möchte, als ob ich mit dem Attest "legal" krankfeiern, was ich vorher nie wg. Migräne gemacht habe.
Morgen habe ich einen Termin bei meinem Chef und weiss nicht, ob ich ihm das Attest vorlegen soll?
Ideen??? Oder standet ihr selbst schon einmal vor dieser Entscheidung???
Gruss
fischtik
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18.08.2013, 10:34
Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
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18.08.2013, 10:47Inaktiver User
AW: Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
Du musst selbst am besten wissen, ob du "krank feierst" - oder ob deine Migräne wirklich so schlimm ist, dass du zeitweise nicht mehr arbeitsfähig bist.
Eine Anerkennung deines Handicaps als "Behinderung" verschafft dir gewisse Rechte, z.B. mehr Urlaub. Du musst nun selbst entscheiden: Legst du das Attest vor, kannst du eine gewisse Rücksicht einfordern. Du wirst aber evtl. auch bei Beförderungen, neuen Aufgaben usw. nicht gleichberechtigt behandelt, wenn man weiß, dass du nicht voll einsatzfähig bist.
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18.08.2013, 11:04
AW: Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
Hallo GuteLaune,danke für deine Antwort !
Worauf ich eigenlich hinaus wollte ist, dass ich auch vorher bei schlimmster Migräne meine Tabletten einnahm und trotzdem Arbeiten ging, allein schon wegen der Befürchtung, meinen Job verlieren zu können, bzw. das mein Vertrag nicht weiter befristet wird. Mein Vertrag wurde aufgrund eines neuen Projektes auf weitere zwei Jahre befristet.
Ich wäge gerade noch ab.. wenn ich meinem Chef morgen das Attest vorlegen würde, wie könnte ich ihm verdeutlichen, dass ich nicht damit beabsichtige, ab sofort in regelmäßigen Abständen auszufallen? Vorbeugend nehme ich Anti-Epileptika etc.
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18.08.2013, 11:27
AW: Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
Diese Art von "vorbeugendem" Rezept würde ich vermutlich nicht vorlegen, weil es Befürchtungen des Arbeitgebers nährt, die nciht erforderlich sind.
Du sagst, dein Chef weiß Bescheid und du hast die Vertragsverlängerung trotzdem bekommen - er vertraut dir also. Und wenn du in Zukunft aufgrund der Migräne tatsächlich mal ausfällst, wird er auch das verstehen und dann kannst du immer noch ein konkretes Attest vorlegen.
Ob und in welcher Höhe du einen GdB bekommst weiß ich nicht, ich würde es ggfl. versuchen udn sehen was dabei raus kommt. Unter gewissen Umständen kann es dich als Arbeitnehmerin sogar attraktiver machen, denn ab 20 Mitarbeitern muss ein Betrieb einen Behinderten einstellen oder eine Abgabe leisten. Deswegen sind größere Betriebe durchaus an qualifizierten behinderten Arbeitnehmern intessiert, bei denen es quasi gar nciht so sehr auffällt und die eben auch nicht "wirklich" beeinträchtigt sind durch die Behinderung.
Viel wichtige noch finde ich, wie du mit der Gesamtsituation umgehst und welche Heilungsmöglichkeiten bestehen und was dafür getan wird. Vielleicht wäre einen entsprechende Kur eine gute Idee und langfristig gesünder zu sein.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
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18.08.2013, 12:28
AW: Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
Ja mit meinem Chef komme ich sehr gut aus und war von Anfang an zu ihm offen und hatte ihm von meinen Behandlungen erzählt und auch viel Zuspruch seiner seits erhalten. Deshalb wollte ich ihm ja auch nicht mit diesem Attest vor den Kopf stoßen.
Er meinte letzten, ich solle auf meine Gesundheit achten weil gerade mit schmerzen kann man auch nicht richtig arbeiten. Ich: Ja und deshalb lasse ich mich ja behandeln und nehme meine Tabetten regelmäßig...
Soweit habe ich fast alle Behandelungen durch, die letzte alternative wäre laut Spezialisten noch Botox..naja andere Baustelle. Eine Heilungsmöglichkeit gibt es nicht mehr für mich sagen die Ärzte. Ich muss damit leben. Möglich ist: Weniger Schmerztage und weniger Schmerzintensität, das sind die Ziele. Aber Augen zu und durch. Ich habe mich nie von meiner Erkrankung besiegen lassen und werde es in Zukunft auch nicht zu lassen
Das mein Arbeitgeber im Falle einer GdB (nennt man das so? ) von mir profitiert, habe ich auch so im Kopf. ich arbeite im Sozialbereich bei einem großem Träger mit weit mehr als 200 Angestellten. Ich werde in den nächsten Tagen einen Antrag stellen und mal schauen was passiert.
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18.08.2013, 12:37
AW: Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
GdB = Grad der Behinderung
diese wird in % angegebenFreiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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18.08.2013, 15:17Inaktiver User
AW: Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
Fischtik, mach dir bitte klar, dass ein Attest oder irgendein anderer Schrieb,der die bescheinigt, nicht voll leistungsfähig zu sein, nichts ist, womit man den Arbeitgeber ärgert oder eben auch nicht. Es dient ausschließlich deinem eigenen Schutz -
- vor Überforderung
- vor der Gefahr, dass du Ärger bekommst, wenn du mal nicht so leistungsfähig bist
Wenn das Verhältnis zu deinem AG so gut ist, dann zeig ihm das Attest. Er wird wissen, dass du nicht krankfeierst und wird es anerkennen, dass es wirkliche Gründe gibt, wenn du mal ausfällst.
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18.08.2013, 17:47Inaktiver User
AW: Chronische Erkrankung und weiterer Umgang auf der Arbeit ???
*aufstreck*
Aehnliche Situation hier. Andere chronische Krankheit aber auch die Situation, dass ich einerseits direkt wegen der Krankheit und anderseits indirekt, wegen der Behandlung bzw den Medikamenten immer mal wieder stunden- oder tageweise ausfallen KOENNTE. Ich habe keine Sekunde gezoegert, diesen aerztlichen Attest bei meinem AG zu deponieren und den Chef entsprechend zu informieren. Ich habe nicht vor, das auszunuetzen, sondern es geht mir um meinen Eigenschutz. Mein AG ist auch nie auf die Idee gekommen, mir einen Freibrief zum Krankfeiern zu unterstellen - er kennt mich, meine Arbeitsethik und meine Leistungen und vertraut mir, ganz einfach.
Du hast nur eine Gesundheit und ein Leben - trag Sorge dazu. Wenn du es nicht tust, tut es niemand anders. Also leg Attest vor. So ein 'kann'-Attest laesst dir ja dann immer noch die Wahl, ob du dich krank meldest bei Migraene oder lieber Tabletten schluckst und doch arbeiten gehst.


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