Oh weia, da prallen einfach ganz unterschiedliche Erwartungshaltungen aufeinander.
Dein Chef, scheinbar ein Machertyp, der die Erwartungshaltung hat, dass eine kfm. Angestellte in der Lage ist, sich selbst einzuarbeiten und zu organisieren.
Und deine Erwartungshaltung, eingearbeitet zu werden und ein strukturiertes Umfeld zu finden.
Familiäre Handwerksbetriebe haben eine ganz eigene Kultur, das war dir vermutlich nicht so stark bewusst. Da kanns auch rauhbeiniger zugehen.
Grundsätzlich sehe ich es so: du hast eine Leitungsstelle angenommen und damit verbunden sind gewisse Anforderungen. Z.B., dass du dich selbst einarbeiten kannst, dass du Lösungen suchst, Vorschläge unterbreitest.
Evtl. hat die Frau des Chefs den Eindruck gewonnen, dass du nicht dazu geeignet bist, die Organisation zu übernehmen und zu führen und das hat erst einmal nichts mit den Fachkenntnissen zu tun, sondern mit deiner Haltung.
Hast du Defizite im Bereich der Textverarbeitung/ Tabellenkalkulation etc.? Oder sind die Dokumente dilettantisch erstellt?
Wenn ersteres: es gibt private Kurse, es gibt You-Tube tutorials.. Da würde ich meine Freizeit einsetzen und das nachholen. Das sind basic skills.
Wenn es an den Docs liegt: erstelle neue! Ist doch dein Büro! Räum auf, schmeiß den alten Kram weg, präsentiere deinem Chef neue Vorlagen und lass dir sein ok geben.
Da sitzt man mal 3-4 Wochenenden dran und dann hat man seinen eigenen Werkzeugkasten an Vorlagen.
Und du durchsteigst dann auch das System mit Rabatten etc.
Nur Mut und viel Erfolg!
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Ergebnis 11 bis 20 von 27
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16.08.2013, 10:25Inaktiver User
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
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16.08.2013, 11:23Inaktiver User
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
Das sehe ich auch so - und bei der TE sehe ich davon - sorry - nichts.
Kaum da, nölt sie rum, statt eben obiges zu tun.
Kurs "geht auch nicht", weil die VHS gerade Sommerpause hat ...
Dabei findet man mit 1 Blick ins Netz Dutzende Anbieter. Ich würde bei so einer Situation - ich beherrsche Basics meines neuen Jobs nicht - freiwillig einen Wochenendkurs machen.
Als Chef wäre ich auch "begeistert", müßte ich meiner neuen kaufmännischen (!!) Angestellten erst mal einen Word, Excel und sonst was Kurs finanzieren - und vor allem dessen Resultate abwarten, bevor zufriedenstellende Arbeitsergebnisse kommen.
Von daher wundere ich mich, das hier so unisono auf den Chef eingeschlagen wird - vielleicht ist er zurecht enttäuscht von der Performance der TE ?Geändert von Inaktiver User (16.08.2013 um 11:28 Uhr)
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16.08.2013, 11:30
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
wenn der Chef nicht VORHER mit ihr über die konkreten Anforderungen gesprochen hat
und
wenn die TE davon ausgehen konnte, dass sie (sechs) Wochen jemanden als Ansprechpartner hat
und
zwei Mitarbeiter ziemlich zeitgleich das Arbeitsverhältnis beenden
und
eine langjährige Mitarbeiterin quasi über Nacht (wie geht das überhaupt) an die Luft gesetzt wird
unterstelle ich durchaus ein problematisches Chef-Verhalten. Hat die langjährige Kraft plötzlich silberne Löffel gestohlen? Oder gab es Kontroversen - vlt weil sie plötzlich alles alleine machen sollte und sie den Hinweis auf "Entlastung" durch eine branchenfremde Kraft in dieser Situation als Zusatzbelastung gesehen hat? Wollte Chef schlicht Personalkosten sparen?
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16.08.2013, 11:39Inaktiver User
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
Och ich hatte das auch schon - neuer Job und die Kraft die mich einarbeiten sollte an dem Tag für 6 Wochen im Krankenhaus - ging alles.
Viel durch Ordner wühlen und gucken wie alte Sachen gemacht wurden...Programme ansehen...
Ich würde ja sagen - der Job is ne Chance....
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16.08.2013, 11:39
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
Naja, nach den Angaben der TE liest es sich so, dass der Chef ihr gegenüber unzutreffende Angaben gemacht hat.
- es ist niemand da, der sie einarbeiten kann (das war anders abgesprochen)
- er wollte keinen Probearbeitstag
- er hat ihr andere Arbeitsbereiche gezeigt, als die die sie jetzt machen soll
- er erwartet, dass sie nach einer Woche voll einsatzbereit ist, obwohl er weiß, dass sie branchenfremd ist
Seine Erwartungshaltung erscheint mir überzogen und seine Informationen vorher waren lückenhaft.
Und ich gehe auch davon aus, dass er wusste, dass sie von Beginn an ganz alleine sein würde und er hat ihr etwas anderes vorgespiegelt.
Grundsätzlich hast du natürlich Recht, wenn jemand als "Leitung" des Unternehmens eingestellt wird, muss der jenige auch Leitungsfunktionen übernehmen wollen und eine besondere Bereitschaft haben, sich schnellst möglich einzuarbeiten. Das ist etwas anderes, als wenn ich eine von vielen Sachbearbeiterinnen bin. Das scheint die TE deutlich unterschätzt zu haben.
Aber wenn ich davon ausgehe ich komme an einen neuen fachfremden Arbeitsplatz und habe erst mal zwei Kolleginnen, die mich einarbeiten, dann wäre ich auch entsetzt, wenn Arbeit und Arbeitsumfeld ganz anders aussehen als gedacht und ich vollständig auf mich allein gestellt bin und mir nach drei Tage bereits nahe gelegt wird das Unternehmen doch besser wieder zu verlassen.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
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16.08.2013, 11:41
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16.08.2013, 11:46
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
Ja selbstverständlich geht das, wenn man es will - wenn beide es wollen.
Der Chef muss die Karten auf den Tisch legen, was wirklich los ist und was er wirklich will und die TE muss diese Mal genau zuhören und genau nachfragen.
Denn die Weigerung sie probearbeiten zu lassen (in einer Stellung in der das normalerweise kein Problem wäre) deutet darauf hin, dass er seiner vorherigen Mitarbeiterin nicht gesagt hat, dass es eine Nachfolgerin gibt und er genau wusste, es gibt keine Einarbeitung. Und er hat vielleicht den Job auch als leichter dargestellt als er ist, um die TE nicht abzuhalten es zu machen.
Und die TE hat sich abspeisen lassen und weder auf da Probearbeiten noch auf eine konkrete Jobbeschreibung bestanden, sondern sich von Versprechungen blenden lassen.
Ihm muss einfach klar sein, ein Mitarbeiter, den ich vernünftig einarbeite kann viel schneller produktiv arbeiten als einer, der sich mühsam erst alles zusammen suchen muss. Und ja, das kann ein tolle Job mit viel Gestaltungsfreiraum sein - wenn sie sich da durch beißt.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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16.08.2013, 12:42Inaktiver User
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
Ich denke, an dem problematischen Chef-Verhalten besteht kein Zweifel.
Aber Chef ist Chef und der wird sich nicht ändern.
Und er gibt die Kultur vor.
Man kann auch gut für problematische Chefs arbeiten, wenn man weiß, wie man sich zu verhalten hat.
Inhabergeführte (Handwerks-)Betriebe sind nunmal in der Regel keine strukturierten Unternehmen.
Und die Chefs sind normalerweise vom Handwerksfach und wollen einfach nur Entlastung für den kaufmännischen Kram.
Und wenn seine Frau Zeit hätte, würde sie die kfm. Arbeit wahrscheinlich selbst machen, ist ja oft so in solchen Betrieben. Dass sie jetzt genervt ist, weil sie oft gefragt wird, ist daher auch verständlich.
Da muss die TE sich jetzt einfach mal anpassen (oder gehen).
Ich wäre ja auch mehr dafür, die Chance zu sehen.
Kostet halt auch (Frei-)Zeit, sich einzuarbeiten, wenn man seine eigenen Fähigkeiten überschätzt hat.
Wer weiß schon, wie gut die Einarbeitung gewesen wäre. Hier gibt es auch haufenweise Stränge zum Thema "Kollegin lässt mich auflaufen", "arbeitet mich nicht richtig ein" etc.
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16.08.2013, 13:11Inaktiver User
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
Ich habe keine Ausbildung als Bürokauffrau .... Aber das, was die TE im Eingangsposting schildert, ist exakt das, was ich bei einer solchen Stelle erwarten würde. Sie muß Rechnungen schreiben - wirklich, "extrem überraschend" bei einem kleinen Handwerksbetrieb.
Und ein Großteil ihrer Klagen geht über die Komplikationen von Word - also sorry, wenn ich das sehr deutlich sage: Das ist doch ein Armutszeugnis für eine ausgebildete Bürokraft !
Ich bin das nicht und hatte noch nie eine Schulung in Word - trotzdem kann ich damit umgehen.
Davon würde ich bei AN, die das Unternehmen verlassen, NIE ausgehen .... Die werden gerne mal "krank" , haben noch Urlaubsansprüche oder lassen den Nachfolger auflaufen.und
wenn die TE davon ausgehen konnte, dass sie (sechs) Wochen jemanden als Ansprechpartner hat
Die langjährige MA hat selbst gekündigt (Eingangspost) + das eine Auszubildende nach Ausbildungsende geht, finde ich nicht ungewöhnlich.zwei Mitarbeiter ziemlich zeitgleich das Arbeitsverhältnis beenden
und
eine langjährige Mitarbeiterin quasi über Nacht (wie geht das überhaupt) an die Luft gesetzt wird
Für mich ist aus dem Eingangspost klar, das die TE die Nachfolgerin der Dame ist, die gekündigt hat.Wollte Chef schlicht Personalkosten sparen?
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16.08.2013, 13:17Inaktiver User
AW: Einarbeitungszeit im neuen Job?
Was aber nicht die Schuld des Chefs ist.
Lt. TE hat er ein extrem gutes Gehalt und sonstige Konditionen geboten. Dafür kann man auch eine gute Leistung erwarten.
Nicht eine Bürofachkraft, die nicht mit Word klar kommt und Kurse braucht.
Wenn seine Gattin ihr schon nach 2 Tagen nahe gelegt hat, wieder zur alten Stelle zurück zu gehen, spricht das leider Bände über ihre Performance ....


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