Hallo zusammen,
bei denen die auch, wie ich, unter schlechtem, stressigen Betriebsklima zu leiden haben, Druck, schlechter Bezahlung, etc. , so dass die Arbeit keinerlei Spass macht (ich gehe davon aus, es werden heutzutage nicht wenige sein): wie gut schafft ihr es, euch beständig zu motivieren um nicht völlig zu verzweifeln?
Hält euch der Gedanke "Hauptsache man hat überhaupt eine Arbeit heutzutage" aufrecht? Also ich finde, bei aller Dankbarkeit,
man braucht schon ein ganz schön dickes Fell und wenn man es nicht hat.....
Nach vielen, vielen Bewerbungen und einem Vorstellungsgespräch vergangene Woche habe ich gestern leider wieder eine Absage erhalten. Seufz, ich hatte so gehofft....Na, da kann heute bestimmt auch jeder zweite ein Lied von singen. Mein Kollege meinte daraufhin heute zu mir, "wenn du etwas nicht ändern kannst, lerne es zu lieben". (sprich - meinen jetzigen Job)
Was haltet ihr von dem Spruch? Erst habe ich gedacht, ja red du mal.. aber so unrecht hat er natürlich nicht. Nur, es sagt sich so leicht :-(
Zudem meint er, dass mir wahrscheinlich auch der Ausgleich fehlt, da ich -geschiedener Single ohne Kinder- meistens zu Hause hocke und nichts erlebe und somit kein Privatleben habe zum Ausgleich und Auftanken. Auch da ist wohl was dran.
Wie tankt ihr auf, wie motiviert ihr euch selbst?
LG, Sofia
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05.10.2006, 19:58
Selbstmotivation bei "frustigem" Job
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06.10.2006, 08:10Inaktiver User
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Ich denke, in Deiner Situation solltest Du mit Sport anfangen. Als kinderloser Single habe sogar ich das hingekriegt
(damals....). Ein "zünftiger" Hüpfkurs, eine Runde Spinning, 30 Minuten Rudergerät oder 1000 Meter richtig schwimmen (nicht plantschen und ohne Pause) können da schon was bewirken, denn man ist a) konzentriert abgelenkt und b) kann man den Frust rauspowern. Und c): man fühlt sich auch noch besser danach. Und d): auch die Wochenenden gehen schneller vorbei.
Wenn das alles nichts hilft, hilft m.E. nur noch ein Jobwechsel. Ich finde, man verbringt soviel Zeit am Arbeitsplatz, da sollte die Arbeit wenigstens nicht krank machen. Viel Glück bei der Suche !
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06.10.2006, 09:05Inaktiver User
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Hey, das ist mein Thread!

Am Anfang mochte ich meinen Job. Dann kam der Druck, und eine Zeit lang - ein, zwei Jahre - hat mein Privatleben darunter gelitten. Ich konnte schlecht schlafen, schleppte Sonntags oft schon schlechte Gedanken mit mir rum, habe nachts mit den Zähnen geknirscht. Dann habe ich nach und nach mein Engagement zurückgeschraubt. Heute mache ich den Job ohne gesundheitliche oder psychische Probleme. Ich mache ihn ganz gut, aber ich mache ihn ohne Liebe. Die Motivation ist bei manchen Projekten da, bei der täglichen Routine ist sie nahe Null.
Vielleicht sollte ich auch versuchen, "es zu lieben". Vermutlich würde das mir und meiner Arbeit guttun. Aber ich sage dir, warum ich mich nicht darum bemühe: Weil es mich verbiegen würde. Weil es mir die Hoffnung nehmen würde, irgendwann etwas zu finden, was ich wirklich gern mache. Ich suche seit geraumer Zeit nach etwas anderem (habe auch erst kürzlich eine knappe Absage nach einem vielversprechenden Vorstellungsgespräch gehabt *seufz*).
Und ich schaffe mir eine Freizeit, die mir Erfüllung schenkt. Erst habe ich ein altes Haus saniert. Dann habe ich, wie Piggy das vorschlug, im letzten Jahr zwei neue Sportarten begonnen. Ich versuche, in meiner Freizeit kreativ zu sein. So versinke ich nicht in Lethargie und Tatenlosigkeit, bis ich dieses Tal der unmotivierten Arbeit durchschritten habe.
Es gibt etwas besseres für mich, und irgendwann werde ich es finden. Und du bestimmt auch!
Grüße, Cariad
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06.10.2006, 14:28Inaktiver User
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Schönes Posting, Cariad.
Ich hab da einen wunderschönen Spruch von einer Freundin: "Ich überleg mir einfach, wat ich Schönes davon kaufen geh!" Hat Cindy Crawford übrigens auch mal so gemacht: Bei nicht so guten Fotoshoots überlegt, wieviel sie jetzt in der Minute verdient und so.
Ich bin der Meinung: Irgendwas MUSS an einem Job stimmen. Geld ODER Projekt ODER soziales Umfeld ODER Anerkennung von außen.
Wenn das ALLES nicht stimmt - hm.
Ich kenne einige in meinem Umfeld, die sich mit schlechten Jobs abgefunden haben und denen das NICHT gut tut. Ich finde es z.B. beängstigend, wenn man auf einmal Gründe dafür findet, schlecht behandelt zu werden.
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06.10.2006, 14:29Inaktiver User
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Zum Thema, Sofia.
Also, ich suche mir immer was außerhalb. Eine ehrenamtliche Tätigkeit, Kultur, ein zusätzliches Projekt etc. Und die Frage an Dich - "musst" Du beschäftigt sein, um ausgefüllt zu sein?
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06.10.2006, 14:41
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Love it, change it or leave it ... trifft es besser. Ich glaube nicht, dass man lernen kann etwas zu lieben, dass einen fertig macht. Mir geht es im aktuellen Job jedenfalls so und ich suche auf Biegen und Brechen einen Ausweg.
Ich finde es Selbstverrat, wenn man anfängt, Gründe zu suchen, um etwas oder jemanden lieben zu lernen - und damit nicht akzeptabel. SChliesslich möchte ich mir auch in 50 Jahren noch im Spiegel ins Gesicht gucken können.
Also: Alternative freudige Dinge suchen ausserhalb des Jobs, dabei Kontakte knüpfen und schliesslich u.a. darüber neuen Job finden.
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06.10.2006, 22:45
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Vielen Dank für eure Antworten!
Ich kann euch eigentlich in allen Punkten nur recht geben und bin froh, dass ihr es genauso empfindet (z.B. was den Punkt mit dem Verbiegen betrifft).
Ich "muss" eigentlich privat überhaupt nicht beschäftigt sein, im Gegenteil, ich bin am liebsten alleine (zeigt sich auch sportlich - gehe am liebsten alleine walken/joggen). Ich denke aber, dass soziale Kontakte wichtig sind - mit anderen gemeinsam lachen, etwas unternehmen um mal rauszukommen etc. Da muss ich mir einfach mehr Mühe geben. Zudem stimme ich Akademikerin zu, dass soziale Kontakte im günstigsten Fall auch zu einem neuen Job führen können. Vitamin B macht heute sehr viel aus. Mein letztes Vorstellungsgespräch ist durch die Vermittlung einer Freundin zustande gekommen, wenn nun auch leider nichts drauss geworden ist.
Ihr habt mir jedenfalls nochmal Mut gemacht, nicht aufzugeben vielleicht doch noch eine Stelle zu finden, bei der ich eines oder mehreres finden werde in Richtung Geld/Anerkennung etc. und vor allem eine Tätigkeit die mir liegt und Spass macht und nicht zu glauben, es würde evtl. alles nur an mir und einer falschen Einstellung liegen.
Schönes WE wünscht Euch Sofia!
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09.10.2006, 16:45
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Beruflich stecke ich in einer ganz ähnlichen Situation. Ich kann mich einfach nicht mehr motivieren, morgens auszustehen und zur Arbeit zu fahren. Das liegt vor allem daran, dass ich die meiste Zeit alleine bin (meine Chefin und einzige Kollegin macht sich sehr rah) und das Arbeitsaufkommen in den letzten Monaten ist drastisch gesunken. Es gibt keinerlei Herausforderung mehr und die Motivation schwindet zunehmend.
Natürlich tut ein Ausgleich in der Freizeit gut. Ich mache viel Sport und habe eine tolle Beziehung. Aber das ändert nicht viel an meinem beruflichen Frust. Sobald das Wochenende rum ist, schwindet meine gute Laune. Deswegen suche ich seit 2 Monaten eine neue Stelle. Und ich habe grundsätzlich die Einstellung, dass man einen Job findet, wenn man fleissig sucht und hoch motiviert ist. Eine Alternative gibt es für mich einfach auch nicht.
Es dauert sein Weilchen, aber es wird - ganz bestimmt.
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15.10.2006, 11:41
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Hallo Sofia,
also: Mir geht es genauso wie Dir. Schlechte Bezahlung, keine Aufstiegschancen und der Betrieb wird in den nächsten Monaten auch noch seinen Standort verlegen, so dass ich dann AL wäre.
Was mich persönlich motiviert, ist der Gedanke, dass ich auf eine Selbständigkeit hin arbeite, von meinem knappen Gehalt noch ein paar Euros spare, um diesem Ziel näher zu kommen.
Die Idee, sich einen neuen, besser bezahlten Job zu suchen ist zwar gut gemeint, aber wegen der schlechten Jobsituation für die meisten von uns gar nicht realisierbar. Warum also nicht erst einmal im Nebenjob Selbständig machen und schauen wie es läuft um dann später vielleicht seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten????
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt... so mein Motto.
In diesem Sinne ... Schöne Grüsse.
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16.10.2006, 20:59Inaktiver User
AW: Selbstmotivation bei "frustigem" Job
Hallo,
dies scheint auch mein Thread zu sein.
ich bin jetzt seit 6 Jahren in der gleichen Firma tätig und hab heute eine Abmahnung kassiert, nach der man glauben könnte, ich sei auch am nicht vorhandenen Weltfrieden schuld! Wie Cariad es beschreibt, war es auch bei mir. Die ersten 2 Jahre war alles klasse, ich wurde mit vielem betraut, was außerhalb meiner Stellenbeschreibung lag, entwickelte mich zur linken und rechten Hand der Chefs (2 Stück, Vater & Sohn, Choleriker und Sarkast). Dann wurde ich das erste Mal länger krank (2004 Knieoperation) und der Druck ging los. Das zweite Mal war diesen Sommer (Carpaltunnel-OP). Es verging kein Tag, an dem ich nicht mindestens 20mal mit den Kollegen telefonieren oder mailen mußte, mit links im Einfingersystem, denn rechts lag ja in Gips, um die Not am Mann zu lindern. Ganz zu schweigen von den vielen Nacht- oder WE-Schichten in all den Jahren. Der Druck steigt ständig im Unternehmen, hausgemacht durch die Geschäftsleitung. Die Motivation fast aller dort ist auf dem Tiefstpunkt, auch meine, dazu gesellt sich Unzufriedenheit und Misserfolge und der Sturz in den Abgrund ist perfekt. Mich jeden Morgen aufs Neue zu motivieren, fällt mir echt schwer. Da ich jemand bin, der offen seine Meinung sagt, habe ich heute die Quittung dafür bekommen mit der Androhung der Kündigung. Jetzt reichts endgültig, da hilft auch kein Versuch mehr, diese Tätigkeit zu lieben, die mir eigentlich mal vor langer Zeit schon sehr viel Erfüllung gegeben hat. Die Bezahlung ist unterste Schublade, 24 Tage Mindesturlaub und die Tritte in den Allerwertesten gibt es täglich mehrfach gratis. Erfolge werden gleich mit einer Vielzahl von Misserfolgen hochgerechnet, wie soll da jemand nicht unzufrieden, lustlos, muffig werden? So, dieser Frust nach dem Knaller heute mußte mal raus. Danke fürs Zuhören.
Viele Grüße an alle Jobgefrusteten,
Dragonfly29


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