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    wie geht es heutzutage beim arbeitsamt zu?

    hallo!

    mein befristeter vertrag läuft zum 1.10 aus ohne weiterbeschäftigung und ich hab gehört, daß das arbeitsamt inzwischen ziemlich gnadenlos ist.

    ich hab seit februar eine mündliche zusage bei einer behörde, da läuft aber immer noch das x-te widerspruchsverfahren und ich hab immer noch nichts schriftliches. behörden haben ja bekanntlich zeit (bewerbung war im oktober nur so nebenbei).

    im juli muß ich mich beim AA melden. was mir da blüht, erzählte mir ein freund, der grad im januar seinen alten job (absichtlich) gekündigt hat um nach berlin umzuziehen und noch etwas urlaub zu machen (hat finanzielles polster) und dann in ruhe nach was neuem zu gucken. 3 monate sperre hatte er natürlich.

    von wegen in ruhe. von anfang an viel druck, dauernd zum rapport antanzen, auch gern 3x die woche. auf jedem schrieb steht, daß einem beim kleinsten fehlverhalten sofort das ALG gekürzt wird und es gibt direkt beim ersten termin einen stapel stellenanzeigen mit, auf die man sich schriftlich bewerben muß. per email verboten, auch nicht bei it-jobs wie bei meinem kumpel. daher immer mit teurem paßbild und per briefpost. bewerbungskosten werden nicht ersetzt. er mußte sich auf jeden sinnlosen job bewerben, auch wenn dort klar hochschulabschluß gefordert war und er hat nur realschule. zudem ist er 80% schwerbehindert, hat auch keinen interessiert.

    ich fürchte, daß die mich auf biegen und brechen in den erstbesten leiharbeiterladen zwingen werden für 5€/h (bin selbst it-fachkraft) und dann bin ich für die raus aus der statistik. ob die stelle adäquat ist, scheint nicht relevant zu sein. aus der schublade komme ich ja nie wieder raus. und wie soll ich zu neuen vorstellungsgesprächen, wenn ich irgendwo anfangen mußte?

    vor ein paar jahren war ich schonmal ein paar monate arbeitslos, aber da gab es so ein theater nicht.
    wie sind so eure erfahrungen?

    danke!

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    AW: wie geht es heutzutage beim arbeitsamt zu?

    Meine Erfahrung im letzten Jahr: was Dein Freund mit der Arbeitsagentur erlebt hat, ist mir Gott sei Dank erspart geblieben. Ich musste nur einmal zu Beginn meiner Arbeitslosigkeit dort "antanzen" und das Gespräch war eigentlich ganz nett. Ansonsten gab es nur schriftlichen oder email-Verkehr. Ich musste z. B. meine Bewerbungsbemühungen tabellarisch nachweisen und konnte das per email senden. Habe nur spärliche Vermittlungsvorschläge (natürlich sämtlich Zeitarbeitsfirmen) erhalten, die auch nur seltenst gepasst haben. So wurde mir z. B. ein Studentenjob auf 400-Euro-Basis vorgeschlagen. Ähm, bin etwas über 40 und mit Studium kann ich auch nicht dienen. Du musst in der Anfangszeit auch nicht jeden angebotenen Job annehmen, der eindeutig unterbezahlt ist.

    Also, ich würde mich an Deiner Stelle nicht verrückt machen. Die Erfahrungen, die Dein Freund leider gemacht hat, sind glaube ich nicht an der Tagesordnung.

  3. Inaktiver User

    AW: wie geht es heutzutage beim arbeitsamt zu?

    vielleicht hatte dein Kumpel einfach Pech, oder er wurde "hart rangenommen", weil er freiwillig gekündigt hatte?!

    ich hatte ein Gespräch, in dem mir 3 Vorschläge unterbreitet wurden und wir haben uns auf eine Menge an Bewerbungen pro Monat geeinigt, die ich schreiben muss (10 oder so). nächster Termin wäre 5 Wochen später gewesen - bis dahin hatte ich aber schon längst wieder einen Job.

    einzig negativ: ich musste im nachhinein das ALG für den Monat zurückzahlen, weil mein alter AG mti seiner Kündigungsfrist nicht durchgekommen ist und dann doch noch einen Monatspäter bezahlt hat. soweit so klar - allerdings kam kein nettes SChreiben "Sie haben ja doch GEhalt bekommen, bitte überweisen Sie uns daher das gezahlte ALG auf folgendes Konto" sondern "Sie haben zu unrecht ALG erhalten, sofort Stellungnahme abgeben" - Kontonummer zur Einzahlung wurde mir dann doch schon ganze 8 Wochen später genannt....

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    AW: wie geht es heutzutage beim arbeitsamt zu?

    Hallo,

    komisch, an was für einen Arbeitsvermittler dein Freund da geraten ist.

    Ich bin regelmäßig aufgrund von befristeten Arbeitsverträgen arbeitslos. Im Normalfall habe ich einen Termin am Anfang und den nächsten drei Monate später. Bewerbungen muss ich in dieser Zeit 12 Stück schreiben. Über die Form (Papier, E-Mail oder Online) haben wir nie diskutiert. Per E-Mail ist ja inzwischen die Norm. Papierbewerbungen will nur noch der öffentliche Dienst oder Unternehmen, die sich daran anlehnen. Für E-Mail-Bewerbungen werden natürlich keine Kosten ersetzt.

    Die Vermittlungsvorschläge sind oft der totale Blödsinn. Ich habe mal ein Vermittlungsvorschlag bekommen für eine Speditionskauffrau-Stelle mit entsprechender Berufserfahrung. Diese Ausbildung habe ich nicht und die entsprechende Berufserfahrung schon gar nicht.

    Bezüglich der Schreiben der Agentur für Arbeit: Die werden automatisch per Formtext generiert und damit keiner klagen kann, werden alle wichtigen Paragraphen reingeschrieben.

  5. Inaktiver User

    AW: wie geht es heutzutage beim arbeitsamt zu?

    So wie dein Freund es erlebt hat, kenne ich es auch nicht. Auch ich bin seit einigen Jahren nur noch in befristeten Arbeitsverhältnissen und muss mich dann immer melden. Ich gehe hin, werde Arbeitssuchend gemeldet, bekomme einen Termin zum Arbeitsvermittler, der mir allerdings keinen Schritt weiter hilft und noch einen Termin zur Arbeislosmeldung. Wirklich engagiert zeigt sich in meiner Arbeitsagentur keiner, ich kümmere mich mehr oder weniger immer selbst darum, wieder unterzukommen und das klappt auch meistens.

    Meiner Schwester ist mal das Beste schlechthin passiert: Hat einen Job kündigen müssen, weil der Chef ihr den eingereichten und schon genehmigten Urlaub für die Herbstferien zwei Tage vorher gestrichen hat. Auf ihre Beschwerde, dass das doch nicht sein kann, sie habe niemanden für die kinderbetreuung grinste er hämisch und meinte, wenn sie das nicht macht, dann könne sie ihre "privilegierten" Arbeitszeiten vergessen. Sie hat bei einem bekannten großen Textildiscount als Verkäuferin gearbeitet und die mündliche Zusage erhalten, Vormittags und nur bis zu einer gewissen Zeit Nachmittags zu arbeiten wegen der drei Kinder. Im Arbeitsvertrag stand aber flexibel und darauf hat sich der Chef, der dann am Drücker war berufen.

    Sie musste sich dann für die Ferien krank melden, weil keine Kinderbetreuung und hat den Job gekündigt, da sie kleine Perspektive mehr hatte, bis Abends 21:00 Uhr zu arbeiten ging nicht. Die Arbeitsagentur hat nach zähem Ringen eingesehen, dass sie keine Wahl hatte und sie wurde tatsächlich nicht gesperrt, das kommt nur selten vor, aber immerhin. Sie wollte sich dann gerne zur Altenpflege Assistentin ausbilden lassen, aber die Agentur hat das erst mal verneint und darauf bestanden, dass sie sich um Arbeit kümmert, bevor da was finanziert wird. Also hat sie sich ein Jahr lang im Einzelhandel beworben und in die Bewerbung sofort ihre drei Kinder platziert, wegen denen sie nur in der Zeit zwischen 8:00 und 16:00 Uhr arbeiten könne - leider, leider. Sie bekam wenn überhaupt eine Antwort, nur Absagen. Einmal immerhin eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, ist aber auch im Sande verlaufen. Als alles an Läden, die inseriert hatten abgegrast war und sie nach einem Jahr als Langzeitarbeitslose galt, hat sie ihre Ausbildung bezahlt bekommen und arbeitet heute im Altersheim zu Uhrzeiten, die passen. Dafür muss man starke NErven haben, aber es könnte sich auch lohnen.

    Ich selbst wollte nur noch Teilzeit wie sonst auch arbeiten, vom Amt kamen aber generell Jobangebote für Vollzeitstellen, gerne in meinem erlernten Beruf als Friseurin, da könnte ich Vollzeit wegen meiner Knochen schon nicht mehr mithalten...

  6. User Info Menu

    AW: wie geht es heutzutage beim arbeitsamt zu?

    Ich habe wegen verschiedener Wohnorte über 15 Jahre und ebenfalls befristeter Jobs verschiedene Arbeitsämter erlebt und ganz unerschiedliche Anforderungen und Stile.
    Am besten bin ich gefahren, wenn ich schon beim ersten Gespräch mit der Vermittlerin eine Liste von Unternehmen dabei hatte, bei denen ich mich kürzlich beworben hatte und als nächstes bewerben wollte. Wenn ich etwas in Aussicht hatte, so wie Du jetzt, kam das immer besonders gut an und ich wurde einige Zeit in Ruhe gelassen.
    Da Dein Vertrag noch gut vier Monate läuft würde ich mir heute noch keinen Kopf machen. Pünktlich drei Monate vor Ablauf beim Arbeitsamt melden und gut iss. Bis Du da zum ersten Mal vorgeladen wirst ist vermutlich mit dem neuenn Job alles unter Dach und Fach.
    Ach ja, bei schriftlichen Bewerbung kann man Kostenübernahme beantragen, auch schon bevor die Arbeitslosigkeit eintritt. Das ist eine freiwillige Leistung des Arbeitsamtes, kann aber klappen.

  7. 02.06.2013, 09:05

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