Wenn du seine gesamte (!) Stundenvorbereitung übernimmst, und er es immer noch nicht rafft -
was genau ist sein Job?
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26.10.2012, 14:52Inaktiver User
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
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26.10.2012, 21:11
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
So - erst mal muss ich wohl klarstellen, was schon gelaufen ist:
1) Er hat von mir ein Vierteljahr vor Unterrichtsbeginn (er ist neu an der Schule) meine kompletten Unterrichtsvorbereitungen samt Lösungen digital (als Worddokumente) bekommen, d.h. er kann rumkopieren, ändern etc. oder die Sachen einfach so hernehmen. Das ist nichts ungewöhnliches an meiner Schule sondern Usus, dass Arbeitsblätter etc. weitergegeben werden.
2) Ich bereite natürlich nichts für ihn vor in dem Sinne, dass ich kopiere oder korrigiere oder andere Materialien besorge.
3) Wir arbeiten parallel, also im gleichen Fach, nur in verschiedenen Klassen. Er ist "normaler" Lehrer, hat das Fach auch studiert.
4) Er hat voriges Jahr in einem Drittel des Unterrichts in meinem teilgenommen (nennt sich Co-Teaching), d.h. wir haben die fachpraktischen Übungen gemeinsam durchgeführt, damit er langsam reinkommt.
5) Auch andere können ihm helfen, aber: erster Ansprechpartner bin halt blöderweise ich, weil ich halt das Gleiche unterrichte.
Und ich finde, das reicht jetzt so langsam. Es geht mir auch nicht darum, dass ich das nicht weiß. Oder ihm das nicht sagen kann.
Sondern eher um die "Peripherprobleme":
1. Was kann die Chefin denn- rein rechtlich gesehen - überhaupt an Einsatz verlangen? Kann sie - theoretisch - von mir fordern, dass ich mich 2 Stunden die Woche mit ihm hinsetze? Selbst eine Stunde die Woche (wie oben schon erwähnt) summieren sich über das Jahr auf eine ganze Arbeitswoche auf! Und ich habe an der Schule noch ein paar andere Nebenjobs...
2. Was sage ich der Klasse bzw. wie reagiere ich? Ich unterrichte seine Klassen auch und die Schüler spüren natürlich fachliche Inkompetenz (dazu kommt noch ein - nun ja - gewöhnungsbedürftiger Unterrichtsstil, aber das ist ja seine Sache). Bis jetzt kann ich Diskussionen noch abwimmeln, aber ich merke natürlich, dass die Klassen ihn nicht ansatzweise ernst nehmen, mir dann tw. fachliche Fragen stellen, ich antworte und es kommt dann so was wie: "Der Herr .... hat das aber nicht gewusst!"
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26.10.2012, 21:31
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
ok, dann versuche ich zu sortieren.
du wurdest gebeten, jemandem zu helfen, der aber steht durch völliges unterlassen von eigenengagement auf der bremse.
dadurch wird die last der verantwortung für dich grösser. du sollst jemanden pushen, der bremst.
du sollst den, den du selbst als inkompetent und desinteressiert bis passiv erlebst, wenn die schüler den gleichen eindruck haben, noch verteidigen um kollegial zu sein.
dieses problem kann nicht auf der gleichberechtigten ebene gelöst werden.
fazit ist, du hättest gerne fachlichen rat gegeben, du bist aber kein motivationstrainer, dir fehlt einfach die fachliche ausbildung dazu. bitte deine chefin, dass sie ihm einen motivator beistellt.
Geändert von legrain (26.10.2012 um 21:40 Uhr)
lg
legrain
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26.10.2012, 21:36Inaktiver User
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26.10.2012, 21:39
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
du bist kein übungslehrer, hast nicht die befähigung hospitanten auszubilden.
sollte das gewünscht werden, bräuchtest du entsprechende besoldung des nachhilfeunterrichts plus der vorbereitungdszeit, plus eine möglichkeit der leistungsfeststellung im team, sowie anleitung durch einen verantwortlichen der pädagogischen hochschule, oder wie das bei euch heisst.
ein starkes argument ist noch, dass die schüler bemerken, dein interesse ist sehr stark an die lernbedürfnisse des kollegen gebunden, sie reagieren darauf so....
es ist nicht möglich auf dauer deiner eigentlichen aufgabe gerecht zu werden, wenn du währenddessen ein sehr forderndes ehrenamt zu erfüllen hast.
lg
legrain
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26.10.2012, 21:40
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
Ich denke, dass bringt mein Hauptdilemma auf den Punkt.
Weitere Schwierigkeit: Eine andere Kollegin hat ihn schon einmal unter vier Augen angesprochen - nachdem sich Schüler bei ihr über ihn beschwert haben, nicht wegen fachlicher Mängel, sondern einer Aussage den Schülern gegenüber a la "Ihr seid doch eh zu doof hierfür!".
Ich muss aber dazu sagen: ich war nicht dabei, kann also nicht beurteilen, wer was gesagt habt.
Aber sie musste hinterher zu Chefin wegen Mobbingvorwürfen.
Ich will kein Kameradenschwein sein - aber ich stehe in dieser sache innerlich einfach auf der Seite der Schüler.
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26.10.2012, 23:28
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
arbeite an deiner sprache.sage nicht nicht, du stehst auf seiten der schüler, das würde dir als unkollegiales verhalten ausgelegt werden.
sage es wie vor gericht.
du hast selbst den kollegen als einerseits fordernd, und andererseits wenig verantwortungsvoll in der bereitschaft zum kompetenzerwerb erlebt. sein verhalten insgesamt spaltet.
bitte doch mal ras-le-bol in den strang, sie kann hier gut helfen.lg
legrain
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27.10.2012, 08:33Inaktiver User
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
Unglaublich, die armen Schüler und armes Deutschland ! Hoffen wir mal alle, dass in anderen Berussparten (Medizin) weniger unfähige ihr "Handwerk" ausüben. Mich gruselt es gerade und die Schulen vertuscheln mal wieder. Horror !
Zur Sache kann ich nichts beitragen. Gibt es keinen Lehrerrat ?
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27.10.2012, 13:27
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
5% vielleicht - so hoch schätze ich mal den Anteil derer, bei denen im Lehrerberuf wirklich Hopfen und Malz verloren ist. Aber ich denke, solche Kollegen, bei denen man eher froh sein kann, wenn sie krank sind, weil sie dann wenigstens keine Fehler machen und sinnfrei im Weg stehen, die kennt wohl jeder in jedem Beruf.
Lehrerat gibt es nciht - nützt mir ja auch nichts, ich muss mit ihm leben, die Schüler müssen mit ihm leben. ich kann mich nur irgendwo mal abgrenzen.
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27.10.2012, 13:30
AW: Wie viel Hilfe kann verlangt werden?
Ich hatte ja auch geschrieben, dass ich dass "innerlich" zu mir sage. Nein, ich äußere so etwas natürlich nicht gegenüber den Schülern.
Aber frei nach Watzlawik "Man kann nicht nicht kommunizieren" - ich habe durchaus clevere Schüler in den Klassen sitzen, die merken es, wenn Basiswissen fehlt (und nein, die erwarten auch nicht, dass ein Lehrer ALLES und sofort weiß).


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