Hallo zusammen!
Wie sehr engagiert ihr euch für euren Job? Wann ist eure persönliche Belastungsgrenze erreicht? Gebt ihr IMMER euer bestes???
Ich habe das Gefühl, dass die meisten Menschen, die ich kenne, nicht gerne zur Arbeit gehen. Trotzdem engagieren sie sich sehr für ihren Job: gedanklich, zeitlich, emotional.
Ich habe mir das lange angeguckt, dann aber beschlossen (auch aus der Erfahrung, dass eine mir sehr nahestenende Person auf Grund der willig auf sich genommenen Belastungen ein Burnout hatte) - relativ "relaxt" an die Sache heranzugehen.
Ergo: ich gebe erstmal nur circa 70%, warte ab, was passiert. Wenn ich einen auf den Deckel kriege, ok, dann streng ich mich auch etwas mehr an. Dabei geh ich auch davon aus, dass es am Anfang sowieso normal ist, Fehler zu machen.
Soviel zu meiner Einstellung, mal ganz grob umrissen.
Es scheint ganz gut zu funktionieren - zumindest an einem Burnout werde ich wohl erstmal nicht leiden. Nichtsdestotrotz habe ich manchmal einfach Angst, dass ich von anderen abgehängt werde, die einfach alle Energie in den Job stecken - und dabei kreuzunglücklich sind!!!
Besonders aufgefallen ist mir das bei den jetzigen Bachelor-Absolventen. Da wird wirklich nichts kritisch hinterfragt, die servieren sich und ihr Können auf dem Silbertablett...
Wie schafft ihr es, eine "gute Basis" für euren Beruf zu entwickeln?
Ich möchte noch mal betonen, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich tu zu wenig.
Aber auf die andere Seite der Medallie möchte ich auch nicht rutschen!!!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 44
Thema: Engagement im Job
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11.08.2012, 14:10
Engagement im Job
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11.08.2012, 15:02
AW: Engagement im Job
Hallo Susisa,
interessantes Thema
Ich würde mich als ziemlich engagiert beschreiben, mir macht meine Arbeit Spaß (meistens jedenfalls, natürlich gibts auch mal Tage oder Situationen, die nicht so dolle sind) und ich bringe mich dort gerne ein. Allerdings gibts auch für mich gewisse Grenzen. So versuche ich z. B. nach Feierabend grundsätzlich nicht mehr zu arbeiten und auch am Wochenende nicht (klappt ganz gut, es gab allerdings auch schon andere Zeiten, in denen ich abends oft bis 9 oder 10 saß und am Wochenende auch
). Dafür ist es für mich z. B. selbstverständlich, dass ich den Rechner an habe, wenn ich krank zuhause bin (eh selten) und auch für Kollegen ansprechbar bin und "das Nötigste" am Laufen halte ...
Ich kann Deine Einstellung schon irgendwie verstehen, auch wenn sie nicht meine ist. Dir ist ein entspanntes Leben vermutlich wichtiger als eine große Karriere, das ist doch ok! Was ich allerdings definitiv einkalkulieren würde, ist, dass Deine engagierten Kollegen tatsächlich an Dir vorbeiziehen werden.
Bei uns gibt es auch Kollegen, die sich - sagen wir mal - "kein Bein ausreissen
", aber das sind dann halt auch nicht die, die gefragt werden, wenn es eine höhere Position zu besetzen gibt. Solange sie das gar nicht wollen und sich freuen, dass sie ihr regelmäßiges Einkommen haben und um 17 Uhr Feierabend machen können, finde ich das auch ganz in Ordnung.
Kritisch wirds meiner Meinung nur dann, wenn diese Kollegen dann nicht verstehen, dass bei Beförderungen, Gehaltserhöhungen & Co. eben die engagierteren Kollegen das Rennen machen - da frag ich mich schon, woraus sie ihren Anspruch ableiten ...
Achja, und ich wäre ein bißchen vorsichtig mit Einstellungen à la "Fehler machen am Anfang ist doch eh normal". Das klingt für mich a bisserl arg lässig. Natürlich wird einem niemand den Kopf abreissen, wenn mal ein Fehler passiert, aber ich würde trotzdem versuchen achtzugeben, dass keine Fehler passieren. Seinen Ruf hat man ganz schnell weg und wenn man erst mal als "der Schussel, der ständig Fehler macht" bekannt ist, ist das meiner Meinung nach nicht gerade förderlich
Lieben Gruß vom
Wassernixlein
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11.08.2012, 19:58
AW: Engagement im Job
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11.08.2012, 20:12Inaktiver User
AW: Engagement im Job
Als ehemalige Miss 200-Prozent mit diversen Burn-Outs kann ich nur sagen: die Einstellung von Suisia kllingt sehr gesund.

Sie hat ja nix davon geschrieben, dass sie eine grosse Karriere anstrebt.
Ich geh übrigens wirklich gerne zur Arbeit und habe einen wundervollen Job und Vorgesetzte, von denen ich einen Rüffel kriege, wenn ich nach Feierabend noch was tu.
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11.08.2012, 20:36
AW: Engagement im Job
Hm. Ich arbeite gern. Aber nur, wenn ich auch 100 % geben kann, sonst wird mir eher langweilig.
Natürlich gibts auch mal Zeiten, wo ich nicht voll gefordert bin. Die sind entlastend nach Arbeitsphasen, in denen ich jede Sekunde voll da sein muss und will. Ich mag auch die Zeiten, in denen ich abends zu Hause noch stundenlang sitze, wenn sie nicht zum Dauerzustand werden. Da muss mal ein Antrag noch fertig werden oder ein Bericht bis zum Tag x stehen.
Was ich nicht mag, sind Tage oder Wochen, in denen ich nur "Kram" mache - Endlos-Gespräche, -Telefonate oder -Mails, die sich nicht um Inhalte, sondern nur um Verwaltungsgedöns oder Empfindlichkeiten drehen. Da habe ich abends das Gefühl, nichts geschafft zu haben und trotzdem pausenlos gearbeitet zu haben.
Allerdings habe ich auch die Fähigkeit, dass ich mit Verlassen des Büros die meisten Arbeitsinhalte völlig ausblenden kann, wenn nichts Außergewöhnliches anliegt. Dann bin ich wieder im privaten "Modus" und konzentrier mich erst morgens auf die nächsten Aufgaben.
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11.08.2012, 20:45
AW: Engagement im Job
Mich stresst es sehr, wenn ich eine Arbeit mache, die mich nicht interessiert. Ich bin gerne mit Herzblut bei der Arbeit und dieses Gerne-meine-Arbeit-tun trägt schon sehr zu einer Burnout-Prophylaxe bei. In Kürze bekomme ich mit einem Teil meiner Arbeitszeit eine neue Aufgabe übertragen, auf die ich mich total freue (einschließlich Gehaltserhöhung
).
Worauf ich aber achte: Dass ich Zeiten, in denen Überstunden notwendig sind, möglichst bald ausgleiche. Dass ich mein Privatleben mit interessanten Tätigkeiten und angenehmen Menschen fülle und Zeit für mich bleibt. Dass also Arbeit UND Privates Zeit und Raum findet. Aber ich sehe Arbeit nicht (immer, manchmal eben schon) als lästige Pflicht an, sondern bringe mich gern ein. Unter Wahrung meiner Leistungsgrenzen.Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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11.08.2012, 20:50
AW: Engagement im Job
Ich arbeite leidenschaftlich ungern. Aber da es nun einmal sein muß, mache ich natürlich auch etwas was mir auch Spaß macht.
Und wenn ich auch noch so ungern arbeite, so gebe ich durchaus 100 % und versuche immer meine Arbeit so gut und so perfekt wie möglich zu machen. Ich erwarte ja auch von meinem Arbeitgeber 100 % Gehalt, also kann er auch meinen vollen Einsatz verlangen. Natürlich gibt es auch mal die eine oder andere Überstunde, das läßt sich nicht immer vermeiden und solange es nicht zur Regel wird ist das auch ok.
Ich hatte auch schon Zeiten wo ich es übertrieben hatte, was dann auch zum Burn-Out führte.
Dennoch bleibt ein volles Engagement für übernomme Aufgaben ein klares Ziel meiner Arbeit. Nur achte ich jetzt mehr auf meinen Körper und meine Grenzen.
Eine Grenze gab es allerdings schon immer für mich, nach Feierabend, wenn ich krank oder im Urlaub bin, bin ich grundsätzlich nicht zu erreichen. So wichtig ist niemand. Sollte ich überfahren werden, wird man mich wohl auch kaum per Séance kontaktieren können oder wollen.
Ebenso bekommt kein Arbeitgeber meine Handynummer.
Nach nunmehr 33 Jahren Berufstätigkeit hatte ich damit auch noch keine Probleme.
Há gente que fica na história
Da história da gente
Ja zur EU
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11.08.2012, 21:06
AW: Engagement im Job
Interessant hier zu lesen.
Ich bin eine die immer 150% gab - mit der Konsequenz, dass ich nun in einen anderen Job gehe von dem ich mir erhoffe, dass 100% reichen.
In meiner Beurteilung steht "übertrifft die Erwartungen" schön, gell?
Zukünftig reicht es mir "den Erwartungen zu genügen" und dafür meinen Seelenfrieden wieder zu finden.Aber glaubst Du nicht, Fräulein, daß man Seeräuber und Eine-Wirklich-Feine-Dame gleichzeitig werden kann?
Astrid Lindgren / Pippi Langstrumpf
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11.08.2012, 22:50
AW: Engagement im Job
Hallo,
ich bemühe mich, meinen Job spannend zu finden, und mich immer wieder daran zu erinnern, was ich daran mag. Ich arbeite auch stetig daran, mich so zu positionieren, daß er spannend bleibt und ich genug Respekt kriege, daß ich nicht jedesmal springen muß, wenn irgendein Trottel "Frosch" sagt. Und ich sehe zu, daß ich immer eine Reserve zurückbehalte. Wenn ich immer 100% meiner geistigen und emotionalen Kapazität arbeite (und, nein, 120% *geht nicht*, das ist dummes Gerede, ich hab ja keinen Klon), und es gibt ein Problem, dann hab ich nichts mehr zum nachlegen. Also arbeite ich 70%, und wenn dann gerade mal alles schiefgeht, die Kollegen von der Grippewelle niedergestreckt, der Kunde in Panik und der Chef in Australien, dann habe ich noch Spielraum, um die Situation zu meistern.
Ich bin auch der Ansicht, daß wir gute Sachen machen und ich meine Fertigkeiten und Erfahrungen gut einsetzen kann, und daß der Job generell zu mir und meinem Temperament paßt. Nur das ständige Hü und Hott, das von der Firmenleitung kommt, läßt sich nur mit einer Großpackung Galgenhumor (und einer gewissen Akzeptanz der Absurdität menschlichen Strebens) ertragen.
Das belastet mich am meisten, daß man jahrelang an etwas arbeitet, das man wirklich spannend, wertvoll und nützlich findet, und das Management sich in sechs Jahre nicht dazu durchringen kann, sich wirklich mal dauerhaft (und nicht nur eine Sonntagsrede lang) hinter das Projekt zu stellen, und das Ding dann nach langem, zähen Leiden eingestampft wird. Da denk ich mir dann, "Der Weg ist das Ziel..." und hol' den Galgenhumor aus der Schreibtischschublade.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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11.08.2012, 22:51


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