Du hast nicht ganz unrecht. Führen ist erstmal nicht angesagt. Aber muss ich auch?
Wenn sich mir irgendwann nach Beendigung des Studiums eine unwiederstehliche Chance auf eine Führungsposition bieten sollte, mach ich gern mit. Aber ich muss nicht auf Teufel komm raus in irgendeinem Bereich Karriere machen, der mir keinen Spaß macht und mir nur Frust bringt. Dann belasse ich alles lieber bei dem, wie es jetzt ist.
Führen bei mittelmäßigem Spaßfaktor kann ich auch woanders mit besserer Bezahlung haben. Allerdings muss ich mich dann von dem kumpelhaften Arbeitsklima verabschieden.
Naja, jetzt im Moment ist es auch mal schön, keinen Plan zu haben und zu schauen, was sich in der nächsten Zeit ergibt. Bei mir war in den letzten Jahren alles durchgeplant, und dann auch immer schon für die nächsten 3 - 5 Jahre. Ich momentan bin zu abgekämpft, um eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Es ist Zeit, das Leben zu genießen. :-)
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09.08.2011, 20:29
AW: Wenig Anerkennung, viele Überstunden -Ich muss mich anderweitig selbst verwirklic
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10.08.2011, 07:57Inaktiver User
AW: Wenig Anerkennung, viele Überstunden -Ich muss mich anderweitig selbst verwirklic
Hallo Zulema,
toll, dass für Dich alles gut läuft. Ich kann Deine Haltung sehr gut nachvollziehen - ich hatte früher selbst eine Führungsaufgabe. Die habe ich lange, gern und gut ausgefüllt. Irgendwann ging es mir aber furchtbar auf die Nerven und habe mich beruflich umorientiert, weil ich das einfach nicht mehr wollte.
Das ist nun fast 6 Jahre her - und ich habe damals sehr schnell festgestellt, dass meine neuen Kollegen mir irgendwie "folgen" - sie fragten mich um Rat (obwohl ich in der Branche neu war), wollen immer gern mit mir arbeiten. Meine Chefs geben mir immer wieder Sonderaufgaben, die sie anderen nicht zutrauen.
Also, im Grunde bin ich schon wieder der Vorturner, aber irgendwie ist es anders. Und inzwischen bin ich auch wieder so weit, lieber wieder Führungskraft sein zu wollen. Mal schauen, ob da demnächst bei Gelegenheit mal was geht.
Aber wie auch immer: es muss nicht jeder nach "Höherem streben" und unbedingt die tolle Karriere machen - es muss auch genug gute!! Indianer geben. Ist doch ok!
Höre auf Dein Bauchgefühl, damit wirst Du Deinen Weg finden.
Alles Gute, Purpurn
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10.08.2011, 09:49Inaktiver User
AW: Wenig Anerkennung, viele Überstunden -Ich muss mich anderweitig selbst verwirklic
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13.08.2011, 00:16
AW: Wenig Anerkennung, viele Überstunden -Ich muss mich anderweitig selbst verwirklic
Ja, solche Leute kenne ich auch. Die setzen sich eine Art "Karrierelimit", arbeiten sich bis dahin hoch und bleiben dann in dieser Position. Warum auch nicht?!
Ist ganz witzig: Diejenigen, die mitbekommen haben, dass ich jetzt immer 4 Tage arbeite, finden das gut und hätten es am liebsten selbst auch so...
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13.08.2011, 10:46
AW: Wenig Anerkennung, viele Überstunden -Ich muss mich anderweitig selbst verwirklic
Beim Nachlesen dieses Stranges fallen mir drei Dinge ein:
Das erste und vielleicht wichtigste davon ist: Man muss herausfinden, welche Art der beruflichen Entwicklung gut für einen ist und was auch zu den eigenen Fähigkeiten passt. Wer nicht Führung übernehmen will - und die damit nun mal verbundene Macht und den Einfluss und auch die Verantwortung - der wird unter den "Nachteilen" solche einer Position leiden. Kein Gehaltssprung wird das wirklich ausgleichen können.
Die zweite Sache: Man sollte sich über die Konsequenzen klar werden, wenn man sich weigert, in einem Unternehmen die klassische Karriere zu machen, wenn sie einem angeboten wird.
Und die dritte? Nun, oft ist es hilfreich darüber nachzudenken, warum man denn um Himmels willen "Anerkennung" haben möchte. Und die dann noch von einem Chef, den man doch eigentlich sowieso für eine ziemliche Schnarchnase hält. Das kann enorm entlasten und die Überlegungen aus dem Bauch wieder in den Kopf zurückführen - auf eine sachliche Ebene stellen. Hilft oft dabei, wenn es darum geht, Überstunden zu begrenzen oder wenigstens auszugleichen (mit Geld oder Freizeit)!
Die Buchempfehlung - Marion Knaths, Spiele der Macht - ist übrigens wirklich gut. Das Buch macht Spaß und hilft zu veränderten Blickwinkeln, obwohl es nun nicht sooooo umfassend und tiefgründig das Thema behandelt. Aber es ist auf alle Fälle enorm praxistauglich!
Sabine Kanzler"So ist es besser, Genossenes zu bereuen als zu bereuen, dass man nicht genossen habe." (Casanova)


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