Hallo liebe Schreiberinnen,
ich habe ein Problem im Job und weiß nicht so recht weiter. Ich muss seit einiger Zeit öfters kurze Vorträge über bestimmte Themen halten, und das fällt mir sehr schwer. Ich bin unheimlich aufgeregt, bekomme einen roten Kopf, trockenen Mund und verspreche mich total oft. Das letzte mal war Ende letzter Woche, und es ist mir immer noch peinlich, als wäre es gerade 5 Minuten her. Am liebsten würde ich manchmal im Erdboden versinken…
Ich bin generell nicht der Typ, der besonders gerne vor einer größeren Menge Menschen redet, aber nicht immer macht es mir so viel aus wie an meiner jetzigen Arbeitsstelle. Ich bin in einem Verein ehrenamtlich aktiv, und dort fällt es mir nicht so schwer, vor anderen Leuten zu sprechen. Allgemein bin ich auch nicht gerade auf den Mund gefallen und gelte bei vielen Leuten als kommunikativ und schlagfertig. Ich musste z.B. bei einem Vorstellungsgespräch auch mal einen kurzen Vortrag halten, und der wurde von den Chefs dort sogar ganz gut bewertet.
In meinem jetzigen Job allerdings kriege ich es gar nicht auf die Reihe.Ich weiß nicht genau, woran es liegt, dass ich dort sooo nervös bin. Vielleicht ist es, weil ich selbst eher der natürliche und herzliche Typ bin, während in meinem Arbeitsumfeld die meisten Leute sehr professionell und „cool“ sind (oder zumindest erfolgreich so tun
). Mir fällt es sehr schwer, mir den Rede-Stil anzueignen, der bei uns üblich ist. Aber mein Chef erwartet das von mir, alles andere würde auch auffallen (und das vermutlich nicht angenehm).
Ich bin auch leider so ein Mensch, der sich von Arroganz schnell einschüchtern lässt. Ich wette, die meisten Leute, vor denen ich reden muss, sind auch nicht viel schlauer als ich – aber sie wirken oft so, und das reicht dann leider schon, um mich total unsicher zu machen.
Im Moment habe ich das Gefühl, dass es fast mit jedem Mal schlimmer wird und dass ich dann beim nächsten Mal nur noch aufgeregter bin, weil es beim letzten Mal so schlimm war – ein Teufelskreis. Immerhin habe ich es bisher geschafft, mich nicht zu drücken. Bei einigen Gelegenheiten hätte es die Möglichkeit gegeben, jemand anderen vortragen zu lassen, sodass ich nicht muss, aber ich habe es trotzdem gemacht. Es hat mich arg viel Überwindung gekostet, aber ich dachte, wenn ich einmal anfange, mich zu drücken, wird auf Dauer alles nur schlimmer…
Andererseits frage ich mich, ob mein Chef vielleicht froh wäre, wenn ich das die anderen machen lasse. Denn ich habe den Eindruck, dass ihm meine Probleme in der Hinsicht auch schon langsam peinlich werden… Ich habe auch schon überlegt, offen mit ihm darüber zu sprechen, aber das habe ich verworfen, denn wir haben nicht gerade ein Vertrauensverhältnis, und so sehr öffnen möchte ich mich ihm gegenüber nicht…
Habt ihr einen Tipp für mich, wie ich mit solchen Situationen besser umgehen kann?
Liebe Grüße
SeaWoman
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Ergebnis 1 bis 10 von 17
Thema: Vorträge halten - Hilfe...
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04.04.2011, 22:37Inaktiver User
Vorträge halten - Hilfe...
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05.04.2011, 09:38
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Ich würde dir empfehlen ein Rhetorik-Seminar zu besuchen, das hat mir damals sehr geholfen.
Und ja, ich bin auch der Meinung, wenn du dich einmal "drückst" wird es nur schlimmer.
Liebe Grüße
prometheaFreiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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05.04.2011, 09:58
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Hallo,
ich rate Dir auch zu einem Rhetorik- und Präsentationsseminar. Anhand der Seminarbeschreibung solltest Du auch ausmachen können, wieviel Raum den Ängsten des Vortragenden und dem Umgang damit eingeräumt wird.
Und: gibt es eine Möglichkeit, einem kleinen Kreis ab und zu kurze Themen vorzustellen? Sozusagen zum Warmwerden?
Was ist Deine größte Sorge? Dass Du Dich verhaspelst? Dass Du einen Zuhörer hast, der Dir nicht wohlgesonnen ist und Dich vor allen anderen bloßstellt, indem er Fragen stellt, die Du nicht beantworten kannst, oder indem er Dich angreift?
Ich erlebe, dass es oft in einem Unternehmen die Themen, zu denen zu berichten ist, ein wenig ungerecht verteilt sind. Das Controlling z.B. tut sich nicht schwer, routiniert und souverän zu berichten - die Systematik der Darstellung ist schließlich immer die gleiche und es beschreibt ja nur einen Zustand und muss ihn nicht verantworten. Andere Funktionen dagegen müssen zu absolut unterschiedlichsten Themen vortragen und entweder die eigenen Entscheidungen oder Rahmenbedingungen, die sie gar nicht beeinflussen können, verteidigen. Schau Dir also mal an, wozu die souverän-coolen Kollegen denn so referieren...
Mandelblüte
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05.04.2011, 10:16
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
Und andere Dinge, die man erraten muss.
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05.04.2011, 12:09Inaktiver User
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Muss gar nicht der Grund sein.
Eventuell erfordert die Position der TE schlicht und ergreifend, dass sie da vorne steht und erklärt.
Wurde dies nicht im Bewerbungsgespräch besprochen, dass dies notwendig ist?
Besitzt Du besondere Fachkenntnisse oder ist es "nur" die Position?
Wie auch immer. Alleine wirst Du hier nicht viel erreichen können. Du wirst ein gutes Seminar besuchen müssen und dann heißt es üben, üben, üben.
Bis dahin empfehle ich Dir, Deinen Vortrag richtig einzustudieren. Einschließlich eventueller Passagen, die der Auflockerung dienen. Übe den Vortrag zuhause vor dem Spiegel und vor Angehörigen/Freunden, bis er sitzt.
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05.04.2011, 12:44
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Das mit dem Seminar ist auf jeden Fall eine gute Idee und auch notwendig.
Aber auch ohne Seminar kannst du einige Sachen gegen deine Nervosität tun.
Vor Familie und Spiegel reden üben wie oben genannt (dann bekommst du ein Feedback und du kannst ausprobieren wie du dich hinstellst, wie du einfach am Selbstbewusstesten rüber kommst.)
Bei mir hat auch noch viel geholfen 2 Tage vorher und 1 Tag davor den Text vor dem Schlafen gehen laut und in deinem Redetempo vorlesen (danach aber nichts mehr mit Elektronik machen sondern höchstens noch lesen oder am besten gleich ins Bett gehen) und in der Früh gleich nach dem Aufstehen einmal laut und deutlich lesen. So lernst du über Nacht und in der Früh festigst du das ganze noch mal. Dann kannst du dir auch sicher seind das du das schaffst und deine Nervosität nimmt auf jeden Fall ab auch wenn sie nicht ganz weg ist.
Außerdem ist Lampenfieber in einem gewissen Grad sogar gut für den Vortrag.
Durch das Adrenalin wird deine Aufnahmefähigkeit, Verstand und Gedächtnis wacher.
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05.04.2011, 14:44
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
Und andere Dinge, die man erraten muss.
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05.04.2011, 16:36Inaktiver User
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Nö, aber vortragen. Noch einmal in Erinnerung rufen ;- )
Ein Vertriebsteam bekommt ja auch immer mal wieder noch einmal eine Erinnerung, wie der Job zu laufen hat. Sollten sie eigentlich wissen, ab und an muss man aber auffrischen und damit auch motivieren.
Und es ist ja nicht gesagt, dass auch wer anders das Wissen hat, aber eben nicht die Position ;- )
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05.04.2011, 18:35Inaktiver User
AW: Vorträge halten - Hilfe...
Hallo Ihr,
danke für eure Tipps! Das mit dem Seminar werde ich mal angehen. Sowas findet man bestimmt auch bei der VHS...
Nein, eher nicht, leider.
Hm, eigentlich alles. Dass man mir meine Nervosität so anmerkt ganz generell... Und verhaspeln tu ich mich wirklich oft, manchmal hab ich auch arg lange Schweigepausen (the Queen's Speech...Was ist Deine größte Sorge? Dass Du Dich verhaspelst? Dass Du einen Zuhörer hast, der Dir nicht wohlgesonnen ist und Dich vor allen anderen bloßstellt, indem er Fragen stellt, die Du nicht beantworten kannst, oder indem er Dich angreift?
)
@ Fender & PinotGrigio:
Was den Wissensstand angeht: natürlich wissen sie von meinem/unserem Thema nicht so viel, darüber sollen wir ja informieren. Aber die Zuhörer haben oftmals höhere Positionen als ich, das macht es mir nicht gerade leichter.
@ Purple Lady:
Das mit dem Vortragen zu Hause und evtl. auch vor dem Spiegel hab ich zu Uni-Zeiten immer gemacht und fand das recht hilfreich. Das Problem jetzt ist nur, dass das nicht mehr geht, denn in dem, was ich vortragen muss, ändern sich immer noch Dinge bis kurz vorher, auf die ich dann eingehen muss. Der "fertige" Vortrag steht meistens erst am Tag der Präsentation (und das kann ich auch selbst leider kaum beeinflussen, weil meinem Chef dann oft noch Sachen einfallen, die da rein müssen etc.). Aufzeichnungen kann ich auch meistens keine benutzen. Ich sehe also nur die Power Point-Seiten, die alle anderen auch sehen, und muss mir alles, was darum herum gesagt werden soll, merken (inklusive der Bemerkungen meines Chefs). Etwas im Voraus aufzuschreiben oder auch nur im Kopf vorzuformulieren, geht nur sehr begrenzt. Ebenso ist völlig freies Reden (was mir komischerweise oft leichter fällt) nicht möglich, da ich die Wünsche meines Chefs unterbringen muss und das Ganze nicht einfach nach meinem Gusto gestalten kann. Das sind für mich persönlich so ziemlich die schlechtesten Bedingungen, die es geben kann...
Liebe Grüße an alle!
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05.04.2011, 18:48Inaktiver User



). Mir fällt es sehr schwer, mir den Rede-Stil anzueignen, der bei uns üblich ist. Aber mein Chef erwartet das von mir, alles andere würde auch auffallen (und das vermutlich nicht angenehm).
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