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  1. Inaktiver User

    Beitrag Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Hallo Ihr Lieben,

    angeregt vom Nachbarstrang und den "Preis" einer Karriere - was, denkt ihr, muss frau opfern bzw zahlen, um auf der Karriereleiter aufzusteigen?

    Muss frau ein falsches Lächeln aufsetzen, fake sein, unauthentisch? Gar intrigant sein?

    Meiner Meinung nach NICHT. Ich sehe Freundlichkeit - und im Job Professionalität - als eine grundsätzliche Umgangsform mit meiner Umwelt, die obendrein die beste Waffe gegen Feinde ist. Respekt bringe ich jedem entgegen.

    Ich achte auch grundsätzlich Hierarchien, und gehe davon aus, dass meine Oberen durch Kompetenz nach oben gekommen sind.

    Und ja, für mich ist es ein Ziel, abends noch in den Spiegel gucken zu können.

    Oder setzen sich die Intriganten durch?

  2. Inaktiver User

    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Also meiner (nicht eigener) Erfahrung nach sind die Lieben/Netten die, die am Ende immer übrig bleiben, wenns was zu verteilen gab und die milden Karrieregaben dann ausgegangen sind. Der Aufstieg wird durch die verschiedensten Dinge geschafft, intrigant muss man nicht mal sein. Es reicht auch schon zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

  3. Moderation

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    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich achte auch grundsätzlich Hierarchien, und gehe davon aus, dass meine Oberen durch Kompetenz nach oben gekommen sind.
    Das wäre schön, wenn das immer so wäre. Manchmal trifft es auch zu. Aber nur durch Kompetenz machst Du keine Karriere, es gehört auch eine große Portion Machtbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Beherzigen der Spielregeln dazu. Leider kommen eben so auch Leute nach oben, die nicht so viel Kompetenz haben, ist leider so.

    Und meiner Beobachtung nach liegt es zum Großteil daran, dass es zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt, weil wir diese männlich geprägten Spielregeln zu wenig beherzigen. Ich schrieb das schon im anderen Strang, das ist mit Sicherheit eine Gratwanderung und es gibt oft genug Situationen, in denen ich mir auf die Zunge beißen muss, um nicht das Falsche zu sagen. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es sehr viel besser ist, taktisch klug vorzugehen und es sich nicht mit den falschen Leuten zu verderben, um ans Ziel zu kommen.

    Und - und das ist glaube ich das Entscheidende hierfür:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ja, für mich ist es ein Ziel, abends noch in den Spiegel gucken zu können.
    mein Ziel ist es ja nicht, jemandem bzw. der Firma zu schaden, ganz im Gegenteil. Mein Ziel ist es, meine Position so zu festigen, dass ich an Einfluss gewinne und den entsprechend nutzen kann. Und das geht nicht ohne einen gewissen Einsatz an strategischen Mitteln.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oder setzen sich die Intriganten durch?
    Strategie ist nicht das Gleiche wie Intriganz, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Mit Intriganz schadest Du bewusst jemandem. Ich gebe Dir mal ein paar ganz konkrete Beispiele zur Strategie bei Besprechungen:

    Frauen neigen dazu, sehr "eng" zu sitzen - übereinandergeschlagene Beine, wenig Raum einnehmen. Falsch. Präsenz durch Körpersprache zeigen, Unterlagen so auf dem Tisch verteilen, dass man einen gewissen Raum sichtbar für sich beansprucht. Frühzeitig einen Redebeitrag abliefern, um ebenfalls Präsenz zu zeigen. Natürlich nicht irgendeinenen Blödsinn. Aber eben nicht zurückgenommen erscheinen wie ein kleines Mäuschen. Und beherzigen, dass in der männerdominierten Berufswelt zunächst (nicht dauernd!) die Hierarchie wichtiger ist als der Inhalt.

    Natürlich habe ich mir auch schon die Frage gestellt: Muss das sein? Und leider, leider die Antwort ja gefunden. Ist so. Vielleicht ist es anders, wenn man in einem eher frauendominierten Umfeld arbeitet, das weiß ich nicht. Ich habe mein ganzes Berufsleben in "klassischen" Unternehmen gearbeitet, in denen das obere Management überwiegend von Männern gestellt wird und das mittlere nicht mal hälftig von Frauen.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

  4. Inaktiver User

    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Ich finde das Thema auch sehr spannend. Ich habe das auch schon im anderen Strang geschrieben: Bisher hatte ich eigentlich den Eindruck, dass in unserer Branche in erster Linie Einsatz, Kreativität und Leistung honoriert werden.

    Ich bin eigentlich nicht die grosse Taktikerin, dafür hab' ich ein viel zu loses Mundwerk. Wenn in Vorstellungsgesprächen die Schwächen abgefragt wurden, war ich immer sehr ehrlich und hab trotzdem meistens ein Jobangebot bekommen. Es gibt Kollegen, mit denen kann ich nicht und daraus mach' ich auch kein Geheimnis, zu den meisten hab' ich aber ein gutes Verhältnis, das über das übliche Schönes Wetter heute! hinausgeht.

    Dass ich aber zu Vorgesetzten und Kunden freundlich und höflich bin, taktisch vorgehe (das muss man einfach auch, sonst tanzen die einem auf der Nase herum) und niemandem ungefiltert und ungefragt ins Gesicht sage, was ich von ihnen halte, versteht sich im Rahmen des gesunden Menschenverstands und der normalen Höflichkeit von selbst!

    Zitat Zitat von Islabonita
    Das wäre schön, wenn das immer so wäre. Manchmal trifft es auch zu. Aber nur durch Kompetenz machst Du keine Karriere, es gehört auch eine große Portion Machtbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Beherzigen der Spielregeln dazu. Leider kommen eben so auch Leute nach oben, die nicht so viel Kompetenz haben, ist leider so.
    Das ist ganz bestimmt so! Mir ist in meiner ziemlich kurzen Berufstätigkeit auch schon der eine oder andere Chef begegnet, wo ich mich gewundert habe (gelinde gesagt), was genau ihn für diesen Posten qualifizieren soll.

    Mir wird aber ehrlich gesagt auch je länger je klarer, dass vieles, was die Leute da oben machen halt auch nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick aussieht.
    Ich fand meinen letzten Projektleiter z.B. auch in gewissen Bereichen total inkompetent. Seit ich selber ein ähnliches Projekt leite, tappe ich teilweise in die selben Fallen wie er. Manche Dinge sind halt schwieriger, als sie auf den ersten Blick wirken und da ist man dann als Mitarbeiter schnell mal dabei zu denken Was für ein Trottel, also ich an seiner Stelle etc. pp...
    Geändert von Inaktiver User (07.12.2010 um 09:53 Uhr)

  5. Moderation

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    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir ist in meiner ziemlich kurzen Berufstätigkeit auch schon der eine oder andere Chef begegnet, wo ich mich gewundert habe (gelinde gesagt), was genau ihn für diesen Posten qualifizieren soll.

    Mir wird aber ehrlich gesagt auch je länger je klarer, dass vieles, was die Leute da oben machen halt auch nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick aussieht.
    Ich fand meinen letzten Projektleiter z.B. auch in gewissen Bereichen total inkompetent. Seit ich selber ein ähnliches Projekt leite, tappe ich teilweise in die selben Fallen wie er. Manche Dinge sind halt schwieriger, als sie auf den ersten Blick wirken und da ist man dann als Mitarbeiter schnell mal dabei zu denken Was für ein Trottel, also ich an seiner Stelle etc. pp...
    Das ist sicher richtig, was Du schreibst. Allerdings gibt es leider, leider auch auf Managementebene öhm nun ja sagen wir sub-optimale Leute.....

    Ich bin selbst schon ziemlich lange berufstätig, davon rund 10 Jahre selbst in leitender Position, aber nicht im oberen Management. Da erlebt man so einiges an Chefs und Chefinnen. Ich hatte wirklich schon sehr gute Chefs, die sowohl fachlich als auch menschlich top waren. Erlebt habe ich auch die Variante - fachlich gut, menschlich nicht und umgekehrt.

    Und leider habe ich auch schon ein paar Flachpfeifen erlebt. Am krassesten 2 Fälle:

    Fall 1 - familiär mit einflussreichem Anteilseigner verwoben, wurde von einem Managerposten auf den nächsten seitlich verschoben und jeder war froh, ihn los zu sein. Und ich rede nicht von einer Familienklitsche, sondern von einem großen internationalen Unternehmen.
    Fall 2 - von Oberchef als Marionette installiert, da leicht von Oberchef zu lenken. Leider wurde Oberchef dann von Oberoberkonzernchef überraschend herausgekickt und Marionette agierte fortan selbstständig zum Entsetzen aller.

    Sehr interessant zu dem Thema ist übrigens das Buch "Das Peter-Prinzip". Das erklärt sehr gut den Mechanismus, warum Leute auf Posten sitzen, für die sie nicht qualifiziert sind.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

  6. Inaktiver User

    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Das Peter-Prinzip habe ich jetzt mal gegoogelt. Klingt sogar ziemlich einleuchtend!

  7. Inaktiver User

    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Hmmm, was macht die "aufsteigwillige" Frau aber mit Chefs, die selbiges nicht mögen und nur die Mäuschen hochhiefen wollen?

  8. Moderation

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    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hmmm, was macht die "aufsteigwillige" Frau aber mit Chefs, die selbiges nicht mögen und nur die Mäuschen hochhiefen wollen?

    Gibt es das wirklich???
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

  9. Inaktiver User

    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Zitat Zitat von Islabonita Beitrag anzeigen
    Gibt es das wirklich???
    Ja gibt es.

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    AW: Welchen "Preis" für Aufstieg wärt ihr bereit zu zahlen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hmmm, was macht die "aufsteigwillige" Frau aber mit Chefs, die selbiges nicht mögen und nur die Mäuschen hochhiefen wollen?
    Den Job wechseln oder sich andere einflussreiche Förderer suchen.

    Ich glaube, Frauen denken karrieretechnisch oft zu wenig strategisch. Man braucht ein gutes Netzwerk in möglichst hohe Ebenen hinein. Und gezieltes - nicht plumpes - Selbstmarketing, um auf sich aufmerksam zu machen.

    Ich habe mal in einem Karriereratgeber gelesen, die wichtigste Eigenschaft, um beruflich weiter zu kommen, sei, gut mit Menschen zu sein. Nicht gut zu Menschen wohlgemerkt. Es geht darum, andere Menschen, ihre Bedürfnisse, Wünsche, Motive, Vorlieben und Abneigungen zu verstehen und damit geschickt umzugehen.
    Und je schneller es mir gelingt, diese Dinge zu durchschauen und mich darauf einzustellen, desto eher werde ich Karriere machen.
    Das ist schlicht und einfach Büropolitik, mit Intriganz hat das nichts zu tun.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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