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    Job - er macht mich krank ...

    Hallo liebe Mitschreiberinnen und Mitschreiber,

    ich lese oft und schreibe selten, aber es es brennt etwas in meiner Seele und in meinem Körper, was ich loswerden muss, weil es mich sonst zerreißt. Vielleicht gibt es sogar die eine oder andere Meinung, die mich ein wenig aus meinem Gedanken-Ärger-Magenschmerzen-Wut-Kreis herausreißen kann.

    Ich bin ende 40, hochqualifiziert (Studium und alles), habe keine Leitungsposition, sondern bin "nur" hochqualifizierte Sachbearbeiterin . An dem Standort arbeite ich seit etwas über 20 Jahren. (das zur Erläuterung des Rahmens). Unsere Firma, unser Standort besser gesagt, wurde schon vor ca. 15 Jahren von einem Großkonzern gekauft, und mit den Jahren saugt dieser Konzern und immer starker ein und saugt uns aus. Wie es in Konzernen ist, werden Anordnungen von oben getroffen, die vorwiegend monetär oder rechtlich begründet sind.

    Da meine Aufgabe eine sehr querschnittliche Aufgabe ist, sitze ich nicht nur in meinem Schneckenhäuschen und programmiere etwa vor mich hin, nein, ich bin in die Organisation des Konzerns verstrickt. Meine Aufgabe ist - darin sehe auch meine größte Kompetenz - der kontinuierliche Verbesserungsprozess, und vor 10-5 Jahren war es auch möglich, von innen heraus, aus der Basis, Ideen zu bekommen, zu diskutieren und umzusetzen. Wir haben an unserem Standort tolle Dinge erreicht, die den Arbeitsabläufen und damit den Mitarbeitern wirklichen Nutzen bringen.

    Je weiter wir aber in diesen Konzern gesaugt werden, desto weniger interessiert, was den Arbeitsabläufen und letztendlich den Mitarbeitern hilft, nein, desto unwichtiger werden Mitarbeiter, es zählt nur, was "von oben" kommt. Es wird von der Zentrale Scheixxe durchgesetzt, das ist nicht zu glauben. Es gibt immer mehr Restriktionen, immer mehr Verbote, immer mehr Gebote, immer mehr formale Forderungen, so dass ich einige Stunden in der Woche damit verbringe, diese Formalkaxxe zu erledigen.

    Natürlich betrifft das auch meine Arbeit. Ich halte mich weder für blöd noch für unengagiert, aber ich habe immer weniger Möglichkeiten, meine Fähigkeiten einzusetzen, es interessiert auch keinen, was ich kann, es interessiert nur noch, dass wir "springen". Zudem habe ich auch noch einen Boss, den diese Anweisungen "von oben" super nerven, dem auch wahrscheinlich nicht passt, dass ich mich nach wie vor für den Verbesserungsprozess engagiere (er kam erst vor 2 Jahren), von dem ich also alles andere als Rückhalt habe, eher fällt er mich noch in den Rücken.

    Mir geht's immer schlechter. Mir fehlt Anerkennung, verbal, aber das ist das kleinere Übel, mir fehlt, meine Fähigkeiten an den Mann bringen zu können, dass ich Freiheiten habe, dass ich Freiraum habe, etwas zu bewirken, dass ich mich einbringen kann. Inzwischen protestiert mein Körper, mein Magen hat schon eine Magenschleimhautentzündung produziert, und ich sitze hier mit Magenschmerzen und Wut im Bauch.

    Wenn ich das, was ich geschrieben habe, von anderen lesen würde, würde ich sofort sagen "sie muss kündigen, das tut ihr nicht gut, die macht sich ja kaputt". Aber mit Ende 40? Puh, da ist man hier in dieser Firma und auf dem Arbeitsmarkt als altes Eisen abgestempelt.

    Vielleicht gibt es die eine oder andere Meinung dazu, das wäre toll.

    Danke fürs Lesen,
    -Helen-

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    AW: Job - er macht mich krank ...

    Hallo Helen,

    bevor Du Dich nicht beworben hast, weißt Du nicht, welche Chancen Du auf dem Arbeitsmarkt hast. Ich finde, gerade bei Themen wie Prozessoptimierung und Organisationsenwicklung kann Erfahrung durchaus ein großes Plus sein.

    Hast Du schon mal erwogen, ob eine selbstständige Tätigkeit was für Dich sein könnte? Mit langjähriger Konzernerfahrung wäre es ja auch eine Möglichkeit, Dich als Beraterin anzubieten?

    Ich finde, Du klingst sehr engagiert und voller Power und Engagement. Daraus sollte sich doch was machen lassen. Du musst den jetzigen Job ja nicht hinschmeißen.

    Wir haben zur Zeit eine externe Mitarbeiterin, die uns auch im Bereich Prozessoptimierung unterstützt. Ich schätze sie so auf Mitte bis Ende 40, und das ist echt eine tolle Frau. Sie hat so viel Elan und Begeisterungsfähigkeit, dass man richtig mitgerissen von ihr ist. Und ich habe mir schon vorgenommen, möglichst viel von ihr zu lernen, gerade auch im Bereich Change-Management und wie bringe ich Veränderungen in die Mannschaft.

    Und so könnte ich mir Dich auch vorstellen, an einem Ort, wo Dein Engagement erwünscht ist und nicht ausgebremst wird. Schau Dich doch einfach mal in alle Richtungen um. Und sieh es mal so: der Konzern hat vermutlich einen klangvollen Namen, das muss ja nicht von Nachteil sein, wenn Du Dich umorientierst.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Job - er macht mich krank ...

    Hallo Helen,

    ich kann gutvollziehen wie du dich im moment fühlst! Auch ich fühle mich total unterfordert in meinem Job! Nicht in körperlicher Weise sondern was den Kopf betrifft! Hab das Gefühl ich trete auf einer Stelle! Ich habe zwei kaufmännische Ausbildungen und arbeite zur Zeit als Kauffrau im Einzelhandel als Leitung bei einer grossen Firma die in ganz Deutschland vertreten ist!

    Aber man bremst mich völlig aus! Wir bekommen auch andauernd Anweisungen von Oben! Völlig absurde Sachen! Man hindert mich quasi daran Umsatz zu machen! Manchmal denke ich auch alles hinzuschmeißen! Mein gutes Gehalt hindert mich aber noch daran!

    Ausserdem ist Mobbing noch bei uns an der Tagesordnung! Ich sage dir wie ich das alles bewältige! Zur Zeit bin ich in ärztlicher Behandlung, fühle regelmäßig Gespräche mit meinem Therapeuten!
    Daneben bewerb ich mich immer mal wieder bei anderen Arbeitgebern! Wenn was passendes dabei ist werde ich wechseln! Ich hab auch schon eine Kur mitgemacht! Die hat mir sehr geholfen!
    Und ich denke mir jetzt , Augen zu und durch! Ist nicht immer einfach, ich weiss! Denn man selbst möchte immer 180% geben!

    Führt ihr Mitarbeitergespräche, oder hast du mal offen mit deinem Chef über die derzeitige Situation gesprochen?

    Lieben Gruss
    Spiegelfee
    Was wir alleine nicht schaffen, schaffen wir dann zusammen...

  4. Inaktiver User

    AW: Job - er macht mich krank ...

    @helen,
    bewirb dich was das Zeug hält, bloß raus da.

  5. Inaktiver User

    AW: Job - er macht mich krank ...

    Zitat Zitat von -Helen- Beitrag anzeigen
    Hallo liebe Mitschreiberinnen und Mitschreiber,

    ich lese oft und schreibe selten, aber es es brennt etwas in meiner Seele und in meinem Körper, was ich loswerden muss, weil es mich sonst zerreißt. Vielleicht gibt es sogar die eine oder andere Meinung, die mich ein wenig aus meinem Gedanken-Ärger-Magenschmerzen-Wut-Kreis herausreißen kann.

    Ich bin ende 40, hochqualifiziert (Studium und alles), habe keine Leitungsposition, sondern bin "nur" hochqualifizierte Sachbearbeiterin . An dem Standort arbeite ich seit etwas über 20 Jahren. (das zur Erläuterung des Rahmens). Unsere Firma, unser Standort besser gesagt, wurde schon vor ca. 15 Jahren von einem Großkonzern gekauft, und mit den Jahren saugt dieser Konzern und immer starker ein und saugt uns aus. Wie es in Konzernen ist, werden Anordnungen von oben getroffen, die vorwiegend monetär oder rechtlich begründet sind.

    Da meine Aufgabe eine sehr querschnittliche Aufgabe ist, sitze ich nicht nur in meinem Schneckenhäuschen und programmiere etwa vor mich hin, nein, ich bin in die Organisation des Konzerns verstrickt. Meine Aufgabe ist - darin sehe auch meine größte Kompetenz - der kontinuierliche Verbesserungsprozess, und vor 10-5 Jahren war es auch möglich, von innen heraus, aus der Basis, Ideen zu bekommen, zu diskutieren und umzusetzen. Wir haben an unserem Standort tolle Dinge erreicht, die den Arbeitsabläufen und damit den Mitarbeitern wirklichen Nutzen bringen.

    Je weiter wir aber in diesen Konzern gesaugt werden, desto weniger interessiert, was den Arbeitsabläufen und letztendlich den Mitarbeitern hilft, nein, desto unwichtiger werden Mitarbeiter, es zählt nur, was "von oben" kommt. Es wird von der Zentrale Scheixxe durchgesetzt, das ist nicht zu glauben. Es gibt immer mehr Restriktionen, immer mehr Verbote, immer mehr Gebote, immer mehr formale Forderungen, so dass ich einige Stunden in der Woche damit verbringe, diese Formalkaxxe zu erledigen.

    Natürlich betrifft das auch meine Arbeit. Ich halte mich weder für blöd noch für unengagiert, aber ich habe immer weniger Möglichkeiten, meine Fähigkeiten einzusetzen, es interessiert auch keinen, was ich kann, es interessiert nur noch, dass wir "springen". Zudem habe ich auch noch einen Boss, den diese Anweisungen "von oben" super nerven, dem auch wahrscheinlich nicht passt, dass ich mich nach wie vor für den Verbesserungsprozess engagiere (er kam erst vor 2 Jahren), von dem ich also alles andere als Rückhalt habe, eher fällt er mich noch in den Rücken.

    Mir geht's immer schlechter. Mir fehlt Anerkennung, verbal, aber das ist das kleinere Übel, mir fehlt, meine Fähigkeiten an den Mann bringen zu können, dass ich Freiheiten habe, dass ich Freiraum habe, etwas zu bewirken, dass ich mich einbringen kann. Inzwischen protestiert mein Körper, mein Magen hat schon eine Magenschleimhautentzündung produziert, und ich sitze hier mit Magenschmerzen und Wut im Bauch.

    Wenn ich das, was ich geschrieben habe, von anderen lesen würde, würde ich sofort sagen "sie muss kündigen, das tut ihr nicht gut, die macht sich ja kaputt". Aber mit Ende 40? Puh, da ist man hier in dieser Firma und auf dem Arbeitsmarkt als altes Eisen abgestempelt.

    Vielleicht gibt es die eine oder andere Meinung dazu, das wäre toll.

    Danke fürs Lesen,
    -Helen-

    ...du klingst wie Vollgas mit angerosteter Handbremse.

    Kläre für dich, wo du stehst und wie du weiterfahren willst, damit deine Tätigkeit wieder eine sinnvolle Reise wird.

    Aus täglicher Freude daran kannst du weiterfahren.

    Das geht nur, wenn du kannst, egal, was du willst.

    Gute Reise auf deinem neuen Weg...

  6. User Info Menu

    AW: Job - er macht mich krank ...

    Hallo liebe Schreiberinnen

    erst einmal sage ich Euch vielen herzlichen Dank für Eure Kommentare.
    Mich hat allein das Schreiben meines Beitrags schon aufgerüttelt und das Lesen Eurer Beiträge erst recht, und auch so berührt, dass ich zunächst einmal mit einem Kloß im Hals das stand und mich sortieren musste.

    Malina,
    danke für Deine ausführliche Antwort und die Gedanken, die du dir gemacht hast.
    du hast Selbstständigkeit vorgeschlagen. Das ist schon seit ca. 10 Jahren Thema, was ich aber abgehakt habe, da ich dafür wahrscheinlich nicht gut geeignet bin. Akquise, Verwaltung, Geldangelegenheien und Bürokram liegen mir gar nicht. Aber es kann sein, dass grad diese Aufgaben nach Selbstständigkeit schreien - oder zumindest nach einer Firma, die Beratertätigkeit vermittelt.

    Karline,
    puh, heftig, was du schreibst. aber es scheint was Wahres dran zu sein ....


    Warum habe ich mich nicht schon längst woanders beworben? Ich habe mich wohl im Unternehmen umgesehen, habe mich auch wirklich beworben, wurde aber nicht genommen. Gut, das wäre ein anderes Arbeitsgebiet gewesen, und man hat sich für jemanden mir Hintergrund in diesem Bereich entschieden.

    Natürlich lese ich überregionale Stellenzeigen. Sie sprechen mich fast nie an, und ich glaube, das liegt daran, dass Großunternehmen alle irgendwie ähnlich ticken, und dass die kleinen Unternehmen den Großen nacheifern. Der Punkt ist auch, dass ich viel von dem, was diese Unternehmen als gut und richtig verkaufen, überhaupt nicht teile! Vielleicht sitze ich deswegen wie so ein Häschen in der Wiese und rühre mich nicht, weil ich nicht weiß, wohin ich hoppeln soll.

    Gut, aber das sind alles nur Gründe, warum ich nichts verändert habe - damit es mir besser geht, muss ich was ändern, und wenn ich nur erst einmal kleine Schritte gehe:

    Spiegelfee,
    Du hast die Mitarbeitergespräche angesprochen.
    Zum einen laufen gerade Mitarbeitergespräche, und neben dem (formalen) Formulieren von Zielerreichung und Zielen habe ich mir von meinem Boss eine Feedbackgespräch gewünscht und hoffe, dass wir dann Tacheles reden. Allerdings haben wir das schon ein paarmal durch, und mein Boss will mich zB aus ungeliebten Tätigkeiten nicht entlassen (wegen meine Fachkompetenz halt ...) Aber das wäre nicht so schlimm, solange Geliebtes dabei ist imd das einen Anteil von 40-50 % hat.

    Zum anderen ist mir ein sicheres Gehalt wichtig. Noch habe ich das hier, wer weiß, wie lange, aber im Moment ist es so. Und ich möchte Spaß im Job. Den aber kann ich mir vielleicht sogar woanders holen - zum Beispiel durch das Unterrichten an einer Schule oder Fachhochschule. Das wäre sogar eine aus meiner Sicht sinnvolle Tätigkeit! Ich habe imer schon gern Nachhilfe gegeben oder anderen etwas beigebracht ... Die Möglichkeit, da einen Nebenjob zu bekommen, ist relativ gut.

    Wahrscheinlich geht es schon besser, wenn ich zumindest die Illusion der Wahlfreiheit habe! Vielleich hoppelt dann das Häschen auch wieder, bevor es zum Sprint ansetzt (Karline, ohne Handbremse!!)

    Herzliche Grüße,
    -Helen-
    Geändert von -Helen- (16.07.2009 um 15:30 Uhr) Grund: Ergänzungen

  7. Inaktiver User

    AW: Job - er macht mich krank ...

    Zitat Zitat von -Helen- Beitrag anzeigen
    ... das Lesen Eurer Beiträge erst recht, und auch so berührt, dass ich zunächst einmal mit einem Kloß im Hals das stand und mich sortieren musste.

    Karline,
    puh, heftig, was du schreibst. aber es scheint was Wahres dran zu sein ....

    Natürlich lese ich überregionale Stellenzeigen. Sie sprechen mich fast nie an und dass ich viel von dem überhaupt nicht teile!

    Und ich möchte Spaß im Job.

    Den aber kann ich mir vielleicht sogar woanders holen - zum Beispiel durch das Unterrichten an einer Schule oder Fachhochschule.

    Das wäre sogar eine aus meiner Sicht sinnvolle Tätigkeit!

    Ich habe imer schon gern Nachhilfe gegeben oder anderen etwas beigebracht ... Die Möglichkeit, da einen Nebenjob zu bekommen, ist relativ gut.

    Wahrscheinlich geht es schon besser, wenn ich zumindest die Illusion der Wahlfreiheit habe! Vielleich hoppelt dann das Häschen auch wieder, bevor es zum Sprint ansetzt (Karline, ohne Handbremse!!)

    Herzliche Grüße,
    -Helen-
    ...schön Helen, dann hast du deinen wahren Punkt gefunden.

    Du weißt, was du willst.

    Du brauchst Freude bei der Arbeit.

    Du spürst in deine neue Richtung, wo du Sinn und Freude vereinbaren kannst.

    Scheint keine Illusion zu sein, sondern das deutliche Aufzeigen deines neuen Weges, auf dem du mit deinen vertrauten Fähigkeiten einen neuen Sinn deines Arbeitslebens entdeckst.

    Die Reise in ein wunderbares neues Abenteuer wartet...

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