Ich brauche mal wieder Euren Rat:
Heute ist ein Freund von mir zu einem Bewerbungsgespräch nach Deutschland gefahren, um sich für eine Stelle vorzustellen, die von der Stadt Hannover ausgeschrieben wurde.
Als Gehaltsschema wurde eine Eingruppierung in die Stufe 10 (TVöD) angegeben.
Ist in diesem Fall eine Nachverhandlung des Gehaltes nach der Probezeit überhaupt machbar/sinnvoll? Gibt es vielleicht irgendwelche Sonderzahlungen oder Zuschläge, die man vereinbaren könnte?
Hier in Österreich ist dieser Spielraum relativ flexibel. Aber wie ist das in Deutschland?!?![]()
LG
N.
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Thema: Gehaltsverhandlungen TVöD
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20.11.2008, 14:30
Gehaltsverhandlungen TVöD
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20.11.2008, 15:00
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
naja, kommt drauf an. unter wikipedia findest du eine auflistung, welche Voraussetzungen man für eine eingruppierung braucht. Wenn die Stelle vorher mit der konkreten Eingruppierung ausgeschrieben war, dann kann man vermutlich nicht nachverhandeln. Ansonsten: probieren kann man es ja. Ansonsten nach Gimmicks fragen: Wohnugszuschuss, heimfahrten, Ticket für die Öffis, Essensgeld... usw usf...
was für einen hintergrund hat denn dein bekannter?
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20.11.2008, 15:12
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Hallo Kaktus,
vielen Dank für Deine Hinweise!
Mein Bekannter ist Kulturwissenschaftler und Marketingspezialist. Die ausgeschriebene Stelle ist auf zwei Jahre projektbezogen befristet.
Wir haben jetzt auch mal ein bissl im Netz gesucht und gefunden, dass man wohl bei der Eingruppierung in die Gehaltstufen innerhalb einer Entgeltgruppe Spielraum hat. Dort heißt es, dass man mit Berufserfahrung per se schon in die Stufe 2 kommt. Bei mindestens dreijähriger Vortätigkeit in vergleichbarer Position kann man sogar in die Stufe 3 eingruppiert werden.
Oh Mann, ist das kompliziert!!!!
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20.11.2008, 19:41
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Verhandlungsspielraum besteht grundsätzlich schon, aber wie du schon geschrieben hast, eher bei der Stufe als bei der Gruppe. Ist für die Stelle ein Hochschulstudium notwendig? Dann finde ich Entgelgruppe 10 echt niedrig. Das fängt eigentlich bei 13 an.
Bei der Stufe gibt es manchmal Spielraum und es soll nach Berufserfahrung gehen. Es gibt allerdings so einige Behörden die Zeiten außerhalb des eigenen Hauses nicht als Berufserfahrung sehen, weil man ja ganz neu sei. Wenn man Pech hat, wird man ganz links einsortiert. Ach so: Höhergestuft wird man soweit ich weiß nicht so einfach, es sei denn, man hat die Zeit, bis zur nächsten Stufe überstanden. Eher wird man eine Entgeltgruppe höher befördert. Bei uns aber auch so, dass man so eben nicht weniger als vorher verdient, d.h. man wandert bei der Beförderung wieder nach links in der Entgelttabelle.
Die ganzen Zulagen und was man sonst noch bekommen kann, wurde auch ziemlich zusammengestrichen. Erwartet da lieber nicht zuviel.Geändert von Filetstueck (20.11.2008 um 20:51 Uhr)
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21.11.2008, 15:31Inaktiver User
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Mit Entgeltgruppe 10 ist die Stelle nicht unbedingt zu niedrig eingestufet, Gruppe 13 ist allerdings bei einem Uniabschluss die Norm.
Die Anerkennung der Berufserfahrung läuft offenbar sehr unterschiedlich, gerade bei Stellen an der Uni eher großzügig, in anderen Fällen wird gar nichts anerkannt, wenn es nicht beim selben Arbeitgeber war oder länger als sechs Monate her ist oder in einer anderen Entgeltgruppe war. Da würde ich sicherheitshalber mit einem Anfängergehalt rechnen.
Die fachlichen Vorgesetzten wissen da nach meiner Erfahrung selbst oft nicht bescheid und versprechen Erfahrungsstufen, die die Verwaltung später dann nicht einräumt. Verhandlungsspielraum gibt es hier zwar theoretisch, in meinem Bundesland aber nur, wenn die Stelle sonst nicht besetzt werden kann und mit Genehmigung des Ministeriums - praktisch also nie.
Der Ortszuschlag (für Kinder und Ehepartner) fällt bei Neuverträgen auch weg. Der Verhandlungsspielraum für Extras ist im ÖD mehr als beschränkt. Man kann also ruhig nach den Einzelheiten wie Trennungsgeld, Heimfahrten usw. fragen, bloß Verhandlen wird m.E. kaum möglich sein.
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21.11.2008, 15:51Inaktiver User
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Das gibts nciht mehr, dass man automatisch höher wandert. (Ist ja auch ein Relikt aus dem früheren ÖD und durch nix zu rechtfertigen.)
Zitat von Filetstueck
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21.11.2008, 16:41
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Bei uns* wandert man eine Stufe weiter, wenn man eine bestimmte festgelegte Zahl von Jahren auf einer Erfahrungsstufe war. Letztendlich ist es das gleiche in Grün wie die frühere Vergreisungszulage, wo man alle 2 Jahre eine Gehaltserhöhung bekam. Nur sind die Stufen mittlerweile länger. Das ist doch auch der Witz an der "Reform", dass sich letztlich nichts geändert hat und die Anerkennung von Leistung oder Berufserfahrung Glücksache sind.Das gibts nciht mehr, dass man automatisch höher wandert. (Ist ja auch ein Relikt aus dem früheren ÖD und durch nix zu rechtfertigen.)
Oder gibt es Bereiche im öD, wo der eingesparte Ortszuschlag tatsächlich für Leistungszulagen oder was man neuerdings dafür bekommen sollte verwendet wird? Das interessiert mich jetzt wirklich. Gibt es überhaupt eine Einigung mit Verdi über die Verteilung?
Aber die TE hatte ja gefragt, ob man nach überstandener Probezeit in der Tabelle nach rechts rücken kann, und das kann ich mir nicht vorstellen.
*Wir haben einen an den TVÖD angelehnten Haustarifvertrag.
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21.11.2008, 17:10Inaktiver User
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Hallo,
bei " Uns " wird seit 3 Jahren überhaupt nicht befördert. Dort arbeiten Beamte mit A 13 auf einer A 16 Stelle. ( Stufe weiß ich gerade nicht )
Meine Nichte fängt als Diplom-Wissenschaftlerin ( Unianschluss ) mit Stufe 9 an und ist froh überhaupt eine Stelle zu bekommen.
Alle Neueinstellungen sind z.zt. auf 2 Jahre befristet soviel ich weiß bei allen Behörden.
Mein Patenkind in der Schäuble-Behörde wird jetzt nach 2 Jahren in der Pressestelle als Dipl.-Kommunitationfrau arbeitslos.
ich finde man darf heute nicht mehr so wählerisch sein.
Bei der Stadt Hannover wird sicher genauso, wie bei uns verfahren.
LG
Lollo
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21.11.2008, 18:05Inaktiver User
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Bei "uns" ist das wie bei Lolletta: Anfang auf niedrigerer Stufe als früher, kein Vergreisungsaufstieg mehr, aber leider auch sonst keine Beförderungen, dafür keine unbefristeten Verträge
Und wer das eingesparte Geld bekommt, weiß der Teufel.
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21.11.2008, 22:11Inaktiver User
AW: Gehaltsverhandlungen TVöD
Automatische Beförderungen gibt es tatsächlich nicht, aber eben den Gehaltsanstieg mit der Dauer der Zugehörigkeit. Den ersten, nicht unbeträchtlichen Anstieg gibt es nach TVöD nach einem Jahr, den zweiten nach insgesamt drei Jahren. Das entspricht durchaus der "Vergreisungszulage", tritt aber eben nur ein, wenn man beim selben Arbeitgeber bleibt (oder Glück hat). Bei uns wird seit Neustem auch Berufserfahrung von anderen öffentlichen Arbeitgebern berücksichtigt, aber erst ab Gehaltsgruppe 13!
Zitat von Inaktiver User

Über die "Leistungszulage" gibt es bislang (für Angestellte) keine Einigung mit verdi, deshalb bekommen alle mit dem Dezembergehalt den gleichen Aufschlag (Ich glaube 11% eines Monatsgehaltes).


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