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    Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Hallo,

    es geht auf Weihnachten zu und ich habe eine Frage an die Menge

    Ich suche nach einem Weihnachtshauptgericht, das Erinnerungen macht.

    Hintergrund: In meiner Kindheit gab es Heiligabend mittags immer, immer, immer "schlesisch Himmelreich". Das ist ein sehr einzigartiges Gericht der schlesischen Küche (meine Familie stammt zu 3/4 dort her) aus Schweinebauch, Backobst und Zimt. Es gibt für mich nichts, das so nach Heiligabend riecht. Der Geruch ist mit nichts zu vergleichen; bei uns gab es das nur an Heiligabend. Niemals sonst. Es riecht und schmeckt sehr charakteristisch durch die Kombi aus Speck, Backobst und Gewürzen. Wenn ich das rieche, sehe ich den Tannenbaum, Kerzen und das Christkind im gold-weißen Kleidchen

    Das Ding ist: Mein Mann mag das nicht, und ich kann es ihm nicht verdenken. Es ist speziell, und man muss damit aufgewachsen sein.

    Aber ich suche nach einem Essen, das wir zu unserem Heiligabendessen machen können. Das für uns und unsere Tochter nach Weihnachten riecht, und das es sonst nie gibt. Aber es sollten schon alle auch mögen.

    Ich weiß nur nicht, was das sein könnte. Wir essen generell (fast) alles, zumindest die in unserem Kulturkreis üblichen Sachen. Wild, Gans/Ente etc soll es nicht nur Weihnachten geben. Es muss also die Zubereitung sein, die Sauce oder sonst ein Kniff.

    Probiert haben wir schon Gans mit einer Pflaumen-Zimtsauce (lecker, aber nicht so einprägsam/speziell) sowie Zimt-Sauerbraten (lecker, aber sehr nah beim normalen Sauerbraten)

    Kennt jemand noch spezielle Weihnachtsrezepte, gerne mit weihnachtlichen Gewürzen, Fleisch und Klöße-kompatibel (Klöße müssen auch sein an Weihnachten)? Es muss unbedingt charakteristisch riechen (und schmecken)

    Rahmenbedingungen:
    Wir sind recht geübte Köche, mögen vom Geschmack her eher "handfest". Suppe/Vorspeise und Dessert werden vorher vorbereitet, wir können uns voll auf den Hauptgang konzentrieren.
    Alle (potenzielle Gäste und wir) essen so gut wie alles, der Gang sollte aber eher ein Fleischgang sein. Backofen und (Gas)Herd sind das Equipment.
    Wir essen mit 7 Personen (so Corona uns lässt) gemütlich ab mittags, dann ist bei Einbruch der Dunkelheit Bescherung, dabei gibt's noch Käseplatte und Knabbereien, aber es sollten alle gesättigt sein. Will sagen: Wir haben Zeit zum Essen, wir fangen früh an

    Die Vorspeisen bestehen aus:
    Sellerie-Apfel-Suppe
    Enten-Terrine mit Speck und Walnüssen/Feldsalat
    Dessert: noch unklar, entweder Bratäpfel, eventuell Canelets mit Weihnachtsgewürzen, oder beides

    Bin gespannt
    C.

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Ein schöner Strang, liebe Convallaria!

    Mein Essen das ich mit Weihnachten assoziiere ist gefüllte Kalbsbrust und Kalbsnierenbraten. Das hat meine Großmutter immer am ersten Weihnachtstag zu Mittag serviert.

    Könnte man Euer schlesisches Himmelreich nicht westdeutschkompatibel machen? ZB den Zimt weglassen und durch Muskat ersetzen. Oder voll draufhauen und das komplette Arsenal an indischen Gewürzen auspacken? Oder das Backobst durch Kartoffeln und Calvados ersetzten und das Kind bekommt ne Bratwurst. Oder einfach Lammkeule, grüne Bohnen und Spaghetti.u
    Drei sind eine Bande.

    Nein, meine Kinder geb ich nicht!
    (nach R. Mey)

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Zitat Zitat von Alma_Svensson
    Könnte man Euer schlesisches Himmelreich nicht westdeutschkompatibel machen? ZB den Zimt weglassen und durch Muskat ersetzen. Oder voll draufhauen und das komplette Arsenal an indischen Gewürzen auspacken? Oder das Backobst durch Kartoffeln und Calvados ersetzten und das Kind bekommt ne Bratwurst. Oder einfach Lammkeule, grüne Bohnen und Spaghetti.u


    Uh, das klingt interessant. Da muß ich mal mit meinem Mann sprechen, was genau er so komisch findet an dem Essen. Ich glaube, es ist die Kombi Speck/Backobst, wobei er ein Fan der chinesischen Küche ist, dir ja auch Fleisch und Süßes kombiniert. Guter Punkt, danke! Auf die Idee, das einfach abzuwandeln, bin ich noch überhaupt nicht gekommen.

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Unsere Oma hat auch schlesische Wurzeln. So einige Speisen kenne ich auch- und mag sie allesamt nicht.
    Die Grundzutaten finde ich lecker, dann kommen Obst und süße Gewürze und ich bin draußen.
    Drei sind eine Bande.

    Nein, meine Kinder geb ich nicht!
    (nach R. Mey)

  5. Moderation

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Hallo,

    es geht auf Weihnachten zu und ich habe eine Frage an die Menge

    Ich suche nach einem Weihnachtshauptgericht, das Erinnerungen macht.

    Hintergrund: In meiner Kindheit gab es Heiligabend mittags immer, immer, immer "schlesisch Himmelreich". Das ist ein sehr einzigartiges Gericht der schlesischen Küche (meine Familie stammt zu 3/4 dort her) aus Schweinebauch, Backobst und Zimt. Es gibt für mich nichts, das so nach Heiligabend riecht. Der Geruch ist mit nichts zu vergleichen; bei uns gab es das nur an Heiligabend. Niemals sonst. Es riecht und schmeckt sehr charakteristisch durch die Kombi aus Speck, Backobst und Gewürzen. Wenn ich das rieche, sehe ich den Tannenbaum, Kerzen und das Christkind im gold-weißen Kleidchen

    Das Ding ist: Mein Mann mag das nicht, und ich kann es ihm nicht verdenken. Es ist speziell, und man muss damit aufgewachsen sein.

    Aber ich suche nach einem Essen, das wir zu unserem Heiligabendessen machen können. Das für uns und unsere Tochter nach Weihnachten riecht, und das es sonst nie gibt. Aber es sollten schon alle auch mögen. .
    (gekürzt von mir)

    Ich glaube, ein Weihnachtsessen wird nicht dadurch besonders, dassihr eine solche Speise mit dem Ziel, das als Erinnerung zu formen "designt", sondern eher performativ, indem es das gibt und eure Tochter das kennenlernt und für sich mit Weihnachten assoziiert. Ich will sagen: Es wird nicht dadurch speziell und weihnachtlich, dass es per se speziell ist, sondern dadurch, dass es das an Weihnachten gibt. Das könnte ja auch theoretisch irgendwas ganz Banales sein. Theoretisch.

    Wenn dein Mann das Schlesische Himmelreich nicht mag, was gab es bisher bei euch zu Weihnachten?
    Wäre da etwas zu finden?

    Also bitte nicht falsch verstehen, ich finde die Idee und die Vorstellung schön, sehe aber eine Menge Unwägbarkeiten. Nicht zuletzt der sich ausbildende eigene Geschmack der Tochter.

    Wir haben bei uns in der Familie die Traditionen verschmolzen.
    In meiner Herkunftsfamilie gab es Räucherlachs. Nicht nur zu Weihnachten, aber zu festlichen Gelegenheiten, unter Anderem, wenn jemand heimkehrte. Dazu musste man sehr lange den Kontinent wechseln, man kam völlig k.o. nach dem Langstreckenflug an und daheim gab es Räucherlachs (und Zubehör). Das ist eine sehr positive Assoziation und viele schöne Erinnerungen, die eben nicht davon beeinträchtigt sind, dass es nicht nur Weihnachten war, sondern das eher noch ergänzen.
    Bei meinem Mann gab es Würstchen und Kartoffelsalat. Weil Heiligabend ja so viel zu tun ist... Nun, er kommt aus einer Familie, wo Weihnachten einer der Hauptarbeitstage ist, da ist das verständlich. Die Tradition war ihm deswegen nicht weniger lieb.
    Bei uns gibt es Räucherlachs und Kartoffelsalat.
    Allerdings, seitdem die Kinder älter sind, nur noch als Vorspeise/Beilage, denn sie essen das nicht, bzw. nur teilweise. Ein Kind isst keinen Lachs, eines keinen Kartoffelsalat, eines weder-noch. (fairerweise ist zu ergänzen, dass auch wir Erwachsenen nicht mehr ganz so traditionsfest sind, da wir auf das Tiereessen immer mehr verzichten)
    Unsere neue Tradition seit ca. 3 oder 4 Jahren ist also: Pizza.
    Stressfrei, gut vorzubereiten, problemlos vegetarisch, lässt sich an jeden Geschmack, auch jenen halbstündlich wechselnden von Vierjährigen, gut anpassen, ist unkompliziert zu essen, lässt sich auch aufheben und kalt/aufgewärmt essen.

    Das sind die Eckpunkte - und das sind für uns letztlich schlagkräftige Argumente.
    Ich habe ein bisschen daran zu knabbern gehabt, weil ich es gern festlicher gehabt hätte, aber ganz ehrlich, das können wir auch in ein paar Jahren wieder einführen, wenn die Kinderbetreuung und das Festausrichten nicht mehr ganz so aufwändig sind.

    Als typisch-weihnachtlich und gibt-es-nur-dann haben sich bei mir eher Süßspeisen eingeprägt, Plum pudding oder sonst ein besonderes Dessert.

    Noch ein paar Fragen:
    Wollt ihr das Gericht auch kochen, wenn ihr Weihnachten coronabedingt nur zu dritt seid?
    Macht ihr tatsächlich mehrmals im Jahr bzw. zu unterschiedlichen Gelegenheiten eine ganze Gans oder Ente? (finde ich erstaunlich ) Wäre vielleicht die Zubereitung im Ganzen Alleinstellungsmerkmal genug, um den Braten als das Weihnachtsessen zu qualifizieren?
    Ich habe Verwandtschaft, die unbedingt Karpfen Blau zu Weihnachten (und sonst nie) essen muss. Zu meinem Glück sind wir da nicht oft an Weihnachten, aber wäre so etwas was in eurem Sinn?


    Lunete
    Geändert von lunete (07.11.2020 um 00:52 Uhr)

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Turducken!


    Das macht ihr bestimmt nicht freiwillig häufiger als einmal im Jahr, und die Reste könnt Ihr einfrieren.

    Man sollte allerdings nicht den allerkleinsten Ofen dafür haben.

    Mit welchen Gerichten verbindet Dein Mann denn Weihnachten?

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Hintergrund: In meiner Kindheit gab es Heiligabend mittags immer, immer, immer ...
    Ich weiß, was Du meinst und kenne es auch so von meiner Herkunftsfamilie.

    Es gab kein Heiligabend ohne Königinpasteten, gefüllt mit Kalbfleisch-Ragout fin. Ich kann heute noch mühelos den feinen, zitronigen Geschmack der hellen Soße im Gedächtnis abrufen. Zum Kaffee nach der Bescherung gab es immer die wunderbar dekorierte und herrlich weihnachtlich duftende Linzertorte ...

    Mein Mann kannte nichts anderes als eine schlichte Würstel-Nudelsuppe mit selbstgebackenem Bauernbrot am Abend des 24.

    Wir haben dann versucht, diese Traditionen aufzugreifen und haben sowohl die Königinpastete als auch die Würstelsuppe in das Weihnachtsmenü integriert. Im Laufe der Jahre sind wir trotzdem dazu übergegangen, uns nicht krampfhaft daran zu halten, sondern einfach unseren eigenen Vorstellungen mehr Raum zu geben, es gab dann eigentlich jedes Jahr etwas anderes. Was Spaß machte, denn wir kochten gerne, und mein Ex war außerdem ein begnadeter und sehr fantasievoller Hobby-Koch.

    So gibt es bei mir heute eben nach wie vor nichts an Heiligabend, was man "traditionell" nennen könnte. Wobei ... man könnte es auch als "traditionell" bezeichnen, dass das Menü eben immer eine (vegetarische) Überraschung ist.

    Ganz anders an Geburtstagen meiner mittlerweile erwachsenen Kinder. So ferne wir nicht auswärts essen gehen, koche ich immer die deklarierten Lieblingsgerichte.


    Es muss unbedingt charakteristisch riechen (und schmecken)
    Könntest Du Dir ein Filet Wellington vorstellen, dessen Duxelles weihnachtlich betont ist mit entsprechenden Gewürzen? Hier könnte man auch den Blätterteigmantel hübsch dekorieren mit zB Bätterteigsternen ...

  8. Moderation

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Für mich gehört zu Weihnachten auch die Kombi mit Früchten und Gewürzen. Schweinebraten mit Orangensoße könnte ich vorschlagen, Putenbrust mit Backpflaumen, oder eine Soße mit Schokoladen- oder Vanillearomen, fein zu Wild.

    Wenn man das Gericht dreimal zu Weihnachten gekocht hat, ist es eine Tradition.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Da muß ich mal mit meinem Mann sprechen, was genau er so komisch findet an dem Essen. Ich glaube, es ist die Kombi Speck/Backobst, wobei er ein Fan der chinesischen Küche ist, dir ja auch Fleisch und Süßes kombiniert.
    Ich würde in dem Fall den Bauchspeck nicht mögen, wäre mir auch zu wenig festlich. Die Soße mit den Früchten und Gewürzen klingt lecker. Vielleicht kann man den Speck durch irgendwas ersetzen bzw. weniger Speck nehmen und noch anderes Fleisch dazugeben.

  10. User Info Menu

    AW: Weihnachtsessen - Erinnerungen machen

    Ich werde niemals diese Kohlorgien zu Weihnachten verstehen. Kappes, insbesondere roter, ist für mich das klassische Arme Leute-Essen.
    Drei sind eine Bande.

    Nein, meine Kinder geb ich nicht!
    (nach R. Mey)

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