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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Zitat Zitat von arouet58
    Bevor mich Eusebia in den Pavillon verbannt (diese Frau ist ja so verdammt tyrannisch, keine Ahnung von Toleranz, obwohl ich ihr doch immer ein leuchtendes Beispiel gebe!), will ich doch auch mal was zum Thema schreiben.
    Nun ja, nicht jeder, der sich nur mal so für ein Glühwürmchen hält, leuchtet auch, ist in etwa so ähnlich, wie auch nicht jeder gleich tyrannisch sein muss, der das Leuchtende so gar nicht sehen kann, nur weil der Absender glaubt, hell zu leuchten.

    ... aber wie gesagt, auf mich hört ja keiner.
    … und ich sag dann immer, mich fragt ja keiner. Wo ist denn da eigentlich der Unterschied, wenn überhaupt?

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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Zitat Zitat von Kaafee
    Nun ja, nicht jeder, der sich nur mal so für ein Glühwürmchen hält, leuchtet auch, ist in etwa so ähnlich, wie auch nicht jeder gleich tyrannisch sein muss, der das Leuchtende so gar nicht sehen kann, nur weil der Absender glaubt, hell zu leuchten.
    Kaafee, gerade wollte ich mich zu Bett legen in dem schönen Bewußtsein, als apostelgleiches Kirchenlicht durchgehen zu können, und jetzt kommst Du und degradierst mich zum tranfunzeligen Glühwürmchen.
    Aber ich verzeihe Dir.
    Apostel tuen ja sowas.
    Also muss ich auch.
    … und ich sag dann immer, mich fragt ja keiner. Wo ist denn da eigentlich der Unterschied, wenn überhaupt?
    Na ja, die Einen reden ungefragt, auch wenn niemand sie hören will und die Anderen hört niemand, weil sie ungefragt nicht reden wollen.
    Also nur Mut und auch Dir eine Gute Nacht.
    Cum grano salis

  3. gesperrt

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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Zitat Zitat von arouet58
    Aber ich verzeihe Dir.
    Apostel tuen ja sowas.
    Also muss ich auch.
    Rühmlich, denn wer nicht verzeihen kann straft sich selbst.
    Quelle (ob nun 250 Personen - egal, denn nichts geht hier ohne quelle – gelle?!)

    Na ja, die Einen reden ungefragt, auch wenn niemand sie hören will und die Anderen hört niemand, weil sie ungefragt nicht reden wollen.
    Also nur Mut und auch Dir eine Gute Nacht.
    Und ich wünschte, diese Art Mutzuspruch würde noch viel mehr erreichen, als überhaupt möglich. Aber ich leuchte ja auch nicht - wirklich. Also bleibt es wohl doch nur ein Wunsch.

    Wünsche Dir auch eine gute und erholsame Nacht!
    Geändert von kaafee (02.09.2008 um 02:53 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Lieber Arouet, ja, darüber bin ich schon mal gestolpert, wäre die Bibel und was daraus gemacht wurde, "nur" eine wissenschaftliche Abhandlung zu einem bestimmten Thema - sagen wir einmal "Pimpette unter besonderer Berücksichtigung des Bleigehaltes der Druckerschwärze" - dann wäre sie wohl schon längst in der Versenkung der akademischen Hölle des Vergessens entschwunden.

    Aber so, weil sie eben das Emotionale und die Seelenpein eines Menschen anspricht, gilt sie immer noch. Und all die Unwahrscheinlichkeiten werden zu erklären versucht.

    An sich ist es in meinen Augen für die Religion oder den Glauben, das müsste man noch differenzieren, unwesentlich, ob es Jesus gab oder nicht. Als Nachfolger römischer und griechischer Lichtgestalten bzw. Götter hat er auf jeden Fall einen Fortschritt gemacht: er wurde menschlich und hat die Last der Sünden auf sich genommen.

    Oder ist das zu kurz gedacht?

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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Ich habe gelernt, dass es wenig Sinn macht, sich in Gottes Angelegenheiten zu mischen.
    Der scheint kritik-u.beratungsresistent zu sein, zieht einfach sein Ding durch.
    Und so richtig kommunikativ ist er auch nicht gerade.
    Schwängert hin und wieder Frauen und läßt sie dann sitzen.
    Insofern ja ein echtes Mannsbild.

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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    An sich ist es in meinen Augen für die Religion oder den Glauben, das müsste man noch differenzieren, unwesentlich, ob es Jesus gab oder nicht. Als Nachfolger römischer und griechischer Lichtgestalten bzw. Götter hat er auf jeden Fall einen Fortschritt gemacht: er wurde menschlich und hat die Last der Sünden auf sich genommen.
    Ich glaube, sowohl für die Religion - die theologische Rede vom menschgewordenen Gott braucht einen realen Menschen, wenn sie Bedeutsamkeit erlangen und Verbindlichkeit beanspruchen will - als auch der Glaube des Einzelnen können auf einen historischen, wirklich gelebt habenden Menschen Jesus nicht verzichten.
    Zu wissen, daß der junge, halbnackte Mann am Kreuz real gelebt und auf eine sehr reale, grauenhafte Weise hingerichtet wurde, schafft doch erst jene emotionale Nähe und Verbundenheit vieler mit ihm, die den Erfolg des Christentums möglich machte.
    Der Mensch Jesus, der mit seinem Tod seine Lehren und sein Leben beglaubigte, ist ein mächtiger Ansporn, ihm nachzufolgen, wie fehlgeleitet, realpolitisch vernutzt diese Nachfolge dann am Ende auch immer wieder aussehen mag.
    Wüßten wir, er ist nur eine ausgedachte Figur, ein Phantasieprodukt, würde er beliebig, nicht mehr zum Gegenstand und konkreten Anknüpfungspunkt der Meditation und der Emotionen so vieler Menschen in aller Welt, auf allen Kontinenten, in allen Kulturen. Wäre er nicht konkret zu denken, könnte er leicht und jederzeit durch neue Phantasieprodukte ausgetauscht werden.
    Austauschbares ist gleich gültig.
    So ist er aber, Legenden umsponnen, der reale, individuelle, nicht austauschbare Kern einer großen Erzählung, ein Magnet, der Emotionen anzieht, wie das nur ein wirklicher Mensch kann.
    Das gibt dem Christentum eine ungeheure, poetische Kraft, die in Bann schlägt, nicht zuletzt viele, sehr viele Frauen.
    Geändert von arouet58 (02.09.2008 um 13:29 Uhr)
    Cum grano salis

  7. Inaktiver User

    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Zitat Zitat von arouet58
    (...)
    Das gibt dem Christentum eine ungeheure, poetische Kraft, die in Bann schlägt, nicht zuletzt viele, sehr viele Frauen.
    Du schreibst da was, was für mich dieses "Jesus Superstar" eigentlich schön beschreibt. Aber sagt Jesus nicht (sinngemäß) "ihr sollt meinem Weg folgen", nicht "mir"?
    Und würde damit nicht das "heraustellen" der Person eher "Sünde" erzeugen?

    Ich denke wir (oder auch nur ich) sind da wieder an dem Punkt, heißt es "niemand kommt zum Herrn, ausser durch mich" oder meinte Jesus durch "seinen Weg", damit stellt sich für mich mal wieder die Frage IST Jesus Gottessohn oder sind wir ALLE Gotteskinder, und der Koran schreibt zu recht nur vom Propheten Jesus.

    Lügt die Bibel da? Ich weiß es gibt wohl unterschiedliche Texte, Jesus redet ja von "seinen" Brüdern (er meint die Apostel).

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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Du schreibst da was, was für mich dieses "Jesus Superstar" eigentlich schön beschreibt. Aber sagt Jesus nicht (sinngemäß) "ihr sollt meinem Weg folgen", nicht "mir"?
    Und würde damit nicht das "heraustellen" der Person eher "Sünde" erzeugen?
    Das läßt sich für einen gläubigen Christen gar nicht trennen, weil Jesus seine Lehre durch sein Leben beglaubigt und umgkehrt. Er LEBT, was er lehrt.
    Natürlich gibt es immer die Neigung, die Nachfolge, die, ernst genommen, ja immer zu einem Kreuzweg wird, durch Idolatrie zu ersetzen.
    Jesus, den Wundertäter, anzuhimmeln, der es schon richten wird anstatt ihm tatsächlich nachzuleben, ist einfach bequemer und sehr menschlich.
    Diese menschliche Schwäche läßt sich auch durch andere Lehren in anderen Religionen nicht verändern.
    Es gibt genauso viele laue Muslime, die Religion als metaphysische Filzpantoffel betrachten zur Abfederung steiniger Wegstrecken wie es laue Christen gibt.
    Ich denke wir (oder auch nur ich) sind da wieder an dem Punkt, heißt es "niemand kommt zum Herrn, ausser durch mich" oder meinte Jesus durch "seinen Weg", damit stellt sich für mich mal wieder die Frage IST Jesus Gottessohn oder sind wir ALLE Gotteskinder, und der Koran schreibt zu recht nur vom Propheten Jesus.
    Ich glaube schon, daß Jesus meinte, ihm nachzufolgen, führe den Menschen zu Gott.
    Aber wer ist dazu wirklich in der Lage?
    Die meisten Menschen sind schwach, lau, egoistisch und so gesehen eigentlich verloren.
    An guten Tagen, wenn ich also überhaupt an die Existenz eines Gottes glaube, was in der Regel nicht oft der Fall ist, dann glaube ich an einen barmherzigen Gott, für den wir alle seine/ihre Kinder sind (Gott hat natürlich kein Geschlecht, oder besser gesagt, er ist Mann und Frau zugleich und zugleich unendlich mehr als beides zusammen), die nicht verloren gehen, auch wenn sie sich nur schwach bemühen/bemühen können.
    Insofern finde ich die sakramentalen Krücken, die die Kirchen anbieten, eine durchaus humane, weise Lösung des Vermittlungsproblemes zwischen dem unerbittlichen Anspruch Gottes und der realen Schwäche des Menschen.

    Zwischen der Aussage, alle Menschen sind Gottes Kinder und Jesus ist der Sohn Gottes besteht in meinen Augen kein Widerspruch.
    Wenn ich glaube, kann ich sehr wohl alle Menschen als Gottes Kinder sehen, von Gott gewollt, von Gott auf welchen evolutionären Wegen auch immer geschaffen.

    Daneben bedeutet ja die Gottessohnschaft Jesu etwas ganz anderes.
    Es geht ja weniger um eine "biologische" Abstammung Jesu von Gott als Vater und Maria als Mutter, sondern um die Aussage, daß uns in Jesus Gott selbst in einzigartiger Weise gegenübertritt, daß uns Gott in Jesus menschlich begreifbar, spürbar, berührbar wird, weil eben dieser Jesus für den Glaubenden wahrer Mensch UND wahrer Gott zugleich ist.

    Gott hat sich also in Jesus, dadurch dass er zu Jesus wurde, mit seinem Geschöpf, dem Menschen, in einzigartiger Weise solidarisiert, sein dem Menschen eigentlich unbegreifliches So-Sein begreifbar gemacht, die unendliche Kluft, die doch zwischen Gott und dem Menschen besteht, durch diese Offenbarung in Gestalt eines Menschen überbrückt.

    Ob Jesus tatsächlich nur ein Prophet war, diese Frage kann Dir niemand objektiv beantworten. Das ist eine reine Glaubensentscheidung.
    Ich finde den Gedanken einer Menschwerdung Gottes jedenfalls so schön, daß ich daran glauben will, wenn ich überhaupt glauben kann.
    Für Muslime, die ihn nicht als Inkarnation Gottes glauben, ist er "nur" ein Mensch, für Christen eben der Sohn Gottes, diejenige der Selbstoffenbarungen Gottes, die uns Menschen am nächsten kam, zu einer bestimmten, historischen Stunde, neben den anderen beiden: Gott als Weltenschöpfer, Urgrund allen Seins und Gott als Heiligem Geist, den jeder einzelne in Glücksmomenten auch heute und zu jeder Zeit in sich erfahren kann.
    Das sind die 3 Weisen, in denen der EINE Gott dem Menschen erfahrbar, erkennbar wird, so dieser Mensch Christ ist.
    Lügt die Bibel da? Ich weiß es gibt wohl unterschiedliche Texte, Jesus redet ja von "seinen" Brüdern (er meint die Apostel).
    Ich kann in diesem Zusammenhang mit dem Begriff Lüge nichts anfangen.
    Die Autoren des Neuen Testamentes lügen nicht. Sie wollen nicht täuschen. Sie stellen nur ihre Wahrheit dar, so wie sie sie erkannt zu haben glauben.
    Dass dies nicht die objektive Wahrheit sein muss, ist klar.
    Ob Jesus sich selbst als Messias, Sohn Gottes usw. begriff, ist Interpretationsache, Glaubensentscheidung, objektiv nicht entscheidbar.
    Für mich ist er das an den wenigen Tagen, an denen ich glauben kann.
    Das genügt mir.
    Es überzeugt mich die GLAUBENSWAHRHEIT in ihrer poetischen Kraft, die in dieser Vorstellung vom inkarnierten Gott, der einen menschlich/unmenschlichen Tod stirbt und wieder aufersteht, liegt.
    Vielleicht nur Wunschdenken, aber darauf kommt es mir dann nicht an.
    Realistisch, und das heißt in der Regel agnostisch bis atheistisch-nihilistisch bin ich oft genug.
    Dann kann ich mir doch einen kleinen Gottesrausch ab und an gönnen, zumal die Vorstellung vom Mensch gewordenen Gott den ungeheuren Bilderreichtum, die grandiose Kunstgeschichte des christlichen Abendlandes hervorgebracht hat, eine der größten Leistungen des menschlichen Geistes, der menschlichen Sinnlichkeit überhaupt.
    Das soll den Christen erst mal jemand nachmachen.
    Geändert von arouet58 (03.09.2008 um 01:11 Uhr)
    Cum grano salis

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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    Religion als metaphysische Filzpantoffel zur Abfederung steiniger Wegstrecken
    Das ist für mich die größte Attraktion - und auch legitime Aufgabe - aller Religionen.

    Die Aussage "Religion ist Opium für das Volk" hat was für sich.

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    AW: Ist die Bibel ein Buch voller Lügen?

    In seiner Abhandlung »Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung« (1844) versucht Karl Marx (1818-1883), die Kritik an der Religion zu einer Gesellschaftskritik auf materialistischer Grundlage weiterzuentwickeln. Ausgehend von seiner Erkenntnis »Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen«, stellt er dann fest: »Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.« Die Religion stellt sich ihm also als das letzte Zufluchtsmittel eines unterdrückten und ausgebeuteten Volks dar, als eine Droge, mit der es sich selbst die Hoffnung auf eine bessere Welt vorgaukelt. Die marxsche Aussage ist in der Folgezeit auf die missverständliche Form »Religion ist Opium für das Volk« verkürzt worden.

    Insbesondere Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, bezog sich gerne auf die Marxsche These, weil seine Idee der proletarischen Weltrevolution keine Nische der religiösen Flucht erlaubte. Denn sie hätte eine individuelle kleine Freiheit bedeutet, die der kommunistischen Idee der Volksherrschaft entgegensteht.
    Er schrieb 1922: “Je größer die Zahl von Vertretern der reaktionären Bourgeoisie und Geistlichkeit ist, die es uns bei dieser Gelegenheit zu erschießen gelingt, desto besser. Gerade jetzt muss diesen Leuten eine solche Lektion erteilt werden, dass sie auf Jahrzehnte hinaus nicht wagen, an einem Widerstand auch nur zu denken.“
    Es folgten Progrome und Beschlagnahme kirchlichen Eigentums.
    Geändert von Opelius (03.09.2008 um 09:27 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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