Gut, arouet, wir versuchen es mal hiermit.Zitat von arouet58
http://www.bibelcenter.de/bibel/trin..._allgemein.php
Die Zitate bei Eusebius aus einer offensichtlich ihm zur Verfügung stehenden älteren Handschrift enthielten keine trinitarische Taufformel, denn sonst hätte Eusebius als Vetreter der Trinitätslehre diese sicherlich in einem Zitat dieses Verses mit Worten Jesu nicht ausgelassen! Dass er diese Worte Jesu insgesamt 24 (17 + 7) mal ohne die trinitarische Taufformel zitiert, und dass die lediglich 5 Stellen mit der trinitarischen Taufformel sich in Schriften aus der Zeit nach dem Konzil von Nicäa finden (und von einigen Gelehrten gar als nicht von Eusbius selbst stammend eingestuft werden), scheint mir den textlichen Sachverhalt dahingehend zu klären, dass Jesus seinen Aposteln keinen solchen Taufauftrag - und schon gar nicht eine Taufe auf den Namen der Trinität - geboten hat.
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16.07.2008, 23:28Inaktiver User
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
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16.07.2008, 23:35Inaktiver User
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Eusebia, ick danke dir! Du hast mir den Abend gerettet,denn ich war schon dabei, meine ollen Schmöker durchzuwälzen (die wenigsten mit Stichwortverzeichnis), und dein Link hat alles auf den Punkt gebracht! Noch einmal, ick danke dir von Herzen!
Zitat von Inaktiver User
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16.07.2008, 23:51Inaktiver User
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Das rahm ich mir ein und wenn ich mal wieder "die böse" bin....
Zitat von Inaktiver User
Ich hab noch was schönes über die "Dreieinigkeit" gefunden bei Wiki.
Das dient mehr als Erklärung warum der Sohn Jesus zu Füßen von Gottes Thron sitzt.
Der Arianismus [ari̯aˈnɪsmʊs] ist eine theologische Lehre, die nach einem ihrer frühen Vertreter, Arius, benannt ist.
Im Bereich der Christologie steht sie im Gegensatz zur Trinitätslehre. Diese Lehre wird von den christlichen Kirchen und Glaubensgemeinschaften, die die ersten beiden ökumenischen Konzilien anerkennen, als Häresie angesehen.
(...)
Es gab verschiedene Varianten des Arianismus, aber die folgenden Punkte wurden von den meisten seiner Anhänger vertreten:
- Der Vater allein ist Gott.
- Gott hat die Welt nicht direkt erschaffen, sondern durch einen Mittler, den Logos (=das Wort), der selbst geschaffen wurde, um die Welt zu schaffen, nach der Lehre des Juden Philo von Alexandria.
- Der Sohn Gottes ist präexistent, vor aller Zeit und vor der Welt, ist ein Wesen zwischen Gott und der Welt, das perfekte Abbild des Vaters.
In einem metaphorischen Sinn kann er als Gott bezeichnet werden. Aber er ist eine Kreatur, die erste Kreatur Gottes. Er ist geschaffen, nicht aus dem gleichen Wesen wie der Vater, sondern aus dem Nichts, durch den Willen des Vaters, vor aller vorstellbaren Zeit, aber dennoch in der Zeit. Er ist daher nicht ewig, und »es gab eine Zeit, als es ihn nicht gab.« Ebenso sind seine Macht, seine Weisheit und sein Wissen begrenzt.
Der Kaiser gab den Kanons des Konzils gesetzlichen Status und erließ im Juli 381 ein Gesetz, dass alles Eigentum der Kirchen denen übergeben werden sollte, die an die gleiche Göttlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist glaubten. In der kaiserlichen Armee wurde diese strikt trinitarische Position allerdings lange Zeit nicht konsequent durchgesetzt, weshalb noch bis ins sechste Jahrhundert viele Soldaten - zumal solche mit "barbarischem" Hintergrund - Arianer waren.
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17.07.2008, 00:03
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Emma-Peel, Du dankst Eusebia etwas vorschnell.
Zitat von Inaktiver User
Wir diskutieren hier diese Behauptung von DirIch habe diese Behauptung bestritten mit dem Argument, daß ja die Trinitätsformel schon im Matthäusevangelium, ungefähr um 100 n. Chr. verfasst, erscheine, also zu einem Zeitpunkt, als es noch gar keine unterdrückende katholische Kirche gab.Und ich sehe die Dreieinigkeit als katholischen Kulturklau bei den Völkern, die sie unterdrückten.
Der von Dir verlinkte Autor, Eusebia, bringt nun die Trinitätsformel mit außerevangelischen christlichen Quellen des 2. nachchristlichen Jahrhunderts in VerbindungDas ändert, selbst wenn es zuträfe, nichts an meiner Argumentation, denn auch im Jahr 199 nach Christus gab es noch keine katholische Kirche, die Völker hätte unterdrücken und berauben können, weil im ganzen 2. und 3.Jhdt. Christen eine verfolgte, unterdrückte Minderheit waren.Wenn man dies liest und mit den biblischen Berichten in der Apostelgeschichte und anderen NT Schriften vergleicht, ist offenbar, dass diese Angaben in der Didache offensichtlich nicht mit dem biblischen Zeugnis übereinstimmen, sondern von der biblischen Wahrheit abweichende Praxis einiger Christen aus jener Zeit (2. Jhdt n.Chr.) schildert. Es ist auch leicht zu erkennen, dass sich genau dieser Wortlaut dann später in den erhaltenen Abschriften des Matthäusevangeliums aus der Zeit nach dem Konzil von Nicäa wiederfindet. Bemerkenswert ist auch, dass Eusebius nicht viel von der Didache hielt und sie "unecht" bezeichnete.
So hilft Dein Autor Emma-Peel beim Beleg ihrer Behauptung nicht weiter, denn auch er geht davon aus, daß trinitarische Vorstellungen bei einigen Christen bereits im 2. Jhdt., vor jeder Beraubungsmöglichkeit, existierten.
Außerdem ist das Argument des Autors nur stichhaltig für den, der seine Überzeugung teilt, also nicht zwingend.
Schließlich könnte ein Grund, warum Eusebius, Eusebia, den Taufbefehl so selten in seiner trinitarischen Form zitiert, ganz einfach damit zusammenhängen, daß er es nicht für nötig hielt, einen bekannten Evangelientext so häufig vollständig zu zitieren.
Der Vermutung, diese vollständigen Zitate seien gar nicht von Eusebius selbst, wird von vielen anderen Gelehrten widersprochen.
Also ist auch dieses Argument nur dem plausibel, der an die Fälschungshypothese glaubt.
Aber wie gesagt, selbst wenn Herr Schneider zwingend beweisen könnte, daß der Evangelientext eine verfälschende Einfügung aus einer Quelle des 2. nachchristlichen Jahrhunderts wäre, wäre damit Emma-Peels Behauptung unrichtig.
PS: Zur ziemlich einhelligen Meinung der Neutestamentler, siehe hier:Zur Taufe auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes gibt es eine von Eusebius Anfang des 4. Jahrhunderts überlieferte Variante, die nur auf „in meinem Namen“ lautet, die von einigen Autoren als die ältere Fassung angesehen wird.[2] Eusebius verwendet allerdings nie das Wort taufen.[3] Andererseits überliefern Didache (1. Jahrhundert), Irenäus von Lyon (2. Jahrhundert) und Tertullian (3. Jahrhundert) – wie auch alle bisher bekannten Handschriften der Matthäus-Stelle – bereits die trinitarische Formel.[4] Einzelne nichttrinitarische Theologen halten den Text für eine Einschiebung aus dem 4. Jahrhundert, was allerdings von der wissenschaftlichen Textkritik durchweg abgelehnt wird.
Geändert von arouet58 (17.07.2008 um 04:27 Uhr)
Cum grano salis
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17.07.2008, 13:07Inaktiver User
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Weißt du, irgendwie erinnerst du mich an Mormonen oder Zeugen Jehovas. Die versuchen bei Diskussionen auch immer recht zu behalten, haben es aber selten.
Und die setzen bei sich das ein, was ich "selektive Wahrnehmung" nennen würde. Um das Zitat aus deinem letzen Beitrag (Wikipedia/Taufbefehl) noch einmal aufzugreifen, besonders dieses Zitat:
Einzelne nichttrinitarische Theologen halten den Text für eine Einschiebung aus dem 4. Jahrhundert, was allerdings von der wissenschaftlichen Textkritik durchweg abgelehnt wird.
Nun, zunächst einmal würde mich interessieren, wer den Text verfasste, welches Hintergrundwissen diese Person hat, und welchen religiösen Background (siehe selektive Wahrnehmung)? Dann würde ich mich fragen,welche Quellen standen zur Verfügung, und wie wurden diese gesichtet und bewertet? Und wer hatte diese wissenschaftliche Textkritik geschrieben, und warum wurden die anderen Theorien abgelehnt? Waren es nachvollziehbare wissenschaftlich motivierte Gründe,oder wieder so ein Glaubensding, wo der eigene Glauben bewahrt werden soll?
Letzendlich läuft es nur auf eine Frage heraus:
WEM GLAUB ICH MEHR!!!
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17.07.2008, 14:10
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Da will ich Dir gar nicht widersprechen.
Zitat von Inaktiver User
Das verkürzt Diskussionen auf angenehme Weise.
Also, Dir glaube ich weniger.Cum grano salis
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17.07.2008, 17:00
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Das ist natürlich richtig.
Zitat von arouet58
Vielleicht sollte man eher sagen, dass die Trinität keine Erfindung der Kirche ist, auch nicht der Urkirche.
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17.07.2008, 20:25Inaktiver User
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Und ich nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe!
Zitat von arouet58
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17.07.2008, 21:35Inaktiver User
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Ophelius schrieb es schon, das liegt ALLEN Menschen "im Blut", nicht nur erwähnten Gruppierungen.
Zitat von Inaktiver User
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02.09.2008, 14:27
AW: Dreieinigkeit - Dreifaltigkeit! Wer erklärt´s mir KURZ?!
Locke,
(die Quellendiskussion überspringe ich einfach mal. Zurück zum Stranganfang!)
Du bittest um eine kurze, möglichst allgemeingültige Erklärung von Dreieinigkeit und Dreifaltigkeit. Was wer glaubt, ist aber eine sehr individuelle Angelegenheit! Allgemeingültig geht es also nicht.
Eine Analogie zu Dreieinigkeit und Dreifaltigkeit findest Du in der Zeit: Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit nehmen wir sehr unterschiedlich wahr, aber sie sind alle drei Bestandteil des Kontinuums, das wir Zeit nennen.
So sehe ich auf Schöpfergott (der Vater, die Herkunft), Jesus Christus (der Gegenwärtige, die tätige Kraft), heiligen Geist (der Zukünftige, die Weisheit).
Ob Du diesen Blickwinkel einleuchtend findest und teilen kannst, musst Du selbst herausfinden.
Lieben Gruß - Halbnomadin
Uns hat ein Goldstück gefunden. 


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