Zum Thema "Erwachsenentaufe" bei ZJ:
Viele werden als Heranwachsende getauft, andere bereits im Grundschulalter. Ich selbst war bei meiner Taufe 11 Jahre alt, meine Freundin 10 Jahre, da spielt dann auch der Gruppenzwang und das Dazugehören-wollen eine Rolle.
Zitate aus der ZJ-Literatur:
"Einige Kinder haben in sehr jungen Jahren die Bibelbücher auswendig gelernt, noch bevor sie lesen lernten. Im Familienstudium lernen Kinder, sich auf die Zusammenkünfte vorzubereiten, damit sie sinnvolle Kommentare geben und sich in die Theokratische Predigtdienstschule eintragen lassen können. Wenn Kinder ihre Eltern im Predigtdienst begleiten, können sie lernen, sich am Zeugnisgeben zu beteiligen, während sie auf Fortschritt bedacht sind, um ungetaufte Verkündiger zu werden. Eltern sollten schon ihren kleinen Kindern Hingabe und Taufe als Ziel vor Augen halten."
Königreichsdienst Juni 1997, S.1
"Eine Zehnjährige in Angola wurde gefragt, ob sie schon ein Verkündiger sei. Sie antwortete: „Jawohl.“ Führte sie irgendwelche Heimbibelstudien durch? „Natürlich!“ Wie viele denn? „Sieben“, erwiderte die Zehnjährige."
Wachtturm vom 1. November 1992, S.26
"Zum Beispiel hatte der noch nicht 13-jährige Sohn eines Ältesten den aufrichtigen Wunsch, sich taufen zu lassen. ... Sie kamen zu dem Schluss, dass der Sohn, obwohl noch ziemlich jung, die Voraussetzungen für die Taufe erfüllte und so ein ordinierter Diener Jehovas werden konnte. Auf den Bahamainseln besuchte unlängst ein 10-jähriges getauftes Mädchen, … die Pionierdienstschule."
Wachtturm vom 15. März 1988, S. 14-15
(Anmerkung: Hier handelt es sich um einen klaren Fall von Kinderarbeit. Allgemeine Pioniere hatten damals (1988) monatlich 90 Stunden im Predigtdienst zu verbringen - neben den weiteren “theokratischen” Aktivitäten.)
"Ebenfalls von entscheidender Bedeutung ist es, früh damit zu beginnen, einem Kind theokratische Ziele zu setzen, die das Kind auch erreichen kann. Geschieht das nicht frühzeitig und konsequent, können andere in den Sinn und das Herz des Kindes davon abweichende Ziele einpflanzen. Zu den theokratischen Zielen sollte gehören, die Bibel durchzulesen, persönlich eine Veröffentlichung der Wachtturm-Gesellschaft zu studieren, sich in die Theokratische Predigtdienstschule einschreiben zu lassen, ein Verkündiger der guten Botschaft zu werden und sich taufen zu lassen."
Wachtturm vom 1. Oktober 1994, 28
"Viele Eltern haben festgestellt, dass es vorteilhaft ist, die Kinder bereits im zarten Alter mit in die Zusammenkünfte zu nehmen, wo Gottes Wort besprochen wird. Es ist nicht gut, sich mit ihnen in einen Nebenraum zu setzen oder mit ihnen in den hinteren Teil des Saales zu gehen (außer aus gutem Grund für kurze Zeit). Man sollte ihnen statt dessen beibringen, dass sie in den Zusammenkünften ruhig und respektvoll sitzen bleiben und aus den guten Dingen, die besprochen werden, Nutzen ziehen."
Wachtturm vom 1. April 1982, S.16
"Unser Familienleben drehte sich stets um Königreichsinteressen. Diese Interessen allem voranzustellen war nicht einfach. ... Jedes Kind wurde von den ersten Lebenstagen an in die christlichen Zusammenkünfte und zu den Kongressen mitgenommen. Nur Krankheit oder ein anderer Notfall konnte uns davon abhalten, anwesend zu sein. Außerdem begleiteten uns unsere Kinder schon im zarten Alter im christlichen Predigtdienst. Als die Kinder etwa 10 Jahre alt waren, lösten sie ihre ersten Aufgaben in der Theokratischen Predigtdienstschule. ... Im Alter zwischen 10 und 12 Jahren begannen sie auch alle damit, sich regelmäßig am Predigtdienst zu beteiligen. Sie kannten keinen anderen Lebensweg. ... Als die Kinder noch ganz klein waren, also in der Zeit, in der ein Kind alles, was man ihm beibringt, wie ein Schwamm aufsaugt, las Clara [die Mutter] ihnen jeden Abend eine biblische Geschichte vor und betete mit einem jeden. Sie machte guten Gebrauch von den Büchern ... Wir verwendeten auch die von Jehovas Zeugen veröffentlichten Tonband- und Videokassetten, als diese erhältlich waren.
Wachtturm vom 1. Oktober 1996, S. 28
"Die dreizehnjährige Susana hatte Krebs im Endstadium, wusste aber nicht, dass sie nur noch 10 Tage zu leben hatte, als sie ihren letzten Kongress der Zeugen Jehovas besuchte. Nicht einmal Krebs konnte sie davon zurückhalten, sich ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: getauft zu werden und ein Zeuge Jehovas und Jünger Jesu Christi zu sein. ... Es stimmt, man kann die Hingabe an Gott nicht rückgängig machen. (Vergleiche Prediger 5:4.) Jemand, der sich Gott hingibt, übernimmt eine ernste Verantwortung. Er oder sie ist verpflichtet, ‘Jehovas würdig zu wandeln, um ihm völlig zu gefallen’ (Kolosser 1:10). Wer sich eine schwere Verfehlung zuschulden kommen lässt, riskiert sogar, aus der Christenversammlung ausgeschlossen zu werden (1. Korinther 5:11-13). ... Vielleicht vermeidet man den förmlichen Ausschluss aus der Versammlung, dem Gericht Jehovas kann man jedoch nicht entgehen."
Erwachet vom 22. März 1990, S. 25, 27
Zeugen-Jehovas-Eltern werden also mit ziemlich eindeutigen Worten dazu aufgefordert, ihre Kinder so früh wie möglich auf Wachtturm-Kurs zu bringen. Das fängt schon bei den Kleinkindern an, die so zu dressieren sind, dass sie während der mehrstündigen Versammlungen still sitzen bleiben und keinen Mucks von sich geben. Später heißt es dann, möglichst viele Bibelverse auswendig zu lernen und die Eltern beim Predigtdienst von Haus zu Haus zu begleiten (Kinderarbeit!). Und wenn das gründlich konditionierte Kind dann Jehova und vor allen Dingen seinen Eltern eine Freude machen will, dann spricht auch nichts dagegen, es schon im Grundschulalter zu taufen.
Das Zynische an der Sache ist, dass die PR-Abteilung der Zeugen Jehovas nicht müde wird, diese Taufe als eine "vorverlagerte Gewissensentscheidung" erwachsener Menschen zu titulieren, mit der ein Zeuge Jehovas schon im voraus ganz wesentliche Lebensentscheidungen trifft. Die Entscheidung nicht zu wählen, zum Beispiel. Oder die Entscheidung, notfalls wegen Blutverlustes zu sterben, anstatt einer lebensrettenden Transfusion zuzustimmen.
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Thema: Strangthema: Zeugen Jehovas
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01.04.2008, 14:45
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
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01.04.2008, 14:50
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Lieber Wolfgang,
Zitat von Wolfgang60
danke für deine lieben Wünsche. Ich denke auch, ich bin auf dem richtigen Weg. Es lässt mich aber leider nicht kalt, wenn hier Dinge über die Zeugen erzählt werden, die so nicht stimmen. Ich versuche einfach nur, das richtigzustellen. Ist ja auch eine Form der Verarbeitung ...
Lieben Gruß:
Liliana
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01.04.2008, 14:52Inaktiver User
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Was bei allen in ZJ-Texten genannten Beispielen immer wieder auffällt, ist, dass die Leute, die genannt werden, stets aus allen Winkeln der Welt kommen. Hier wird ein Mädchen auf den Bahamas genannt, ein Junge in Angola etc.
Damit geben sich die ZJ den Anstrich von Internationalität und weltweiter Verbreitung.
Andererseits lassen sich so wunderbar Quellenangaben fälschen, da niemand nachprüfen kann, ob das Mädchen auf den Bahamas oder der Junge in Angola tatsächlich existieren.
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01.04.2008, 14:57
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Liebe Liliana, der erste Freund meiner Schwester war ZJ. Man machte dermaßen Druck auf ihn, entweder meine Schwester zu "bekehren", oder Schluss zu machen. Da sich meine Schwester nicht bekehren lassen wollte, war dann irgendwann mal Schluss.
Zitat von Liliana45
Nun zu dir:Ich bin kein Psychologe. Trotzdem denke ich, auch mal einen Rat geben zu können. Verstricke dich nicht zu viel in deiner ZJ-Vergangenheit, und bau dir was auf, ein Netzwerk aus Freunden und Bekannten. Du wirst deine Vergangenheit niemals vergessen, aber beginne deine Zukunft ganz dolle anzugehen.
Ich glaube, du wirst das schaffen, so weit schätze ich dich aus dem Gelesenen ein.
Liebe Grüße
WolfgangIch bin, also denke ich
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01.04.2008, 15:18
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Und zum Schluss noch etwas über Zucht bzw. Züchtigung im Sinne der Zeugen Jehovas:
Bei den ZJ-Zusammenkünften müssen Kinder 3x wöchentlich stundenlang die ganze Zeit über still sitzen. Selbst Vorschulkinder dürfen während einer Zusammenkunft nicht einmal ihre Buntstifte herausholen. Sie müssen gerade auf ihrem Stuhl sitzen und genau auf das Programm aufpassen. Wenn ein Kind unruhig wird, sind Eltern angehalten, mit ihren Kindern vor die Tür zu gehen und sie zu züchtigen.
Auszüge direkt aus der Zeugen-Literatur:
"Zögert nicht, bei der Züchtigung die Rute zu gebrauchen. „Narrheit ist gekettet an das Herz des Knaben; die Rute der Zucht wird sie davon entfernen.“"
Wachtturm vom 1.1.1972, Seite 16
"Wenn Kinder unruhig werden, sollte der Ordner die Eltern auf freundliche Weise bitten, mit dem Kind hinauszugehen, damit die Zuhörer nicht ungebührlich abgelenkt werden. Schon vor Beginn der Zusammenkunft kann man Eltern mit kleineren Kindern ermuntern, dort Platz zu nehmen, wo sie am wenigsten stören, falls es erforderlich werden sollte, mit ihrem Kind hinauszugehen, um es zu züchtigen oder sich um andere Dinge zu kümmern."
Unser Königreichsdienst für März 1972
"Wie es uns gelang, unser Familienleben glücklich zu gestalten:
Ich lernte, wie notwendig es ist, daß ein Vater seine Aufgaben als Familienhaupt erfüllt, wenn alle in Frieden und Einheit leben sollen. Oft wurden wir gezüchtigt, nicht nur in Worten, sondern auch mit der buchstäblichen „Rute der Zucht“. Wenn Vater zur Arbeit war, sorgte Mutter mit den notwendigen Maßnahmen dafür, daß wir nicht aus der Reihe tanzten. Vor ihrer rechten Hand hatten wir großen Respekt, denn sie zielte mit dem Riemen immer richtig, noch bevor wir uns unter dem Bett verkriechen konnten."
Wachtturm vom 15.6.1976, Seite 360
"Drei kleine Jungen zu erziehen ist nicht leicht ... An jenem Tag genügte eine mündliche Zurechtweisung nicht. Die „Rute der Zucht“ mußte buchstäblich angewandt werden, wie die Bibel es durch die Worte empfiehlt: „Torheit ist an das Herz eines Knaben geknüpft; die Rute der Zucht ist das, was sie von ihm entfernen wird“ (Spr. 22:15).
Wachtturm vom 15.2.1978
"Damit ein Kind lernt, eine falsche Handlungsweise zu meiden, bedarf es mitunter einer strengen Züchtigung (zum Beispiel Schläge), die es entweder bei anderen beobachtet oder die ihm selbst zuteil wird. Obwohl eine solche Züchtigung zunächst sowohl für das Kind als auch für die Eltern unerfreulich sein mag, wird es sich schließlich zeigen, daß sie sich gelohnt hat"
Wachtturm vom 1.8.1978, Seite 32
"Die Bibel macht deutlich, daß Zucht eine richtige Belehrung und ein gutes Beispiel einschließt. Zeigt sie aber, daß Schläge nicht dazugehören? Nein. Sprüche 23:13 sagt nämlich: „Enthalte doch dem, der noch ein Knabe ist, die Zucht nicht vor. Falls du ihn mit der Rute [oder der Hand] schlägst, wird er nicht sterben.“
Wachtturm vom 15.7.1979, Seite 30-31
Ich hab's erlebt!
Liliana
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01.04.2008, 15:21
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Das kann schon sein. Und doch gibt es tausende Leser in Deutschland und anderswo, die solche Erfahrungen lesen und auf ihre eigenen Kinder übertragen.
Zitat von Inaktiver User
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01.04.2008, 15:30Inaktiver User
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Arme Liliana - du bist aber auf einem guten Weg! Du findest neue Freunde und verarbeitest so nach und nach das Erlebte.
Ich schrieb ja ganz am Anfang deines Stranges, dass ich 2 ZJ kenne - aber da sie mich nie missionierten und wir nie über ihren Glauben sprachen habe/hatte ich nie diese Einsicht in diese Sekte - wollte ich ja auch gar nicht. Das was so zu hören und ja hier auch zu lesen ist, ist Grund genug Abstand zu nehmen.
Ich gönne wirklich Jedem seinen Glauben, wenn er/sie damit glücklich wird, solange ich mich ebenso frei entscheiden kann.
Bis heute habe ich das noch nicht, für mich spielt Religion im Leben auch keine Rolle.
Was ich aber mal nachgelesen habe, weil Ziska ja so vehement immer von Gottes Vornamen nämlich Jehova spricht: Jehova (gesprochen Jechowa) heißt übersetzt: ich bin wer ich bin - also Gott! Und so hatte ich es auch verstanden, DER Gott hat keinen Vornamen, er sagt von sich selbst (oder läßt es über die Bibel ausrichten) er wäre das alpha und das omega....
Und eben dieser Gott ist der Gott von dem wir sprechen wenn wir katholisch, evangelisch, baptistisch, jüdisch, oder-was-weiß-ich-nicht sind....
DAS wollte ich nur mal los werden.
Dharma
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01.04.2008, 16:04Inaktiver User
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Zu dem Namen Gottes:
Im Original wird er JHVH geschrieben. Meist spricht man ihn Jachwe aus.
Eine andere Bezeichnung für Gott ist adonai = Herr.
Die ZJ haben die Lesart übernommen, in der JHVH einfach mit den Vokalen von adonai gelesen wird, also Jahova (da in semitischen Sprachen a und e oft gleich ausgesprochen werden, liest man Jehova).
Der Streit darüber, wie man JHVH denn nun richtig ausspricht, brennt schon sehr lange.
Und ich persönlich finde, es ist völlig schnurz, welchen Namen ein Gott hat.
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01.04.2008, 16:22
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Das meine ich auch.
Wenn mich jemand anbetet und verehrt, ist es mir auch egal, ob er mich Schnuckiputzi, sweetie-pie oder petit chou nennt.
Bei Göttern wird es nicht anders sein.
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01.04.2008, 16:27
AW: harmlose Zeugen Jehovas?
Wie meinst du das jetzt? Gehört er nicht mehr zur Familie?
Zitat von Inaktiver User


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