emma-peel,
geht das auch genauer? In der Meinung steht ja auch nur drin, dass es so sei, wenn das Matriarchat wieder eingeführt wird, aber nicht, wieso. Und wieso sollte das Vorhandensein von mehreren Geschlechtern dazu führen, dass kein Missbrauch stattfindet? Den kausalen Zusammenhang mit der Einstellung "Kinder gehören einem" und Kindesmissbrauch erschliesst sich mir auch nicht.
Und wieso sollte das Matriarchat dazu führen, dass es keine Gewaltbereitschaft mehr gibt? Aggression ist ein zutiefst menschliches Gefühl und weiss Gott nicht nur Männern vorbehalten. Und das
heisst, dass es im Matriarchat keine Besitztümer oder keine mehr für Männer gibt? Und dadurch wird die Prostitution ausgeschlossen? Gebt den Männer einfach kein Geld mehr, dann hören die damit schon auf? Interessante These...finanziell (mehr als) ausgesorgte Männer
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Thema: Feminismus = Philosophie?
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27.06.2008, 16:37Inaktiver User
AW: Feminismus = Philosophie?
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27.06.2008, 16:44Inaktiver User
AW: Feminismus = Philosophie?
Zitat von arouet58
Sorry, hatte dich zuerst falsch verstanden. Bin halt blond!
Also, beide haben drei Dinge gemeinsam:
Sie wurden als Frauen geboren und sozialisiert, sind gesellschaftlich benachteiligt, und ihnen wird vorgeschrieben, wie sie zu leben haben (das wird Heterosexismus" oder "Zwangsheterosexualität" genannt).
Aus unterschiedlichen Sichtweisen ergeben sich Gemeinsamkeiten und gemeinsame Ziele, die BEIDEN Seiten (heterosexuellen und lesbischen Frauen) helfen. Ein konkretes Beispiel:
Wenn lesbische Frauen mit heterosexuellen Frauen dafür kämpfen, das heterosexuelle Frauen abtreiben können (nachweislich kein lesbisches Interesse), unterstützen hetrosexuelle Frauen lesbische Frauen bei ihrem Ziel einer gesellschaftlichen Akzeptanz.
Soweit die damalige Theorie.
Die Wirklichkeit sah damals anders aus. Lesben kämpften für die Rechte heterosexueller Frauen, heterosexuelle Frauen weigerten sich jedoch, für Lesbenrechte einzutreten, um Männer nicht zu verprellen! Lesben sahen das als Verrat an, und weigerten sich daraufhin, bis zu Beginn der 90er Jahre, mit heterosexuellen Frauen zusammenzuarbeiten, was in der NOW (Nationale Frauenorganisation der USA) zu Mitgliederschwund und Spaltungen führte (z.B. in die radicallesbians).
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27.06.2008, 16:47
AW: Feminismus = Philosophie?
Ja, ich lebte auch gerne im Lebkuchenhäuschen und vergäße darüber Hexen und Hexer.
Zitat von Inaktiver User
Was Du hier als real ansiehst, ist eine substanzlose Phantasmagorie, tauglich für fiktionale Romane, keine guten, fürchte ich, weil die Autoren den Menschen, Männer und Frauen, verkennen müßten.
Das ist feministischer Kitsch, was Dir hier als Realität vorschwebt.Geändert von arouet58 (27.06.2008 um 17:10 Uhr)
Cum grano salis
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27.06.2008, 16:56
AW: Feminismus = Philosophie?
Und wo bleiben in Deiner Aufzählung die Männer, die für Abtreibung kämpften und die Frauen, die dagegen waren?
Zitat von Inaktiver User
Waren die Parlamente, die die Abtreibungsregelungen der Gegenwart beschlossen, nicht zu 80 % männlich dominiert?
Ich sehe ihn immer noch nicht, den Gegensatz zwiscnen DEN Männern und DEN Frauen.
Wieviele Amerikanerinnen unterstützen eigentlich NOW?
Offenbar nicht sehr viele, reichte es doch nicht einmal, um für Hillary Clinton innerhalb der demokratischen Partei eine Mehrheit zu organisieren.
Rede also bitte nicht von DEN Frauen.
Die gibt es nämlich nicht.
Genauso wenig wie DIE Männer.
Schließlich haben die unter 30jährigen Frauen mehrheitlich für Barack Obama gestimmt, einen Mann, und die Frauen, die für George W. Bush gestimmt hatten und die im November vielleicht McCain wählen werden, sind da noch gar nicht sichtbar.Cum grano salis
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27.06.2008, 17:00Inaktiver User
AW: Feminismus = Philosophie?
Wow, viel an Themen, aber leider bin ich auf Arbeit, und hab meine heißgeliebten Bücher nicht bei mir, deshalb kann ich nur ohne Quellenangaben aus dem Kopf heraus Infos geben.
Zitat von Inaktiver User
In diesen Gesellschaften, die meist als Clan existieren, gab es keinen Privatbesitz sondern nur Clanbesitz/Gemeinschaftsbesitz, für den alle verantwordlich waren, aber die älteste Frau bestimmte. Alle, die dort arbeiteten (Frauen und Männer aus dem Clan), bekamen einen Anteil für ihre Arbeit.
Zum Thema Gewalt und Kindesmissbrauch im Zusammenhang mit Matriarchat, fand ich diese interessante Seite:
http://matriarchat.info/herrschaft/e...ng-gewalt.html
Dort steht:
G.H. Taylor (1953) hat ein Schema entwickelt, indem er unterdrückende und tabuisierende Gesellschaften, die er patristisch nennt, den Gesellschaften gegenüberstellt, deren soziale Institutionen die liebevollen Bindungen Mutter-Kind sowie die von Frau - Mann beschützen und fördern (matristisch).
Merkmal matristisch (ungepanzert)
Säuglinge, Kinder und Jugendliche mehr Nachsicht,
mehr körperliche Zärtlichkeit, nicht traumatisierte Säuglinge, Fehlen von schmerzhaften Initiationsriten; es gibt Kinderdemokratien, Kinderhäuser oder Jugenddörfer ohne Geschlechtertrennung
Sexualität gestattende und unterstützende Einstellung, keine Genitalverstümmelung, kein weibliches Jungfräulichkeitstabu, Liebe unter Jugendlichen uneingeschränkt und akzeptiert, Fehlen homosexueller Strebungen oder strenger Tabus,
Fehlen starker Inzeststrebungen oder strenger Tabus,
Fehlen von Konkubinat/ Prostitution
Frauen Freiheit in allen Bereichen, gleichwertiger Status, kein vaginales Tabublut, eigene Wahl des Lebensgefährten, Scheidung nach eigenem Willen, Frauen kontrollieren die Fruchtbarkeit
Kultur und Familienstruktur demokratisch, gleichberechtigt, matrilinear, matrilokal, keine Zwangsmonogamie, nicht promiskuitiv, kein hauptberufliches (ständiges) Militär, keine Polizei, gewaltlos
Religion, Glauben, und Geisteshaltung Frau/Mutter-orientiert, Lust ist erwünscht und institutionalisiert, Spontaneität, Naturverehrung, keine hauptberuflichen Priester, männliche oder weibliche SchamanInnen, keine strengen Verhaltensregeln
Tabelle 1, übernommen aus: emotion Nr. 10, S. 111
Ich hatte hier nur die matriarchalischen Punkte genommen, da die patrarchalischen Punkte wohl hinreichend bekannt sein dürften.
Auf dieser Seite wird übrigens auch erklärt, warum in einer Gesellschaft Gewalt entsteht. ein sehr lesenswerter Artikel, der auch Werbung für ein Buch zum Thema macht.
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27.06.2008, 17:07
AW: Feminismus = Philosophie?
Zitat von Inaktiver User
Emma es gibt dich dann ja gar nicht.As the small talk ebbs away the silence is awkward. The Streets
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27.06.2008, 17:18
AW: Feminismus = Philosophie?
Na, das ist ja fast so wie bei den Irokesen.
Zitat von Inaktiver User
Es tut mir leid, Emma-Peel, aber Deine geliebte Matriarchatsseite ist nicht ernstzunehmen.
Das ist feministische Esoterik.Cum grano salis
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27.06.2008, 18:45Inaktiver User
AW: Feminismus = Philosophie?
Langsam kommst du mir so vor, wie die Mutter, die ihrem Sohn bei der Parade zusieht, und der völlig falsch marschiert, und sie trotzdem ausrufen läßt: "Alle außer meinem Sohn gehen außer dem Takt.
Zitat von arouet58
Menschen, die nur das sehen wollen, was in ihr Gedanken-oder Glaubensgebilde paßt,waren mir immer suspekt.
Das Problem der Matriarchatsfoschung ist,das aus vergangenen Kulturen so gut wie keine Belege zu finden sind, weshalb Etnologen heutige matriarchalische Volksstämme erforschen, und dadurch Rückschlüße auf ältere Kulturen ziehen.
Außerdem, was für eine Person matriarchalisch ist, muß es nicht für die andere Person sein. Es kommt darauf an, wie eng oder weit Deffinitionsgrenzen gezogen werden.
Nachtrag:
Über das Volk der Mosou:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mosuo
Sie kennen keine Ehe zwischen Mann und Frau, bei der das verheiratete Paar zusammenlebt; diese wird als unnatürlich betrachtet und als Gefahr für die mutterorientierte Familie. Die Mosuo pflegen die Besuchsehe bzw. Besuchsbeziehung, da die Bindungen zwischen den Partnern als sehr locker gelten. Sowohl Frauen als auch Männer können mit mehreren (gegengeschlechtlichen) Partnern oder Partnerinnen nebeneinander oder nacheinander sexuelle Beziehungen pflegen, die keinerlei Bestätigung von dritter Seite brauchen und auch von jeder der beiden Seiten ohne Umstände und jederzeit aufgelöst werden können. Die Männer (azhu) besuchen die Frauen dabei in der Nacht und kehren am Morgen in ihre eigenen Häuser bzw. in die Häuser ihrer Mütter zurück.
Alle Kinder, die aus der Verbindung stammen, sind die Kinder der Frau. Die Brüder helfen ihren Schwestern, die Kinder aufzuziehen. Die Kinder finden unter den Brüdern der Mutter ihre männlichen Bezugspersonen. Sie kennen ihre biologischen Väter nicht und die Frage nach dem Vater ist tabu. [3]
In ihrem Verwandtschaftssystem gibt es keinen Begriff für die biologische Vaterschaft. Männer sind als Bezugsperson zuständig für ihre Nichten und Neffen, d.h. die Kinder ihrer Schwesterlinien, nicht für ihre eigenen biologischen Kinder.
Die Frage, ob bei den Mosuo ein Matriarchat besteht, ist umstritten. Sicher ist, dass einzelne Aspekte der Matriarchats-Theorien vorzufinden sind, z.B. Matrilinearität. Problematisch werden solche Diskussionen durch die starken Brüche und Wandlungen, die bei den Mosuo insbesondere in der Moderne auftauchen. Für die traditionellen chinesischen Moralauffassungen und den Sozialismus der Volksrepublik waren Aspekte wie das azhu-System der Besuchsbeziehungen unannehmbar und sollten verschwinden.Geändert von Inaktiver User (27.06.2008 um 18:54 Uhr)
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27.06.2008, 20:21
AW: Feminismus = Philosophie?
@ Emma-Peel
Wieviele Mosuo gibt es eigentlich?Alle Kinder, die aus der Verbindung stammen, sind die Kinder der Frau. Die Brüder helfen ihren Schwestern, die Kinder aufzuziehen. Die Kinder finden unter den Brüdern der Mutter ihre männlichen Bezugspersonen. Sie kennen ihre biologischen Väter nicht und die Frage nach dem Vater ist tabu.
Unter 1300 Millionen Chinesen sind es gerade mal 50000, glaube ich.
Soviele Einwohner hat mein Geburtsstädtchen.
Gibt Dir das nicht zu denken?
Warum also sollte ich diese Lebensform attraktiv finden und auf die Freude, eigene Kinder als Vater zusammen mit ihrer Mutter aufzuziehen, verzichten? Dann verzichtete ich lieber gleich ganz auf Nachwuchs.
Für die Mosuomänner mag ja dieses Leben reizvoll sein. Für mich ist es das nicht.
Und die Tatsache, daß dieses Familiensystem möglicherweise Dir und vielleicht noch einigen anderen besser gefiele, ist für mich kein stichhaltigeres Argument als mein eigenes Wollen, oder zählen die Wünsche der Männer in Deiner Vorstellung weniger als die der Frauen, abgesehen davon, daß auch nur wenige Frauen dieses System attraktiv finden dürften?
Volle Zustimmung!Menschen, die nur das sehen wollen, was in ihr Gedanken-oder Glaubensgebilde paßt,waren mir immer suspekt.
Ich hätte es nicht besser sagen können.
Das ist in der Tat ein Problem, das aber nicht gelöst wird durch faktenfreies Spekulieren, zumal nicht einmal geklärt ist, ob diese frühen Matriarchate überhaupt existierten, denn auch bei den Mosuo gilt: Übersetzung unter PSDas Problem der Matriarchatsfoschung ist,das aus vergangenen Kulturen so gut wie keine Belege zu finden sind, weshalb Etnologen heutige matriarchalische Volksstämme erforschen, und dadurch Rückschlüße auf ältere Kulturen ziehen.undThere is also a very important historical component which is often misunderstood to those studying the Mosuo. Historically, the Mosuo have had a feudal system in which a small nobility controlled a larger peasant population. The Mosuo nobility practiced a more ‘traditional' patriarchal system, which encouraged marriage (usually within the ‘nobility'), and in which men were the head of the house.
It has been theorized that the matriarchal system of the lower classes may have been enforced by the higher classes as a way of preventing threats to their own power. Since leadership was hereditary, and determined through the male family line, it virtually eliminated potential threats to leadership by having the peasant class trace their lineage through the female line. Therefore, attempts to depict the Mosuo culture as some sort of idealized “matriarchal” culture in which women have all the rights, and where everyone has much more freedom, are based on faulty evidence; the truth is that for much of their history, the Mosuo peasant class were subjugated and sometimes treated as little better than slaves.
QuelleBut political power tends to be in the hands of males, which disqualifies them as a true matriarchy.
Es spricht also weitaus mehr gegen die Existenz dieser frühen Matriarchate als dafür.
Und der auf Deiner Matriarchatsseite so oft zitierte Wilhelm - Reich - Schüler James DeMeo ist kein Wissenschaftler, der im akademischen Bereich ernst genommen würde.
Er fällt dort unter die Kategorie Sektiererischer Privatgelehrter.
PS: Weil ich Zeit habe, auch noch die Übersetzung:
1.:
Ein wichtiger historischer Faktor wird von jenen, die die Mosuo studieren, oft übersehen. In ihrer Geschichte verfügten die Mosuo über ein Feudalsystem, in dem eine schmale Adelsschicht die zahlreichere bäuerliche Bevölkerung beherrschte. Der Mosuo-Adel praktizierte ein traditionelleres patriarchales System, in dem die Ehe (vor allem innerhalb des Adels) bevorzugt wurde und in der Männer das Oberhaupt der Familie stellten. Es wurde spekuliert, daß das matriarchale System der Unterschichten von der Oberschicht gefördert wurde, um so Bedrohungen ihrer eigenen Machtposition vorzubeugen. Da diese Macht patrilinear vererbt wurde, stellte die Landbevölkerung möglicherweise keine Konkurrenz dar, weil in ihr Matrilinearität galt. Deshalb basieren Versuche, die Mosuo-Gesellschaft als eine Art idealer matriarchaler Kultur darzustellen, in der Frauen über alle Rechte verfügen und jeder größere Freiheiten genießt auf einem Mißverständnis der Phänomene. Die Wahrheit ist, daß über den längsten Zeitraum ihrer Geschichte hinweg die Mosuo - Bauern Unterdrückte waren, die manchmal kaum besser behandelt wurden als Sklaven.
2.:
Aber die politische Macht wird eher von Männern ausgeübt, weshalb man sie (die Mosuo-Gesellschaft) nicht als echtes Matriarchat bezeichnen kann.Geändert von arouet58 (27.06.2008 um 22:18 Uhr)
Cum grano salis
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27.06.2008, 21:49
AW: Feminismus = Philosophie?
Und wer schützt die Kinder vor gewaltbereiten und machtberauschten Frauen? Immerhin stellen diese, laut aktuellen Studien, keinen geringeren Anteil bei Gewalt gegen Kinder, als Männer dies tun.
Zitat von Inaktiver User
Vielleicht ist es aber auch eine divergenz in der Begriffsdefinition.
Du schriebst in einem Beitrag, das es mehr körperliche Zärtlichkeit zu den Kindern geben würde und diese so ganz anders aufwachsen.
Zu viel körperliche Zärtlichkeit, ist aber nicht selten eine Form des Missbrauchs - der genauso von Frauen ausgeht wie von Männern. Wer schützt die Kinder davor?
Und viel wichtiger: Wenn es keine Männer mit Vaterfunktion gibt, weleche Ansprechpartner haben die Kinder, wenn sie Gewalt von ihrer Mutter erfahren?


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