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  1. User Info Menu

    Religion ist Unglaube

    Nein, dies soll kein Strang über den Atheismus per se werden... ... sondern über das Denken des evangelisch-reformierten Theologen Karl Barth.

    Aber ich will hier keine trockene Abhandlung aus dem Thema machen- muss ich auch nicht- denn er hat viele kontroverse Thesen zum Besten gegeben, über die sich trefflich diskutieren lässt.

    Um mal gleich mit ihm in die Vollen zu gehen:

    "Religion ist Unglaube; Religion ist eine Angelegenheit, man muß geradezu sagen: die Angelegenheit des gottlosen Menschen... Dieser Satz kann nach dem Vorangehenden nichts zu tun haben mit einem negativen Werturteil. Er enthält kein religionswissenschaftliches und auch kein religionsphilosophisches Urteil, das in irgendeinem negativen Vorurteil über das Wesen der Religion seinen Grund hätte. Er soll nicht nur irgendwelche andere mit ihrer Religion, sondern er soll auch und vor allem uns selbst als Angehörige der christlichen Religion treffen. Er formuliert das Urteil der göttlichen Offenbarung über alle Religion." (Kirchliche Dogmatik I 2, 327f.)

    LG

    sfumato
    None of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.

  2. Inaktiver User

    AW: Religion ist Unglaube

    Ich weiß nicht, ob ich mitdiskutieren kann, aber als ich den Titel gelesen habe, dachte ich sofort an Karl Barth.

    Könnte damit zu tun haben, dass ich gerade Zahrnt: Die Sache mit Gott lese (und endlich mal über Barth hinaus gekommen bin, puh).

    Ich bin mal gespannt, was noch kommt, vielleicht habe ich ja noch ein paar Fragen... (bin übrigens eher Agnostikerin)

  3. User Info Menu

    AW: Religion ist Unglaube

    Mit solchen abstrusen Denkereien möchte ich mich lieber nicht befassen.

    Hat dieser Herr eigentlich selbst verstanden, was er schreibt?

    Nicht alles, was schwer verständlich ist, ist tiefsinnig - manchmal ist es schlicht unsinnig.

  4. Inaktiver User

    AW: Religion ist Unglaube

    Weil Gott da ist, darum gibt es Dasein überhaupt. […] Alles, was außer ihm da ist, ist gleichsam in der Klammer seines Daseins da und also auch nur in der Klammer des Denkens seines Daseins (seines nicht negierbaren Daseins!) als daseiend denkbar – und also, von dieser Klammer abgesehen, immer auch als nicht da seiend denkbar.


    Das ist von Barth (aus dem Wikipedialink)

    Ist hier auch nur EINER, der das versteht?

    Sfumato, ich fühle mich damit echt überfordert, auch mit diesem Satz vom Unglauben/Religion.

    Sorry.

  5. Inaktiver User

    AW: Religion ist Unglaube

    Weil Gott da ist, darum gibt es Dasein überhaupt.
    […]
    Alles, was außer ihm da ist, ist gleichsam in der Klammer seines Daseins da und also auch nur in der Klammer des Denkens seines Daseins (seines nicht negierbaren Daseins!) als daseiend denkbar – und also, von dieser Klammer abgesehen, immer auch als nicht da seiend denkbar.
    Danke Lavendelmond für dieses wunderschöne Zitat.

    Ich verstehe das als die Worte eines tiefgläubigen Menschens.

    Ob ich das erläutern könnte?
    Nun, dazu würde ich wahrscheinlich Mathematik und Mengenlehre bemühen, so jedenfalls wirkt das gefühlsmäßig auf mich.

    Vielleicht gibt es ja noch jemanden, der es auf nicht-mathematische Weise ausdrücken kann?
    Geändert von Inaktiver User (23.05.2008 um 18:08 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Religion ist Unglaube

    hallo!

    also, ich sag' mal so: karl barth ist wirklich keine leichte kost und keine "publikumsliteratur". ich hab im theologiestudium versucht, barth zu lesen, und es ist mir mit anfang 20 auch extrem schwer gefallen. der zugang ist alles andere als leicht.

    was ich damit sagen will? ich denke, die schriften von barth muss man wirklich konzentriert studieren. womit ich nicht meine, dass nur ein akademischer zugang zu barths schriften möglich ist. eine sehr tiefgehende beschäftigung mit seinen inhalten ist jedoch sicher notwendig, um seine gedanken wirklich zu verstehen.

    das schlagwortartig zu diskutieren, so wie unter der knackigen überschrift hier (die ich persönlich im prinzip ok finde), verlangt aber profunde kenntnis der theologie karl barths. und die haben wohl die wenigsten.


  7. Inaktiver User

    AW: Religion ist Unglaube

    Zitat Zitat von 3146
    Mit solchen abstrusen Denkereien möchte ich mich lieber nicht befassen.

    Hat dieser Herr eigentlich selbst verstanden, was er schreibt?

    Nicht alles, was schwer verständlich ist, ist tiefsinnig - manchmal ist es schlicht unsinnig.


    Dazu fällt mir spontan dieser Bibelvers aus Kolosser 2:8 ein:

    "Seht zu, daß nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus."

  8. Inaktiver User

    AW: Religion ist Unglaube

    Zitat Zitat von Lizzie64
    hallo!

    also, ich sag' mal so: karl barth ist wirklich keine leichte kost und keine "publikumsliteratur". ich hab im theologiestudium versucht, barth zu lesen, und es ist mir mit anfang 20 auch extrem schwer gefallen. der zugang ist alles andere als leicht.
    Na und?
    Natürlich soll es nicht um Schlagworte gehen, aber ich finde alleine die Tatsache das jemand sowas denken KANN und trotzdem als Gläubiger zu bezeichnen ist, erstaunlich.

    Vielleicht muß ich erklären das mir bei die ganze Christenreligion immer das Ein oder Andere gefehlt hat, um mich "wohl" zu fühlen.
    Nun hat sich gestern Abend per Zufall (?) ergeben das in einem Nachbarstrang etwas von Barth gepostet wurde und ich muß sagen das war wie ein Ahaerlebnis für mich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es gibt unter Umständen eine nicht nur erlaubte, sondern göttlich geforderte Resistenz gegen die politische Macht, eine Resistenz, bei der es dann unter Umständen auch darum gehen kann, Gewalt gegen Gewalt zu setzen. Anders kann ja der Widerstand gegen die Tyrannei, die Verhinderung des Vergießens unschuldigen Blutes vielleicht nicht durchgeführt werden.[5]
    Für den Zugang braucht man ein Ende des Knäuls oder ein Schwert, ich denke man kann auch komplexe Gedankengänge in Worten erklären die jeder verstehen kann.
    Geändert von Inaktiver User (23.05.2008 um 20:59 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Religion ist Unglaube

    Zitat Zitat von Inaktiver User


    Dazu fällt mir spontan dieser Bibelvers aus Kolosser 2:8 ein:

    "Seht zu, daß nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus."
    Also, wenn ich Barth richtig verstanden habe (bzw das, was Zahrnt zu Barth geschrieben hat), dann ging es ihm genau darum nicht.
    Er hat doch jegliche außerhalb des Evangeliums stattfindende Offenbarung abgelehnt und sich gerade gegen die anthropozentrische liberale Theologie des 19. Jahrhunderts (Schleiermacher) ausgesprochen, oder?
    (Sorry, wenn ich das falsch wiedergebe, das Thema ist eher neu für mich)

    Ich zitiere mal Zahrnt:

    "Der Ehrfurcht vor der Geschichte stellt er [=Barth] die Ehrfurcht vor dem Worte Gottes entgegen, der Theologie des menschlichen Bewusstseins die Theologie der göttlichen Offenbarung. "

    (Heinz Zahrnt: Die Sache mit Gott, S. 20)

  10. Inaktiver User

    AW: Religion ist Unglaube

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Weil Gott da ist, darum gibt es Dasein überhaupt. […] Alles, was außer ihm da ist, ist gleichsam in der Klammer seines Daseins da und also auch nur in der Klammer des Denkens seines Daseins (seines nicht negierbaren Daseins!) als daseiend denkbar – und also, von dieser Klammer abgesehen, immer auch als nicht da seiend denkbar.
    Ist hier auch nur EINER, der das versteht?
    Weil es Gott gibt, darum gibt es Eusebia überhaupt.[...]

    Wenn also Eusebia "denkt, deshalb sei sie", dann nur weil Gott Eusebia erschuf, und wenn Eusebia "denkt sie sei nicht" (ihr Leben sei eine Illusion) dann auch nur in ihrem Dasein.

    Gott (denkt(Eusebia)denkt) Gott

    Gott (Eusebia) Gott

    Auszug aus Wiki:
    Da der Mensch ohne Gott nicht von Gott reden kann, kann jede seiner Aussagen über Gott nur auf dessen eigenes Wort hinweisen.

    So?

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