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  1. Inaktiver User

    smile Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Zitat von binauchda
    Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Ich bin seit einiger Zeit stiller Leser im Forum Religion und Philosophie.

    Letztes Jahr habe ich mal kurz im Strang "Gott ist chancenlos "gepostet
    # 353 und # 348.

    Nun habe ich heute ein Posting gelesen, welches die oben genannte alte Weisheit erwähnt.

    Ich habe vor kurzem auch dies gelesen:

    Das Glück ist mit den Tüchtigen.

    Wenn du erst am Boden liegst, wächst dort kein Gras mehr.
    (Meint wohl eher "Wenn du am Boden liegen bleibst...")

    Du bist k. o. gegangen, auf die Füße zu kommen ist Dein Problem.


    Und ich würde gerne wissen, ob jemand Erfahrungen zu diesem Thema beitragen kann.

    Und woran erkennt man, ob es nun Gott, das Schicksal, das eigene Glück oder was auch immer war, das einem wohlgesonnen war?
    Kann man das unterscheiden?
    Und wenn ja, wie?

    Danke an alle, die Lust am Posten haben.
    Ich würde mich freuen, wenn sich jemand findet,
    der etwas zu meinen Fragen schreiben mag.

    Danke.
    Geändert von Inaktiver User (23.05.2008 um 12:44 Uhr) Grund: Danke an alle, die ihre Gedanken und Ideen zum Thema beitragen. Ich bin fasziniert von der Meinungsvielfalt und vom Ideenreichtum, der sich zu "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott" zeigt :)

  2. Inaktiver User

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    hab ich doch, oder? *irritiertguck*

  3. User Info Menu

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Früher hatte die Vorstellung, dass ich als Erwachsene souverän jede Schwierigkeit meistere. Natürlich war ich beeindruckend souverän, wenn mir das Leben das bot, was ich haben wollte. Sobald etwas nicht so war, wie es in meinen Augen sein sollte, war es natürlich dahin mit der Souveränität, dann hatte ich - je nach Situation - Angst, Zweifel, Wutanfälle. Das gefiel mir gar nicht. So wollte ich nicht sein. Ich wollte verdammt noch mal mutig sein und nicht wimmernd, ich wollte sicher sein und nicht zweifeln müssen, ich wollte mich nicht in einen rotglühenden Feuerball verwandeln, wenn ich wütend war.

    Dann bekam ich Depressionen. Ohne Ankündigung, von heute auf morgen. Das fand ich sehr seltsam, im Grunde war ich immer ein fröhlicher und optimistischer Mensch. Obwohl ich wusste, dass eine Depression eine Krankheit ist, hatte ich immer gedacht, dass bekommen eher Menschen, die schwermütig sind oder denen etwas Schlimmes passiert ist (Trauerfall, Trauma oder so). Bei mir war nichts. Trotzdem hatte ich es.

    Ich habe mich nicht etwa traurig gefühlt oder sowas, ich habe gar nichts gefühlt. Weder Angst, Wut, Zweifel noch Freude. Nichts. Es geht einen irgendwie alles nichts mehr an. Wenn man Gefühle mit Geräuschen übersetzen würde, ist eine Depression die Stille, als hätte man einem Lautsprecher den Strom abgedreht. Man kann diesen stillen Raum aber nicht verlassen und irgendwohin gehen, wo es laut ist - dieser Raum umgibt einen wie eine Glasglocke, zu der nichts mehr durchdringt. Ich funktionierte nur noch. Ich hab versucht, mir große Erlebnisse zu verschaffen, positiv oder negativ, nur, um da rauszukommen. Es funktionierte nicht. Langsam dämmerte mir, weshalb sich Menschen mit einem Messer verletzen, sich ein Ohr abschneiden oder ein Loch in den Kopf schießen. Wenn man nur noch aus seinen Körperfunktionen besteht, ist das kein Leben. Auch ich habe mit dem Gedanken gespielt, mir das Leben zu nehmen. Aber in mir war etwas, dass mir sagte, mach einfach weiter, jedes Tief hat ein Ende. So war es dann auch.

    Heute habe ich Angst, Zweifel, Wutanfälle - und genau das macht mich glücklich! Ich hab mich jahrelang gegen negative Gefühle gewehrt und dachte, ein gutes Leben ist ein Leben, in dem nur positive Gefühle vorhanden sind. Das stimmt nicht. Jedes Gefühl ist köstlich. Heute verwandle ich mich in meinem Zorn manchmal in einen rotglühenden Feuerball, aber ich denke dann “Wow! Das ist das Leben, und es ist phantastisch!”

    Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen würde ich sagen, dass “Hilf Dir selbst” bedeutet, dass man nicht aufgibt, egal, was kommt, egal, wie sinnlos es erscheint, weiterzumachen. Und zu glauben. Jeder kann hier nun einsetzen, was er möchte - an Gott, an das Schicksal, an das Leben - aber man muss einfach daran glauben, dass es weitergeht.
    …dann hilft Dir Gott.

  4. User Info Menu

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Religion gibt uns ebenfalls "Sicherheit" - allerdings durch nicht
    nachvollziehbare Erklärungen und Erkenntnisse.
    genau, das wollte ich ja u.a. auch sagen!

    Religion gibt uns eine ganz "persönliche Sicherheit", die keine unbedingte Logik braucht!
    Ich für meinen Teil, bin dankbar für diese Sicherheit und wünsche dies auch allen anderen.

  5. User Info Menu

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Hallo,

    also ich finde, ein Stück weit stimmt das schon, aber nicht nur und nicht immer.
    Pauschales Schubladendenken zeugt von mangelnder Bildung, Engstirnigkeit und Naivität.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
    (Oscar Wilde)

    Der Kluge bemerkt alles, der Dumme macht über alles eine Bemerkung.

    Es ist leichter, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil.
    (Albert Einstein)

    Optimismus rückwärts gelesen heißt Sumsi mit Po. (Für alle, die das noch nicht wussten ;-)

  6. Inaktiver User

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich würde mich freuen, wenn sich jemand findet,
    der etwas zu meinen Fragen schreiben mag.

    Danke.
    Das ist doch ein Spruch, um jemanden los zu werden, dem man selbst nicht helfen will. Wenn er sich selbst bemüht, dann wird Gott schon ein Scherflein dazu beitragen und ich bin ihn jedenfalls los.

  7. User Info Menu

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Gott ist für mich in allen Elementen. d h. Gott ist auch in mir, d. h. in jeder Zelle, jedem Gedanken von mir.Also wenn Du dir hilftst, dann hilft Dir Gott .... Ich helfe mir mit Gott in mir.
    Wenn Du den ersten Schritt machst, macht Gott den zweiten, d. h. wenn Du anfängst und zeigst Dir selbst den Willen und die Absicht etwas zu verändern, in dem Augenblidk hast Du schon verändert, und alles andere fügt sich wie von selbst dazu,.
    Das bedarf ständiger wertfreier Beobachtung Deiner Gedanken,
    niemals aufgeben und immer bereit sein, den ersten Schritt zu tun.... und aufmerksam sein für die Informationen, die Dir das Univerum ständig liefert.

    Das ist im Alltag oftmals gar nicht so einfach, ständig präsent zu sein, es gibt für mich immer wieder Situationen und Kleinigkeiten, die mich aus der Balance bringen. Die Kunst ist dann trotzdem weiterzumachen, die Hindernisse zu überwinden... und dann wenn Du es geschafft hast, bist Du happy.

    Religionen sind für mich von Menschen gemacht und geben mir keine
    Sicherheit ! ( Schon gar nicht als Frau, da die Religionen schon immer die Frauen unterdrückt haben in jedem Jahrhundert!)
    Sicherheit finde ich nur in mir.



    LG
    MariLi
    Geändert von MariLi (03.06.2008 um 20:25 Uhr)
    And sometimes when you let it go, it is opening a cage and letting a bird fly .(Ram)

  8. User Info Menu

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Ja, natürlich ist es besser, in schwierigen Zeiten weiter zu machen und an etwas zu glauben, als aufzugeben und an nichts mehr zu glauben. Niemand würde das bestreiten, so, wie es auch besser ist, schön und reich zu sein statt arm und krank.

    Ich glaube nur nicht daran, dass jemand, der seine Kraft und seinen Glauben einsetzt, dann immer durch Gottes zusätzliche Hilfe „belohnt“ wird.

    Man muss sich doch nur vorstellen: in einem Krankenhaus lägen in zwei Zimmern zwei sehr kranke Kinder. In einem Zimmer geben die Eltern nicht auf und sind gläubig, im zweiten Zimmer hätten die Eltern schon resigniert und glaubten an gar nichts mehr.
    Wenn der hier behauptete Zusammenhang zwischen eigener Einstellung und „Gottes Hilfe“ bestehen würde, dürfte immer nur das erstere Kind wieder gesund werden.
    Im realen Leben ist es aber durchaus möglich, dass das zweite Kind überraschend wieder gesund wird und das erstere stirbt.

    Auch solche Sätze wie: „Ich denke nicht, dass Gott einem Raucher hilft gesund zu bleiben. Auch einem Arbeitscheuen wird Gott nicht helfen (können)...“ halten der Überprüfung in der Wirklichkeit nicht stand.
    So viel Tausend Raucher springen quietschfidel und gesund mit 89 in die Kiste... und so viele Nichtraucher sterben früh oder werden schwer krank. Wenn so ein 89jähriger Raucher sich selbst nicht um seine Gesundheit gekümmert hat – wie kommt es dann, dass er trotzdem gesund blieb und alt wurde? Gott kann es dann ja nicht gewesen sein, der hilft ja nur denen, die sich selbst helfen....

    Und wenn ein „Arbeitsscheuer“ (was ist das?), vielleicht sogar noch ungläubig, plötzlich eine große Summe erbt – wie kann so was passieren?
    Und: wäre er gläubig gewesen, wäre die Erbschaft dann wiederum ein Beleg dafür, dass Gott jedem hilft, der an ihn glaubt?

    Wenn man eine Kausalität behauptet („wenn...dann“), dann muss sie mit einer gewissen Gesetzmäßigkeit eintreten. Wenn es regnet und ich gehe ohne Schirm raus, werde ich nass. Das gilt für jeden und immer. Das ist kausal.

    Aber wenn „ich mir helfe“, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder habe ich mir allein so geholfen, dass das Ergebnis gut ist (wenn ich einen Stein allein einen Berg hoch rollen konnte, ist nicht mehr klar, ob Gott mir dabei geholfen hat oder nicht).

    Oder meine Kraft würde allein offensichtlich nicht reichen, dann müsste Gott – weil ich ja den Willen zur Selbsthilfe habe – die Sache immer zu einem guten Ende führen. Tut er aber nicht.

    Manchmal enden Dinge sehr erfreulich und manchmal nicht – und im Grunde weiß doch keiner, warum. (Wer es nachweisbar doch weiß – bitte hier posten!:-))

    Gruß,

    Eukalyptus
    Wenn ich bedenke, wie gefährlich alles ist,
    ist nichts wirklich beängstigend.
    (Gertrude Stein)

  9. User Info Menu

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Manchmal enden Dinge sehr erfreulich und manchmal nicht – und im Grunde weiß doch keiner, warum.
    So ist es - und keine Götter und keine Gebete an diese ändern da was dran.

  10. Inaktiver User

    AW: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott.

    Zitat Zitat von 3146
    So ist es - und keine Götter und keine Gebete an diese ändern da was dran.
    ... sie sind nur Versuche, mit der Ungerechtigkeit und all den unbeantworteten Fragen umzugehen.

    Gott wird schon wissen, warum er das eine Kind sterben ließ und das andere nicht.

    Und Sicherheit - Sicherheit gibt es sowieso nicht in diesem Leben.

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