"Wieder weggelassen" ist eine suggestive Formulierung, die andeuten soll, daß das Tetragrammaton im Urtext enthalten gewesen sei, nur daß einige Bibelübersetzungen den Gottesnamen "wieder weggelassen" hätten. Textgeschichtlich ist das aber definitiv nicht der Fall- im Gegenteil! Es wäre von dir also sachlicher gewesen, wenn du die neutrale Formulierung "nicht enthalten" gewählt hättest.Zitat von Inaktiver User
Daß einige Bibelübersetzungen die griechischen Termini "kurios" und "theos" mit "Jehova" wiedergeben und andere Übersetzungen nicht ist vollkommen unstrittig. Ebenfalls unstrittig ist, daß in keinem griechischen Text das Tetragrammaton (bzw. irgendein griechisches Lautäquivalent davon) belegbar ist.
Aber es kommt mir überhaupt nicht darauf an, ob das Tetragrammaton im NT stehen soll oder gestanden hat. Sondern mir geht es ausschließlich darum, ob es dort steht, und zwar hier und jetzt, schwarz auf weiss, im griechischen Text des Novum Testamentum Graece.Zitat von Inaktiver User
Ebensowenig läßt es sich genau feststellen, welche Form das historische Marterinstrument Jesu hatte.Zitat von Inaktiver User
Aber welchen Unterschied macht es überhaupt? Das verstehe ich nicht...
LG
sfumato
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 73
Thema: Das Kreuz
-
19.05.2008, 20:13
AW: Das Kreuz
None of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
-
20.05.2008, 00:24
AW: Das Kreuz
Ist ja auch völlig in Ordnung- nicht daß du denkst, ich hätte etwas dagegen, daß du Gott "Jehova" nennst oder ihn beim Beten mit diesem Namen anredest.
Zitat von Inaktiver User
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
-
20.05.2008, 06:07Inaktiver User
AW: Das Kreuz
@ Zisska,
Du lernst es wohl nie!
Der Name Jehova, der angeblich Gott Vater darstellen soll (dessen andere Namen Adonai oder Elohim wären), ist, so einige Bibelwissenschaftler und Historiker, erst im Mittelalter entstanden, und außerdem falsch. Es müßte Jahwe heißen. Dazu noch diese Information:
Selbst der allmächtige Jahwe, der Gott Moses und der späteren Hebräer, war ursprünglich eine Göttin, Iahu-'Anat, deren Name sogar von der sumerischen Göttin gestohlen worden war. Theodor Reik fragt, was eigentlich mit der ursprünglichen Göttin der Juden geschah, Dann gibt er selbst die Antwort:
" Die Torah bildet die Grundlage, auf der das Judentum ruht. Sie wird für älter als die Welt gehalten und ihr wird EINE KOSMISCHE ROLLE (BEI DER SCHÖPFUNG) ZUGESCHRIEBEN. (...) Selbst in dieser verwässerten Form erkennen wir noch die zuerst weibliche Göttin" (Theodor Reik, "Pagan Rites in Judaism", S. 76).
Und Robert Aron macht sich Gedanken über die vormosaischen Juden. Er fragt, wen sie vor Jehova verehrten. Und er kommt zu dem Schluss, von Reik: Torah, die älter als Gott ist (Robert Aron, "The God of the Beginnings", S. 10-11).
(...) Raphael Patai weist auf vierzig Stellen im Alten Testament hin, in denen die Göttinnenverehrung unter den Hebräern erwähnt ist (Raphael Patai, " The Hebrew Goddess"), selbst nach all den späteren patriarchalen Ausgaben. In der Zeit des Jeroboam teilte die Göttin den Tempel mit Jehova. Und der Grund, warum Jezebel solch einen schlechten Ruf unter Christen und Juden hat, ist der, dass sie für die Göttin und gegen Jehova war und König Ahab zu ihrem Glauben an die Göttin bekehrt hatte.
So tief war der Göttinnenkult in Palästina verwurzelt", schreibt E.O. James, "dass alle drastischen Reformversuche von Seiten der Jahweisten bis zum Ende der Königherrschaft überdauerte" (E.O. James; The Ancient Gods", S. 91-92).
Jehova/Jahwe also ursprünglisch eine Frau, die von den Jahweisten als Mann zwangsumoperiert wurde? Warum? Um männliche Herrschaft zu legitimieren und zu sichern! Denn darum ging es den Jahweisten und den Zeugen Jehovas immer: Herrschaft über andere!!!
-
20.05.2008, 06:37
AW: Das Kreuz
Gottvater, Herrgott usw. dies entstand in einer Zeit, in der eine Frau nur als eine Sache galt.
Gott ist der Herr, so als wäre Gott ein Mensch wie wir.
Und auch die gesamte Trinität, auf der sich das Christentum aufbaut ist männlich:
Vater, Sohn und Heiliger Geist (obwohl der Heilige Geist eigentlich im A.T. Schechinat war, und diese war weiblich)
Irgendwo ist dann auch noch Platz für die Alibiweiblichkeit: Maria
Sie darf allerdings nicht in allen christlichen Gruppierungen angebetet werden.
Diese Maria hat keine eigene Macht, sondern fungiert nur als Bittstellerin zwischen Mensch und Mann-Gott.
Würde die Trinität aus Vater, Sohn und Heiliger Geist als Allegorie verstanden (ähnlich wie im Islam "das Liebende, das Geliebte und die Liebe"), könnte es durch Begriffe wie "das Gebende, das Empfangende und die Gabe" gedeutet werden und der Glauben würde sich von einem kindlichen Glaubensschema des "Vater im Himmels und sein Sohn zu seiner Rechten" lösen.
Das Empfangende wäre dann nicht alleine Jesus, sondern jeder empfängnisbereite Mensch, der durch die Gabe dann Begabung erhält.
-
20.05.2008, 07:26
AW: Das Kreuz
Zimtstange, es wurde hier zwar schon zig mal gesagt, aber jetzt noch mal extra für Dich: Das Wort „Herr“ als Anrede für Gott hat nichts, wirklich nichts mit männlich oder weiblich zu tun. Gott ist genauso wenig männlich, wie „Mensch“ männlich ist. Deiner Logik nach dürfte es keine weiblichen Menschen (Frauen) geben, weil das Wort „Mensch“ grammatikalisch männlich ist.
Zitat von Zimtstange
[...]Geändert von Inaktiver User (20.05.2008 um 14:35 Uhr) Grund: Beleidigung gelöscht
-
20.05.2008, 09:00Inaktiver User
AW: Das Kreuz
Tessie, das Problem ist, das grammatikalisch und religionshistorisch in patriarchalischen monotheistischen Religionen Frauen nicht zählen, oder wenn, dann nur als Anhängsel des Mannes.
Zitat von tessie_10
Die Anrede für Gott als "Herr", "König", "Herrscher", "Kriegsherr", etc. wird in den Kirchen, besonders in deren fundamentalistischer Ausrichtungen, setzt explizit eine männliche Figur vorraus. Das die Bibel von Gott auch in "weiblichen" Bildern spricht, deren "Weiblichkeit" männlich gesehen wird, sei hier nur am Rand erwähnt.
Fakt aber ist, das patriarchalische Religionen, und hier taten sich Christen und Jahweisten in gleicher Weise unrühmlich hervor, alles vernichteten, was die Anbetung einer Göttin förderte, da beide keine Konkurrenz duldeten.
-
20.05.2008, 10:34
AW: Das Kreuz
Ich wollte nur nochmal meine Frage an Zisska wiederholen, damit sie nicht untergeht:
Warum tut die Form des Marterinstruments Jesu theologisch etwas zur Sache?
Oder anders formuliert - wieso war es nach Verständnis der ZJ für die Erbringung des Loskaufopfers wesensnotwendig, daß Jesus an einem crux simplex gestorben sein muss?
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
-
20.05.2008, 11:12Inaktiver User
AW: Das Kreuz
Hallo!
Gegenfrage: Warum muß Jesus an einem Kreuz gestorben sein?
Am besten wir einigen uns dahingehend, dass Jesus gestorben ist und sein Blut als Lösegeld im Himmel Gott dargebracht hat.
Wer dieses Lösegeld auf sich anwendet, kann von der Sünde und vom Tod losgekauft werden.
Wer es nicht wünscht, eben nicht...
Wie schon gesagt, ist das Kreuz oder das T ein Gegenstand zur Anbetung, der aus vorchristlicher Zeit stammt.
In der Bibel wird der Gott Tammuz erwähnt...
Ich persönlich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, einen Gegenstand Verehrung darzubringen, wenn ich genau weiß, dass damit vor einigen Jahrtausenden ein heidnischer Gott dargestellt und verehrt wurde.
Das sind mal so meine Gedanken dazu...
Gruß Zisska
-
20.05.2008, 11:17
AW: Das Kreuz
Wie funktioniert das denn konkret, das Anwenden dieses Lösegelds auf sich?
Zitat von Inaktiver User
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
-
20.05.2008, 11:20Inaktiver User
AW: Das Kreuz
Das ist schön formuliert und viel stimmiger als das übliche "Gott/Göttin-Hickhack"Würde die Trinität aus Vater, Sohn und Heiliger Geist als Allegorie verstanden (ähnlich wie im Islam "das Liebende, das Geliebte und die Liebe"), könnte es durch Begriffe wie "das Gebende, das Empfangende und die Gabe" gedeutet werden
Vor allem kommt es der "Wirklichkeit" näher, da es sich bei der Trinität eben nicht um "Personen" handelt, sondern um "Kräfte/Wirkmächte/Funktionen" oder wie man das auch nennen könnte, ich weiß nicht welches Wort das passendere ist.
Das Liebende, das Gebende.
Das Geliebte, das Empfangende.
Die Liebe, die Gabe.
Drei Wandlungsphasen
Alles ist EINS, untrennbar.

Wenn das alle mal endlich begreifen und beherzigen würden!
Die Welt könnte dann ein besserer Ort sein.
Wir Menschen selbst können Trinität leben, nachahmen, lernen.... und so Teil haben am göttlichen Wesen.


Zitieren