Genau.
Das fortgeschrittene Alter beschränkt uns, und auch schwere Krankheit beschränkt uns.
Aber selbst in dieser argen Einschränkung finden immer noch einige (oder gar viele?) Menschen schöne, lebenswerte Momente und können Freude und Liebe ausdrücken.
Erst, wenn die Einschränkungen über ein erträgliches Maß hinausgehen (und das ist individuell!!!), ist der eintretende Sterbeprozess der Beginn der Erlösung und das Startsignal zum Eintreten in eine neue Existenzform.
Wer davon überzeugt ist, dass "mit dem Tod" sowieso alles aus und vorbei sei, der wird natürlich verzweifeln und das Altern und Sterben verfluchen.
Wohl dem, der andere Überzeugungen hat. Der zerbricht nicht so leicht an dem Unausweichlichen.
Bewusst und lebendig zu leben, ist eine Kunst, die uns nicht von der Gesellschaft gelehrt wird.
Wir müssen förmlich nach solchen "Lebenslehrern" suchen.
Gesegnet ist der, der solche findet. Oder gar in der Famile hat.
Mein Sohn war mein Lehrer.
Seine Aussage: "Abgesehen davon, dass ich totkrank bin, ist mein Leben schön!" ist mir heilig.
Er, mit all seinen Behinderungen und Krankheiten, war ein solcher Lebenslehrer. Und ich kann nicht dankbar genug sein, dass ich seine Mutter habe sein dürfen.
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Thema: Gott und die Welt
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12.05.2008, 13:58Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
Geändert von Inaktiver User (12.05.2008 um 14:04 Uhr)
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12.05.2008, 14:30
AW: Gott und die Welt
Bei meinen Großeltern hatte ich überhaupt nicht diesen Eindruck, und die hatten eine sehr nüchterne Einstellung zu Theorien über ein Leben nach dem Tod.
Zitat von Inaktiver User
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12.05.2008, 15:33Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
zitat von sfumato: Es hat durchaus Vorteile, seine Empfindung auf etwas Personales ausrichten zu können. Zu einer Gottesgestalt, die in der Mitte des menschlich Fühlbaren und Erlebbaren steht, kann man in eine Beziehung intimer Nähe treten. Diese Art der Ich-Du-Beziehung ist mit einem transzendenten, "ganz Anderen" Gott, der alles Menschliche übersteigt und dazu inkommensurabel ist, nicht möglich- die einzige menschliche Haltung die dem gerecht würde ist die der völligen Ergebenheit und Hingabe. Diese Art der Gottesbeziehung hat auch Vorteile, ist aber einfach anders als die personal-intime Gottesbeziehung.
Sicher hat es Vorteile. Aber ich bin weder bereit, noch dazu in der Lage, mich bei jedem logischen Widerspruch geistig so zu verrenken, dass es wieder irgendwie passt zu einem persönlichen Schöpfergott. Ich könnte auch nicht "aus Sicherheitsgründen" (Angst vor Höllenstrafe)
oder "solange keiner das Gegenteil bewiesen hat" an Gott glauben. Glauben bedeutet für mich etwas positives: etwas Bejahendes, Zeugnis ablegen.... dazu braucht es eben auch Überzeugung.
Ich würde mich auch eher als Agnostikerin bezeichnen denn als Atheistin. Falls ich mich irre und es denn doch einen Gott gäbe, soll er mich an meinen Taten messen und nicht an meinen Worten.
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12.05.2008, 16:03
AW: Gott und die Welt
Ich denke, man kann es schon hinbiegen, aber das wird dann theologisch so abgefahren, daß relativ weit weg ist von einem literalistischen Glauben an einen persönlichen Schöpfergott.
Zitat von Inaktiver User
Da gäbe es zum Beispiel die kabbalistische Zimzum-Variante, wo man argumentiert, daß die absolute Transzendenz Gottes eine Selbstüberschreitung bzw. Selbstentzogenheit zur Folge hat. Dadurch entwird Gott sozusagen aus sich heraus und läßt in sich eine Art Lücke oder Leerstelle zurück- die Schöpfung.
Ich finde, solche Erklärungen haben was, aber umso mehr man auf diese Schiene geht, desto metaphysischer wird es.
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
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12.05.2008, 16:23Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
Zitat von Inaktiver User
Hallo!
Das wird er, davon kannst du 100%ig überzeugt sein.
Er wird jede Handlung eines jeden Menschen, auch meine, beurteilen...
Übrigens habe ich keine Furcht vor dem Tod.
Natürlich möchte ich gerne, wenn ich sterben sollte, schnell sterben, ohne lange zu leiden. Aber das weiß man ja vorher nicht.
Für mich ist der Tod nur eine kurze Unterbrechung auf meinem Lebensweg.
Diese Unterbrechung ist laut der Bibel der Zustand, wo ich weder fühlen, noch denken oder planen kann.
Ich warte einfach im "Todesschlaf" auf die Auferstehung, wie tausende andere Verstorbene auch.
Welch herrliche Zeit wird es sein, wenn wir unsere Vorfahren wieder hier auf der paradiesischen Erde begrüßen dürfen.
Das ist das, was die Bibel sagt und es ist das, was ich glaube.
Natürlich respektiere ich, wenn andere eine andere Vorstellung haben.
Was aber sich im Endefekt als richtig entpuppt, wird sich zeigen...
Gruß Zisska
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12.05.2008, 16:51Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
Danke sfumato,
ich vergass noch zu erwähnen: ab einem gewissen Punkt bin ich, glaube ich (!!), auch einfach zu doof für gewisse Gedankenakrobatik. Macht mir aber nix!
Genau! Und jeder der an so eine Vorstellung glaubt, wie du es tust, der hat einen unschlagbaren Vorteil: es ist eine schöne, tröstliche Vorstellung im Diesseits - und falls es das Jenseits dann eben doch nicht gibt, wirst du diese Erkenntnis niemals haben müssen - weil mit dem Tod ja alles geendet hat. Wenn ich nicht so ein netter Mensch wäre, müsste ich dich darum beneiden.....Zitat von zisska: Natürlich respektiere ich, wenn andere eine andere Vorstellung haben.
Was aber sich im Endefekt als richtig entpuppt, wird sich zeigen...
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12.05.2008, 17:34
AW: Gott und die Welt
Sorry, ich gleite heute anscheinend ein wenig in Abstraktionen ab... muss am Wetter liegen..
Zitat von Inaktiver User
Was ich aber noch anmerken wollte: Die Problematik mit dem Schöpfergott stellt sich dir vielleicht noch eher als mir, da ich mich eher im Gedankenkontext indischer Mystiken bewege, die (vereinfacht gesagt) davon ausgehen, daß Welt nicht Schöpfung sondern Illusion ist. Das Böse in der Welt stellt dann trotzdem ein Problem dar, aber die Wurzeln des Problems werden eher im Bewusstsein des Erkennenden gesucht, nicht in einem Schöpfergott.
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
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12.05.2008, 17:42Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
Aha, interessant. Vielleicht liegt in der älteren? indischen Version die Begründung, oder die Erschaffung, für einen Schöpfergott? Ich meine es ist doch einfacher zu sagen, Gott hat das gemacht und er kümmert sich letztendlich (im Himmel oder Paradies) z.B. um die Armen, als selbst tätig zu werden, was ja letztlich die Konsequenz aus der (Er)Kenntins wäre, oder?
Zitat von sfumato
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12.05.2008, 17:57
AW: Gott und die Welt
Hmmm, gute Frage. Es ist ja nicht so, daß die Inder keinen theistischen Schöpfergott kannten- den gab es und gibt es immer noch in vielen indischen Glaubenssystemen- aber es konnten sich daneben auch Systeme herausbilden, die den Theismus ablehnten und stattdessen etwas hatten,was man als absolutes Selbst oder Urgrund des Seins umschreiben könnte. Ich vermute, daß die theistische Vorstellung die geistesgeschichtlich Ursprünglichere ist, da auf einer niedrigeren Abstraktionsstufe angesiedelt, aber das kann ich nicht aus dem Stegreif belegen.
Zitat von Inaktiver User
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
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12.05.2008, 18:24Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
Ist es auf einer niedrigeren Stufe? Hm, werd mal drüber nachdenken, im Moment tendieren ich zu eher nein. Es ist eine "andere" Stufe, eine "Machtstufe"?
Zitat von sfumato
Ja die Sonne...


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