Man kann natürlich "Allmächtigkeit" im übertragenen Sinne verstehen, etwa als "transzendente Erhabenheit", "grenzenlose Weisheit", "Urlicht der Liebe", "unergründlich tiefes Mysterium" usw. usf. Mit einem solchermaßen spiritualisierten Verständnis gehe ich auch vollkommen d'accord.Zitat von tessie_10
Aber Allmächtigkeit im wörtlichen Sinne eines willentlichen Handlungsvermögens, alles Mögliche ursächlich bewirken oder erschaffen zu können, bringt halt das Problem mit sich, daß Gott Böses tut, indem er Böses geschehen läßt. Und ein allmächtiger Gott der Böses tut ist ein böser Gott, der Glaube an einen solchen Gott ein böser Glaube.
LG
sfumato
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Thema: Gott und die Welt
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11.05.2008, 20:47
AW: Gott und die Welt
None of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
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11.05.2008, 20:54
AW: Gott und die Welt
Allmächtig sind auch die Naturgesetze. Und das Spiel der Natur birgt so manche Grausamkeit.
Ich glaube aus diesem Gunde nicht, dass Gott diese Erde erschuf.
Mir ist da "Ein Kurs in Wundern" am einleuchtesten: (so in etwa) diese Welt entstand zusammen mit der Illusion, es könnte etwas geben, was von Gott getrennt ist.
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11.05.2008, 21:40
AW: Gott und die Welt
Daß an manchen Punkten die Argumente ausgehen finde ich gar nicht schlimm- das kann mir genauso passieren, daß ich sagen muß: "Uff, darauf weiss ich keine schnelle Antwort, darüber muß ich noch mal gründlich nachdenken."
Zitat von Inaktiver User
Eine andere interessante (aber sehr gewagte) Strategie, dem Theodizeeproblem zu begegnen wäre die folgende:
Alles Böse und Leidvolle ist letztlich gut, wenn auch auf eine Art und Weise, die für das menschliche Herz und den menschlichen Verstand unerfindlich bleiben muss.
Diesen Standpunkt zu begründen halte ich nicht für unmöglich, aber doch für sehr schwierig- auf jeden Fall schwieriger als die Allmächtigkeit preiszugeben.
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
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11.05.2008, 21:41
AW: Gott und die Welt
Da gibt es ganz sicher einen guten Grund dafür, Lavendelmond, genauso sehe ich das nämlich auch. Gott hat ganz bestimmt dieses Universum nicht erschaffen, um seine Geschöpfe damit ärgern zu wollen. Oder etwa als "Absprungbasis" in himmlische Bereiche, wo wir doch herkommen – also ein Widerspruch in sich selbst. Nein, er will die paradiesischen himmlischen Verhältnisse auf der irdischen Ebene manifestieren und damit eine vollkommen neue Daseinsebene eröffnen. Deshalb heißt es: Dein Reich komme, wie im Himmel so auf Erden.
Zitat von Inaktiver User
Die Engel werden uns beneiden, wenn dieses wunderbare Schöpfungswerk auf der Erde vollendet sein wird.
Das mit dem „Beneiden“ war natürlich ironisch gemeint - Engel kennen keinen Neid, höchstens tiefe Ehrfurcht.
Ich meinte mit ausliefern den - jedenfalls für mich - undenkbaren Fall, dass Gott uns zuerst erschafft und dann einfach uns selbst überläßt und sterben läßt. Das wäre zwar ein mächtiger Gott, jedoch kein Gott der Liebe, an den ich aber glaube. Ich weiß, den Tod siehst Du ohnehin nicht als endgültiges Ende an. So wie ich Dich verstehe, glaubst Du an einen ewigen Kreislauf von Geburt/Tod. Doch es ändert trotzdem nichts daran: das Sterben und der Tod ist damit nicht aus der Welt, im Gegenteil, sie werden dadurch nur vervielfältigt. Mein Glaube ist aber, dass das nicht der letztliche Sinn unseres Daseins ist, sondern dass wir einmal das ewige Leben erlangen sollen/können. Wobei ewiges Leben in diesem Zusammenhang Unvergänglichkeit des physischen Körpers bedeutet.
Zitat von Inaktiver User
Ob wir uns freiwillig für diesen Weg entschieden haben, kann ich nicht wissen, aber ich könnte es mir vorstellen.
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11.05.2008, 21:48
AW: Gott und die Welt
Ich bin davon überzeugt, dass es diese widergöttliche Macht gibt. Jesus sagte, Satan ist der Herrscher dieser (gegenwärtigen) Welt.
Zitat von Inaktiver User
Ob „ Satan“ dabei nur eine Chiffre für die - nicht zu bestreitende - Macht der Menschen ist, oder ob es eine davon unabhängige übergeordente geistige Wesenheit ist, muß offen bleiben. Aber ich finde auch nicht, dass wir das unbedingt wissen müssen.
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11.05.2008, 22:57
AW: Gott und die Welt
Das ist die christliche Auffassung- ich dachte allerdings eher an einen gnostischen Dualismus, wo man einen bösen Schöpfergott und einen guten Erlösergott hat.
Zitat von tessie_10
In dieser Konstellation hat man übrigens ein umgekehrtes Theodizeeproblem, nämlich zu erklären, weshalb ein allmächtiger böser Gott überhaupt zuläßt, daß Gutes geschieht.
Die bloße Existenz des Guten (so machtlos es selbst auch sein mag), stellt die Allmächtigkeit des Bösen in Frage.
LG
sfumatoNone of the really important decisions are ever easy. And they can never be completely right, because there is always a point of view from which they are wrong.
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11.05.2008, 23:35
AW: Gott und die Welt
Wenn es einen "bösen Schöpfergott" gäbe, der alles geschaffen hat, so müßte auch der "gute Erlösergott" vom Schöpfergott erschaffen worden sein. Nur warum sollte ein "böser Schöpfergott" einen "guten Erlösergott" erschaffen? Das ergibt keinen Sinn.
Zitat von sfumato
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11.05.2008, 23:43
AW: Gott und die Welt
Es muss nicht sein, daß der böse Schöpfergott den guten Erlösergott erschaffen hat, z.B. könnten beide unerschaffen sind.
Zitat von tessie_10
Aber angenommen, es gibt keinen guten Erlösergott, dann könnte der allmächtige böse Schöpfergott trotzdem Gründe haben, zuzulassen, daß Gutes geschieht bzw. daß gute Taten getan werden. Vielleicht macht es ihm ja Spaß, das geschehene Gute wieder zunichte zu machen, bzw. die guten Taten zu bestrafen.
LG
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11.05.2008, 23:48
AW: Gott und die Welt
Gratuliere zu Deiner neuen gnostischen Lehre, eine echte Bereicherung für die Welt der Gnosis.
Zitat von sfumato
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11.05.2008, 23:56
AW: Gott und die Welt
Danke danke
Zitat von tessie_10
Es ist halt schon um einiges fieser, wenn man einem Kind einen Lolly spendiert nur damit man ihn wieder wegnehmen kann, als wenn man dem Kind nichts gibt und folglich auch nichts wegnimmt.
Ja, ich gebe zu, ich habe gnostische Tendenzen.
Mir mißfällt die Vorstellung eines allmächtigen Schöpfergotts.
LG
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