Wer dann?Zitat von Inaktiver User
Ich finde diese Haltung, dass alles Gute von Gott geschenkt, das Schlimme aber vom Menschen angerichtet wird, so paradox.
Wenn Gott den Menschen gemacht hat, dann hat er ihn schon ganz gemacht. Zum Beispiel mit all den fiesen Krankheiten, die den Menschen seit Menschengedenken heimsuchen. Die kommen ja nun nicht alle vom Rauchen![]()
Die Kriege sind menschengemacht, aber nicht die Erbkrankheiten und nicht die Erdbeben. Bei Krieg heißt es dann: Das sind die bösen Menschen doch selbst schuld. Bei Erdbeben und Krankheiten heißt es, die Wege des Herrn sind unerforschlich.
Die Frage "Wie kann Gott das zulassen?" wird immer wieder gestellt, aber nie beantwortet. Vielleicht ist es sogar falsch, die Welt in "gut" und "böse" einzuteilen. Ziemlich sicher sogar ist das falsch. So einfach ist das nun mal nicht.
Welch ein Gott würde einen Säugling strafen wollen?
Außerdem habe ich die größten Schwierigkeiten mit diesem "wir". Ich führe keine Kriege, werde aber einfach in Sippenhaft genommen: "Die Menschen" führen eben Kriege. Also darf ich mich nicht wundern, dass die Welt ist, wie sie ist, denn "wir" sind ja selbst schuld?
Hätte Gott nicht lang genug Zeit gehabt, uns eines Besseren zu belehren? Ist ihm das am Ende doch zu kompliziert geworden, weil es eben nicht einfach "gut" und "böse", sondern gibt, sondern alle nur erdenklichen Widersprüchlichkeiten und Kompliziertheiten, die geradezu zwangsläufig zu Konflikten führen - auch wenn die nicht immer Gewalt enden, so sind sie doch oft nahezu unlösbar.
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Thema: Gott und die Welt
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29.04.2008, 19:54Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
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29.04.2008, 19:59
AW: Gott und die Welt
Du verbreitest ein Gottesbild, das absolut kindlich ist. Der "liebe Gott" hat alles Böse und Elend zu vermeiden. Tut er es nicht, taugt er nichts.
Zitat von corvus
Ich denke nicht, dass man Gott oder das "Göttliche" so prüfen kann.
Nur wenn er meine Vorstellung von Welt verwirklicht, kann er existieren. Ich halte diese Denke für falsch.
In anderen Strängen hätte Gott den Tsunamie, alle Kriege und Hunger auf der Welt verhindern sollen, dann würde seine Existenz bewiesen sein.
Irgendwer hat schon auf die Vertreibung aus dem Paradies hingewiesen, es ist für mich ein Geschichte, die erklärt, weshalb das Leben soooo schwer ist. Nichts als Kampf um die nackte Existenz, dauernde Entäuschungen, immer wieder verlorene Träume. Dafür kann man natürlich Gott verantwortlich machen, nur das bringt einen überhaupt nicht weiter.
Wenn Gläubige, die eine andere Sichtweise von Gott haben, darüber erzählen, so ist es immer "missionieren". Keiner von uns aufgeklärten Menschen lässt sich heute missionieren. Wir haben unsere Einstellung, wir haben unsere Überzeugungen, davon berichten wir allen bei passenden und unpassenden Gelegenheiten.
Ich sehe in fast jeder Religion das Gottesbild, vor dem man sich in irgendeiner Weise einmal verantworten muss. Rechenschaft darüber ablegen, was man aus dem Geschenk seines Lebens und seiner Sinneskräfte eigentlich in der begrenzten Zeit eines Lebens davon gemacht hat.
Zumindest für mich kann ich sagen, das das Wissen der Verantwortlichkeit für mein Leben eine Gottesvorstellung erforderlich macht. Und das Allerwichtigste, wenn ich nicht weiter weiß oder verzweifelt bin, habe ich jemanden, den ich um die Kraft bitten kann, das durchzustehen. Gott ist für mich aber mit Sicherheit nicht der Weihnachtsmann, der Wünsche zu erfüllen hat.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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29.04.2008, 20:02
AW: Gott und die Welt
"Du verbreitest ein Gottesbild, das absolut kindlich ist."
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Ich verbreite kein derartiges Gottesbild, ich wünschte mir lediglich er wäre so.
Kindlich. Denn Kinder sind unschuldig. Wohin Verstand, Bildung, Wissen die Welt gebracht hat, ist täglich zu sehen.
Was also spräche gegen ein kindliches Gottesbild?
"Zumindest für mich kann ich sagen, das das Wissen der Verantwortlichkeit für mein Leben eine Gottesvorstellung erforderlich macht. Und das Allerwichtigste, wenn ich nicht weiter weiß oder verzweifelt bin, habe ich jemanden, den ich um die Kraft bitten kann, das durchzustehen. Gott ist für mich aber mit Sicherheit nicht der Weihnachtsmann, der Wünsche zu erfüllen hat."
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Der Widerspruch in dieser Aussage ist dir aber schon klar?
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29.04.2008, 20:05
AW: Gott und die Welt
Nichts!
Zitat von corvus
Aber irgendwann wird jeder erwachsen und muss entdecken, dass die kindliche Vorstellung von Welt und Gott nicht mehr stimmt. Es wird alles immer nur komplizierter, also muss man sich von kindlichen Vorstellungen irgendwann lösen.
Dennoch wirst Du Deinen eigenen Kinder, solange sie klein sind, ein einfaches Welt- und Gottesbild vermitteln. Sie brauchen Orientierung.
Nein!?Der Widerspruch in dieser Aussage ist dir aber schon klar?Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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29.04.2008, 20:18
AW: Gott und die Welt
Daraus schließe ich, dass Du lieber tot wärst? Liege ich richtig?
Zitat von corvus
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29.04.2008, 20:41
AW: Gott und die Welt
Ebensowenig ist allerdings der Mensch ein Weihnachtsmann, der die "Wünsche" eines fiktiven Gottes zu erfüllen hat.
Zitat von Opelius
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29.04.2008, 20:41
AW: Gott und die Welt
@tessie
Wie krude müssen Deine Gedankengänge sein, um so eine Schlussfolgerung zu ziehen?
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29.04.2008, 20:43
AW: Gott und die Welt
@opelius
Der Widerspruch: Jemanden, den man nicht kennt, den man noch nie gesehen hat, um etwas zu bitten.
Zu wissen, daraus Kraft schöpfen zu können.
Gleichzeitig die Existenz des Weihnachtsmannes zu verneinen, bloß weil man diesen für ein Märchen und als Person nicht existent hält.
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29.04.2008, 20:51
AW: Gott und die Welt
Daraus schließe ich, dass Du es gar nicht schlecht findest zu leben. Wie aber soll das jetzt zusammen gehen mit Deiner Behauptung, Gott habe nur Schlechtes erzeugt?
Zitat von corvus
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29.04.2008, 20:54
AW: Gott und die Welt
Das geht dann zusammen, wenn ich nicht der "kindlichen" Überzeugung bin, Gott habe die Welt erschaffen.


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