Deshalb sagte ich, Gott kann und will keinen Menschen zu etwas zwingen, oder mit anderen Worten: Der Mensch wählt selbst. Wenn ein Mensch sich für die „Hölle“ entscheidet, dann weil diese Seele im Innersten erkannt hat, dass sie noch nicht reif für den „Himmel“ ist; sie bedarf weiterer Erfahrungen in der „Hölle“. Ich selbst glaube nicht, dass diese Seelen für immer für das „Himmelreich“ verloren sind, aber möglicher Weise für einen sehr langen Zeitraum (???).Zitat von Zimtstange
Wenn das Reich Gottes erst kommen würde, wenn die letzte Seele sich von der Lieblosigkeit befreit hat, würde es nie kommen - oder wenigstens erst nach einem so langen Zeitraum, dass sich bis dahin die Menschheit selbst vernichtet hätte. Soweit wird es Gott aber nicht kommen lassen; deshalb die Zweiteilung der Menschheit zur bestimmten Zeit in „Schafe“ und „Böcke“ (Weltgericht). Das Weltgericht ist somit kein Ausdruck eines Gottes, der Menschen ärgen will; es hat einen tiefen Sinn.Zitat von Zimtstange
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Thema: Gott und die Welt
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27.04.2008, 23:35
AW: Gott und die Welt
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28.04.2008, 07:19
AW: Gott und die Welt
Die Diesseitige Welt ist für einen Himmel nicht geeignet, der Himmel ist in uns, die Hölle ebenso.
Der Himmel ist Liebe, die Hölle Lieblosigkeit.
Was wäre das auch für eine Welt, in der keine Verletzungen mehr geschähen. Wenn es nichts zu verzeihen gäbe, dann könnte sich ein Mensch nicht mehr in Vergebung üben. Seelischer Wachstum wäre unmöglich. Lauter Engelchen? (Aber unter der Oberfläche brodelt es dennoch?) Nein, die diesseitige Welt ist für ein Paradies schlichtweg ungeeignet.
Und die Menschheit? Der Kosmos existiert seit ca 13,7 Mrd. Jahren, es gibt immer noch Milliarden von Sternentstehungsstuben. Leben wird im Kosmos wohl nochmals 10 Mrd Jahre oder länger möglich sein.
Die Menschheit ist da nicht mehr als ein kosmischer Wimpernschlag in einem winzig kleinen Eckchen im weiten All.
In der Trinität Körper Seele Geist ist der Körper sicherlich das, was von kürzester Dauer ist, die Seele hat noch weit mehr Potential, als sich in einem Menschenkörper am Rande eines Ausläufers einer x-Beliebigen Spiralgalaxie zu individualisieren.
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28.04.2008, 07:25
AW: Gott und die Welt
Hallo eusebia,
die Wahrheit "hat" niemand, sie liegt uns voraus, Menschen haben nur Perspektiven auf die Wahrheit, verschiedene Ansichten und Teilerkenntnisse.
"In den Himmel kommen" ist eine Chiffre, ebenso wie "in die Hölle kommen". Ich glaube nicht an die Orte namens Himmel und Hölle. Himmel ist ein Bild für Leben im Einklang, Hölle für Leben im Missklang.
So betrachtet suchen alle Religionen nach einem Leben im Einklang. Was "verloren" ist, wollen sie dorthin führen. Im Ziel besteht Einigkeit, denke ich, beim weg gibt es Unterschiede.
Gruß
peperonikuss
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28.04.2008, 07:52
AW: Gott und die Welt
Ich habe gerade darüber nachgedacht, ob dir Kirche(n) nicht vor allem an den Egoismus des Einzelnen appellieren, wenn sie ihnen versprechen, bei "Wohlverhalten" in den Himmel zu kommen?
Und käme es nicht darauf an, sich darum zu bemühen, gerade diesen Egoismus zu überwinden?************************
Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Jürgen Habermas
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28.04.2008, 07:53
AW: Gott und die Welt
Dieser Gedanke gefällt mir sehr!
Zitat von peperonikuss
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Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Jürgen Habermas
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28.04.2008, 08:30Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
Hallo!
Zitat von peperonikuss
Ich finde es ja wirklich sehr mutig von dir, dass du dich so frei über deinen Glauben äußerst.
Jetzt würde es mich interressieren, welches Glaubensbild du den Gläubigen vermittelst, sei es bei den Predigten von der Kanzel oder den kleinen Kindern in der Waldorfschule...
Deins, welches du ja hier beschrieben hast,
oder das deiner Kirche?
Wie kommt denn dein Gewissen damit klar?
Gruß ZisskaGeändert von Inaktiver User (28.04.2008 um 08:34 Uhr)
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28.04.2008, 09:20
AW: Gott und die Welt
Liebe Zisskia.
ich kann nicht sehen, dass mein Glaubensverständnis mit dem der Kirche nicht vereinbar wäre. Natürlich kann ich nur das vermitteln, was in mir lebt. Und auch ich wähle (wie alle anderen) aus den Traditionen (auch meiner eigenen) aus. Das ist legitim, finde ich.
Aber du hast Recht, so ganz konfliktfrei ist diese Spannung nicht und ich sehe meine Aufgabe darin, sie auszuhalten und produktiv mit ihr umzugehen.
Gruß
peperonikuss
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28.04.2008, 10:14
AW: Gott und die Welt
Dazu fällt mit nur eine der Kernaussagen der Bibel ein:
Zitat von Alinaluna
"Du sollst Deinen Nächtsen lieben wie Dichselbst." 3. Mose 19,18 ,
Mk 12,29ff -
Ohne Eigenliebe, also ohne Egoismus, ist Nächstenliebe nicht möglich. Egoismus muss nicht überwunden werden, er muss erweitert werden um die Nächstenliebe.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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28.04.2008, 12:23
AW: Gott und die Welt
Opelius, das Zitat passt nicht unbedingt, wenn man mit ZJ diskutiert. Das Alte Testament, und insbesondere Moses, wird nicht so absolut gesehen, wie das Neue Testament. man kann das AT lesen, aber man glaubt nicht daran.
Zitat von Opelius
WolfgangIch bin, also denke ich
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28.04.2008, 12:43Inaktiver User
AW: Gott und die Welt
Hier wird nicht über das Thema ZJ diskutiert...
Jetzt sprechen wir über den Glauben eines Pfarrers und wie er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann etwas anderes zu vertreten, als das was seine evangelische Kirche lehrt.
Anscheinend kommt dieser Pfarrer gut damit zurecht...
Peperonikuss ist der Strangeröffner, aber da hieß er noch Ellimann.


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