Hallo,
um es vorauszuschicken: Ich würde mich als gläubigen Menschen bezeichnen, bin katholisch getauft. Schon als Grundschulkind besuchte ich gern die Gottesdienste, obwohl niemand aus meiner Familie besonders gläubig war (vielleicht weil es dort so friedlich zuging?).
Als junge Erwachsene hatte ich keinen Bezug zu meinem Glauben, bis dann über Nacht sozusagen, alles wieder da war. Ich bin der Überzeugung, dass da jemand ist, der auf mich aufpasst, der mir manchmal Geschenke an den Wegesrand legt und manchmal Hürden aufbaut, die mich weiterbringen, sobald ich sie überwunden habe.
Manchmal gehe ich in den Gottesdienst und bete für mich, für andere, manchmal bedanke ich mich für etwas.
Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, an einer Weggabelung zu stehen. Ich weiß nicht wohin ich will, wohin ich soll. Ich schaue mir beide Richtungen an und verstehe nicht, wo sie mich hinbringen könnten. Ich denke mir manchmal: "Das kann ER nicht wollen..."
Versteht mich nicht falsch: Ich bin es gewohnt, Entscheidungen zu reflektieren, zu treffen und zu verantworten. Nur diesmal bin ich völlig orientierungslos, finde keinen Halt und keine Antwort auf meine Fragen. In solchen Fällen gebe ich mir immer mehr Zeit. Denn ich denke mir dann: Der richtige Augenblick für eine Entscheidung ist noch nicht gekommen. Jetzt habe ich aber nicht mehr Zeit. Der Countdown sagt, in einer Woche ist die Uhr abgelaufen. Ich frage meinen Gott, was er sich bei der Geschichte denkt und bekomme nur Stille als Antwort oder wirre Träume, die ich nicht interpretieren kann.
Was tut ihr in solchen Fällen? Warten, dass die Entscheidung von Außenstehenden getroffen wird? Spontan entscheiden.
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Thema: Gottvertrauen
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24.03.2008, 10:00
Gottvertrauen
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24.03.2008, 16:09Inaktiver User
AW: Gottvertrauen
Hallo!
Darf ich fragen welche Fragen du dir gestellt hast?
Warum ist in einer Woche "die Uhr abgelaufen"?
Hast du dir persönlich dieses Ultimatum gestellt?
Ansonsten gebe dir doch weiter Zeit, so wie du es schon immer getan hast.
Gruß Zisska
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24.03.2008, 16:46
AW: Gottvertrauen
ich finde den gedanken gut, sich noch zeit zu geben für eine entscheidung. ich bin im moment auch in ähnlicher situation, es geht um einen op-termin.
bei mir ist es so, dass ich in der stille manchmal antworten erhalte, wenn ich ruhig werde und zulasse, dass gott zu mir spricht.
wenn eine spontane entscheidung in deiner situation, die ich nicht kenne, gut wäre, hättest du sie längst getroffen!
leonieAuch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.
Das Hohelied
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24.03.2008, 17:18
AW: Gottvertrauen
Sehe ich auch so. Zeitdruck ist kein guter Berater. Ich denke, man sollte - wenn nicht unbedingt nötig - keine wichtige Entscheidung treffen, solange man sich noch unsicher ist. Manchmal ergibt sich die Lösung wie von selbst, so ist es mir auch schon öfters ergangen.
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24.03.2008, 22:02
AW: Gottvertrauen
Nun, mir brannte mal eine Frage auf dem Herzen.
Zitat von Hedwiga
Ich stellte sie Gott mindestens 100 x pro Tag.
Ich sagte auch: "Gott, Du MUSST mir antworten!"
Dann hatte ich nachts einen meiner Luziden Träume, in denen sehr viel Liebe floss.
Das waren immer wieder die Träume, in denen Gott zu mir sprach.
Gott war gerade dabei, sein Zimmer aufzuräumen, in dem ein heilloses durcheinander war.
Dann kam er zu mir und erlaubte mir, die Frage zu stellen.
Als er mit die Antwort gab, berührte er mich am rechten Handgelenk.
Ich empfand ein Feuer in meinem Herzen.
ach ja: an diesem Handgelenk hatte ich später einen komplizierten Trümmerbruch mit 5 Ops. Und es geht mir wieder ganz gut.
Und noch was:
Es gibt keinen Zufall.
Deswegen nutze ich gelegentlich 2 Münzen zur Entscheidungsfindung.
z.B. 10 Cent und 20 Cent.
Das geht so:
20 Cent Zahl und 10 Cent Kopf = Ja
20 Cent Kopf und 10 Cent Zahl = Nein
20 Cent Zahl und 10 Cent Zahl = keine Antwort
20 Cent Kopf und 10 Cent Kopf = Warte, bis sich Deine Situation ändert!
Und nochmal was:
das I-Ging hier kleine eine selbst geschriebene Anleitung.
I-Ging Bücher gibt es in fast allen Stadtbibliotheken.
http://www.geocities.com/m_haenle/I-Ging.pdf
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24.03.2008, 22:58Inaktiver User
AW: Gottvertrauen
Ich finde solche Praktiken nicht gut.
Zitat von Zimtstange
Wenn es einen Gott gibt und man mit ihm sprechen kann, dann sollte man nicht auf solche einfachen, schnell konsumierbaren, Orakel zurück greifen müssen!
Gott ist, wenn es ihn gibt, kein "fastfood".
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25.03.2008, 06:41
AW: Gottvertrauen
Nun, die Antworten, die ich darüber bekam waren immer tiefsinnig.
Zitat von Inaktiver User
So ist es doch in allen Freundschaften.
Mal sind Diskussionen langwierig, bis man zu einer Einigung kommt, mal geht es schnell.
Je nachdem, wie es die Situation erfordert.
Dieses Gott-Telefon sollte auch nur als Training der Intuition genutzt werden. Mit der Zeit kommt meiner Erfahrung nach nur noch "keine Antwort" dann legt Er/Sie gewissermaßen den Hörer auf.
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27.03.2008, 08:58Inaktiver User
AW: Gottvertrauen
Hallo!
Zitat von Zimtstange
Es mag aber auch sein, dass Gott dir auf einer Art Hilfe zukommen läßt, die du gar nicht als eine "Hilfe von ihm" erkennst...
Gruß Zisska
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27.03.2008, 11:41
AW: Gottvertrauen
Alles kommt von Gott
Zitat von Inaktiver User
Wenn nicht von Gott, woher denn sonst?
Gott alleine ist.
Jeder Mensch erreicht Gott, denn Gott ist un(ver)fehlbar.
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29.03.2008, 12:56
AW: Gottvertrauen
Ich rate Menschen immer, wenigstens eine Nacht über eine wichtige Entscheidung zu schlafen. Diese Zeit habe ich mir auch immer ausbedungen. Wer einem anderen Menschen sofortige Entscheidungen abverlangt, führt selten etwas Gutes im Schilde.
Zitat von tessie_10
Allerdings denke ich auch, dass ein Mensch nicht tage- oder gar wochenlang über eine Entscheidung nachdenken muss. Das führt meistens nur in Grübeleien, die Entscheidungen nicht reifen lassen.
Und wie alle anderen Menschen auch muss ich damit leben lernen, dass ich mich mit Sicherheit dutzende Male in meinem Leben falsch entschieden habe. Und diese Fehler hätte ich auch nach monatelangen Überlegungen gemacht, da bin ich mir ganz sicher.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


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