Hallo Kappuziner!
Es gibt in Berlin einen sehr liberalen, menschenfreundlichen Pfarrer. Seinen Familiennamen habe ich leider vergessen, er lässt sich allgemein "Kalle" nennen und leitet diese Gemeinde: St. Christopherus Straße: Nansenstraße Ortsteil: Neukölln. Näheres kannst Du bestimmt übers Internet herausfinden.
Kappuziner, Dein Strang berührt so einiges in mir. Die Tatsache, dass ich diesen Pfarrer kenne, hängt nämlich mit ganz ähnlichen Erwägungen zusammen, die ich auch vor ca. drei Jahren hatte. Der Grund, warum ich trotzdem nicht wieder zurück bin in die katholische Kirche, ist ein ganz psychologischer und hat nichts mit Glaubensfragen zu tun: Mein Vater ist Theologe und hat mir das Leben sehr schwer gemacht. Alle Fragen, die mit Theologie zu tun hatten und bei denen ich es wagte, etwas in Frage zu stellen, sind umgehenst eskaliert und zwar in Gewalt. Ich habe dann festgestellt, dass ich mich auf unheimliche Weise immer noch bedroht fühle, wenn es um theologische Fragen geht und habe wieder das Weite gesucht. Aber wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja noch in meinem Leben, auch hier gelassener zu werden.
Massashi
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Thema: Wann bin ich Katholik?
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14.03.2008, 15:34
AW: Wann bin ich Katholik?
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14.03.2008, 15:45
AW: Wann bin ich Katholik?
Massashi,
ich hab diesen Kalle gegoogelt und fasse es nicht - ich glaube, das ist die Gemeinde, in der das zukünftige Firmpatenkind hingeht.
Wenn ich jetzt schon katholisch wäre, würde ich das schon nicht mehr als Zufall bezeichnen

Darf der mir denn so eine Bescheinigung ausstellen? Oder dürfen das nur spezielle "Eintrittspfarrer"?
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
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14.03.2008, 17:51
AW: Wann bin ich Katholik?
Er darf es mit dir zusammen beim zuständigen Bistum beantragen.
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18.03.2008, 16:36
AW: Wann bin ich Katholik?
Hallo Massashi,
ich habe jetzt mit diesem Neuköllner Pfarrer telefoniert. Das war ein gutes Gespräch. Er fand es zwar nicht so toll, dass ich nach dem einen Gespräch dann noch den Pfarrer wechsle (zumal der andere auch für mich zuständig ist, blöder Zufall), aber andererseits verstand er es auch, dass ich das bei einem Pfarrer machen will, zu dem ich Zutrauen habe. Und diesen Pfarrer kenne ich schon, ich war schon mal in einem Gottesdienst bei ihm (eben mit dieser Mutter des Firmkindes zusammen). Also gab das alles irgendwie einen Zusammenhang.
Jedenfalls, er ist bereit, mich nach zwei Gesprächen mit ihm zur Wiederaufnahme anzumelden und das eine Gespräch wird jetzt noch vor dieser Taufe stattfinden, so dass ich dann mit etwas weniger Bauchgrummeln zur Taufe fahren kann.
Danke nochmal und auch euch anderen für die Hilfe!
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18.03.2008, 19:14Inaktiver User
AW: Wann bin ich Katholik?
Zitat von Kappuziner
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18.03.2008, 20:26
AW: Wann bin ich Katholik?
Na dann wünsche ich Dir alles Gute!
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18.03.2008, 23:17
AW: Wann bin ich Katholik?
Dann noch mal ein extra Danke an euch beide
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19.03.2008, 09:14Inaktiver User
AW: Wann bin ich Katholik?
Liebe Kappuziner,
Zitat von Kappuziner
da ich ja in Italien lebe, kann ich das, was dir der Pfarrer sagte, bestätigen. (Ich selbst bin, ebenfalls Berlinerin, evangelisch getauft, habe aber meine Tochter hier katholisch taufen lassen...)
Das, was du beschrieben hast, d.h. mit dem "Unterricht" entspricht auch hier den Sitten, d.h. wer als Nicht-Katholik in die katholische Gemeinde aufgenommen werden will, muss eine Art "Religionsunterricht" mitmachen, wird getauft und später zu 1. Komunion zugelassen. Wer z.B. katholisch getraut werden will, muss alle "Sakramente" erhalten haben, d.h. Taufe, 1. Komunion und Kresima. (Man tritt hier nicht in die Kirche ein oder aus - ein Steueranteil wurde von allen automatisch der katholischen Kirche gezahlt, bis eingefürt wurde, dass man auf der Steuererklärung diesen Anteil auch anderen Religionen bzw. Institutionen widmen kann. Das erklärt man dem Finanzamt gegenüber und nicht der Kirche.)
Was die Taufpaten und Paten für Komunion und Kresima angeht, wird also im Allgemeinen geprüft, ob der Pate alle Sakramente erhalten hat, d.h. nicht nur die Taufe, sondern auch 1. Komunion und Kresima! Bei Verheirateten, ob sie kirchlich getraut wurden. Es spielt auch eine Rolle, ob der Patenkandidat geschieden ist bzw. getrennt lebt. (Darüber wird im Allgemeinen eine eidliche Erklärung verlangt!)
Da du extra deswegen hier her nach Italien kommst, solltes du (bzw. der Vater des zu taufenden Kindes) erfragen, was für andere Unterlagen du mitbringen musst.
Im Falle meiner Tochter mussten die Paten zu ihrer "Heimatkirche", um sich diese Unterlagen zu besorgen.
Bei ihrer 1. Komunion und der Kresima hatte sie dann die gleichen Paten, die zum Glück immernoch verheiratet waren... (Andere Kinder hatten grosse Probleme, geeignete Paten zu finden, weil inzwichen auch hier etliche Paare getrennt leben oder sogar geschieden sind.)
Die katholische Kirche hier nimmt es in der letzten Zeit ziemlich genau damit. Sie bestehen darauf, dass der Pate ein "spiritueller" Begleiter sein soll und stellen sogar teilweise höhere Ansprüche an diesen als an die Eltern...
Ich hoffe, dass du alle Voraussetzungen erfüllst und einen schönen Aufenthalt in Rom mit deinem Patenkind haben wirst.
(Ich werde am Dienstag nach Ostern auch in Rom sein...es soll leider über die Feiertage regnen)
Einen lieben Gruß
Amorosa
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19.03.2008, 10:13
AW: Wann bin ich Katholik?
Hallo Kappuziner! Äh, ich kenn mich mit dem Katholischen so gar nicht aus (nicht mal besonders gut mit dem evangelischen Verwaltungskram...), aber ich hab mal ne Bauchfrage: Warum musst/wirst Du denn nach dem einen Gespräch den Pfarrer wechseln? Oder meint er das mit dem unangenehmen Typen, das Du schon geführt hast? Da wäre die Begründung ja sowohl klar als auch schmeichelhaft: lieber in einer Gemeinde sein zu wollen, deren Hirte Dir zusagt... Es sollte ja wenigstens die Möglichkeit und die Wahrscheinlichkeit bestehen, dass Du die Chance nutzt, die sich aus dieser Formalität ergibt, und dann dort doch auch gelegentlich zum Gottesdienst gehst und am Gemeindeleben teilnimmst. Wenn der Wiedereintritt nur über einen Pfarrer geht, der Dir von vorneherein unsympathisch ist, ist die Passivität doch fast von vorneherein mitgebucht...
Zitat von Kappuziner
Ich bin, obwohl nominell evangelisch (steuerzahlend...) eher freikirchlich unterwegs und Leute, die über meiner Gemeinde (wieder) zum Glauben finden, ermutigen wir meistens, dort Wurzeln zu schlagen, wo sie sich beheimatet fühlen. Es ist allerdings tatsächlich auch in den meisten Gemeinden so, dass man da, bevor man "Mitglied" wird, auch gebeten wird, zu zeigen, dass man mit dabei ist. Jemand, der regelmäßig dabei ist und den man kennt, weil er sich beteiligt, empfindet das in der Regel gar nicht als Hürde: ist ja eh gegeben.
"Passives" Mitglied zu werden geht allerdings meistens eher nicht (also, bei denen, die ich kenne). Liegt am Verständnis von gemeinschaftlichem Unterwegssein im Glauben und ein Stück weit sicher auch daran, dass sich Leuten wie mir (also, die von der institutionellen Kirche nicht so viel haben/verstehen) nicht ganz erschließt, wieso man einer anonymen Masse angehören will, obwohl man doch auf Individualität pocht. Dafür braucht's doch keine Mitgliedschaft, denk ich mir dann... Und dann fällt mir ein, dass es ja "Gesetzmäßigkeiten" gibt wie "Pate darf man nur sein wenn..." und dann geht mir regelmäßig ein kleines Licht auf...
Der Crew gewidmet:
„Wir sind gleichsam Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen, um mehr und Entfernteres als diese sehen zu können - freilich nicht dank eigener scharfer Sehkraft oder Körpergröße, sondern weil die Größe der Riesen uns zu Hilfe kommt und uns emporhebt.“
Bernhard von Chartres
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19.03.2008, 11:05
AW: Wann bin ich Katholik?
Liebe Amorosa,
danke für deine Nachricht. Das ist natürlich heftig. Zu meiner Heimatgemeinde schaffe ich es nicht mehr - und die würden mir diese Bescheinigung auch kaum ausstellen, die wissen ja, dass ich zur Zeit nicht in der Kirche bin. Ich bin mir relativ sicher, dass ich über 1. Kommunion usw. keine Bescheinigung habe. Und eine neue kriege ich natürlich nicht ausgestellt.
Der Pfarrer gestern fragte, ob denn der andere Taufpate katholisch wäre - davon gehe ich aus. Dann meinte er, dass das aus theologischer Sicht ok wäre.
Wie ist das denn in Italien? Die Konstellation ist: Mutter katholisch, Vater nicht katholisch. Ich bin der Taupate "väterlicherseits", ihr Pate wird katholisch sein (und vermutlich aus Italien, wird also alle Bescheinigungen haben). Vielleicht nehmen die das dann bei mir nicht mehr so genau?
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
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