Sicher, Zisska, und Adam hatte natürlich eine Ausgabe der Bibel auf seinem Nachtkasterl liegen und kannte den 2. Petrusbrief aus dem Effeff.
Wenn die Geschichte vom Sündenfall einen wahren Kern hat, dann ist es die Ahnung, daß das große Gehirn des Menschen nicht nur Vorteile hat, Tiere mit einem kleineren Gehirn wirken oft zufriedener als Menschen. Mit solchen Themen befassen sich aber auch bessere Schriftsteller, die fähig sind, Geschichten zu erfinden, die man nicht erst mit einem riesigen theologischen Apparat zurechtbiegen muß, damit sie halbwegs sinnvoll erscheinen, sondern die von Anfang an funktionieren. Diese Autoren haben es auch nicht nötig, ihre Werke als göttlich inspiriert auszugeben, sie werden auch so gelesen.
Tod, Krankheiten, materielle Not und Konflikte folgen aus der Biologie des Menschen und der Art, wie seine Gesellschaften organisiert sind. Sogar in der Genesis führt der Ungehorsam (der aus Adams Sicht ja gar nicht "böse" war), nur zum Rauswurf; daß er sterblich blieb, lag daran, daß er nicht klug genug war, den Plot zu unterlaufen und zuerst vom Baum des Lebens zu essen.
Die Geschichte vom Sündenfall nützt natürlich den Theologen, man kann damit Frauen abwerten, man kann sie mit der Erbsündentheorie in Verbindung bringen, um den Menschen einzureden, sie bräuchten Erlösung und eine Priesterkaste, die diese Erlösung verwaltet, und man kann das Streben nach Erkenntnis schlechtmachen, um abhängige Menschen in Abhängigkeit zu halten und unabhängige zu Feinden zu erklären.
Ähnlich nützlich ist die Idee des Teufels, man nimmt einen gut eingeführten Dämon, fügt ein paar schlechte Eigenschaften dazu, positive Eigenschaften werden entfernt oder für schlecht erklärt, dann reichert man ihn noch mit ein paar Eigenschaften heidnischer Götter und persönlicher Gegner an, und erklärt jeden zum Hilfsteufel, der etwas an diesem Gebräu auszusetzen hat. Schon hat man ein Etikett, mit dem man jeden zur Unperson erklären kann, der einem in die Quere kommt oder der einfach nur etwas anderes glaubt.
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Ergebnis 21 bis 30 von 51
Thema: Gibt es einen Teufel?
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30.12.2007, 17:55
AW: Gibt es einen Teufel?
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30.12.2007, 18:01Inaktiver User
AW: Gibt es einen Teufel?
Warum nicht? Warum hat er den Baum dahin gestellt?
Zitat von Inaktiver User
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30.12.2007, 18:30Inaktiver User
AW: Gibt es einen Teufel?
Belzebub, Luzifer und andere Dämen waren ja im AT meistens Bezeichnungen für babylonische Götter und Götzen oder die Verbalhornung der selbigen.
Im Buch Hiob wird Satan ja erwähnt. Darin ist er nicht das personifizierte Böse, sondern "Ankläger" und "Prüfer" der Menschen.
Und auch bei Adam und Eva überredet er ja nicht die beiden etwas zu falsches zu tun. Sondern nutzt eher die Schwächen aus. Und auch bei Jesus Prüfungen in der Wüste geht es mehr um Versuchung und menschliche Schwäche.Geändert von Inaktiver User (30.12.2007 um 18:42 Uhr)
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30.12.2007, 18:31Inaktiver User
AW: Gibt es einen Teufel?
Hallo,
ich würde mal salopp sagen, jeder Mensch begegnet in seinem Leben dem Teufel, nämlich in Form von Versuchungen und Prüfungen.
Was das ist oder war erkennt man oftmals erst sehr viel später.
Ich habe die Gnade mich mit meinem sehr alten vitalen Vater zu verstehen und empfinde: seine Fragen und Konflikte sind eben die Punkte wo im Leben Weichen zu stellen waren.
Zwischen und ist kein Zorn mehr darum kann er sich auch ehrlich geben - und ich höre zu und urteile nicht.
Tief in unserem Innersten wissen alle Menschen was richtig und falsch ist ob eine Lüge eine Lüge ist.
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30.12.2007, 21:57
AW: Gibt es einen Teufel?
Und was ist mit den Tieren, die ein größeres Gehirn haben wie Menschen. Wirken die dann noch unzufriedener wie Menschen?
Zitat von glaux
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31.12.2007, 09:11
AW: Gibt es einen Teufel?
Die Größe allein macht es nicht, da hast du Recht, das war auch nur eine Metapher dafür, daß das geistige Potential des Menschen nichts ist, was er sich ausgesucht hat, sondern er hat es nun mal von Natur aus, so wie er zwei Beine und einen abgesenkten Kehlkopf hat. Kritisieren kann man vernünftigerweise nur, wie er damit umgeht, und dabei sollte der Kritiker nicht vergessen, daß auch er ein Mensch ist:
"Den Spreitzen im Auge deines Bruders siehst du wohl. Den Ast aber in deinem Auge siehst du nicht. Wenn du den Ast aus deinem Auge herausdröselst, dann wirst du scharf (genug) sehen, um herauszudröseln den Spreitzen aus dem Auge deines Bruders."
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31.12.2007, 11:00Inaktiver User
AW: Gibt es einen Teufel?
Zitat von glaux
Da stimme ich dir vollkommen zu.
Ein Mensch sollte wirklich erst einmal bei sich selbst anfangen und versuchen so zu handeln, wie er es von dem Nächsten erwartet.
Darum lasse ich mir gerne etwas von Jesus Christus und seinem Vater sagen. Denn diese sind vollkommen Fehlerfrei!
Wenn mich jemand auf einen Fehler aufmerksam macht, muß dieser Rat also biblisch begründet sein.
Er darf nicht seinen persönlichen Vorlieben entsprechen.
Ein Bibelstudium hat mir wirklich geholfen einige persönliche falsche Einstellungen zu ändern.
Natürlich mache ich immer noch jeden Tag irgend etwas falsch und ärgere mich hinterher das ich z. B. etwas gesagt habe, was nicht so schön war.
Aber ich gebe mir Mühe...
Gruß Zisska
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31.12.2007, 11:36
AW: Gibt es einen Teufel?
Wenn du glaubst, daß irgendwelche fehlerfreien Wesen mit dir sprechen, dann steht es dir frei, dich danach zu richten. Für andere Menschen folgt daraus überhaupt nichts, denn für fast alle Menschen ist dein Glaube auch nur eine persönliche Vorliebe, die kein Haar besser ist als ihre eigenen.
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02.01.2008, 11:56
AW: Gibt es einen Teufel?
Nachtgespenster, Geister, Dämonen und Teufel gibt es nicht. Der Glaube an den Teufel ist der Überrest eines primitiven Aberglaubens, der die Welt mit allen möglichen Geistern und Dämonen bevölkerte.
In alten Zeiten war das die Erklärung für natürliche Phänomene wie schlechte Ernten, Krankheiten, Mißbildungen bei Mensch und Tier.
Der Glaube an den Teufel war die Grundlage für die Hexenverfolgungen, denen tausende unschuldige Menschen zum Opfer fielen.
Die katholische Kirche führt immer noch Exorzismen (Teufelsaustreibungen) durch. Vor wenigen Jahren ist eine geisteskranke junge Frau daran gestorben.
Der alte Aberglaube richtet immer noch Schaden an.
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02.01.2008, 23:26Inaktiver User
AW: Gibt es einen Teufel?
Gestern ferngesehen?
Zitat von 3146
"Constantine" ???


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