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  1. Inaktiver User

    AW: Christen im dritten Reich

    Danke fuer die Links Eusebia!

  2. gesperrt

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    AW: Christen im dritten Reich

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ist das nicht ganz normal und menschlich?

    Die Zeugen Jehovas können meiner Meinung nach nicht auf die Fahnen schreiben, sich gegen die Machtergreifung der Nazis engagiert zu haben.
    Doch hatten sie eine konsequente ablehnende pazifistische Einstellung gegen den Krieg und das hat sie letztendlich ins KZ gebracht. Für mich ist das durchaus Widerstand!
    Stimmt natürlich, jeder Widerstand gegen das NS-Regime verdient Hochachtung, egal welche Beweggründe dafür im einzelnen auch ausschlaggebend gewesen sein mögen.
    Nur finde ich es verkehrt, jeden persönlichen Einsatz gegen die NS-Diktatur auf rein egoistische Beweggründe reduzieren zu wollen, selbst wenn das stimmen sollte. Kein Mensch kann wissen, was im Innersten eines Menschen vor sich geht und welche wirklichen Beweggründe jemand für was auch immer hat. Nur Gott kann das wissen, der das Innerste der Menschen bis auf den Grund kennt, der Mensch hat folglich kein Recht darüber zu urteilen.
    Die Denkweise, alles was jemand tut oder läßt, mit letztlich egoistischen Beweggründen erklären zu wollen, paßt zwar in das Darwinsche Evolutionsmodel, nachdem nur Verhaltensweisen eine Überlebenschance haben, die dem eigenem Vorteil bzw. dem der eigenen Rasse dienlich sind. Es paßt aber nicht in das christliche Konzept, wonach es auch noch so etwas wie uneigennützige Nächstenliebe und Mitgefühl für andere Menschen/Mitgeschöpfe geben soll, ob man das nun glaubt oder nicht. Und es soll sogar Menschen geben, die neben ihren Ich-bezogenen Interessen ihr Leben gelegentlich auch noch nach so etwas – im Sinne der Darwinschen Evotheorie für‘s Überleben völlig Unnützem –ausrichten.

  3. Inaktiver User

    Stirnrunzeln AW: Christen im dritten Reich

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Zu dieser denkwürdigen Versammlung im Jahre 1933 habe ich folgenden Artikel gefunden:

    Die Geschichte weiß nur von einigen wenigen Gruppen zu berichten, die sich mutig dem NS-Terror entgegenstellten und ihre Stimme erhoben. Dazu gehören Jehovas Zeugen, die einmal als „winzige Insel unbeugsamen Widerstandes inmitten einer terrorisierten Nation“ beschrieben wurden. Ihre mutige Haltung ist von geachteten Historikern hinreichend dokumentiert worden.

    Einige kritische Stimmen, die zum Teil von ehemaligen Mitgläubigen kommen, bezichtigen Jehovas Zeugen indessen der Kompromißbereitschaft gegenüber dem Hitlerregime in seinen Anfängen.
    Vertreter der Wachtturm-Gesellschaft sollen vergebens versucht haben, sich bei der neuen Regierung anzubiedern, und zumindest eine Zeitlang die rassistische Ideologie der Nationalsozialisten, die zur Ermordung von sechs Millionen Juden führte, gebilligt haben.

    Diese schwerwiegenden Vorwürfe sind absolut falsch.
    Die fraglichen Ereignisse sollen hier in ihrem historischen Zusammenhang und gestützt auf vorhandene Dokumente ehrlich untersucht werden.


    Heute wird behauptet, mit dem Berliner Kongreß 1933 und der „Erklärung“ hätten leitende Zeugen Jehovas die NS-Regierung und ihren Judenhaß unterstützt. Diese Behauptungen sind nicht wahr. Sie basieren auf falschen Informationen und einer falschen Auslegung der Tatsachen.


    Alles weitere in dem Artikel unter dem Unterthema: Eine Absichtserklärung

    Gruß Zisska


    Wenn man Eusebia's Link gut durchlest, kann man unter Anderem auch herausfinden, wie die ZJ den Juden gegenueber standen.
    Sie werden unehrliche, grosse Geschaeftsleute genannt und dann werden noch einige Bibelstellen zitiert, wie zum Beispiel :"Synagogues des Teufels". Sieht so aus, als ob die ZJ ganz tuechtig mit dem Judenhass heranschuerten. Jeder weiss, dass man die schlechte wirtschaftliche Lage in Deutschland auf die Juden schiebte.
    Geändert von Inaktiver User (15.12.2007 um 01:05 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Christen im dritten Reich

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn man Eusebia's Link gut durchlest, kann man unter Anderem auch herausfinden, wie die ZJ den Juden gegenueber standen.
    Sie werden unehrliche, grosse Geschaeftsleute genannt und dann werden noch einige Bibelstellen zitiert, wie zum Beispiel :"Synagogues des Teufels". Sieht so aus, als ob die ZJ ganz tuechtig mit dem Judenhass heranschuerten. Jeder weiss, dass man die schlechte wirtschaftliche Lage in Deutschland auf die Juden schiebte.
    Hallo Amerle

    Es liegt ganz alleine an dir welchen Artikel du jetzt für dich als richtig ansiehst.
    Und ich meine jetzt nicht Eusebia persönlich, sondern nur den von ihr reingestellten Link. Denn ihre Beiträge sind wirklich lesenswert.

    Wurde nicht auch Jesus Christus als Gotteslästerer, als Fresser und Säufer hingestellt, obwohl er das nun wirklich nicht war?

    Warum sollten nicht auch über seine Nachfolger Lügen verbreitet werden?
    ZJ waren neben den Juden einer die ersten, die ins KZ gehen mußten.

    Lese dir doch bitte den von mir eingestellten Link komplett durch.
    Dann wirst du feststellen, dass diese Behauptungen absolut falsch sind.
    Es gibt ihn auch in englisch.

    Aber du hast das Recht selbst zu entscheiden, woher du deine Informationen nimmst.

    Liebe Grüße von der Zisska

  5. gesperrt

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    AW: Christen im dritten Reich

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Amerle

    Es liegt ganz alleine an dir welchen Artikel du jetzt für dich als richtig ansiehst.
    Und ich meine jetzt nicht Eusebia persönlich, sondern nur den von ihr reingestellten Link. Denn ihre Beiträge sind wirklich lesenswert.

    Wurde nicht auch Jesus Christus als Gotteslästerer, als Fresser und Säufer hingestellt, obwohl er das nun wirklich nicht war?

    Warum sollten nicht auch über seine Nachfolger Lügen verbreitet werden?
    ZJ waren neben den Juden einer die ersten, die ins KZ gehen mußten.

    Lese dir doch bitte den von mir eingestellten Link komplett durch.
    Dann wirst du feststellen, dass diese Behauptungen absolut falsch sind.
    Es gibt ihn auch in englisch.

    Aber du hast das Recht selbst zu entscheiden, woher du deine Informationen nimmst.

    Liebe Grüße von der Zisska
    Du zitierst den Bock, um zu beweisen, dass der Bock die Wahrheit sagt, weil der Bock sagt, es ist die Wahrheit.

    Das machst Du mit der Bibel und mit jeglichem Käse, der vor Deinen Obermackern kommt.

    Der von Eusebia eingestellte Link enthält - ganz im Gegenteil zu der von Dir eingestellten verschönenden Fälschung - den original Text, den die Zeugen Jehovas an Hitler gesendet hatten.

    Wem sollte man wohl da glauben.

    Da wird zum Beispiel behauptet, die Diffamierung der Juden geschehe nur auf Grund des vorher gefallenen Wortes "finanziell"

    „Es ist von unseren Feinden fälschlich behauptet worden, daß wir in unserer Tätigkeit von den Juden finanziell unterstützt werden. Dies ist absolut unwahr, denn bis zur gegenwärtigen Stunde ist auch nicht das geringste an Beiträgen oder finanzieller Unterstützung für unser Werk von Juden geleistet worden.“
    Nachdem hier von Geld die Rede gewesen war, verurteilte die „Erklärung“ gleich anschließend unlautere Praktiken des Big Business mit den Worten: „Es sind die Handelsjuden des Britisch-Amerikanischen Weltreiches, die das Großgeschäft aufgebaut und benutzt haben als ein Mittel der Ausbeutung und der Bedrückung vieler Völker.“
    Das ist gequirrlte Scheiße. Ohne jeden Abstrich.
    Um zu sagen, dass man nicht finanziell Unterstützt wird reicht es aus, zu sagen, dass man nicht finanziell unterstützt wird. Man muss nicht den faschistischen Sprachgebrauch der Nazis zu den Juden übernehmen.

    Und noch einmal:
    Der Punkt 24 des Parteiprogramms der Nationalistischen Deutschen Arbeiterpartei wurde in dem gleichen Schreiben als gerechter Grundsatz bezeichnet.

    "Die Partei ... bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und ausser uns und ist überzeugt, dass eine dauerhafte Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann, von innen heraus... "

    Zu behaupten, die Informationen auf der von Eusebia verlinkten Seite sei eine Fälschung und die Zeugen Jehovas als Opfer von Verleumdung - wie auch Jesus sie erlitten habe - darzustellen, ist dreist. Du solltest die Menschheit nicht für vollkommen verblödet halten.

    Die Zeugen Jehovas haben ganz klar versucht sich an das Nazi Regime anzubiedern - wie alle andern Religionen auch. Die Dokumente dazu sind ganz eindeutig. Dein Link beweist lediglich eins, dass das Hauptgeschäft der ZJ die Manipulation und die Gehirnwäsche ist. Und es beweist, dass ZJ nicht über das von ihren Oberen vorgegeben nachdenken dürfen sondern alles vollkommen unkritisch fressen müssen selbst wenn alle Beweise dagegen sprechen.

    Schon als ich aus Eurem "Gott bleibt wahrhaftig" zitiert hatte

    "Viele ihrer Leiden haben sie sich durch ihre Geschäftemacherei und ihr rebellisches Handeln zugezogen."

    hast Du versucht zu unterstellen, dass es diese Ausgabe nicht gab und versucht, durch die immer gleichen Mythen von den ach so edlen ZJ zu bemühen.

    Es ist nachvollziehbar und entschuldbar, dass man sich aus Angst den Mächtigen anbiedert. Vor allem wenn es um das nackte Überleben geht.

    Es ist nicht akzeptabel, wenn man diese Anbiederung ins hehre Licht der Verklärung setzt und mit einer solchen Dreistigkeit lügt, wie es Deine Obermotze tun.
    Geändert von maxima8 (15.12.2007 um 10:27 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Christen im dritten Reich

    Zitat Zitat von maxima8
    Du zitierst den Bock, um zu beweisen, dass der Bock die Wahrheit sagt, weil der Bock sagt, es ist die Wahrheit.

    Das machst Du mit der Bibel und mit jeglichem Käse, der vor Deinen Obermackern kommt.

    Der von Eusebia eingestellte Link enthält - ganz im Gegenteil zu der von Dir eingestellten verschönenden Fälschung - den original Text, den die Zeugen Jehovas an Hitler gesendet hatten.

    Wem sollte man wohl da glauben.

    Da wird zum Beispiel behauptet, die Diffamierung der Juden geschehe nur auf Grund des vorher gefallenen Wortes "finanziell"

    Das ist gequirrlte Scheiße. Ohne jeden Abstrich.
    Um zu sagen, dass man nicht finanziell Unterstützt wird reicht es aus, zu sagen, dass man nicht finanziell unterstützt wird. Man muss nicht den faschistischen Sprachgebrauch der Nazis zu den Juden übernehmen.

    Und noch einmal:
    Der Punkt 24 des Parteiprogramms der Nationalistischen Deutschen Arbeiterpartei wurde in dem gleichen Schreiben als gerechter Grundsatz bezeichnet.

    "Die Partei ... bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und ausser uns und ist überzeugt, dass eine dauerhafte Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann, von innen heraus... "

    Zu behaupten, die Informationen auf der von Eusebia verlinkten Seite sei eine Fälschung und die Zeugen Jehovas als Opfer von Verleumdung - wie auch Jesus sie erlitten habe - darzustellen, ist dreist. Du solltest die Menschheit nicht für vollkommen verblödet halten.

    Die Zeugen Jehovas haben ganz klar versucht sich an das Nazi Regime anzubiedern - wie alle andern Religionen auch. Die Dokumente dazu sind ganz eindeutig. Dein Link beweist lediglich eins, dass das Hauptgeschäft der ZJ die Manipulation und die Gehirnwäsche ist. Und es beweist, dass ZJ nicht über das von ihren Oberen vorgegeben nachdenken dürfen sondern alles vollkommen unkritisch fressen müssen selbst wenn alle Beweise dagegen sprechen.

    Schon als ich aus Eurem "Gott bleibt wahrhaftig" zitiert hatte

    "Viele ihrer Leiden haben sie sich durch ihre Geschäftemacherei und ihr rebellisches Handeln zugezogen."

    hast Du versucht zu unterstellen, dass es diese Ausgabe nicht gab und versucht, durch die immer gleichen Mythen von den ach so edlen ZJ zu bemühen.

    Es ist nachvollziehbar und entschuldbar, dass man sich aus Angst den Mächtigen anbiedert. Vor allem wenn es um das nackte Überleben geht.

    Es ist nicht akzeptabel, wenn man diese Anbiederung ins hehre Licht der Verklärung setzt und mit einer solchen Dreistigkeit lügt, wie es Deine Obermotze tun.

    Hallo maxima8

    Ich kann verstehen, dass du das so siehst.

    Wenn ich ZJ nicht wirklich kennen würde, hätte ich wahrscheinlich die gleiche Einstellung.
    Wem sollte man glauben schenken,
    wem kann man nun vertrauen?

    Die Zeit wird es zeigen....


    Gruß Zisska

  7. Inaktiver User

    AW: Christen im dritten Reich

    Hier habe ich einmal einen Auszug reingestellt...

    Eine Absichtserklärung
    Da sich die Regierung in einem Übergangsstadium und das Land in Aufruhr befand, wollten Jehovas Zeugen ihren Standpunkt klar darlegen. Mit der „Erklärung“ wiesen sie Vorwürfe finanzieller und politischer Verflechtungen mit den Juden zurück. So hieß es in dem Schriftstück:

    „Es ist von unseren Feinden fälschlich behauptet worden, daß wir in unserer Tätigkeit von den Juden finanziell unterstützt werden. Dies ist absolut unwahr, denn bis zur gegenwärtigen Stunde ist auch nicht das geringste an Beiträgen oder finanzieller Unterstützung für unser Werk von Juden geleistet worden.“

    Nachdem hier von Geld die Rede gewesen war, verurteilte die „Erklärung“ gleich anschließend unlautere Praktiken des Big Business mit den Worten: „Es sind die Handelsjuden des Britisch-Amerikanischen Weltreiches, die das Großgeschäft aufgebaut und benutzt haben als ein Mittel der Ausbeutung und der Bedrückung vieler Völker.“

    Diese Aussage bezog sich eindeutig nicht generell auf das jüdische Volk, und es ist bedauerlich, daß sie mißverstanden worden ist und Anstoß erregt hat.

    Es wurde behauptet, Jehovas Zeugen hätten die von den deutschen Kirchen der damaligen Zeit allgemein vermittelte Judenfeindlichkeit geteilt. Das ist schlichtweg unwahr.

    Durch ihre Literatur und ihr Verhalten während des NS-Regimes wiesen sie antisemitische Ansichten zurück und verurteilten sie die Mißhandlung der Juden durch die Nationalsozialisten. Ihre Menschenfreundlichkeit gegenüber ihren jüdischen Leidensgenossen in den Konzentrationslagern ist mit Sicherheit ein schlagkräftiges Argument gegen diese falsche Anschuldigung.
    Daß das Werk der Zeugen Jehovas religiöser Natur ist, kam in der „Erklärung“ wie folgt zum Ausdruck: „Unsere Organisation ist keineswegs politisch; wir bestehen nur darauf, das Wort Jehova Gottes dem Volke zu lehren.“

    Die „Erklärung“ erinnerte die Regierung außerdem an ihre eigenen Versprechungen. Jehovas Zeugen vertraten bestimmte hohe Ideale, die zufällig auch von der deutschen Regierung propagiert wurden. Dazu gehörten familiäre Werte und Religionsfreiheit.

    Die „Erklärung“ führte diesbezüglich aus: „Eine sorgfältige Prüfung unserer Bücher und Schriften wird deutlich zeigen, daß die hohen Ideale, die sich die nationale Regierung zum Ziele gesetzt hat und die sie propagiert, auch in unseren Veröffentlichungen dargelegt, gutgeheißen und besonders hervorgehoben werden. Unsere Literatur beweist ferner, daß Jehova Gott dafür sorgen wird, daß alle, die Gerechtigkeit lieben . . ., zur bestimmten Zeit diese hohen Ziele erreichen werden.“
    Jehovas Zeugen sagten der NS-Partei somit nie ihre Unterstützung zu. Vielmehr beabsichtigten sie, ihre Religionsfreiheit wahrzunehmen und das öffentliche Predigen fortzusetzen (Matthäus 24:14; 28:19, 20).

    Der Abhandlung im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974 zufolge waren einige deutsche Zeugen Jehovas darüber enttäuscht, daß der Wortlaut der „Erklärung“ nicht strenger war.

    Hatte Paul Balzereit, der Leiter des Zweigbüros, die Aussagen des Schriftstücks abgeschwächt? Nein, ein Vergleich des deutschen Textes mit dem englischen zeigt, daß dies nicht der Fall war. Ein gegenteiliger Eindruck war offensichtlich der subjektiven Darstellung einiger zuzuschreiben, die nichts mit der Ausarbeitung der „Erklärung“ zu tun hatten. Ihre Schlußfolgerungen wurden eventuell auch dadurch beeinflußt, daß Balzereit nur zwei Jahre später seinem Glauben abschwor.

    Heute weiß man, daß am Samstag, den 24. Juni 1933, einen Tag vor dem Berliner Kongreß, ein Verbot der Zeugen Jehovas in Deutschland erlassen wurde.

    Die Kongreßveranstalter und die Polizei erfuhren ein paar Tage später von dem Verbot. Es ist beachtlich, daß trotz des spannungsgeladenen Klimas und der offenkundigen Feindseligkeit der nationalsozialistischen Beamten überhaupt ein Kongreß abgehalten wurde. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß 7 000 Zeugen Jehovas mutig ihre Freiheit aufs Spiel setzten, als sie der Zusammenkunft beiwohnten.

    Nach dem Kongreß verbreiteten die Zeugen 2,1 Millionen Exemplare der „Erklärung“. Einige von ihnen wurden dabei verhaftet und in Arbeitslager überführt. Dadurch ließ die NS-Regierung ihr tyrannisches, aggressives Wesen deutlich hervortreten, und sie startete bald eine Großoffensive gegen diese kleine Gruppe von Christen.

    Die Professorin Christine King schrieb: „Die Nationalsozialisten mußten erfahren, daß sich Jehovas Zeugen nicht mit roher Gewalt bezwingen ließen.“ So hieß es auch in der „Erklärung“: „Jehova Gottes Macht ist über alles erhaben, und es gibt keine Macht, die ihm erfolgreich widerstehen kann.“

    Fußnote: "Aus Platzgründen können wir keine umfassende Dokumentation dieses geschichtlichen Abrisses liefern. Auf Wunsch stellen wir jedoch eine Liste mit vollständigen Quellenangaben zur Verfügung.
    Weiteren Aufschluß enthält außerdem die Videodokumentation Standhaft trotz Verfolgung — Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime."
    "Ende des Artikels

    Gruß Zisska

  8. gesperrt

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    AW: Christen im dritten Reich

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hier habe ich einmal einen Auszug reingestellt...

    Eine Absichtserklärung
    Da sich die Regierung in einem Übergangsstadium und das Land in Aufruhr befand, wollten Jehovas Zeugen ihren Standpunkt klar darlegen. Mit der „Erklärung“ wiesen sie Vorwürfe finanzieller und politischer Verflechtungen mit den Juden zurück. So hieß es in dem Schriftstück:

    „Es ist von unseren Feinden fälschlich behauptet worden, daß wir in unserer Tätigkeit von den Juden finanziell unterstützt werden. Dies ist absolut unwahr, denn bis zur gegenwärtigen Stunde ist auch nicht das geringste an Beiträgen oder finanzieller Unterstützung für unser Werk von Juden geleistet worden.“

    Nachdem hier von Geld die Rede gewesen war, verurteilte die „Erklärung“ gleich anschließend unlautere Praktiken des Big Business mit den Worten: „Es sind die Handelsjuden des Britisch-Amerikanischen Weltreiches, die das Großgeschäft aufgebaut und benutzt haben als ein Mittel der Ausbeutung und der Bedrückung vieler Völker.“

    Diese Aussage bezog sich eindeutig nicht generell auf das jüdische Volk, und es ist bedauerlich, daß sie mißverstanden worden ist und Anstoß erregt hat.

    Es wurde behauptet, Jehovas Zeugen hätten die von den deutschen Kirchen der damaligen Zeit allgemein vermittelte Judenfeindlichkeit geteilt. Das ist schlichtweg unwahr.

    Durch ihre Literatur und ihr Verhalten während des NS-Regimes wiesen sie antisemitische Ansichten zurück und verurteilten sie die Mißhandlung der Juden durch die Nationalsozialisten. Ihre Menschenfreundlichkeit gegenüber ihren jüdischen Leidensgenossen in den Konzentrationslagern ist mit Sicherheit ein schlagkräftiges Argument gegen diese falsche Anschuldigung.
    Daß das Werk der Zeugen Jehovas religiöser Natur ist, kam in der „Erklärung“ wie folgt zum Ausdruck: „Unsere Organisation ist keineswegs politisch; wir bestehen nur darauf, das Wort Jehova Gottes dem Volke zu lehren.“

    Die „Erklärung“ erinnerte die Regierung außerdem an ihre eigenen Versprechungen. Jehovas Zeugen vertraten bestimmte hohe Ideale, die zufällig auch von der deutschen Regierung propagiert wurden. Dazu gehörten familiäre Werte und Religionsfreiheit.

    Die „Erklärung“ führte diesbezüglich aus: „Eine sorgfältige Prüfung unserer Bücher und Schriften wird deutlich zeigen, daß die hohen Ideale, die sich die nationale Regierung zum Ziele gesetzt hat und die sie propagiert, auch in unseren Veröffentlichungen dargelegt, gutgeheißen und besonders hervorgehoben werden. Unsere Literatur beweist ferner, daß Jehova Gott dafür sorgen wird, daß alle, die Gerechtigkeit lieben . . ., zur bestimmten Zeit diese hohen Ziele erreichen werden.“
    Jehovas Zeugen sagten der NS-Partei somit nie ihre Unterstützung zu. Vielmehr beabsichtigten sie, ihre Religionsfreiheit wahrzunehmen und das öffentliche Predigen fortzusetzen (Matthäus 24:14; 28:19, 20).

    Der Abhandlung im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974 zufolge waren einige deutsche Zeugen Jehovas darüber enttäuscht, daß der Wortlaut der „Erklärung“ nicht strenger war.

    Hatte Paul Balzereit, der Leiter des Zweigbüros, die Aussagen des Schriftstücks abgeschwächt? Nein, ein Vergleich des deutschen Textes mit dem englischen zeigt, daß dies nicht der Fall war. Ein gegenteiliger Eindruck war offensichtlich der subjektiven Darstellung einiger zuzuschreiben, die nichts mit der Ausarbeitung der „Erklärung“ zu tun hatten. Ihre Schlußfolgerungen wurden eventuell auch dadurch beeinflußt, daß Balzereit nur zwei Jahre später seinem Glauben abschwor.

    Heute weiß man, daß am Samstag, den 24. Juni 1933, einen Tag vor dem Berliner Kongreß, ein Verbot der Zeugen Jehovas in Deutschland erlassen wurde.

    Die Kongreßveranstalter und die Polizei erfuhren ein paar Tage später von dem Verbot. Es ist beachtlich, daß trotz des spannungsgeladenen Klimas und der offenkundigen Feindseligkeit der nationalsozialistischen Beamten überhaupt ein Kongreß abgehalten wurde. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß 7 000 Zeugen Jehovas mutig ihre Freiheit aufs Spiel setzten, als sie der Zusammenkunft beiwohnten.

    Nach dem Kongreß verbreiteten die Zeugen 2,1 Millionen Exemplare der „Erklärung“. Einige von ihnen wurden dabei verhaftet und in Arbeitslager überführt. Dadurch ließ die NS-Regierung ihr tyrannisches, aggressives Wesen deutlich hervortreten, und sie startete bald eine Großoffensive gegen diese kleine Gruppe von Christen.

    Die Professorin Christine King schrieb: „Die Nationalsozialisten mußten erfahren, daß sich Jehovas Zeugen nicht mit roher Gewalt bezwingen ließen.“ So hieß es auch in der „Erklärung“: „Jehova Gottes Macht ist über alles erhaben, und es gibt keine Macht, die ihm erfolgreich widerstehen kann.“

    Fußnote: "Aus Platzgründen können wir keine umfassende Dokumentation dieses geschichtlichen Abrisses liefern. Auf Wunsch stellen wir jedoch eine Liste mit vollständigen Quellenangaben zur Verfügung.
    Weiteren Aufschluß enthält außerdem die Videodokumentation Standhaft trotz Verfolgung — Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime."
    "Ende des Artikels

    Gruß Zisska
    Hältst Du die Leute für [...]? Das alles konnte man in Deinem Link bereits lesen. Durch Wiederholung wird es nicht wahrer. Und glaubwürdiger wird es schon mal überhaupt nicht. Das ist genau so, wie der Vatikan jahrhunderte lang Lügen verbreitet hatte und ein Katholik dann her geht und den Vatikan zitiert, um den angeblichen Wahrheitsgehalt dieser Lügen bestätigen.

    Euer hierarchisches [...] unterscheidet sich in seinen Lügen in nichts von dem der anderen. Der Widerstand der Einzelnen wird genutzt, um das Versagen des Obermotze zu vertuschen.

    Die Kirchen haben alle versucht ihre Pfründe zu retten und in der Haltung für die Juden restlos und jämmerlich versagt. Die ZJ sind da keine Ausnahme.
    Geändert von Inaktiver User (15.12.2007 um 21:08 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Christen im dritten Reich

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Aber du hast das Recht selbst zu entscheiden, woher du deine Informationen nimmst.
    Liebe Zisska,

    ich bin immer an Informationen interessiert, da ich ein sehr neugieriger Mensch bin. Aber mit deinen Informationen habe ich einfach ein Problem, erstens es kommt von Watchtower, das wäre nun auch nicht weiter tragisch, ABER es gibt NICHT EINEN kompletten Text und DAS OBWOHL es sie im Internet gibt.
    Nun frage ich mich WARUM geht der Watchtower nicht ausführlicher darauf ein? Haben sie keinen Platz mehr oder warum steht nichts da?


    *Klick*


    Wilmersdorfer Erklärung 1933



    Dieser Kongreß deutscher Männer und Frauen, friedlicher und ordnungsliebender Bürger aus allen Teilen des Landes, die alle miteinander ernsthaft an dem höchsten Wohl des deutschen Volkes mitarbeiten, hat sich heute, den 25. Juni 1933, offiziell in Berlin versammelt und erklärt freudig seine völlige Ergebenheit gegenüber Jehova Gott, dem Allmächtigen, und seinem Königreich unter Christus Jesus, dessen vergossenes Blut die Menschheit erkauft hat. Wir bekennen, daß die Heilige Schrift, die Bibel, Gottes Wort ist, das den Menschen zur Unterweisung in Gerechtigkeit gegeben wurde, und daß dieses göttliche Wort die Wahrheit ist, die für den Menschen von größter Bedeutung ist, damit er über sein Verhältnis zu Gott Kenntnis erhalte. Wir berufen uns auf das Wort Gottes und möchten nach diesem Maßstabe beurteilt werden.

    Christus Jesus ist Jehova Gottes großer Wahrheitszeuge, und als seine treuen und ergebenen Nachfolger sind wir durch seine Gnade Zeugen der Wahrheit. Der Zweck dieser Erklärung ist, den Führern und dem Volk ein wahres und aufrichtiges Zeugnis über den Namen und das Vorhaben Jehovas und über unsere Beziehungen dazu zu überreichen.

    Wir sind fälschlicherweise bei den Regierungsbehörden und bei dem deutschen Volke angeschuldigt worden. Damit nun der Name Jehova Gottes in der Auffassung des Volkes erhöht und sein gütiger Ratschluß besser verstanden und unsere Stellung der Regierung gegenüber in rechter Weise dargelegt werden möchte, ersuchen wir hiermit die Führer und das deutsche Volk, die folgende Erklärung des wahren Sachverhalts gerecht und unparteiisch zu prüfen.

    Die Schrift erklärt deutlich, daß Satan der Teufel, dessen Name auch Schlange und Drache ist, der Hauptgegner Jehova Gottes und der größte Feind der Menschheit ist. Es steht in der Schrift, daß Satan, der seit langem der unsichtbare Herrscher dieser Welt war, die Menschen über die Wahrheit täuscht und verblendet, damit das Licht über Jehova Gott und Christus Jesus nicht in ihre Herzen hineinscheint. (2. Korinther 4: 3, 4) Satan hat oft durch Betrug, List und Täuschung aufrichtige Menschen veranlaßt, sich gegenseitig zu bekämpfen, damit er sie alle von Gott entfremde und sie vernichte. Vor allen Dingen sollten die Menschen Jehova Gott und seine gütige Vorkehrung zu ihrem allgemeinen Wohlergehen kennenlernen.

    JUDEN

    Wenn in unserer Literatur der Ausdruck ,,Geistlichkeit" gebraucht wird, so bezieht sich dieser Ausdruck auf solche angeblichen Religionslehrer, Priester und Jesuiten, die unrechtmäßige politische Mittel anwenden, um ihre Zwecke zu erreichen, und die sogar ihre Kräfte verbinden mit solchen, die Gott und den Herrn Jesus Christus verleugnen. Das ist dieselbe Klasse, die Jesus als seine Verfolger bezeichnete. Wir üben keine Kritik an aufrichtigen Religionslehrern.

    Als Jesus zu den Juden kam, um ihnen die Wahrheit kundzutun, war es die jüdische Geistlichkeit, das heißt die Pharisäer und Priester, die ihn heftig bekämpfte, ihn verfolgte, und die Ursache war, daß er aller möglichen Verbrechen und Sünden bezichtigt wurde. Sie weigerten sich, die Wahrheit zu hören, und Jesus richtete folgende Worte an sie: ,,Warum verstehet ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubet ihr mir nicht." (Johannes 8: 43-45) Obschon die Pharisäer und Priester damals vorgaben, Jehova Gott zu dienen, sagte ihnen Jesus, daß sie in Wirklichkeit Vertreter Satans des Teufel seien.

    Wir haben keinen Streit mit irgend jemand, auch nicht mit Religionslehrern, jedoch müssen wir darauf aufmerksam machen, daß oft diejenigen, die vorgeben, Gott und Christus Jesus zu vertreten, unsere tatsächlichen Verfolger sind, die uns bei den Regierungen der Länder in falschem Lichte darstellen. Als wahre Nachfolger Christi Jesu haben wir solche Gegnerschaft zu erwarten, und wir erwähnen dies hier zur Erklärung, weshalb wir bei den Führern des Volkes in Verruf gebracht worden sind. Jesus sagte zu seinen treuen Nachfolgern: ,,Gedenket des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie [die falschen Religionslehrer] mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Wenn sie [die wahren Lehrer] mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten." (Johannes 15: 20) Des weiteren erklärte Jesus, daß dieselbe Gruppe von Menschen veranlassen würde, daß seine treuen Jünger bei der Staatsgewalt in falschen Verdacht gebracht werden würden. Seine Worte lauteten: ,,Ihr aber, sehet auf euch selbst, denn sie [falsche Religionslehrer] werden euch an Synedrien [Polizeigewalt] und an Synagogen überliefern; ihr werdet geschlagen und vor Statthalter und Könige gestellt werden um meinetwillen, ihnen zu einem Zeugnis [andere Übers.: zu einem Zeugnis wider sie]." (Markus 13: 9) Dies erklärt, warum Jehova Gott es jetzt geschehen läßt, daß seine treuen Zeugen in falschen Verdacht kommen und verfolgt werden, nämlich damit solche, die von einem falschen Geist beseelt sind, sich selbst als Feinde Gottes offenbaren und somit wider sich selbst Zeugnis ablegen.

    Es ist von unseren Feinden fälschlich behauptet worden daß wir in unserer Tätigkeit von den Juden finanziell unterstützt werden. Dies ist absolut unwahr, denn bis zur gegenwärtigen Stunde ist auch nicht das geringste an Beitragen oder finanzieller Unterstützung für unser Werk von Juden geleistet worden. Wir sind treue Nachfolger Jesu Christi und glauben an ihn als den Heiland der Welt. Die Juden dagegen verwerfen Jesus Christus völlig und leugnen absolut, daß er der Welt Heiland ist, der von Gott zum Nutzen des Menschen gesandt wurde. Schon allein diese Tatsache sollte Beweis dafür sein, daß wir von den Juden nicht unterstützt werden und daß die Anschuldigungen gegen uns in böser Absicht vorgebracht wurden und falsch sind, und nur von Satan, unserem großen Feinde, herrühren können.

    Das Anglo-Amerikanische Weltreich ist die größte und bedrückendste Herrschaft auf Erden. Hiermit ist das Britische Reich, wovon die Vereinigten Staaten Amerikas einen Teil bilden, gemeint. Es sind die Handelsjuden des Britisch-Amerikanischen Weltreiches, die das Großgeschäft aufgebaut und benutzt haben als ein Mittel der Ausbeutung und der Bedrückung vieler Völker. Diese Tatsache bezieht sich insonderheit auf die Städte London und New York als Hauptstützpunkte des Großgeschäfts. Dies ist in Amerika so offenbar, das es in bezug auf die Stadt New York ein Sprichwort gibt, das heißt: ,,Den Juden gehört die Stadt, die irischen Katholiken beherrschen sie, und die Amerikaner müssen zahlen." Wir haben mit den erwähnten Gruppen keinen Streit, sondern als Zeugen für Jehova und in Befolgung seiner in der Schrift niedergelegten Gebote müssen wir auf die Wahrheit hierüber aufmerksam machen, damit das Volk über Gott und sein Vorhaben aufgeklärt werden möchte.

    UNSERE LITERATUR

    Es ist gesagt worden, daß unsere Bücher und Schriften, wenn sie unter dem Volke verbreitet werden, die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Staates gefährden. Wir sind überzeugt, daß diese Schußfolge allein der Tatsache zuzuschreiben ist, daß unsere Bücher und Schriften von den Führern nicht sorgfältig geprüft und daher auch nicht richtig verstanden worden sind. Wir machen ergebenst darauf aufmerksam, daß diese Bücher und Schriften im Original in Amerika geschrieben wurden, und daß die Sprache dem offenen und direkten amerikanischen Stil entspricht, so daß sie in der deutschen Übertragung hart erscheint. Wir geben zu, daß dieselben Wahrheiten nicht so derb gesagt und in eine mildere Form gekleidet werden könnten. Die Sprache dieser Bücher entspricht jedoch genau der Redeweise der Bibel.

    Man sollte daran denken, daß in dem Britischen Weltreich und in Amerika das allgemeine Volk gelitten hat und jetzt noch sehr leidet durch die Mißherrschaft des Großgeschäfts und der gewissenlosen Politiker; diese Mißherrschaft wurde und wird von politischen Religionsvertretern unterstützt, und darum waren die Schreiber unserer Bücher und unserer Literatur bemüht, eine offene Sprache zu führen, um dem Volke den rechten Gedanken und das rechte Verständnis zu vermitteln. Die angewandte Redeweise ist jedoch nicht so kräftig und deutlich wie diejenige, die Jesus Christus gebrauchte, als er die Bedrücker und falschen Lehrer seiner Zeit anklagte.

    Die nationale Regierung hat sich nun deutlich ausgesprochen gegen die Bedrückung durch das Großgeschäft und gegen verkehrte religiöse Einflüsse in den politischen Angelegenheiten des Staates. Genau dies ist auch unsere Stellungnahme, und wir erklären ferner in unserer Literatur, warum das bedrückende Großgeschäft besteht, und warum der verkehrte politisch-religiöse Einfluß vorhanden ist; denn die Heilige Schrift erklärt deutlich, daß diese bedrückenden Werkzeuge vom Teufel herkommen, und daß die gänzliche Errettung davon in Gottes Königreich unter der Herrschaft Christi kommen wird. Es ist darum unmöglich, daß unsere Literatur oder unsere Tätigkeit in irgendeiner Weise die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Staates bedrohen oder gefährden kann.

    Unsere Organisation ist keineswegs politisch; wir bestehen nur darauf, das Wort Jehova Gottes dem Volke zu lehren und dies ohne Behinderung tun zu können. Wir haben nichts dagegen und suchen auch niemand zu hindern, zu lehren oder zu glauben, was ihm beliebt. Wir erbitten jedoch die Freiheit, zu glauben oder zu lehren, was wir für biblische Lehre halten, und dann mag das Volk entscheiden, was es zu glauben wünscht. Es ist für jedermann von größter Wichtigkeit, Jehova Gott und seine gütige Vorkehrung für die Menschheit kennenzulernen, weil Gott in seinem Worte erklärt hat, daß, wo kein Gesicht oder kein Verständnis seines Wortes ist, ein Volk zügellos wird (and. Übersetzung: umkommt). (Sprüche 29:18) Wir haben alles, was wir sind und haben, unserer Aufgabe gewidmet, damit das Volk ein Gesicht oder Verständnis des göttlichen Wortes erhalten möchte. Es ist daher unmöglich, daß unsere Literatur und unsere Wirksamkeit die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Landes bedrohen könnte. Anstatt gegen die von der deutschen Regierung vertretenen Grundsätze eingestellt zu sein, treten wir vollkommen ein für diese Leitsätze, und weisen darauf hin, daß Jehova Gott durch Christus Jesus die gänzliche Verwirklichung dieser Grundsätze bringen, dem Volke Frieden und Wohlstand schenken und die höchsten Wünsche aller aufrichtigen Herzen erfüllen wird.

    Unsere Organisation sucht weder finanziellen Gewinn noch Mitglieder, sondern sie ist eine organisierte Körperschaft christlicher Männer und Frauen, die lediglich in gemeinnütziger Weise damit beschäftigt sind, möglichst unentgeltlich dem Volke das Wort Gottes zu lehren. Unsere Gesellschaft wurde ursprünglich in den Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1884 unter dem Namen ,,Watch Tower Bible and Tract Society" gegründet, und 1914 wurde die Gesellschaft nach englischem Gesetz unter dem Namen ,,International Bible Students Association" eingetragen. Diese Korporationsbenennungen dienen unserer Gesellschaft als gesetzliche Grundlage zur Hinausführung ihres Werkes. Der schriftgemäße Name aber ist: Jehovas Zeugen. Wir betreiben ein absolut gemeinnütziges Werk; denn der Zweck unserer Bewegung besteht darin, dem Volke zu einem Verständnis der Bibel zu verhelfen, wodurch der einzig mögliche Weg zur Segnung und völligen Errettung der Menschheit klargelegt wird. Die Tätigkeit unserer Organisation hat sich über der ganzen Erde erstreckt. Bildung, Kultur, und Aufbau des Volkes muß und wird kommen, durch Gottes Königreich, worüber wir das lehren, was in der Bibel niedergelegt ist. Das Heil der Menschen hängt ab von ihrer richtigen Erkenntnis und ihrem Gehorsam Jehova Gott und seinen gerechten Wegen gegenüber.

    Die Menschen befinden sich in großer Bedrängnis und benötigen eine Anleitung, den Grund ihrer unglücklichen Lage und den Weg zu ihrer Errettung zu erkennen. Ein Verständnis der Schrift erhellt diese Sache. Anstatt bei den Leuten Geld zu sammeln und dieses zu verwenden, große Bauten zu errichten, oder einzelnen hohe Gehälter zu zahlen, verwenden wir die Mittel zum Druck der frohen Botschaft von Gottes Königreich und bringen diese den Menschen ins Haus, damit sie ohne Mühe über Gottes Vorhaben mit ihnen unterrichtet werden.
    Eine sorgfältige Prüfung unserer Bücher und Schriften wird deutlich zeigen, daß die hohen Ideale, die sich die nationale Regierung zum Ziel gesetzt hat und die sie propagiert, auch in unseren Veröffentlichungen dargelegt, gutgeheißen und besonders hervorgehoben werden. Unsere Literatur beweist ferner, daß Jehova Gott dafür sorgen wird, daß alle, die Gerechtigkeit lieben und dem Allerhöchsten gehorchen, zur bestimmten Zeit diese hohen Ziele erreichen werden. Anstatt daß unsere Schriften und unsere Tätigkeit die Grundsätze der nationalen Regierung gefährden, werden in ihnen diese hohen Ideale sehr unterstützt. Darum hat auch Satan, der Feind aller, die Gerechtigkeit lieben, versucht, unsere Tätigkeit in Verrufung zu bringen und sie in diesem Lande zu verhindern.

    Seit vielen Jahren war unsere Bewegung unablässig bestrebt, in uneigennütziger Weise dem Volke Gutes zu tun. Unsere amerikanischen Brüder haben das Werk in Deutschland auch mit Geldmitteln fleißig unterstützt, und zwar zur einer Zeit, wo sich ganz Deutschland in großer Not befand. Nun, wo es scheint, daß Deutschland bald von Bedrückung befreit und das Volk in eine bessere Lage gebracht sein wird, bemüht sich Satan, der größte Feind, dieses gemeinnützige Unternehmen hierzulande zu vernichten. Man möchte uns gestatten, hier darauf aufmerksam zu machen, daß in Amerika, wo unsere Bücher geschrieben wurden, Katholiken als auch Juden sich miteinander verbunden haben in der Beschimpfung der nationalen Regierung in Deutschland und in dem Versuch, Deutschland zu boykottieren wegen der von der nationalsozialistischen Partei verkündigten Grundsätze.

    VÖLKERBUND

    Man hat das, was in unseren Büchern oder Schriften über den Völkerbund gesagt wurde, als Grund angenommen, unsere Tätigkeit und die Verbreitung unserer Bücher zu verbieten. Wir möchten die Regierung und das deutsche Volk daran erinnern, daß es der Völkerbund war, wodurch dem deutschen Volke große, ungerechte und unerträgliche Lasten aufgelegt wurden. Jener Völkerbund ist nicht von den Freunden Deutschlands gemacht worden. Die Presse kündigte seinerzeit an, daß in Amerika 140.000 Geistliche eine bestimmte Zeit festgelegt hatten, während der gemeinsame Anstrengungen gemacht werden sollten und auch gemacht wurden, um das amerikanische Volk zu bewegen, dem Völkerbund beizutreten. Der Kirchenbund in Amerika gab ein Manifest heraus, worin erklärt wurde, daß der Völkerbund ,,der politische Ausdruck des Reiches Gottes auf Erden" sei und so wurde dieser von ihnen an die Stelle des Königreich Gottes unter Christi Herrschaft gesetzt. Damals zeigte unsere Organisation unter der sichtbaren Leitung ihres Präsidenten klar und deutlich, daß dieser Völkerbund keine Einrichtung Jehova Gottes ist, weil er bedrückend und unfair ist. Was aber von Jehova kommt, kann nicht bedrückend und unfair sein. Die damals vorhandenen Umstände gaben den Anlaß, in unseren Büchern offen über den Völkerbund zu reden und darauf aufmerksam zu machen, daß ein solcher Völkerbund niemals Befreiung und Segnung der Völker bringen kann, weil die Errettung und Segnung nur kommen kann, wenn die Grundsätze, die in Gottes Wort niedergelegt sind, befolgt werden, und nur auf die Weise, wie Jehova sie bestimmt hat.

    Seit beinahe einem halben Jahrhundert hat unsere christliche Organisation ihre Tätigkeit in verschiedenen Teilen der Erde ausgeübt. Unsere Bücher sind in mehr als 50 Sprachen erschienen, und mehr als 140 Millionen dieser Bücher sind in den Händen der Menschen. Seit mehr als 30 Jahre sind unsere Bücher und Schriften in ganz Deutschland verbreitet worden, und Millionen dieser Bücher befinden sich in den Händen des deutschen Volkes und werden gelesen. Alle, die diese Bücher gelesen haben, werden bezeugen, daß diese sich gänzlich auf die Bibel stützen, und daß sie ihnen geholfen, sie auferbaut und ihnen die Hoffnung auf die Segnungen gegeben haben, die Jehova Gott seit langem verheißen hat. Aus all diesen Jahren unserer Tätigkeit und bei der weiten Verbreitung unserer Bücher und Schriften kann wahrheitsgemäß kein einziges Beispiel angeführt werden dafür, daß unsere Tätigkeit oder unsere Literatur jemals in irgendeiner Weise die Regierung oder die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Landes bedroht hätte.

    Das Bestreben unserer Organisation ist ausschließlich darauf beschränkt, für den Namen und das Wort Jehova Gottes Zeugnis abzulegen. Es wäre daher von uns ganz unkonsequent, wenn wir versuchen wollten, irgendwelchen Einfluß auf die Regierungen dieser Welt auszuüben oder irgend etwas zu tun, was die öffentliche Ruhe und Sicherheit des Landes gefährden würde. Wir haben weder den Wunsch noch den Gedanken, irgend etwas anderes zu tun, als nur den uns von Gott gegebenen Auftrag, das Wort Jehova Gottes zu verkündigen, auszuführen.

    In Amerika, Kanada und in anderen Teilen des Britischen Weltreiches haben die politischen Geistlichen, Priester und Jesuiten die Glieder unserer Organisation ohne guten Grund oder eine Entschuldigung fortgesetzt verfolgt und fahren fort, dies zu tun, und haben wir Grund zu glauben, daß ein ähnlicher Einfluß in listiger Weise von dem großen Feind Satan angewandt wurde, um uns und unsere Tätigkeit in Deutschland in Verruf zu bringen. Wir möchten Sie daran erinnern, daß in den letzten Jahren politische Geistliche dem deutschen Volke mehr Sorgen bereitet haben als irgendeine andere Gruppe. Wir wollen uns nicht mit den katholischen Geistlichen streiten, doch wir ersuchen die Reichsregierung, uns nicht nach der falschen Darstellung dieser Männer zu beurteilen, sondern nach dem Maßstab des Wortes Gottes und nach der Tätigkeit, die wir im Einklang damit ausüben. Jehova Gott verfolgt niemand, sondern überläßt es jedem einzelnen, seinen eigenen Weg zu wählen, aber er hält jeden nach seiner Erkenntnis verantwortlich für sein Tun. Jehova Gott hat deutlich seinen Zorn zum Ausdruck gebracht gegen alle, die seine Diener verfolgen. Dies beweist, daß, wer uns verfolgt, nicht Gott dient, sondern von dem Feinde Gottes und des Menschen dazu veranlasst wird. - Psalm 72:4.

    BEDEUTUNGSVOLLE WAHRHEITEN

    Die Heilige Schrift, betrachtet im Lichte heutiger Ereignisse, wodurch göttliche Prophetie erfüllt wird, offenbart: der Zeitpunkt ist gekommen, wo Jehova seinen Namen der ganzen Schöpfung bekanntgeben, rechtfertigen und von der Schändung, die Satan auf Gottes heiligen Namen gebracht hat, reinigen wird. (Psalm 83:18) Als Jesus Christus, der große Rechtfertiger, in den Himmel aufgestiegen war, befahl Jehova ihm, bis zu dem bestimmten Zeitpunkt zu warten, wo der Feind niedergeworfen werden sollte. Diese Wartezeit ist jetzt zu Ende, und Gott hat seinen geliebten Sohn gesandt, den Feind aufzutreiben und dann in Gerechtigkeit zu herrschen. (Psalm 110:1-4; Hebräer 10:12, 13) Die Welt oder die ununterbrochene Herrschaft Satans ist zu Ende, was durch den Weltkrieg 1914 in Erscheinung trat. Seitdem ist die Zeit, wo das Evangelium vom Königreich den Nationen kundgemacht werden muß. (Matthäus 24: 3, 14) Satan ist nun aus dem Himmel hinaus und auf Erden hinabgeworfen worden, und seine Wirksamkeit ist jetzt auf die Erde beschränkt. Es ist sein Bestreben, die Menschen gegen die Wahrheit blind zu machen und sie zugrunde zu richten, und dies ist die Ursache für die gegenwärtigen Leiden der Menschheit. Jetzt haben die prophetische Worte Jesu Anwendung: ,,Wehe denen, die auf Erden [die Führer] wohnen, und auf dem Meer [das allgemeine Volk], denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, daß er wenig Zeit hat." Offenbarung 12:12.

    Das deutsche Volk hat seit 1914 große Not gelitten und hat viele Ungerechtigkeiten durch andere erdulden müssen. Die Nationalsozialisten haben erklärt, daß sie gegen jede solche Ungerechtigkeit Stellung nehmen, und haben als Leitsatz kundgetan: ,,Unser Verhältnis Gott gegenüber ist hoch und heilig." Da unsere Organisation diese gerechten Grundsätze durchaus gutheißt und einzig damit beschäftigt ist, die Menschen über das Wort Jehova Gottes aufzuklären, ist Satan in listiger Weise bestrebt, die Regierung gegen unser Werk zu wenden und es zu zerstören, weil wir die Notwendigkeit, Gott zu erkennen und ihm zu dienen, hervorheben. Unsere Organisation gefährdet keineswegs die öffentliche Ordnung und Sicherheit des Staates, sondern sie ist die Bewegung, die für die öffentliche Ordnung, Ruhe und Sicherheit des Landes eintritt. Wir möchten allen vor Augen führen, daß die große Krise über die Welt gekommen ist, weil dies die Übergangszeit vom Schlechten zum Guten ist. Die Hoffnung der Welt ist Gottes Königreich unter der Herrschaft Christi, wofür Jesus seine Jünger lehrte, ständig zu beten: ,,Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden."

    Jehova Gottes Macht ist über alles erhaben, und es gibt keine Macht, die ihm erfolgreich widerstehen kann. Sein Zeitpunkt, seine Macht zum Nutzen der Menschheit und zur Rechtfertigung seines hohen Namens auszuüben, ist herbeigekommen. In diesem Zusammenhang gestatten wir uns ergebenst, auf die Ermahnung und Warnung Jehovas sowohl an die Führer als auch an das Volk hinzuweisen. Diese Schriftstelle hat auf die gegenwärtige Stunde Anwendung und lautet: ,,Habe doch ich meinen König gesalbt auf Zion, meinem heiligen Berge ... Und nun, ihr Könige, seit verständig; lasset euch zurechtweisen, ihr Richter der Erde! Dienet Jehova mit Furcht, und freuet euch mit Zittern! Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr unkommet auf dem Wege, wenn nur ein wenig entbrennt sein Zorn. Glückselig alle, die auf ihn trauen!" Psalm 2:6, 10-12

    Nachdem sich die nationale Regierung zu den oben erwähnten hohen Idealen bekannt hat, sind wir überzeugt daß die Führer nicht wissentlich das fortschrittliche Zeugniswerk für den Namen Jehovas und seines Königsreiches, das wir jetzt hinausführen, bekämpfen wollen. Wenn unser Werk nur Menschenwerk wäre, so würde es von selbst untergehen. Wenn es jedoch Gottes Werk ist und auf seinem Befehl getan wird, so bedeutet die Bekämpfung dieses Werkes einen Kampf gegen Gott. - Apostelgeschichte 5: 39.

    Wir appellieren daher an den Gerechtigkeitssinn der Landesführer und ersuchen ergebenst, daß das Verbot unserer Tätigkeit und unserer Literatur aufgehoben werden möchte, und daß man uns eine Gelegenheit gebe, in unparteiischer Weise angehört zu werden, ehe man uns verurteilt. Wir bitten ergebenst darum, daß die Regierung ein Komitee unparteiischer Männer bestimme, um mit einem Komitee aus unserer Organisation zu verhandeln, und daß unsere Literatur und unsere Tätigkeit in fairer und unparteiischer Weise untersucht werde, damit jedes Mißverständnis behoben werde und wir uns gegenseitig behilflich sein möchten, und damit wir ohne Behinderung dem Gebote Gottes, das jetzt auf uns Anwendung hat, nachkommen können, nämlich: ,,Ziehet durch die Tore, bereitet den Weg des Volkes; bahnet die Straße, reiniget sie von Steinen, erhebet ein Panier über die Völker." - Jesaja 62 Vers 10.

    Das deutsche Volk ist ein gottesfürchtiges Volk, und ihm sollte nicht die Möglichkeit genommen werden, über Jehova Gott und über seine gütige Vorkehrung, allen die ihn kennen und ihm gehorchen, ewigen Frieden, Wohlfahrt, Freiheit und ewiges Leben auf Erden zu geben, unterrichtet zu werden. Möchten doch alle, die Gott lieben, zusammen arbeiten zur Ehrung und Rechtfertigung seines Namens. Alle, die einen entgegengesetzten Weg verfolgen, müssen selber vor Gott die Verantwortung auf sich nehmen; was aber uns betrifft, so werden wir auf ewig Jehova dienen.

    Es wird hierdurch beschlossen, je ein Exemplar dieser Erklärung den hohen Regierungsbeamten ergebenst zu überreichen und sie allgemein zu verbreiten, damit der Name Jehovas immer mehr bekannt gemacht werde.

    WATCH TOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY, MAGDEBURG

    Druck u. Verlag: Watch Tower Bible and Tract Society , Magdeburg

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    AW: Christen im dritten Reich

    Konrad Franke, später Zweigdiener der Wachturmgesellschaft für die ZJ in Deutschland, hat an dem Kongreß am 26. Juni 1933 in Berlin teilgenommen.

    Eine Abschrift einer Aufnahme:

    ... So wurden wir dann auch im letzten Moment für den 25. Juni zu einer besonderen Versammlung nach Preußen, also nach Berlin, eingeladen, in die Tennishallen, zu einer besonderen Versammlung, wo eine "Erklärung" mitgenommen werden sollte. Viele konnten schon nicht mehr kommen. Aber ich hatte das Vorrecht, mit Bruder Albert Wandres auf dem Motorrad von Wiesbaden bis Berlin bei strömendem Regen zu fahren. Aber das hat uns nicht viel ausgemacht.
    Aber wir waren erschüttert, als wir am nächsten Morgen in die Tennishallen kamen und nicht diese Stimmung vorfanden, wie wir sie sonst bei Kongressen vorfinden. Als wir hereinkamen, waren die Hallen mit Hakenkreuzfahnen geschmückt! Aber nicht nur das, als selbst nun die Versammlung eingeleitet wurde, wurde sie mit einem Lied eingeleitet, was wir jahrelang - und überhaupt in Deutschland - nie gesungen hatten, wegen seiner Melodie. Der Text war wohl gut, aber die Melodie - nun, die Musiker, die hier sind, die werden an den Noten sofort erkennen, daß es die Melodie war "Deutschland, Deutschland über alles"!
    Könnt ihr euch vorstellen, wie es uns zumute war? Viele konnten nicht mitsingen, es war gerade, als wenn ihnen die Kehle zugeschnürt wurde. Was hatten wir denn bloß für eine Führung, die uns in diese Gefahren brachte, und in die Gefahr, jetzt unter diesen Umständen zu straucheln, statt uns jetzt zu helfen, jetzt beizustehen, damit wir eine furchtlose Stellung hier einnahmen? Mögen alle Ältesten, die hier unter uns sind, aus diesen Beispielen etwas lernen, und mögen sie ihre Verantwortung in der nahen Zukunft in dieser Sache erkennen.
    Nun wurde diese Erklärung, die Bruder Rutherford noch vorbereitet hatte, angenommen, und es wurde uns der Auftrag gegeben, jeder sollte 250 Stück mit nach Hause nehmen, und soweit es ihm möglich ist, sofern er mutig dazu war, per Einschreiben an Richter, Staatsanwälte, Oberbürgermeister u.s.w. senden.
    Ich habe damals 52 solche Briefe weggeschickt, per Einschreiben, und die Folge war, daß ich wenige Tage später das erste Mal schon dafür im KZ saß, wo die meisten noch gar nicht wußten, was das war.

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