Wie kommen denn manche zu diesen Aussagen, die ihr Vertrauen in die Bibel zweifeln läßt?Zitat von Kla4
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23.11.2007, 11:29Inaktiver User
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
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23.11.2007, 13:41
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
"Mit dem Herzen glauben"? Und dabei den Verstand ausschalten? Sich in Emotionen zu baden ist sicher ganz nett und befriedigend - ich benütze lieber mein Gehirn.
Zitat von Kla4
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23.11.2007, 13:45
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
Indem sie die vielen Widersprüche, historischen Fehler und Unmöglichkeiten unter die Lupe nehmen.
Zitat von Inaktiver User
Ausserdem sind die ethischen und moralischen Aussagen mehr als fragwürdig.
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23.11.2007, 14:05Inaktiver User
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
Beispiel: die Hölle
Der Psychologe Prof. Dr. Franz Buggle schreibt dazu
in seinem Buch „Denn sie wissen nicht, was sie glauben“,
S. 98 in einer älteren Ausgabe,
S. 120 f in der Ausgabe von 2004:
Jesus führt so eine für das Neue Testament spezifische Strafvorstellung ein, nämlich von der ewigen Höllenstrafe, eine Strafandrohung, deren unheilvolle, psychisch verheerende Wirkung in der Geschichte des Christentums auf unzählige Menschen gar nicht übertrieben werden kann.
... es gibt kaum ein anderes psychologisches Phänomen wie dasjenige der Drohung mit ewig dauernden Qualen, das so sehr den Namen psychischen Terrors verdiente!
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23.11.2007, 14:48
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
Fürs Glauben gibt es mindestens zwei Gründe, jeder glaubt im täglichen Leben einen Haufen Dinge, weil er nicht alles bis in die Einzelheiten selbst überprüfen kann, z.B. glaube ich, daß Olaf Scholz Arbeitsminister ist, obwohl ich seine Ernennungsurkunde nicht gesehen habe. Für diese Art glauben ist es natürlich entscheidend, ob die verfügbaren Nachrichten zusammenpassen, woher sie kamen und ob sie zu sonstigen Erfahrungswerten passen.
Zitat von Kla4
Als Kind mit moderat protestantischer Erziehung kannte ich nur eine Auswahl an Bibelgeschichten - meine Mutter hatte die Bibel auch nicht selbst gelesen und die Erzieherinnen im (katholischen) Kindergarten vermutlich ebensowenig. Dieser Glaube löste sich auf, als klar wurde, daß die Bibel eine Quelle ist, die man in einem nichtreligiösen Kontext als nicht verläßlich einstufen würde, weil sie nach diesem Maßstab vor Widersprüchen auch in zentralen Fragen (Rechtfertigungslehre, Auferstehung) nur so strotzt, und wegen der Entstehungsgeschichte.
Daneben gibt es Glauben als unbewußt verankerten Grundsatz: man wird von seiner Umgebung emotional darauf geprägt, daß es ein positiver Wert an sich ist, ein bestimmtes System von Aussagen zu akzeptieren, wobei viele dieser Systeme diesen impliziten Grundsatz jeweils nochmal explizit enthalten, um sich selbst zu stabilisieren. Woanders gilt natürlich weiterhin Skepsis als gut. Manche Christen, vor allem Pfarrer, sagen offen, daß es aus ihrer Sicht egal ist, ob Jesus überhaupt gelebt hat. In meinem persönlichen System ist Skepsis allgemein positiv besetzt, u.A. deswegen kann ich die Binnenperspektive von Anhängern der Offenbarungsreligionen nur schlecht nachvollziehen und umgekehrt dürfte es ähnlich sein.
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23.11.2007, 18:21
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
Zitat von 3146
@ 3146:
Du bist echt begabt darin die Worte anderer zu verdrehen!
Ich wollte absolut nicht sagen, dass ich NUR mit dem Herzen glaube und den Verstand ausschalte.
Aber ich denke, dass der Mensch Herz und Verstand hat um beides zu benutzen. Glauben, nur vom Verstand ausgehend, macht meiner Ansicht nach unglücklich und ist sehr einseitig!Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (F. Nietzsche)
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23.11.2007, 18:30
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
Das die Bibel nicht als ein "verlässliches Dokument" zu verstehen ist und - ausgehend vom ursprünglichen Verständnis - es auch gar nicht sein wollte, ist mir klar.
Zitat von glaux
Aber ist deshalb ihre Botschaft deshalb falsch? Geht man in die Tiefe dann entdeckt man viele Widersprüche, das wurde schon beschrieben.
Ist die zentrale Botschaft (die Auferstehung, das Doppelgebot der Liebe: Gottes- & Nächstenliebe) ohne Bedeutung??!
Zu dem Schluß, das diese keine Bedeutung hat, kommt man vermutlich, wenn man eben nur mit dem Verstand glaubt... (siehe meinen letzten Kommentar)Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (F. Nietzsche)
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23.11.2007, 18:58
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
@ Kla4
Ich hatte nicht die Absicht, deine Worte zu verdrehen - habe ich dich missverstanden?
Glauben und das Benützen des Verstandes sind in meinen Augen Widersprüche.
Zitat von Kla4
Ich glaube nicht, bin aber absolut nicht unglücklich und auch nicht einseitig.
Dass die Bibel "kein verlässliches Dokument" sein wollte, ist mir neu. Warum wird dann "es steht geschrieben" als ultimativer Beweis gehandelt?
Die Auferstehung ist eine fromme Legende, mehr nicht. Warum divergieren sonst die Berichte derartig?
Mit der Nächstenliebe gehen die Christen so gerne hausieren. In der Praxis haben sie ihre Nächsten gefoltert, verbrannt und ersäuft, wenn diese andererer Meinung waren.Geändert von 3146 (23.11.2007 um 19:01 Uhr)
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23.11.2007, 19:18Inaktiver User
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
Zitat von Inaktiver User
Das ist so nicht richtig.
Es ist eine falsche Lehre und hat nun wirklich nichts mit den Lehren Jesu und der Bibel überhaupt zu tun...
Darum glaube ich als Christ nicht an eine ewige Qual in einer Feuerhölle.
Wann übernahmen die „Christen“ die Glaubenslehre von einem Höllenfeuer? Lange nach der Zeit Jesu Christi und seiner Apostel. In der französischen Encyclopædia Universalis heißt es dazu: „Die Petrusapokalypse (2. Jahrhundert u. Z.) war das erste [apokryphe] christliche Werk, in dem die Bestrafung und die Qualen der Sünder in der Hölle beschrieben wurden.“
Justinus der Märtyrer trat für eine Feuerhölle ein
Die frühen Kirchenväter waren sich jedoch offenbar uneinig über die Natur der Hölle.
Justinus der Märtyrer, Clemens von Alexandria, Tertullian und Cyprian traten für eine Feuerhölle ein.
Origenes und der Theologe Gregorios von Nyssa hielten die Hölle für einen Ort der Gottferne und geistiger Entbehrungen.
Augustinus von Hippo hingegen glaubte, die Leiden in der Hölle seien sowohl geistig als auch sinnlich wahrnehmbar, und diese Ansicht setzte sich durch.
Professor J. N. D. Kelly schrieb dazu: „Im fünften Jahrhundert war die abschreckende Lehre, dass Sünder nach diesem Leben keine zweite Chance haben, sondern von einem unauslöschlichen Feuer verzehrt werden, überall fest etabliert.“
Augustinus von Hippo lehrte, die Leiden in der Hölle seien sowohl geistig als auch körperlich
Protestantische Reformatoren des 16. Jahrhunderts wie Martin Luther und Johannes Calvin verstanden die feurige Höllenqual als Sinnbild für ewige Gottferne.
In den beiden folgenden Jahrhunderten lebte die Vorstellung von der Hölle als einem buchstäblichen Ort der Qual jedoch wieder auf. Der protestantische Prediger Jonathan Edwards versetzte die Amerikaner während der Kolonialzeit im 18. Jahrhundert mit plastischen Schilderungen der Hölle in Angst und Schrecken.
Nicht lange danach begannen die Flammen der Hölle jedoch gleichsam zu verlöschen. „Das 20. Jahrhundert war fast das Ende der Hölle“, so U.S.News & World Report.
Was ist eigentlich die Hölle?Geändert von Inaktiver User (23.11.2007 um 19:54 Uhr)
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23.11.2007, 19:19
AW: Die drei Weisen aus dem Morgenland
Ich wollte nicht sagen, dass ungläubige menschen unglücklicher sind! Ich meine nur, dass es als gläubiger Menschen unglücklich macht, NUR mit dem Herzen zu glauben. Dies ist jedenfalls meiner Erfahrung nach so.
Zitat von 3146
Als die frühe Christen begann die Evangelien aufzuschreiben, hatte sie nicht einen "darstellenden Bericht" im Sinne, sondern wollte ein Glaubensbuch haben. Sonst wäre es nicht zu Hinzufügungen, Weglassungen und unterschiedlichen Fassungen gekommen! Man wollte möglichst überzeugend die Geschehnisse und die Botschaft verschriften.
An die Auferstehung glauben kann man sicher nicht mit dem Verstand, denn dafür gibt es null Beweise. Dieser Glaube ist nicht mit dem Verstand erfassbar.
Dass die katholische Kirche häufig alles andere als "christlich" gehandelt hat (und es immer noch tut...), ist leider Tatsache. Allerdings ändert dies nichts an meinem Glauben. Das zeigt doch nur, dass wir alle nur Menschen sind: Christen, Nicht-Christen, Bischöfe, Päpste...
Ich hoffe, dass irgendwann ein Papst mal selbst sagt, dass er sich nicht für unfehlbar hält!
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (F. Nietzsche)


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