Woraus leitest Du denn Deine Lehre von der sterblichen Seele ab?Zitat von Inaktiver User
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28.01.2008, 16:21
AW: Philosophische Anregung für heute
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28.01.2008, 16:24
AW: Philosophische Anregung für heute
Für mich selbst gibt es da keinen Widerspruch, da ich an die Unsterblichkeit der Seele glaube. Und das steht, wie ich schon sagte, weder im Widerspruch zu der einen noch zu der anderen Übersetzungs-Version.
Zitat von 3146
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28.01.2008, 18:14Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Zitat von tessie_10
Hallo!
Wurde denn der Mensch mit einer unsterblichen Seele erschaffen?
In 1.Mose 2:7 ist zu lesen: „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele.“ In dem Bericht heißt es nicht, Gott habe dem Menschen eine unsterbliche Seele eingepflanzt. Als Gottes Kraft den Leib Adams erfüllte, „wurde“ er, wie zu lesen ist, „eine lebende Seele“.
Der Mensch hat also keine Seele. Er ist eine Seele.
Gott erschuf Adam nicht, damit er im Himmel lebe, sondern auf der Erde. Die Erde sollte kein Prüfstand sein, auf dem es sich sozusagen herausstellen würde, ob Adam für den Himmel geeignet wäre.
Gott bildete die Erde, „damit sie auch bewohnt werde“, und Adam war ihr erster menschlicher Bewohner (Jesaja 45:18; 1.Korinther 15:45).
Als Gott später Eva als Frau für Adam erschuf, war es sein Vorsatz, daß sie beide die Erde als ewige Wohnstätte des Menschen bevölkern und in ein Paradies verwandeln sollten (1.Mose 1:26-31; Psalm 37:29).
Nirgendwo in der Bibel wird gesagt, ein Teil Adams sei unsterblich gewesen. Im Gegenteil.
Sein Dasein hing vom Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz ab.
Was wäre, wenn er dieses Gesetz brechen würde?
Sollte er dann ewiges Leben im geistigen Reich erhalten? Keineswegs.
Er würde statt dessen „ganz bestimmt sterben“ (1.Mose 2:17). Er würde dorthin zurückkehren, woher er gekommen war: „Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1.*Mose 2:7; 3:19).
Adam hatte nicht existiert, bevor er erschaffen wurde, und nach seinem Tod würde er nicht mehr existieren.
Ihm stand also nur zweierlei zur Wahl:
1.Gehorsam und Leben oder 2.*Ungehorsam und Tod.
Wenn Adam nicht gesündigt hätte, hätte er ewig auf der Erde gelebt. Er wäre nie in den Himmel gekommen.
Adam wurde ungehorsam und starb (1.Mose 5:5). Der Tod war seine Strafe. Er war kein Tor zu einem „herrlichen Erlebnis“, sondern ein Tor zur Nichtexistenz.
Folglich ist der Tod kein Freund, sondern, wie die Bibel sagt, ein „Feind“ (1.Korinther 15:26).
Hätte Adam eine unsterbliche Seele gehabt, die im Falle seines Gehorsams in den Himmel gekommen wäre, so wäre der Tod ein Segen gewesen.
Doch das war er nicht. Er war ein Fluch.
Und nachdem Adam gesündigt hatte, breitete sich dieser Todesfluch auf alle Menschen aus, weil sie alle von Adam abstammten (Römer 5:12).
Warum wurde übrigens Adam, wenn er mit einer unsterblichen Seele erschaffen worden wäre, nicht davor gewarnt, daß seine Seele, falls er sündige, in einer Feuerhölle ewig gequält würde?
Warum wurde ihm nur gesagt, er werde sterben und zum Staub zurückkehren?
Wie ungerecht wäre es doch gewesen, Adam wegen Ungehorsam zu ewiger Qual zu verurteilen, ohne ihn davor zu warnen!
Bei Gott gibt es aber „kein Unrecht“ (5.Mose 32:4). Adam brauchte vor keiner Feuerhölle, in die die unsterblichen Seelen der Bösen kämen, gewarnt zu werden, denn es gab weder eine solche Hölle noch unsterbliche Seelen (Jeremia 19:5; 32:35).
Im Staub des Erdbodens gibt es keine ewige Qual.
(Du kannst die angegebenen Verse mit deiner Bibel vergleichen.)
Gruß Zisska
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28.01.2008, 18:19Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Viele Gelehrte sind sich darin einig, daß die Bibel nicht von einer unsterblichen Seele spricht.
In dem Werk The Concise Jewish Encyclopedia wird gesagt: „Eine Lehre von der Unsterblichkeit der Seele wird weder in der Bibel erwähnt, noch taucht sie in frühen rabbinischen Schriften auf.“
In der Jewish Encyclopedia heißt es: „Die Ansicht, daß die Seele ihre Existenz nach der Auflösung des Körpers fortsetzt, ist eher eine Sache philosophischer oder theologischer Spekulation als eine Sache des einfachen Glaubens, und sie wird daher nirgendwo ausdrücklich in der Heiligen Schrift gelehrt.“
In dem Werk The Interpreter’s Dictionary of the Bible ist zu lesen: „Die nephesch . . . existiert nicht unabhängig vom Körper weiter, sondern stirbt. . . . Kein Bibeltext befugt zu der Aussage, die ‚Seele‘ werde im Augenblick des Todes vom Leib getrennt.“
In Eerdmans Bible Dictionary wird erklärt, daß das Wort Seele in der Bibel „nicht einen Teil eines menschlichen Wesens bezeichnet, sondern die ganze Person. . . . In diesem Sinn haben menschliche Wesen keine Seelen — sie sind Seelen“ .
Sogar die New Catholic Encyclopedia enthält das Eingeständnis: „Die biblischen Wörter für Seele bedeuten gewöhnlich die ganze Person.“ Weiter heißt es: „Im A[lten] T[estament] [gibt es] keine Dichotomie [Zweiteilung] in Körper und Seele . . . Der Ausdruck . . . [néphesch], obgleich mit unserem Wort Seele übersetzt, bedeutet nie Seele im Unterschied zum Körper oder zur Einzelperson. . . . Der Ausdruck [psychḗ] ist das entsprechende Wort für . . . [néphesch] im N[euen] T[estament]. . . . Die Vorstellung, daß die Seele nach dem Tod weiterlebt, ist in der Bibel nicht ohne weiteres erkennbar.“
Und Georges Auzou, katholischer Professor für Bibelwissenschaft (Frankreich), schreibt in seinem Buch Das Wort Gottes: „In der Bibel werden ‚Seele‘ und ‚Leib‘ nicht als getrennt gedacht.“
Daher wird in der Encyclopedia Americana gesagt: „Das Alte Testament faßt den Menschen als eine Einheit auf, nicht als eine Vereinigung von Seele und Leib. Das hebräische Wort . . . [néphesch] wird zwar häufig mit ‚Seele‘ übersetzt, doch wäre es falsch, eine griechische Bedeutung hineinzulesen. . . . [néphesch] wird nie als getrennt vom Leib wirkend aufgefaßt. Im Neuen Testament wird das griechische Wort . . . [psychḗ] oft mit ‚Seele‘ übersetzt, doch sollte man das Wort wiederum nicht ohne weiteres so auffassen, als bedeute es dasselbe, was es für die griechischen Philosophen bedeutete. . . . Die Bibel enthält keine deutliche Beschreibung, wie eine Person nach dem Tod weiterlebt.“
Und: „Theologen müssen auf die Gespräche von Philosophen zurückgreifen, um eine angemessene Beschreibung des individuellen Weiterlebens nach dem Tod zu erhalten.“
Gruß Zisska
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28.01.2008, 20:46
AW: Philosophische Anregung für heute
Liebe Zisska, soweit ich es überblicke, ist das das einzige von Dir angegebene Zitat, welches Deine Auffassung von der „sterblichen Seele“ wirklich stützt. Du gehst jedoch dabei ganz selbstverständlich davon aus, dass benutzte Begriffe wie „Seele“ in der Bibel immer ein und dieselbe Bedeutung haben müßten und diese auch noch mit heute gängigen Vorstellungen übereinstimmen würden. Das ist jedoch eine willkürliche Annahme. Mir fällt dazu etwa eine Stelle aus dem NT ein, wo Jesus das Wort Seele offenbar in einem ganz anderen Sinnzusammenhang verwendet:
Zitat von Inaktiver User
Fürchtet euch nicht vor denen, die nur den Leib, aber nicht die Seele töten können.... /Matthäus 10,28
Wenn Deine obige Seelendefinition, wonach Leib und Seele ein und dasselbe sind, ebenfalls auf diesen Satz zutreffen würde, wäre die Aussage aus Mt 10/28 völliger Unsinn. In dem Kontext, in dem Jesus hier das Wort Seele benutzt, bedeutet es erstens etwas vom Körper Grundverschiedenes, und außerdem etwas von Menschen Unzerstörbares (welche nur den Leib töten können...).
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28.01.2008, 23:07
AW: Philosophische Anregung für heute
Von Menschen unzerstörbar ist nicht dasselbe wie unsterblich, und daß Seele und Körper nicht immer synonym verwendet werden, bedeutet auch nicht, daß sie grundverschieden wären, das sind Zusatzannahmen von dir. Paulus lehrt die leibliche Auferstehung, d.h. der Mensch stirbt, ohne daß da nach Leib und Seele differenziert würde, und die Entschlafenen werden erst am jüngsten Tag auferweckt.
es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib. Wenn es einen natürlichen Leib gibt, so gibt es auch einen geistigen. So steht auch geschrieben: "Der erste Mensch, Adam, ward eine lebendige Seele"; der letzte Adam ein lebendig machender Geist. Aber das Geistige war nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistige.
Der erste Mensch ist von der Erde, von Staub; der zweite Mensch vom Himmel. Wie der von Staub ist, so sind auch die, welche von Staub sind; und wie der Himmlische, so sind auch die Himmlischen.
Paulus differenziert hier nicht nach Körper (Staub) und Seele (göttlich), sondern unterscheidet zwischen natürlichem und geistigem Leib, zwischen altem Menschen, der vom Staub ist, und dem auferstandenem neuen Menschen, der unsterblich ist.
Natürlich kann man im NT auch Stellen wie die von dir genannte finden, die man im Sinne einer Aufteilung Körper-Seele interpretieren kann, daraus läßt sich aber beim besten Willen keine Theorie eines separaten Weiterlebens der Seele in irgendeinem Jenseits bis zum jüngsten Gericht ableiten, oder gar von den Seelen an der Himmelspforte mit Petrus als Pförtner. Solche Vorstellungen sind im Abendland weit verbreitet, und beeinflussen natürlich auch das Bibelverständnis in der Bevölkerung, sie stammen aber ebensowenig aus der Bibel wie der Marienkult oder die Geschichten von Satan als gefallenem Engel.
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28.01.2008, 23:59
AW: Philosophische Anregung für heute
Wenn der eine Teil (Leib) zerstörbar ist und der andere Teil (Seele) unzerstörbar, sind sie nicht nur ein bißchen verschieden, sondern grundverschieden. Das ist keine Zusatzannahme von mir, sondern lediglich gesunder Menschenverstand.
Zitat von glaux
Der „auferstandene Mensch“, von dem Paulus spricht, ist etwas ganz anderes wie die „Seele“, von der Jesus in Mt 10/28 gesprochen hat und die ich mit „Unsterblichkeit der Seele“ meine. Die da bezeichnete Seele ist etwas körperloses, also lediglich ein Bewußtseinszustand, der mit körperlichen Empfindungen verbunden sein kann, aber nicht muß. Der nach Paulus auferstandene Leib ist hingegen der ganze menschliche Körper, nur in einer verwandelten Existenzform, in welcher der Körper nicht mehr dem Alterungsprozeß und dem damit verbundenen physischen Tod unterliegt.
Zitat von glaux
Derartige Theorien habe ich nie aufgestellt.
Zitat von glaux
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29.01.2008, 08:07Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Hallo Tessi
Na dann werde ich dir einmal die Bibelverse reinstellen...
Die Seele ist sterblich und zerstörbar.
In Matthäus 10:28 wird ja gesagt, daß Gott „sowohl Seele [psychén] als Leib in der Gehenna vernichten kann“.
Dies zeigt, daß sich psyché nicht auf etwas Unsterbliches oder Unzerstörbares bezieht.
Tatsächlich werden die Wörter néphesch oder psyché in den ganzen Hebräischen und Griechischen Schriften nicht ein einziges Mal durch Ausdrücke wie unsterblich, unzerstörbar, unvergänglich o. ä. näher bestimmt.
Zum anderen gibt es in den Hebräischen und den Griechischen Schriften zahlreiche Texte, die davon sprechen, daß die néphesch oder psyché (Seele) sterblich und dem Tod unterworfen ist
(1Mo 19:19, 20; 4Mo 23:10; Jos 2:13, 14; Ri 5:18; 16:16, 30; 1Kö 20:31, 32; Ps 22:29; Hes 18:4, 20; Mat 2:20; 26:38; Mar 3:4; Heb 10:39; Jak 5:20),
stirbt, „abgeschnitten“ oder vernichtet wird (1Mo 17:14; 2Mo 12:15; 3Mo 7:20; 23:29; Jos 10:28-39; Ps 78:50; Hes 13:19; 22:27; Apg 3:23; Off 8:9; 16:3) —
sei es durch das Schwert (Jos 10:37; Hes 33:6)
oder durch Erstickung (Hi 7:15) —,
ferner, daß sie beim Ertrinken in Lebensgefahr ist (Jon 2:5),
in die Grube oder in den Scheol hinabfährt (Hi 33:22; Ps 89:48) oder daraus befreit wird (Ps 16:10; 30:3; 49:15; Spr 23:14).
Die tote Seele.
Der Ausdruck „verstorbene“ oder „tote Seele“ kommt auch etliche Male vor und bezeichnet einfach eine „tote Person“ (3Mo 19:28; 21:1, 11; 22:4; 4Mo 5:2; 6:6; Hag 2:13; vgl. 4Mo 19:11,13).
Mach dir doch bitte einmal die Mühe und vergleiche die Bibelverse mit deiner eigenen Bibel. Für mich war es jedenfalls sehr aufschlußreich, denn ich glaubte auch einmal an die Unsterblichkeit der Seele. Doch Gottes Wort lehrt so etwas nicht!
Ich wollte jedenfalls nicht mehr eine Lüge glauben...
Gruß Zisska
Geändert von Inaktiver User (29.01.2008 um 08:23 Uhr)
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29.01.2008, 08:50
AW: Philosophische Anregung für heute
Wenn er unzerstörbar wäre. Das steht da aber nicht, wenn man auch die zweite Hälfte des Verses liest.
Zitat von tessie_10
Und genauso handfest wird der auferstandene Jesus beschrieben, mit Wundmalen an den Händen, die man berühren kann, und er ißt Honig und gebratenen Fisch. Da steht nichts von einem körperlos daherschwebenden Wesen und auch nichts von einem im Grab zurückgebliebenen toten Körper. Es ist eine philosophische Stärke der Bibel, daß sie sich nicht an Spekulationen über eine Abtrennbarkeit der Seele beteiligt, sondern sich an die Erfahrung hält, daß seelische Vorgänge im Zusammenhang mit Körpern zu beobachten sind, und nicht isoliert davon. Und wenn auch die Auferstandenen einen Körper haben, und nicht zwischendurch etwas Körperloses im Jenseits oder sonstwo geparkt wird, wann und wo soll ein körperloser Bewußtseinszustand dann noch auftreten?
Zitat von tessie_10
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29.01.2008, 09:16
AW: Philosophische Anregung für heute
@ glaux
Wenn das Weiterleben einer Seele nach dem Tod nicht biblisch begründet werden kann, wo haben dann die Katholiken ihre Vorstellungen her?
Sie meinen ja, dass die unsterbliche Seele nach dem Tod schnurstracks in Himmel, Hölle oder Fegefeuer übersiedelt.
Bei den Protestanten ist es sicher ähnlich.
Ich finde es unwahrscheinlich, dass das nur von den Heiden übernommen wurde, ohne irgendeinen biblischen Beleg.Geändert von 3146 (29.01.2008 um 09:23 Uhr)


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