Falsifizieren kann man aber und das ist in Glaubensdingen mit einer allmächtigen Größe schlicht nicht möglich.Zitat von Leonie
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21.11.2007, 11:42Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
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21.11.2007, 11:47Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Na das ist mal eine Zusammenfassung ! Eher ein Parforceritt! Selbst an Lenin wurde, wenn auch nur kurz, erinnert! Chapeau!
Zitat von Leonie
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26.11.2007, 08:06Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Gibt es einen Sinn im Leben?
Gerade Naturwissenschaftlern wird oft eingeredet, an dieser Stelle sei ihre Weisheit zu Ende und in den Fernsehdiskussionen schwenkt dann die Kamera über auf den für diese Frage zuständigen anwesenden Theologen.
Dazu gibt es keinen Grund, denn eine vermeintliche Lücke kann man nicht mit Absurditäten füllen.
Die Menschheit hat auf ihrem Weg zur Erkenntnis der Welt gewaltige Leistungen vollbracht und darüber hinaus kulturell so viele wunderbare Werke geschaffen.
Das alles gibt sich nicht automatisch weiter. Meinen Lebenssinn sehe ich darin, in meiner Familie, in meinem persönlichen sowie im weiteren gesellschaftlichen Umfeld aktiv zu sein und an der Weitergabe des "Kulturerbes" zu wirken.
Dazu gehört auch die Kritik an der Religion, die sich mit fortschreitender Erkenntnis der Zusammenhänge überlebt hat wie Astrologie und Alchimie.
Mit diesen Aufgaben ist man nicht nur immer gut beschäftigt, sondern gibt dem Leben einen Sinn, im Kleinen wie im Großen.
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26.11.2007, 14:08Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Ich habe es mal gekürzt. Ich hoffe es macht Dir nichts aus. Das finde ich sehr schön geschrieben. Wobei ich evangelisch bin. Das gehört für mich auch zu den traditionellen kulturellen und spirituellen Werten. Ich bin vor einigen Jahren wieder in die Kirche eingetreten.
Zitat von Inaktiver User
Mir geht es auch so!
Ich sehe meinen Lebenssinn auch noch darin, glückliche Lebensphasen zu genießen und kritische mit Anstand und Würde durchschreiten zu suchen und Beides für mich und gemeinsam mit Freunden, Familie und Umfeldmenschen.
LG herbstblatt2
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28.11.2007, 13:46Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Zitat von Inaktiver User
Hallo!
Ich möchte gerne Tessis Antwort weiter ausführen.
Im Jahr 1513 v.u.Z. erhielten die Israeliten von Jehova eine Gesetzessammlung. Er ließ dem Volk sagen, wenn es seiner Stimme gehorche, werde es gesegnet und könne ein glückliches und zufriedenes Leben führen (2.Mose 19:5,6).
Diese Gesetzessammlung, das mosaische Gesetz oder kurz „das GESETZ“ genannt, war „heilig und gerecht und gut“ (Römer 7:12).
Es förderte Tugenden wie Güte, Ehrlichkeit, Sittlichkeit und ein gutnachbarliches Verhalten (2.Mose 23:4,5; 3.Mose 19:14; 5.Mose 15:13-15; 22:10, 22).
Das Gesetz spornte die Juden außerdem an, einander zu lieben (3.Mose 19:18).
Sie sollten zudem keinen Umgang mit Nichtjuden haben noch nichtjüdische Frauen heiraten, die nicht unter dem Gesetz standen (5.Mose 7:3,4).
Wie eine „Mauer“ trennte das Gesetz die Juden von den Nichtjuden und bewahrte so Gottes Volk davor, durch heidnisches Gedankengut und Brauchtum verunreinigt zu werden (Epheser 2:14, 15; Johannes 18:28).
Doch selbst Juden, die Gottes Gesetz äußerst gewissenhaft befolgten, konnten es nicht vollkommen halten.
Erwartete Jehova zu viel von ihnen? Nein.
Das Gesetz wurde Israel unter anderem gegeben, „um Übertretungen offenbar zu machen“ (Galater 3:19).
Es machte aufrichtigen Juden bewusst, dass sie dringend einen Loskäufer benötigten. Treue Juden freuten sich, als er kam. Ihre Befreiung vom Fluch der Sünde und des Todes stand bevor (Johannes 1:29).
Das mosaische Gesetz war nur für eine gewisse Zeit vorgesehen. Der Apostel Paulus nannte es in einem Brief an Mitchristen einen ‘Erzieher, der zu Christus führt’ (Galater 3:24).
Im Altertum brachte ein Erzieher die Kinder in die Schule und auch wieder nach Hause. Er war gewöhnlich nicht der Lehrer, sondern er führte die Kinder zum Lehrer.
Dementsprechend sollte das mosaische Gesetz gottesfürchtige Juden zu Christus führen. Jesus versprach seinen Nachfolgern, er werde „alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ bei ihnen sein (Matthäus 28:20).
Daher hatte der „Erzieher“ — das Gesetz — seinen Zweck erfüllt, sobald die Christenversammlung gegründet war (Römer 10:4; Galater 3:25).
Einige Judenchristen erfassten allerdings diese wichtige Wahrheit nicht sogleich. Deshalb hielten sie sich sogar noch nach der Auferstehung Jesu an gewisse Bestimmungen des Gesetzes. Andere stellten sich jedoch um.
Einige Judenchristen, die „Eiferer für das GESETZ“ waren, ließen ihre Kinder weiterhin beschneiden und hielten sich an bestimmte Teile des Gesetzes (Apostelgeschichte 21:20).
Andere gingen sogar noch weiter und behaupteten mit allem Nachdruck, für Judenchristen sei es nötig, das Gesetz zu halten, damit sie gerettet würden.
Hier waren sie völlig im Unrecht.
Wie hätte denn ein Christ zum Beispiel ein Tieropfer zur Vergebung von Sünden darbringen können?
Solche Opfer waren ja durch Christi Opfer überholt.
Wie stand es mit der Bestimmung des Gesetzes, dass Juden keinen engen Umgang mit Nichtjuden haben sollten?
Für eifrige Evangeliumsverkündiger wäre es äußerst schwierig gewesen, dieses Verbot zu beachten und dennoch den Auftrag zu erfüllen, Nichtjuden alles zu lehren, was Jesus gelehrt hatte (Matthäus 28:19, 20; Apostelgeschichte 1:8; 10:28).
Nichts deutet darauf hin, dass diese Angelegenheit in einer Sitzung der leitenden Körperschaft geklärt worden wäre. Dennoch wurde die Versammlung nicht im Ungewissen gelassen.
Die Anleitung kam nicht in Form eines Briefes von der leitenden Körperschaft, sondern durch Briefe der Apostel.
Der Apostel Paulus ließ zum Beispiel den Juden und Nichtjuden in Rom eine überzeugende Erörterung zukommen. Wie er schrieb, ist ein echter Jude der, „der es innerlich ist, und seine Beschneidung ist die des Herzens durch Geist“ (Römer 2:28, 29).
Mithilfe einer Veranschaulichung bewies Paulus, dass Christen nicht mehr unter dem Gesetz standen.
Er argumentierte, eine Frau könne nicht gleichzeitig mit zwei Männern verheiratet sein. Würde jedoch ihr Mann sterben, wäre sie frei, wieder zu heiraten.
Dann bezog er diese Veranschaulichung auf gesalbte Christen und zeigte, dass sie nicht gleichzeitig dem mosaischen Gesetz unterworfen sein und auch Christus angehören konnten.
Damit sie mit Christus vereint werden konnten, mussten sie „dem GESETZ gegenüber zu Toten“ werden (Römer 7:1-5).
Den Kerngedanken wurde aber nur langsam erfasst.
Was Paulus bezüglich des Gesetzes sagte, war unanfechtbar. Warum verstanden einige Judenchristen den Kerngedanken trotzdem nicht?
Sie hatten kein Unterscheidungsvermögen in Bezug auf geistige Dinge. Sie nahmen zum Beispiel keine feste geistige Speise zu sich (Hebräer 5:11-14).
Auch besuchten sie die Zusammenkünfte nur unregelmäßig (Hebräer 10:23-25).
Ein weiterer Grund, warum einige Paulus nicht folgen konnten, hatte möglicherweise mit dem Wesen des Gesetzes an sich zu tun.
Es rückte Dinge in den Mittelpunkt, die man sehen und berühren konnte, wie den Tempel und die Priesterschaft. Menschen, die nicht geistig gesinnt waren, fiel es leichter, sich an das Gesetz zu halten als an die tief gehenden Grundsätze des Christentums, die sich um unsichtbare Realitäten drehten (2.Korinther 4:18).
Einen weiteren Grund, weshalb sich bestimmte Christen mit Eifer an das Gesetz hielten, zeigte Paulus in seinem Brief an die Galater. Sie wollten als geachtet gelten, als Mitglieder einer Mehrheitsreligion.
Sie wollten nicht auffallen und waren zu beinahe jedem Zugeständnis bereit, um sich dem Gemeinwesen anzupassen. Ihnen lag mehr an der Anerkennung von Menschen als an dem Wohlgefallen Gottes (Galater 6:12).
Urteilsfähige Christen, die sich gewissenhaft mit den von Gott inspirierten Briefen des Paulus und anderer Männer befassten, zogen daraus richtige Schlussfolgerungen in Bezug auf das Gesetz.
Doch erst im Jahr 70 u. Z. wurde die richtige Ansicht über das mosaische Gesetz allen Judenchristen unmissverständlich klar. Damals ließ Gott zu, dass Jerusalem und der Tempel samt den Aufzeichnungen über die Priesterschaft vernichtet wurden. Dadurch war es niemandem mehr möglich, alle Teile des Gesetzes zu halten.
Gruß ZisskaGeändert von Inaktiver User (28.11.2007 um 13:57 Uhr)
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28.11.2007, 14:55Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Ich fände es gut, das Strangthema zu respektieren und nicht ausgerechnet hier absonderliche Debatten über sonderbare Bücher zu führen.
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29.11.2007, 08:06Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Ich darf mich, deiner Meinung nach, mit diesen Themen befassen?
Zitat von Inaktiver User
Und sogar hier etwas hineinschreiben?
Wenn ich einen Sinn im Leben suchen sollte?
Gruß Zisska
Geändert von Inaktiver User (29.11.2007 um 16:16 Uhr)
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13.01.2008, 15:20Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Ich fang mal wieder oben an.
Zitat von Inaktiver User
Religion ist sicher eine Quelle von Elend - aber für mache auch eine Quelle für Kraft.
Religion ist menschengemacht. In der Vergangenheit und auch noch tw. heute ist sie Mittel der Macht über andere.
Die christlichen Werte sind Grundlage von Grundgesetz, Rechtssystem, Menschenrechten.
Religion regelt das Leben: das darfst Du, das darfst Du nicht, das mußt Du. Zuwiderhandlungen = Sünde.
Liebe wird gepredigt. Gerade aber von sehr religiösen Menschen kommt eher eine Machtgeilheit zu Tage, statt Liebe.
Religion ist nicht per se gut, sie ist nur das, was mit/aus ihr gemacht wird. Sie ist ein künstliches System.
Im Namen jeder Religion gibt es bis heute Mord und Todschlag. Wie ist das möglich? Was läuft da falsch?
Religion ist ein Instrument. Religion ist ein Schild, hinter dem alle meine Handlungen (mir) in einem guten, gerechtfertigten Licht erscheinen, denn ich weiß ja , was Gott will (das ist ironisch gemeint...).
Religion ist eine Krücke. Ich wünsche uns allen, dass wir auch ohne sie gehen können.
Und sonst?
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13.01.2008, 19:30Inaktiver User
AW: Philosophische Anregung für heute
Drops,
Water cleanses,
Gathers in the earth.
Tender. Invasive. Subtle.
Emerges a shining river.
When small, it is weak.
When great, it tumbles mountains.
Rendering great cliffs.
Sand.
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13.01.2008, 20:55
AW: Philosophische Anregung für heute
Und der Papst hat das heliozentrische Weltbild erfunden.
Zitat von Inaktiver User
Grundgesetz, römisches Recht und Menschenrechte beruhen nicht auf spezifisch christlichen Werten. Es gibt Anklänge an heutige Vorstellungen von Menschenrechten in Stoa und Judentum (z.B. Sozialgesetzgebung unter Josia, Vorstellung der Gottebenbildlichkeit), aber die Menschenrechte sind letztlich eine neuzeitliche Erfindung und folgen insbesondere nicht aus den christlichen Vorstellungen zur Menschenwürde. Schließlich war das Christentum über Jahrhunderte Staatsreligion in Staaten, die mit unseren Vorstellungen von Menschenrechten rein gar nichts am Hut hatten. Hier noch ein paar Zitate von Papst Gregor XVI. von 1832:
oder zu jener verderblichen Meinung, die von verworfenen Leuten mit List allenthalben verbreitet worden ist: man könne, wenn man übrigens die Sitten eines ehrlichen Mannes befolge, in jedem Glaubensbekenntnis das ewige Seelenheil erlangen.
[...]
Aus dieser schlammigen Quelle der Gleichgültigkeit entspringt jener ungereimte, irrige Satz, oder vielmehr jener Unsinn, daß man die Freiheit des Gewissens behaupten und verteidigen müsse. Den Weg zu diesem pestartigen Irrtum bahnt jene unmäßige Freiheit der Meinungen, welche zum Schaden der Religion und des Staates sich weit ausbreitet; indem Einige auf die unverschämteste Weise vorgehen, die Religion ziehe Nutzen davon.
[...]
Hieher gehört auch die unselige und niemals genug zu verabscheuende und verwerfliche Freiheit der Presse, wodurch Schriften aller Art unter das Volk verbreitet werden, und welche von Vielen mit solcher Wut gefordert wird. Es schaudert Uns, ehrwürdige Brüder, wenn wir sehen, wie wir gleichsam überschüttet werden von den abenteuerlichsten Lehren, oder vielmehr von ungeheuren Irrtümern, die weit und breit ausgestreut werden in einer Flut von Büchern und Büchlein und Schriftchen, die zwar klein an der Zahl der Blätter, aber ungemein groß sind an Bosheit, woraus der Fluch über die Erde sich ausgegossen hat, den Wir beweinen. Das Schmerzlichste ist, daß es Leute gibt, die in ihrer Unverschämtheit so weit gekommen sind, daß sie hartnäckig behaupten: dieser Strom von Irrtümern könne ja wieder gut gemacht werden, wenn ein Buch erscheinen würde, welches in diesem Sturme der Gottlosigkeit die Religion und Wahrheit in Schutz nähme.
[...]
Allein, um die Ansteckung durch schlechte Bücher zu beseitigen, gab es in der Kirche, und schon zu der Apostel Zeiten, eine ganz andere Einrichtung; wir lesen, man habe eine große Menge böser Bücher verbrannt.
Paßt überhaupt nicht zu Meinungs-, Presse-, Religionsfreiheit und Demokratie, aber sehr wohl zum christlichen Menschenbild der Bibel. Natürlich ist eine hinreichend liberale Ausgestaltung der Bibel mit den Menschenrechten vereinbar, aber das gilt auch für die Satzungen der meisten Vereine.
Mal abgesehen davon, daß das Gesetz im Christentum eher in den Hintergrund gedrängt wird, haben brauchbare ethische Grundsätze mit dem Glauben an einen bestimmten Gott nicht viel zu tun: sie lassen sich ohne Gott ebenso gut begründen wie mit Gott oder Göttern, und sie entfalten ihre positiven Auswirkungen auch ohne Glauben an Gott. Die oft vorgebrachte Behauptung, einem Atheisten sei automatisch alles erlaubt, ist eine bösartige Unterstellung.
Zitat von Inaktiver User
Geändert von glaux (13.01.2008 um 21:00 Uhr)


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