Nun ja, in vielen Fällen ist Arbeit sicher auch Lebensfreude und Familienfeiern eher langweilig. Aber dabei kommt es nicht nur auf die Einstellung zur Arbeit an, sondern auch sehr auf die Arbeit an sich. Es gibt sehr viele Leute, die Jobs machen (müssen), bei denen einem der Begriff "Lebensfreude" wohl zuletzt einfallen würde.Zitat von Inaktiver User
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28.10.2007, 13:08Inaktiver User
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
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31.10.2007, 00:40
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
@alessandro_tr:
Nein, das würde ich so nicht unterschreiben. Ich meine, dass die BRD ein Land des Zertifikatsdschungels ist. Mit anderen Worten zählen nicht die wirklichen Fähigkeiten, sondern die Papierform, Qualifikationsnachweise, Zertifikate. Jedenfalls sind sie wichtig, um überhaupt einen Fuß auf den Arbeitsmarkt zu bekommen. Ganz so schlimm wie im Amiland ist es noch nicht, aber die BRD bewegt sich in diese Richtung.
Zitat von Inaktiver User
Ja, eben Abschlüsse, Meisterbriefe, Zertifikate sind wichtig -die Papierform ist ausschlaggebend. Das mit Angebot und Nachfrage habe ich ja schon erwähnt, wobei dies eher für Selbständige und freie Mitarbeiter gilt. Sicher nicht für Beamte.Beides kann zusammenfallen (jemand der Studiert hat, kann mehr als jemand der eine Ausbildung gemacht hat, aber nur so lange der mit der Ausbildung keinen Meister hat, dann sind sie wieder gleich auf), muss es aber nicht. Wir leben ja in einer freien Marktwirtschaft, dementsprechend wid das Gehalt eher von Angebot und Nachfrage und dem Wert für das Unternehmen bestimmt.
Alessandro, dass ein Diplomierter Taxi fährt, ist inzwischen ein überholtes Klischee, meinst Du nicht? Taxifahren lohnt sich doch kaum noch.Ein Diplomierter der Taxi fährt, bekommt sicher nicht mehr Gehalt als seine nicht studierten Kollegen. Ein unstudiertes Callgirl wird einen Stundenlohn haben bei dem selbst ein Uni Dekan neidisch werden könnte.
Ups, das Beispiel mit dem Dekan hinkt. Denn ein Uni-Dekan ist Professor und Professoren sind Spitzenverdiener, welche hohe Nebeneinkunftsquellen haben (Firmenführung, Stiftung, Verein, Dozententätigkeit in der Industrie, Verkauf von Lehrbüchern, und und und). Unterschätze das Nettojahresgehalt eines Uni-Profs mal nicht. Zudem ist er durch seine Unkündbarkeit als Beamter privilegiert. Der kann noch bis 70 arbeiten, wenn er will. Das würde ein Call-Girl neidisch machen, denn das "Verfallsdatum" (sorry, böses Wort) einer Prostituierten dürfte bei 40 liegen.
Was Du zum Lokfüherstreik geschrieben hast, hört sich einleuchtend an. Danke.
Lieber alessandro, spricht aus Dir etwa der Bürohengst, der nur "saubere Schreibtischarbeit" kennt? Ich glaube, wenn Du schon mal bei der Müllabfuhr, im Altenheim, als Klo-Mann, in einer Kantine, auf dem Bau gearbeitet hättest, würdestIch wüsste nicht, dass es in unserer Gesellschaft menschenunwürdige Arbeit geben würde. Lasse mich aber durch ein paar konkrete Beispiele vom Gegenteil überzeugen. Oder geht es hier um die Frage der Zumutbarkeit?
Ich persönlich finde keine Arbeit besonders gut oder schlecht. Wenn sie von jemandem verrichtet wird, dann gibt es auch einen Bedarf. Jeder ist Teil des ganzen und ich finde, dass man sich nicht über andere Stellen sollte. Das deutet in meinen Augen auf eine Charakterschwäche hin.
Du etwas anderes schreiben.
Und ich als Frau halte z.B. "Prostitution" (trotz des verbissenen Kampfes der Prostituierten um eine Anerkennung als normale Arbeit) NICHT für menschenwürdig und auch NICHT für eine Arbeit wie jede andere auch.
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31.10.2007, 01:04
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
K-a-u-s-a-l-i-t-ä-t...uih, wie dramatisch pathetisch akademisch. Unter Kausalität verstehe ich einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Tja, und wir haben nunmal unterschiedliche Ansichten bezüglich der Ursache und der Wirkung. So einfach ist das.
Zitat von maxima8
Du gehst von "verantwortlich" agierenden Menschen aus. Vernünftig denkende Menschen folgen anderen, eher praktischen Überlegungen, wie z.B. dass der Tante Emma-Laden nicht über alle Produkte verfügt, da die Verkaufsfläche zu klein ist oder dass ich vor dem Lädchen schlecht parken kann oder dass ich Sozialhilfeempfänger bin, so dass mir Tante Emmas Preise zu hoch sind, und und und...Ich kann es niemandem verdenken, den Supermarkt vorzuziehen, wenn er gezwungen ist, zu sparen.Wir gehen mal davon aus, dass einer dieser Kapitalistenschweine in Verbindung mit so einem Kapitalistenhelfer im Stadtradt einen großen Supermarkt auf die grüne Wiese stellt.
Es folgt eine Annahme mit verantwortlich agierenden Menschen:
Die Menschen überlegen sich, dass, wenn sie jetzt immer dort einkaufen gehen, ihr Tante Emma-Laden eingeht und sie in Abhängigkeit der alles unterdrückenden Kapitalistenschweine geraten. Also gehen sie nicht hin.
Hey, maxima, bitte nicht so einen radikalen, rabiaten und kaltschnäuzigen Ton. Indirekt wurde die Masse von den Kapitalistenschw... (übrigens Deine WortwahlWas passiert?
Werden sie erschossen?
Kommt die Bundeswehr um sie dorthin zu treiben?
Kommt am Ende das Kapitalistenschwein selbst und treibt alle dorthin?
) in die Supermärkte und Billigdiscounter getrieben, indem man ihr die Arbeit nahm, sie zu Sozialfällen machte.
Der Mensch verfügt nicht nur über negative Motivationen, egoistische Handlungsmaximen und Charakterdefizite. Er hat auch gute Seiten. Doch innerhalb dieses Wirtschaftssystems werden die guten Seiten unterdrückt und die niederen Triebe angesprochen. Der tägliche Kampf am Arbeitsplatz (Mobbing, Überstunden, Stress, Boreout, etc) nimmt vielen Menschen ihre Menschlichkeit, finde ich. Und wie der Arbeitsplatz gestaltet ist, bestimmen oftmals nicht die Arbeitnehmer, siehe Callcenter. Das finden sie vor. Der Mensch muss sich in das System einfügen oder sich dem System anpassen. Und nicht umgekehrt.Und in der nächsten Lektion werde ich Dir dann erklären, wie der Kapitalismus in der Kausalität erst NACH den menschlichen Handlulngsweisen steht und lediglich vom Egoismus und der Gier der Menschen profitiert. Und dass der Kapitalismus WIR sind.
Aber dazu müsstest Du tatsächlich erst mal begriffen haben, dass menschliche Motivation vor Wirtschaftssystemen steht.
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31.10.2007, 01:12
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
Ja, eben. Ich auch
Zitat von Inaktiver User
Gesunde Einstellung zur Arbeit, finde ichMein Job macht mir Spaß und ganz ohne möchte ich auch nicht sein, aber nur dafür leben kommt nicht in Frage, dazu finde ich das Leben viel zu bunt, um es auf den Aspekt meiner Arbeit zu beschränken.
Naja, ich bin auch eine von denen die das Modell "Pensionierung-lieber früher als später" favorisieren. Da komm ich doch glatt auf das Thema "Heraufsetzung des Rentenalters auf 67-und das bei hoher Arbeitslosigkeit". Warum? Weil sich die Arbeitgeber über jeden freuen, der früher in Rente gehen will. Der kriegt bekanntlich schmerzliche Abzüge.Ich persönlich finde es ganz merkwürdig, dass die meisten, wenn sie die Wahl hätten, lieber jede Woche länger arbeiten und dafür früher in Rente gehen würden, anstatt die Wochenarbeitszeit zu verkürzen und dafür später in Rente zu gehen. Das Motto "wenn ich erst mal in Rente bin ..." kann ich nicht nachvollziehen. Viele Wünsche und Bedürfnisse ändern sich, und wenn ich, sagen wir mal, mit 30 oder so meinen Drang nach XY nicht auslebe, habe ich mit 65 vielleicht gar keine Lust mehr drauf - und ärgere mich dann, dass ich XY nicht früher gemacht habe.
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31.10.2007, 01:25
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
@Rondella
Bingo! Wenn ich eine schöne, menschenfreundliche, interessante, angenehme Arbeit habe, stelle ich mir die Frage wohl eher nicht
Zitat von Inaktiver User
Arbeit ist nicht gleich Arbeit! Ups, Hausarbeit und Erwerbsberuf würde ich nicht in einen Topf werfen, zumal man sich die Hausarbeit eher selber gestalten kann als den Arbeitsplatz.Aber da fangen eigentlich die interessanten Überlegungen an: Welchen Stellenwert hat die Arbeit in meinem Leben? Sind Arbeit und Lebensfreude für mich zwei Paar Schuhe?
"Familienarbeit" bzw "Hausfrau/Hausmann" haben wohl tatsächlich einen negativen Anstrich. Obwohl sie staatlich unterstützt werden (Kindergeld, Mutterschaftsurlaub, etc). Ich würde sie auch nicht gerade der Erwerbsarbeit gleichstellen, weil der Rahmen doch selbst gestaltet werden kann. Diese Gestaltungsfreiheit hat man am Arbeitsplatz nicht.Ist es nicht viel schöner und befriedigender, ein schönes Stück Arbeit angefertigt zu haben, ob das nun ein Tisch ist oder eine Unterrichtsstunde, als, z. B. auf eine langweilige Familienfeier in anstrengender Verwandtschaft zu gehen - was eigentlich unter "Freizeit" laufen müsste? Wieso ist es so schwer, z. B. Putzen als eine notwendige Arbeit zu begreifen und entsprechend zu erledigen, statt darüber zu jammern? Warum ist Fürsorge (für Kinder, alte Menschen) eine soviel weniger geachtete Arbeit als Erwerbstätigkeit? Warum klopfe ich mir auf die Schulter, wenn ich eine gute Arbeit abgeliefert habe, aber nicht, wenn ich die Erkältungszeit überstanden habe, mit all der Kinderpflege, die dazu gehört (ich bin dann froh und erleichtert - aber nicht stolz und zufrieden).
Aber ich stimme Dir zu, dass "Hausarbeit" und "Kinderfürsorge" schöne und befriedigende Tätigkeiten sein können. Bin selber Mutter zweier Söhne.
Weil sie eben unterschiedliche Ansprüche, Bedürfnisse, Lebensziele, usw haben.Warum fühlen sich manche Menschen schnell "faul", wenn sie mal nichts tun, und andere sind gleich am Meckern, wenn sie mal überhaupt irgendetwas tun sollen?
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31.10.2007, 08:00
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
Na immerhin verstehst Du schon mal was Kausalität ist. Allerdings endet es dann hier auch schon. Ursache und Wirkung richten sich nicht danach, was Dir lieber ist.
Zitat von uroborosserpent
Wie albern. Das praktische an Tante-Emma-Läden war doch, dass man keinen Parkplatz brauchte, weil man zu Fuß hingehen konnte.
Zitat von uroborosserpent
Die Tante-Emma-Läden beschäftigten wesentlich mehr Personal als die Großen auf der Wiese. Die Arbeitslosenzahlen waren wesentlich geringer. Dadurch, dass die Lädchen entlassen mussten, und nur ein Bruchteil in den Großmärkten unter kam, stieg die Arbeitslosigkeit.
Die gemeinen Kapitalistenschweine, die Du da irgendwo in Deiner Verschwörungstheorie ausmachen willst, haben nicht die Menschen in die Sozialhilfe gejagt, sondern alle, die nur immer mehr und zu immer niedrigeren Preisen wollen.
Blödsinn. Die Charakterdefizite machen dieses Wirtschaftssystem.
Zitat von uroborosserpent
Wir haben keinen Feudalismus mehr und können jederzeit alles anders machen.
Du bist ein tief gläubiger Kapitalist und verkündest überall seine Botschaften, weil das viel einfacher ist, als selbst zu denken und die eigene Mitwirkungsleistung an dem System zu betrachten und sogar eine Handlungsanleitung zur Veränderung daraus abzuleiten. Du nimmst Die Haltung ein, die von denen bevorzugt wird, die satt und zufrieden von dem System profitieren. Immer auf der Suche nach einem anderen der Schuld ist.
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31.10.2007, 08:41Inaktiver User
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
Genau so. Was die Arbeit eines Müllmannes eigentlich wert ist, sieht man, wenn die Müllabfuhr streikt. Wenn die "kleinen Leute" ihre Arbeit niederlegen, geht alles drunter und drüber. Wenn Manager streiken, sind die Auswirkungen lange nicht so dramatisch. Was sagt uns das?Moooment mal, nicht so schnell. Wenn ich Dich richtig verstehe, willst Du mir sagen, dass die Arbeit eines Müllmanns eigentlich genauso viel Wert ist wie jede andere Arbeit auch, nur hat "die Gesellschaft" (schwammiger Begriff) der Arbeit des Müllmanns ein schlechtes Image verpasst?
Also, dass Akademiker "mehr" leisten, wage ich doch mal zu bezweifeln. Sie "können" ja nicht zwangsläufig "mehr" (wie immer man das definieren will), nur weil sie studiert haben. Sie können ANDERE Dinge.Hmm...es kommt schließlich auch auf die Qualifikationen an, die zur Ausführung einer Tätigkeit benötigt werden. Die Arbeit eines Müllmanns kann jeder verrichten, der körperlich dazu in der Lage ist. Also ist diese Arbeit weniger angesehen, anspruchslos und wird schlecht bezahlt. Akademiker müssen bekanntlich mehr leisten: Z.B. den Umgang mit IT-Produkten beherrschen, über hohe kommunikative Fähigkeiten verfügen und ein selbstsicheres Auftreten haben.
Genau, sie ist unangenehm und daher ist es sicher verständlich, wenn Müllmänner, um beim Beispiel zu bleiben, sich unter "Arbeit und Erfüllung" was anderes vorstellen.Auf der anderen Seite IST die Areit eines Müllmanns unangenehm. Aus bekannten Gründen. Dies ist eine Tatsache. Nicht nur aus der Sicht eines Müllmanns, sondern auch aus der Sicht eines Büromenschen.
Vielleicht aber auch nicht, denn letztlich kommt es auf die Einstellung an. Unser Postbote z.B., mit dem ich nicht tauschen möchte, ist trotz der härter gewordenen Bedingungen immer noch mit Leib und Seele Postbote.
Sehe ich anders. Unwürdig ist höchstens, dass wir Leute, die schmutzige oder sehr anstrengende oder sehr monotone Arbeit machen, nicht vernünftig entlohnen und dann auch noch auf sie runterblicken, weil sie sich nicht zu schade dafür sind.Viele Tätigkeiten SIND menschenunwürdig, egal ob man seine Einstellung dazu ändert oder nicht.
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22.12.2007, 09:50Inaktiver User
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
Naja, ich bin auch eine von denen die das Modell "Pensionierung-lieber früher als später" favorisieren. Da komm ich doch glatt auf das Thema "Heraufsetzung des Rentenalters auf 67-und das bei hoher Arbeitslosigkeit". Warum? Weil sich die Arbeitgeber über jeden freuen, der früher in Rente gehen will. Der kriegt bekanntlich schmerzliche Abzüge.[/QUOTE]
Ja... hier ist es wieder : die anderen/ die Arbeitgeber / die Bösen sind schuld ....
Die Freizet wird auf den evtl. Sankt-Nimmerleinstag verschoben und man wundert sich, dass man wenig Lebendsqualität hat (also nur lebt um zu arbeiten).
Wer HEUTE (nicht erst wenn er in Rente ist) Lebensqualität sucht, muss es einfach TUN. D.h. Wochenarbeitszeit runter ! Individuellen Vertrag abschließen . Ein Sabbatjahr einlegen falls möglich. Es gibt sehr viele Möglichleiten, einen besseren Arbeit/Freizeit-aAusgleich zu schaffen. Jeder hat es in der Hand. Man muss es WOLLEN !
Das Problem mit der Lebensqualität spielt sich meines Erachtens im KOPF ab. Ich kenne viele die über zu viel Arbeit und Stress jammern aber absolut KEINE Veränderungen auch nur an-denken.
Grund ist vielleicht auch die Angst, sich entbehrlich zu machen (wenn man z.Bsp. seine Arbeitszeit runterfährt gilt man als faul und ersetzbar).
Relax. Und :_Eigenverantwortung. NICHT die Gesellschaft / die Anderen sind an den eigenen Lebenumständen schuld...wieso auch ?
LG
reddaisy
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22.12.2007, 09:51Inaktiver User
AW: Leben, um zu arbeiten - arbeiten, um zu leben?
...oh je ... das Zitieren oben hat nicht geklappt...


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