Hallo Ihr Lieben, aus aktuellem Anlass beschäftigt mich eine Frage: wie kann man mit religiösen Fanatikern im Alltag umgehen? Meine Erfahrung lehrt mich, diskutieren und mit Vernunft und Logik, da kommt man nicht weiter? Habt ihr eine Idee
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 37
-
12.10.2007, 18:25
Umgang mit religiösen Fanatikern
-
12.10.2007, 18:41Inaktiver User
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
Hallo!
Zitat von Mimilette
Man müßte für sich erst einmal entscheiden, was religiöse Fanatiker sind.
Ich diskutiere gerne mit jemandem der seine Religion, seinen Glauben ernst nimmt. Für mich ist das kein Fanatismus!
Ich habe auch nichts dagegen, wenn dieser auf seine Meinung, seine Einstellung beharrt. Auch das ist für mich kein Fanatismus!
Wenn du mit diesen Personen sprichst, hast du ja auch deine feste persönliche Meinung, deinen Glauben und beharrst darauf.
Könnte der andere dann auch denken, dass du fanatisch an deiner Religion festhälst?
Weil du dich nicht ändern möchtest?
Es gibt ja auch Personen, die lautstark an ihrem Unglauben festhalten.
Ist das auch Fanatismus?
Ansonsten halte ich mich daran: Einfach ignorieren...
Darf ich fragen, was du erlebt hast?
Gruß von der ZisskaGeändert von Inaktiver User (12.10.2007 um 18:47 Uhr)
-
12.10.2007, 18:52Inaktiver User
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
Ich habe da mal ein sehr schönes Buch zu gelesen: "Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren." Köstlich und erhellend! Wobei die Erkenntnis: Mit Logik zu argumentieren, ist sinnlos, eigentlich schon vorher da war. Anderseits: Es ist schon möglich, diese Argumente als widersinnig zu entlarven. Nur lassen sich manche Leute nicht davon überzeugen.
Wer innerhalb eines anderen Systems diskutiert, mit dem kommt man nie auf einen gemeinsamen Nenner, weil einfach die Voraussetzungen nicht stimmen. Das ist so ähnlich, als wollte ich als CDU-Mitglied bei der SPD austreten. Was ich an obigem Buch so schön fand, war, dass man manche Argumentationsmuster lernte, die immer wieder vorkommen und die dennoch falsch sind. Das gibt einem doch eine gewisse Sicherheit in der Diskussion.
Ignorieren ist ja schön und gut, aber das Verhalten solcher Leute ist ja manchmal oft übergriffig. Das ist ja gerade das Problem bei Fanatismus. Und da muss man ja schon seine Grenzen ziehen. Aber Mimilette, vielleicht kannst du ja auch ein kleines bisschen genauer werden?
-
12.10.2007, 19:46
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
...fanatismus würde ich sagen, fängt da an, wo die rechte anderer eingeschränkt werden. Was ist passiert? In meinem näherem Umkreis (Nachbarschaft) gibt es Menschen die einer "extremen" christlichen Gruppierung angehören - völlig unaufgefordert bekam ich dann unter einem Vorwand eine Visitenkarte zugesteckt mit der Homepage eben dieser Gruppe, ich habe mir das ganze dann mal angesehen und war einigermaßen schockiert. Insbesondere eine Sache hat mich sehr abgestoßen, die Aussage, dass Homosexuelle für immer in Schwefelbad der Hölle schmoren - schön mit Bildern, damit man sich das ganze besser vorstellen kann. Mehr ist garnicht passiert, im Prinzip könnte es mir ja egal sein, aber irgendwie will es mir nicht in den kopf, dass erwachsene Menschen tatsächlich davon überzeugt sind. Außerdem finde ich, dass hier eindeutig andere diskriminiert werden. Dann dachte ich mir noch, die armen kinder, die stehen vollkommen schutzlos unter diesem einfluss. Was wenn ihre Kinder tatsächlich schwul sind, die bekommen doch einen totalen psychischen Schaden....
-
12.10.2007, 19:51
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
Hallo Rondella, danke für den buchtip. Dein Argument mit dem System stimmt in gewisser Weise, andererseits finde ich fängt da schon der fanatismus an, wenn man sich Argumenten Andersdenkender von vornherein verschliesst. In deinem Beispiel gesprochen: ich bin zwar treuer spd wähler, trotzdem finde ich einige sachen, vorschläge oder personen der cdu auch gut. Ich denke diese freiheit MUSS man sich bewahren
-
12.10.2007, 20:16
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
Wenn sie vor der Türe stehen einfach einen Grund nennen damit sie wieder gehen.
"Ja, natürlich interessiere ich mich für religiöse Themen, aber leider kommen sie zur Zeit etwas ungelegen. Ich bereite gerade eine schwarze Messe mit anschließender Orgie vor. Möchten sie vielleicht mitmachen?"
Ansonsten hat man mit religiösen Fanatikern eigentlich nur Probleme. Sie sind fanatisch, das ist ja gerade das Schlimme. Sie leben und erleben ihre eigene Realität und wirklich tiefgreifenden Einfluss auf die Wahrnehmung eines anderen Menschen, kannst du nicht nehmen.
Am besten man hält sich davon fern...Wenn Lust Sünde ist, fahre ich gerne zur Hölle - da kann ich dann wenigstens sagen das ich ein Leben hatte!
-
13.10.2007, 15:45Inaktiver User
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
Das ist so was, was mich echt wütend macht. Diese Hatz auf Homosexuelle hat es ja schon seit Menschengedenken gegeben und nie, nie hat es dafür einen nachvollziehbaren Grund gegeben.
Zitat von Mimilette
Oder kennt hier einer einen?
Es wird immer so getan, als habe Religion ja einen guten, einen menschlichen Kern, der dazu beiträgt, dass Menschen friedlicher zusammenleben. Dass Menschen bestraft werden, die andere bestehlen oder ermorden, leuchtet jedem ein. Wem aber schadet jemand, der homosexuell ist? Und das ist auch eine heikle Frage, wie weit eigentlich Toleranz geht: So weit, dass man toleriert, dass einige Menschen Homosexuelle in der Hölle schmoren sehen wollen? Das kann ja wohl nicht sein. Kinder, die im Einfluss solcher Sekten stehen, sind wirklich schutzlos ausgeliefert und eigentlich kann man das als demokratisch denkender Mensch nicht dulden. Aber was tun? Das weiß ich auch nicht recht. Wer schweigt, stimmt zu?!
(Natürlich hinkt das Beispiel mit den Parteien, denn in diesen entstehen Meinungen auf Grund von Diskussion und Nachdenken, nicht auf Grund von fest vorgegebenen Dogmen. Als Nicht-Parteimitglied muss man sich zum Glück nicht festlegen.)
-
13.10.2007, 16:38Inaktiver User
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
Zitat von Mimilette
Lehrt nicht auch die Kirche, dass die Sünder ewig in der Hölle schmoren oder sich in der ewigen Verdammnis befinden werden?
Ich kenne auch erwachsene Männer und Frauen, die Mitglieder der katholischen/evangelischen Kirche sind, die davon echt überzeugt sind...
Und sie belehren auch ihre Kinder... Ich wurde auch so belehrt
-
14.10.2007, 02:16
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
man kann solch eine seite dem sektenbeauftragten melden. eine hatz gegen homos ist gegen das grundgesetz. da könnte man eingreifen!
den titel des buches wüsste ich auch gern!
was die evangelen betrifft, zu denen ich gehöre, wird nicht von hölle gesprochen, sondern nur, dass jesus zum Vater führt...(also zu gott).
leonieAuch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.
Das Hohelied
-
14.10.2007, 07:25Inaktiver User
AW: Umgang mit religiösen Fanatikern
Ich diskutiere da gar nicht lange herum.
Als mich neulich eine Dame einer fundamentalistischen, religiösen Gemeinschaft zur Diskussion herausfordern wollte, nahm ich sie in die Arme, sah ihr in die Augen, drückte sie an mich und sagte, ich wünsche ihr, dass sie in ihrer Religion denselben Frieden findet wie ich in meiner.....


Zitieren