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    AW: Einzug der Zensur?

    Aus dem betreffenden Strang sind die Beiträge "verschwunden", deren Ersteller weder die Themenstarterin, noch das Thema noch die NUB ernst genommen haben.
    Ebenso "verschwunden" sind die Beiträge von Baselitz, der an Thema und NUB erinnert hat.

    Das Brigitte-Forum bietet reichlich Möglichkeiten Albernheiten auszutauschen.

    Der Strang "Losung für heute" ist kein solcher Bereich.

    Wenn Bedarf besteht, verschiebe ich die "verschwundenen" Beiträge gerne in den Pavillion oder in die Plauderpinwand.

    Ich vermute aber, dass sie dort ihren Zweck nicht erfüllen.
    Im Zweifel tu einfach das Richtige

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    AW: Einzug der Zensur?

    Zitat Zitat von Jonas
    Aus dem betreffenden Strang sind die Beiträge "verschwunden", deren Ersteller weder die Themenstarterin, noch das Thema noch die NUB ernst genommen haben.
    Ebenso "verschwunden" sind die Beiträge von Baselitz, der an Thema und NUB erinnert hat.

    Das Brigitte-Forum bietet reichlich Möglichkeiten Albernheiten auszutauschen.

    Der Strang "Losung für heute" ist kein solcher Bereich.

    Wenn Bedarf besteht, verschiebe ich die "verschwundenen" Beiträge gerne in den Pavillion oder in die Plauderpinwand.
    Satire ist keine Albernheit und die Nachfrage, was ein Spruch bedeutet ist ebenfalls keine Albernheit.
    Satire geht auf ein über 2000 Jahre alte philosophische Schule zurück und findet genau da statt wo sie stattfindet. Eine derartige Zensur, die Du hier eingeführt hast, ist auf alle Fälle sogar für die Bricom einmalig. Ein Verstoß gegen die NUB hat nicht statt gefunden, denn müsste da auch drin stehen, dass keinerlei Ironie und Satire erlaubt ist. Die Losung des Tages kann sowohl ein todernster Spruch sein, als auch eine Satire.

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    AW: Einzug der Zensur?

    §5 Verhaltensregeln für registrierte Teilnehmer in der Brigitte.de Community
    1. Teilnehmer haben sich gegenseitig mit Respekt und Rücksicht zu behandeln.
    Respektlosigkeit unter dem Deckmäntelchen "Satire" verkaufen zu wollen, hat diese alte Kunst sicher nicht verdient.
    Im Zweifel tu einfach das Richtige

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    AW: Einzug der Zensur?

    Zitat Zitat von Jonas
    Respektlosigkeit unter dem Deckmäntelchen "Satire" verkaufen zu wollen, hat diese alte Kunst sicher nicht verdient.
    Sag mal, hast Du auch nur die geringste Ahnung, was Satire ist?

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    AW: Einzug der Zensur?

    ich lasse einen berufeneren Mund als meinen Antworten:

    Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.
    Im Zweifel tu einfach das Richtige

  6. gesperrt

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    AW: Einzug der Zensur?

    Zitat Zitat von Jonas
    ich lasse einen berufeneren Mund als meinen Antworten:
    Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.
    Da kann ich durchaus dagegen zitieren.
    *Der selektive Zitierer entlarvt sich selbst, denn er kann sich nicht der Wahrheit stellen*

    Lies nach, was Satire bedeutet. Es gibt dazu ausreichend Literatur und nicht nur Deine einseitige Phrase.

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    AW: Einzug der Zensur?

    Zitat Zitat von maxima8
    ... nicht nur Deine einseitige Phrase.
    Im Zweifel tu einfach das Richtige

  8. gesperrt

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    AW: Einzug der Zensur?

    Es ist ganz einfach.
    Wer die Macht besitzt und einfach mittels seiner Macht ganz offensichliche Satire als unliebsam entfernt, begräbt die Satire.

    Die Zensur ist das Recht der Machthabenden und der ist hier ja ganz eindeutig geklärt. Ich denke, es wäre nur mehr angemessen, die Zensur auch ganz klar in den NUB zu verankern, um jegliche Missverständnisse auszuschließen.

    Die Satire lebt von der Respektlosigkeit. Sie gehört zu unseren wichtigsten Grundrechten und sie hat nicht wenig Anteil an unserer Demokratie. Immer gibt es Totengräber, die sie so tief wie möglich begraben wollen, und immer hat sich sich wieder freigeschaufelt.
    Jonas, Du bist nicht der erste und Du wirst auch nicht der Letzte sein, der das versucht.

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    AW: Einzug der Zensur?

    The end?
    Salve


    krassherdiger Fischeimer

  10. gesperrt

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    AW: Einzug der Zensur?

    Zitat: Tucholsky. Und diesmal nicht entstellt und als Verteidigung der Zensur getarnt.
    Wenn einer bei uns einen guten Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.

    Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: «Nein!» Eine Satire, die zur Zeichnung einer Kriegsanleihe auffordert, ist keine. Die Satire beisst, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.

    Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.

    Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: Er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

    Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.

    Vor allem macht der Deutsche einen Fehler: Er verwechselt das Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit frommen Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die packende Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist. Ich hebe den Vorhang auf, der schonend über die Fäulnis gebreitet war, und sage: «Seht!» - In Deutschland nennt man dergleichen «Krassheit». Aber Trunksucht ist ein böses Ding, sie schädigt das Volk, und nur schonungslose Wahrheit kann da helfen. Und so ist das damals mit dem Weberelend gewesen, und mit der Prostitution ist es noch heute so.

    Der Einfluß Krähwinkels hat die deutsche Satire in ihren so dürftigen Grenzen gehalten. Große Themen scheiden nahezu völlig aus. Der einzige «Simplicissimus» hat damals, als er noch die große, rote Bulldogge rechtens im Wappen führte, an all die deutschen Heiligtümer zu rühren gewagt: an den prügelnden Unteroffizier, an den stockfleckigen Bürokraten, an den Rohrstockpauker und an das Straßenmädchen, an den fettherzigen Unternehmer und an den näselnden Offizier. Nun kann man gewiss über all diese Themen denken wie man mag, und es ist jedem unbenommen, einen Angriff für ungerechtfertigt und einen anderen für übertrieben zu halten, aber die Berechtigung eines ehrlichen Mannes, die Zeit zu peitschen, darf nicht mit dicken Worten zunichte gemacht werden.

    Übertreibt die Satire? Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

    Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen die leidige Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst. Warum sind unsere Witzblätter, unsere Lustspiele, unsere Komödien und unsere Filme so mager? Weil keiner wagt, dem dicken Kraken an den Leib zu gehen, der das ganze Land bedrückt und dahockt: fett, faul und lebenstötend.


    Nicht einmal dem Landesfeind gegenüber hat sich die deutsche Satire herausgetraut. Wir sollten gewiss nicht den scheußlichen unter den französischen Kriegskarikaturen nacheifern, aber welche Kraft lag in denen, welche elementare Wut, welcher Wurf und welche Wirkung! Freilich: Sie scheuten vor gar nichts zurück. Daneben hingen unsere bescheidenen Rechentafeln über U-Boot-Zahlen, taten niemandem etwas zuleide und wurden von keinem Menschen gelesen.

    Wir sollten nicht so kleinlich sein. Wir alle - Volksschullehrer und Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und Ärzte und Beamte und Frauen und Volksbeauftragte - wir alle haben Fehler und komische Seiten und kleine und große Schwächen. Und wir müssen nun nicht immer gleich aufbegehren («Schlächtermeister, wahret eure heiligsten Güter!»), wenn einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt. Boshaft kann er sein, aber ehrlich soll er sein. Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen - aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt. Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn nicht alle übel nähmen.

    So aber schwillt ständiger Dünkel zum Größenwahn an. Der deutsche Satiriker tanzt zwischen Berufsständen, Klassen, Konfessionen und Lokaleinrichtungen einen ständigen Eiertanz. Das ist gewiss recht graziös, aber auf Dauer etwas ermüdend. Die echte Satire ist blutreinigend: und wer gesundes Blut hat, der hat auch einen reinen Teint.

    Was darf die Satire?

    Alles.

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