Der Mensch ist über das Stadium der reinen Zellansammlung hinaus. Er ist ein bewusstes, eigenständiges Wesen.
Es gibt Menschen, die Abtreibung ablehnen und dennoch nie auf die Idee kämen, Frauen als Mörderinnen zu bezeichnen.Zitat von Inaktiver User
Das hysterische hineinsteigern in ein Mitleid, welches sich auf die eigene Fiktion eines nicht existenten Lebens richtet, ist nicht vergleichbar mit einer realen Bedrohung, die aus Diffamierungen erwächst. Menschen, die Abtreibungen befürworten werden umgebracht. Frauen werden belästigt und schikaniert. In den Käffern, die ich kenne ist Abtreibung immer noch ein Stigma. Erzähl also nichts von eingebildeten Verfolgungen. Die gleichen Moralisten, die Abtreibung verurteilen schauen mit Häme oder Verachtung auf ledige Mütter. Auch heute noch.
Wenn Diffamierungen so irrelevant sind,so lange sie keine direkte Person angreifen, dann dürfen wir ja gerne Frauen ganz generell als Huren und Schlampen bezeichnen. Macht ja nichts. Hat ja keine Folgen. Selbst schuld, wenn sich jemand getroffen fühlt oder vergewaltigt wird.
Wenn Du schon in Ermangelung von eigenen Argumenten meine verwenden musst, dann solltest Du wenigstens welche auswählen, die passen.
Ich unterstelle Dir keine Schauspielerei. Ich unterstelle Dir, dass Du Dir nicht bewusst darüber bist, dass Du Deine eigene Projektion betrauerst. Das was Du betrauerst existiert nicht. Da ist noch kein Kind, ob hübsch oder hässlich.Zitat von Inaktiver User
ACH!Zitat von Inaktiver User
Sieh einer an. Plötzlich doch.
Weißt Du was für Dich der Unterschied ist. Die Pille ermöglicht Dir ein feistes bequemes Leben. Darum musst für Dich das Ei auch "kein Kind" sein. Das Ei ist aber genau so potenziell ein Kind wie ein Embryo. Aber, da darfst Du das Kinde, das Du betrauern willst nicht denken, denn sonst müsstest Du nämlich konsequent sein und mit zehn Kindern durchs Leben zu rennen.
Das Ei enthält alle Stoffe, die für ein werdenden Leben notwendig sind. Der Samen ist überhaupt nicht zwingend erforderlich. Es ist lediglich eine kleine Evolutionäre Eigenheit, um die Artenvielfalt zu erhöhen, trägt aber zur Entwicklung des Kindes nichts bei. Das Ei ist nichts anderes als eine der Zellen, die nachher - ein paar mal geteilt - für Dich plötzlich Kind sind.
Hier steht die moralische Bürgerwehr, die Frauen zu Mörderinnen stempeln, aber selbst jeden Monat brav ihr werdendes Leben für ihre persönliche Gemütlichkeit abtöten und sich aus aller Schuld rausreden.
Genau das ist der Punkt. Die Heuchelei um das ungeborene Leben bei anderen, während man sich selbst in satter Selbstgerechtigkeit die Definitionen so einrichtet, dass man völlig schuldenfrei ist.
Aber genau darum geht es bei Vergleichen. Man vergleicht die Dinge, die einen Bezug zueinander haben. Du kannst jetzt noch unzählige male erklären was man in welcher Konstellation vergleichen kann. Darum geht es nicht. Wenn ich bei einem Pferderennen bin und jemand eine Bewertung von mir möchte, dann kann ich nicht mit schwachsinnigen Vergleichen ankommen. Ich kann ihm natürlich sagen, dass das Pferd läuft wie ein Schweizer Käse, weil irgendwo in meinem Weltbild eine Möglichkeit existiert Schweizer Käser mit Pferden zu vergleichen, aber der Vergleich ist nichts sagen für den Addressaten. Du kannst natürlich auch beschließen, dass Du Dich mit Leuten unterhalten möchtest, ohne, dass Sie Dich verstehen. Deine Entscheidung.Zitat von Inaktiver User
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Thema: Abtreibung und Moral
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24.09.2007, 11:30
AW: Abtreibung und Moral
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24.09.2007, 11:48Inaktiver User
AW: Abtreibung und Moral
ich habe die Pille noch niemals konsumiert u. werde das auch niemals tun;
Zitat von maxima8
ich habe noch nie eine ledige Mutter beschimpft - wir haben einige in der Familie, warum auch; ganz im Gegeteil, ich finde das bewunderswert. Es wäre für mich total blöd, eine ledige Mutter zu beschimpfen;
genau so wenig habe ich jemals jemand anderen dabei gesehen, der eine ledige Mutter beschimpft hätte.
Ich weiss nicht wo Du lebst, in meinem Bekanntenkreis gibt es sowas nicht.
Für mich ist ein Embryo bereits ein existierendes Leben, tut mir leid. Kein potentielles. Jeder von uns hat natürlich eine potentielle Zukunft vor sich; ich kann doch auch niemandes Leben willkürlich u. bewusst beenden u. mich dann so rechtfertigen:
"warum regt Ihr Euch auf, ich habe dieser Person ja bloss einer potentiellen Zukunft beraubt; Mitleid ist fehl am Platz denn immerhin exisitert diese Person ja nicht mehr; ihr seid empört wegen etwas, das rein fiktiv ist und das es jetzt nicht (mehr) gibt".
Ausserdem - irgendwie erlebt doch jeder die Welt durch seine eigenen Projektionen; immer. Wir projezieren in alles was rein, in jeden Mitmenschen und glauben dann, ihn zu kennen; nur all zu oft entdecken wir dann später, dass wir den vermeintlich guten Freund gar nicht wirklich kennen.
Mein Ameisen/Pferd-Vergleich findet eben nicht auf der Pferde-Rennbahn statt -- das ist der Unterschied. Du nimmst die Rennbahn als fixe Bedinugung. Ich möchte nur sagen, es gibt hier ja noch -zig andere Schauplätze.
Aber ich bin es langsam einfach echt leid, es ist so müssig u. - ich hätte es ohenhin wissen müssen - es gibt bei diesem Thema nicht die geringste Annäherung.
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24.09.2007, 11:54
AW: Abtreibung und Moral
Nein?
Zitat von Inaktiver User
Die katholische Kirche agitiert heftig gegen die Abtreibung, gegen die Todesstrafe hat sie nichts einzuwenden.
George Bush, ein Protestant, hat auch nichts dagegen.
Da ist Töten plötzlich erlaubt?
Manchmal stellt sich heraus, dass derjenige unschuldig war.
So ein Pech aber auch.
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24.09.2007, 11:59Inaktiver User
AW: Abtreibung und Moral
Hattest du denn wirklich geglaubt das es eine Annäherung geben könnte? Und wie sollte die Aussehen?
Zitat von Inaktiver User
Dafür oder Dagegen! Gibts es in dieser Frage ein Vielleicht? Nicht wenn ich betroffen bin und mich entscheiden muß oder?
Wie verhütest du?
Dharma
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24.09.2007, 12:29Inaktiver User
AW: Abtreibung und Moral
dass es in der Sache keine Annäherung gibt war mir natürlich klar; dass man aber von der Gegenseite mal ein versöhnliches: "na gut, wenn man es so sieht...." oder "naja, ganz so von der Hand zu weisen sind Deine Argumente auch nicht, aber ich sehe es halt anders" hört wäre drin gewesen.
Zitat von Inaktiver User
Gar kein Einlenken; immer nur in das Eck: "das ist eine unzufriedene Furie, die offenbar ihren Frust am Niedermachen von anderen Frauen ablassen muss, weil die vielleicht hübscher sind und einen Mann kriegen....." oder "das ist eine konservative Kirchgeherin die plappert ja nur das nach was der Papst sagt, die hat offenbar keine eigene Meinung..." müsste nicht sein.
Ich finde schon, dass auch die Gegenseite sich zumindest ein wenig Bemühen könnte, ein wenig guten Willen zeigen könnte u. sich für eine Sekunde vorstellen würde, wie wir es sehen und sich dann denken würde:
"naja, wenn ich natürlich den - auf jeden Fall vorhandenen - Unterschied zwischen einem einjährigen und einem Embryo nicht als so gravierend ansehe, dann wäre Abtreibtung vielleicht doch nicht so ohne..."
Ich glaube schon, dass eigentlich jeder ein wenig guten Willen zeigen könnte und anderen einfach auch zugestehen könnte, dass die eine Sache nicht für gutheissen, aber dennoch keine Einzelpersonen verurteilen muss und dennoch halbwegs "normal" - und eben nicht frustiert, konservativ usw. sein muss.
Wenn der Gedanke, dass ein Embryo zumindest aus einem gewissen Blickwinkel als schützenswert betrachtet werden könnte, wirklich soooo weit hergeholt ist, warum tun sich Frauen mit Abtreibungen dann häufig so schwer???
Ich meine, das PAS (=post abortion syndrom) habe ich gar nicht ins Spiel gebracht weil ich ja weiss, dass die Gegenseite null drauf eingeht sonderen einfach dessen Existenz leugnet (=obwohl ich nur einen Tastenklick von einer PAS-Seite entfernt bin u. sich da Frauen am laufenden Band ausheulen -- WAS ICH ABSOLUT VERSTEHE U. WO MIR JEDE SEHR LEID TUT, aber zumindest ein: "keine Frau geht leichtfertig zu einem Abbruch" hört man ja auch immer von der Gegenseite. Warum - wenn es doch eine harmlose Sache - nur Zellgewebe ist. Ich glaube schon, dass man anhand dessen eingestehen könnte, dass der Gedanke, es könnte sich um schützenswertes menschliches oder menschenähnliches Leben handeln für jeden Gegner soooooo weit hergeholt ist, dass man den AB-Skeptikern überhaupt kein gutes Wort, ja nicht mal den Versuch des Verständnisses, schenken kann.
PS: in den alten Debatier-Clubs gab es so eine Disziplin, wo jeder angehalten war, zu "spielen" er wäre gegenteiliger Ansicht und die besten Argumente für eben diese erfundene Sichtweise zu finden; ich glaube, sowas muss den Horizont sehr erweitern.
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24.09.2007, 12:30
AW: Abtreibung und Moral
Das muss ich mir mal merken!!!
Zitat von Inaktiver User
TabeaBis auf Weiteres a.D.
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24.09.2007, 12:30
AW: Abtreibung und Moral
Von wegen Zellhaufen?
-Wieviele Vegetarier sind eigentlich unter den Abtreibungsgegnern?
-Und wieviele Kriegsdienstverweigerer?
-Meinen Artikel ueber Heimkinder haben saemtliche Abtreibungsgegner uebersehen.
-Warum werden aeltere Heimkinder nicht adoptiert?
-Warum segneten alle Kirchen zu allen Zeiten Waffen.
-Warum sind die Kirchen gegen keinen einzigen Diktator dieser Welt je aufgestanden?
- Warum benutzen die Kirchen nicht ihre Macht und ihr IMSENSES Vermoegen (wir sollten mal ueber das Vermoegen der Kirchen einen eigenen Strang machen!) um wirklichen Lebensschutz zu betreiben?
-Warum wird von den Kirchen nicht verlangt, dass sie ihre menschenverachtende Geschichte aufarbeiten, bevor sie sich ueberhaupt je wieder zu irgendwas oeffentlich aeussern duerfen. So wie man es von politischen Parteien zumindest verlangt hat?
-Warum haelt jemand die Kirchen fuer glaubwuerdig und berechtigt sich in irgendeiner moralischen Frage zu aeussern?
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24.09.2007, 13:30Inaktiver User
AW: Abtreibung und Moral
es gibt genügend kirchliche Einrichtungen, Missionen, Krankenhäuser, Seelsorger, Hilfsdienste, Spenden usw....; erkundige Dich doch einfach, was die Kirche alles finanziert;
Zitat von Sisyphos
besonders viel Geld dürfte die Kirche angesichts der massenweise Austritte wohl nicht mehr haben; sicher, es wird einiges an gebundenem Vermögen (=Immobilien usw...) vorhanden sein;
an Macht ist wohl nicht mehr viel übrig.
Dieser Prozess ist doch schon im Laufen; der verstorbene Papst hat sich mehrmals öffentlich zu den Fehlern der Kirchen, z.B. im zweiten Weltkrieg, bekannt.
Zitat von Sisyphos
dazu habe ich schon in Post 182 etwas geschrieben; warum sollten z.B. die Forenteilnehmer hier berechtigt sein, sich zu einer moralischen Frage zu äussern, die Kirche jedoch nicht ????? Wer soll denn den Berechtigungs-Stempel sich zu gewissen Fragen zu äussern, zu anderen jedoch nicht, vergeben? Du etwa? Warum die Kirche jemand für glaubwürdig hält, das müsstest Du wohl jede einzelne, gläubige Person auf der Welt fragen. Das kann man doch wohl nicht verallgemeinern. Es ist doch das gute Recht jedes einzelnen Menschen, etwas / jemand für glaubwürdig zu halten oder eben nicht. Du kannst Dich entscheiden und man wird das respektieren -- willst Du den anderen nicht auch diese Gefälligkeit gewähren?
Zitat von Sisyphos
Die anderen Fragen solltest Du wahrscheinlich eher an die Kirche direkt stellen -- falls Du wirklich an einer Antwort interessiert bist und es nicht nur rethorische Fragen waren.
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24.09.2007, 13:34
AW: Abtreibung und Moral
Outing: Ich bin gegen die Todesstrafe und für Abtreibung innerhalb der "Fristenlösung". Ich plädiere dafür, as Abtreibung in der BRD nicht nur vom Gesetzgeber geduldet, sondern endlich vom Gesetzgeber erlaubt wird.
Zitat von Sisyphos
Das Leben der Ungeborenen liegt jenen am meisten am Herzen,
die über das Geborene verfügen wollen. (Margarete Gottlieb)
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24.09.2007, 16:13
AW: Abtreibung und Moral
Vielleicht, weil ihnen von den Kirchen eingeredet wird, es wäre Mord und Sünde?
Zitat von Inaktiver User


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