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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von Mocca
    So lange die Kirche (oder das, was man dafür hält oder ihr zu sein gestattet) den Menschen vorschreibt, wie sich ihr Leben abzuspielen hat, so lange jemand meint, er habe die absolute Wahrheit für sich gepachtet, so lange werde ich dagegen halten: Seht euch das reale Leben an! Es geht nicht alles nach Plan und jedes Kind hat ein verdammtes Recht darauf, bei seinen Eltern (oder zumindest seiner Mutter, wenn sich schon der Erzeuger drückt) willkommen zu sein.

    Mocca
    Wenn es nicht willkommen ist kann die Mutter abtreiben.

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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von AnnaM
    Dazu äußere ich mich jetzt nicht, mach dir selber Gedanken!


    Willst du jetzt damit sagen, dass jedes Kind, auch das ungeborene, ein Recht auf Leben hat oder dass jedes Kind auf Verdacht - es könnte ja, wenn auf der Welt, immer noch unwillkommen sein - abgetrieben werden kann.
    Es dir klar sein, dass der Embryo nur ein Recht auf Leben hat, wenn die Mutter bereit ist ihn auszutragen.

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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von maxima8
    Frau AnnaM,
    ich kann mich nicht im entferntesten erinnern, dass wir wilden, leidenschaftlichen Sex miteinander hatten. Ich kann mich noch nicht einmal daran erinnern, einen Gedanken darauf verschwendet zu haben. Aber vielleicht haben ja Sie...
    Das Privileg mich als *Liebste* zu titulieren würde ich denn doch eher bei denen sehen, die den Begriff wahrhaftig nutzen.

    Natürlich kann es auch sein, dass Begriffe wie Liebe, Liebste, Mord, Hass... bei Ihnen einer gewissen Beliebigkeit unterliegen. Dann könnte ich Ihre Beiträge in diesem Strang auch besser einschätzen.

    Mord bedeutet dann vielleicht nicht Mord, sondern ist ein Synonym für *liebreizende Loslösung von etwas, was man sich vielleicht sogar wünscht, dem man sich aber nicht gewachsen fühlt*. Das könnte dann durchaus eine Basis für ein Gespräch sein.

    Als Gesellschaft versuchen wir die nach unserem Wertesystem ausgerichtete gerechteste Lösung zu entwickeln. Das ist bei gegensätzlichen Anforderungen und Bedürfnissen weder einfach noch widerspruchsfrei lösbar. Es würde - genau wie bei Fällen von Abschaltung bei langjährigen Koma-Patienten - nachdenkliche Ruhe erfordern, um dem Thema gerecht zu werden. Allerdings missbrauchen einige Kirchenfürsten immer wieder diese Themen um ihre Machtansprüche zu manifestieren und marktschreierisch ihre Schäfchen auf den korrekten Sprachkurs zu bringen. Mord, Missbrauch, Sünde.

    Der Kampf um den Embryo wird nicht wegen des Mitleides mit einem Individuum geführt, denn mir ist keiner bekannt, der bisher einen Embryo persönlich kannte. Es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass ein Embryo im dritten Monat in etwa die gleichen *Empfindungen* besitzt wie ein drei monatiger Rinder-, Pferde- oder Lama-Embryo. Es kann also kaum das Mitleid für das Individuum sein, denn nicht selten wird eine weiterentwickelte Empfindung wie Angst bei Schlachttieren durchaus in Kauf genommen, obwohl es da nicht um eine lebenslange Verantwortung geht sondern lediglich um ein Abendessen.

    Die Trauer um ein ungelebtes menschliches Leben kann es auch nicht sein, denn dann würden die Kritiker ja wohl kaum chemisch oder kirchlich vorgeschrieben verhüten und somit den unzähligen Eizellen als potenzielle Menschen den Weg in diese Welt verweigern. Die katholische Kirche verbietet ja sogar die Zeugung von Leben vor der Ehe und hat Frauen, die sich diesem Gebot entzogen mit ihrem Terror verfolgt. Und auch jetzt noch deklariert sie diese Frauen als Sünder. Oder sollte mir entgangen sein, dass der entsprechende Passus in Korinther 1 entfernt wurde, wonach diejenigen, die Hurerei begehen, aus der Gemeinschaft gescmissen werden sollen.

    Mord ist das Töten aus niederen Beweggründen. Wer sich für Abtreibende Frauen dieses kirchlich vordefinierten Terminus bedient, dem unterstelle ich mal, dass er einfach nur das Geschäft der Macht betreibt.

    Das Zitat von MissSchnute hat exakt den Kern dieses Themas erfasst.
    Nach kath. Recht ist Eheleuten nur dann Geschlechtsverkehr erlaubt, wenn er zur Zeugung dient. Sex aus Lust an der Freud ist nicht erlaubt und somit Sünde. Ich gestehe ich Sünde oft und gerne.

    http://web246m.dynamic-kunden.ch/Mar...Gebot%20Gottes
    Was verbietet Gott im sechsten und neunten Gebot ?
    Gott verbietet den vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr bzw. den Ehebruch. Vergewaltigung, Prostitution und Zuhälterei gehören zu den schweren Vergehen gegen diese beiden Gebote. Bigamie (Doppelehe) und Polygamie (Mehrehe) stellen einen vor Gott untragbaren Zustand dar. Blutschande (Geschlechtsverkehr unter Familienangehörigen) ist eine Perversion der Geschlechtlichkeit. Weitere Sünden gegen das sechste und neunte Gebot sind Pornographie durch unsittliche Filme oder Zeitschriften, der Gebrauch künstlicher Verhütungsmittel sowie die Masturbation (Selbstbefriedigung). Perversionen wie Geschlechtsumwandlungen sind ebenso wie homosexuelle Praktiken strikt abzulehnen. Unkeusche Gedanken und unkeusches Begehren sind Vergehen gegen das neunte Gebot und bilden die Vorstufe für Tatsünden.

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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von MissSchnuti
    Wenn es nicht willkommen ist kann die Mutter abtreiben.


    Kann sie derzeit, MissSchnuti, keine Frage. Was mich aufbringt, ist die moralische Seite der Sache, weil mich Missioniererei und Entscheidenwollen über die Zukunftsplanung anderer Menschen generell nerven.

    Mocca

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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von MissSchnuti
    Das Leben der Ungeborenen liegt jenen am meisten am Herzen,
    die über das Geborene verfügen wollen. (Margarete Gottlieb)
    Z.B. ueber den Umgang mit geborenem Leben in einer christlichen Einrichtung:

    Rund 80 Prozent der Heime waren in konfessioneller Hand. Insbesondere die katholischen Frauen- und Männerorden führten jahrzehntelang zahlreiche Erziehungsanstalten. Sie hießen "Zum Guten Hirten" oder waren nach Heiligen und Ordensgründern benannt: "Don-Bosco-Heim", "St. Vincenzheim", "St. Hedwig" oder "Marienheim". Die alte Mönchsregel "Bete und arbeite" erlebte eine perverse Renaissance in diesen konfessionellen Erziehungsheimen der jungen Bundesrepublik.

  6. Inaktiver User

    AW: Abtreibung und Moral

    maxima8:
    Mord ist das Töten aus niederen Beweggründen. Wer sich für Abtreibende Frauen dieses kirchlich vordefinierten Terminus bedient, dem unterstelle ich mal, dass er einfach nur das Geschäft der Macht betreibt.
    Das hat alles lange nichts mehr mit der Kirche zu tuen. Die PID (Prä-Implantations-Diagnostik) wird für unsere Gesellschaft so konform wie die Silikontitte.

    Die Diskussion hängt der Wirklichkeit etwas hinterher.

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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von Mocca
    Kann sie derzeit, MissSchnuti, keine Frage. Was mich aufbringt, ist die moralische Seite der Sache, weil mich Missioniererei und Entscheidenwollen über die Zukunftsplanung anderer Menschen generell nerven.

    Mocca
    Mich auch, deshalb sag ich ja, es ist einzig und allein die Angelegenheit der Schwangeren sich für oder gegen ein Kind zu entscheiden.
    Das Leben der Ungeborenen liegt jenen am meisten am Herzen,
    die über das Geborene verfügen wollen. (Margarete Gottlieb)

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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von Sisyphos
    Z.B. ueber den Umgang mit geborenem Leben in einer christlichen Einrichtung:
    ]
    Ja, wo sind sie denn die adoptionswilligen Eltern, die so gerne ein Kind hätten?

    Zitat Zitat von Sisyphos
    Rund 80 Prozent der Heime waren in konfessioneller Hand. Insbesondere die katholischen Frauen- und Männerorden führten jahrzehntelang zahlreiche Erziehungsanstalten. Sie hießen "Zum Guten Hirten" oder waren nach Heiligen und Ordensgründern benannt: "Don-Bosco-Heim", "St. Vincenzheim", "St. Hedwig" oder "Marienheim". Die alte Mönchsregel "Bete und arbeite" erlebte eine perverse Renaissance in diesen konfessionellen Erziehungsheimen der jungen Bundesrepublik.
    Ich war in keinem Heim, nur auf einer sogenannten "Klosterschule". Als 13 jährige (1978) fuhren wir mit der ganzen Klasse zu Besinnungstagen. Uns wurde klargemacht, dass wir zu beten und zu schweigen haben. Wir waren 13 Jahre zu 6. im Zimmer, keiner hat geschwiegen, wir spielten in einem Bett Karten, als wir entdeckt wurden. Uns beschimpfte man als lesbisch (weder ich noch meine Freundinnen wussten damals was lesbisch ist), dass es in den Augen "Der armen Schulschwester" nichts "gescheites" war bemerkten wir am Tonfall. Uns wurde mit Verweis gedroht, als Strafe musste jede von uns 30 Minuten auf einem kantigen Holzscheitel knien und Rosenkranz beten.
    Das Leben der Ungeborenen liegt jenen am meisten am Herzen,
    die über das Geborene verfügen wollen. (Margarete Gottlieb)

  9. gesperrt

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    AW: Abtreibung und Moral

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    maxima8:

    Das hat alles lange nichts mehr mit der Kirche zu tuen. Die PID (Prä-Implantations-Diagnostik) wird für unsere Gesellschaft so konform wie die Silikontitte.

    Die Diskussion hängt der Wirklichkeit etwas hinterher.
    Wie kommt man denn von der Tatsache, dass es Präimplantationisdiagnostik gibt, zu der logische Schlussfolgerung, dass die Kirche nichts mehr mit der Diffamierung von abtreibenden Frauen zu tun hat? Das eine hat doch mit dem anderen rein gar nichts zu tun.

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    AW: Abtreibung und Moral

    Es dir klar sein, dass der Embryo nur ein Recht auf Leben hat, wenn die Mutter bereit ist ihn auszutragen.
    Hm, gilt das auch für behinderte und alte, pflegebedürftige Menschen? Haben die auch nur ein Recht auf Leben, wenn sich da jemand findet, der die Betreuung übernimmt?

    Was mich aufbringt, ist die moralische Seite der Sache, weil mich Missioniererei und Entscheidenwollen über die Zukunftsplanung anderer Menschen generell nerven.
    Und was ist mit der Zukunft des ungeborenen Kindes? Und seit wann ist eine eigenen Meinung verteten Missioniererei und Entscheiden wollen?

    Was mich hier nervt, ist, dass ständig von "der Kirche" geredet wird, dass hier ständig unterstellt wird, Abtreibungsgegner würden gerne auf alle abtreibungswilligen Frauen einprügeln und die Namen irgendwo mit roter Farbe und dem Zusatz "Mörder" veröffentlichen und vor allem, dass einfach nicht akzeptiert wird, dass die Sicht der Abtreibungsbefürworter nicht unbedingt und unweigerlich die einzig wahre Sicht der Dinge ist. Wieso habt ihr das Recht, eure Wahrheit zu verkünden, sprecht es aber gleichzeitig den anderen ab?
    Wenn unsere Wahrheit einfach nur nicht stimmt, gibt es doch keinen Grund, sich aufzuregen. Ihr könnt doch so viel abtreiben, wie ihr wollt. Wenn wir allerdings Recht haben, müsste das Akzeptieren dieser Wahrheit, ganz besonders, wenn man schon mal abgetrieben hat, sehr schmerzhaft sein.

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