Hallo!
Gibt es jemand der mir erzählt wie er sich dem Thema angenähert hat? Interessante und auch zu verstehende Bücher vielleicht gelesen hat. Es gibt soviel zu diesem Thema. Viellcht hat ja jemand einen guten Tipp!
Danke!
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Ergebnis 1 bis 10 von 16
Thema: Buddhismus
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26.07.2007, 22:24
Buddhismus
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27.07.2007, 11:57
AW: Buddhismus
Hallo NikkiHH,
du hast recht, es gibt zum Thema Buddhismus wirklich unendlich viele Webseiten und Bücher.
Ich würde erstmal empfehlen, auf die Seiten der Deutschen Buddhistischen Union zu gehen. Das ist sozusagen der Dachverband für die zahlreichen Gruppen und unterschiedlichen buddhistischen Traditionen hier in Deutschland:
http://www.dharma.de/dbu/
Auf der Seite gibt es auch sehr gute Infos und Literaturempfehlungen.
LG
Mathis
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27.07.2007, 12:56Inaktiver User
AW: Buddhismus
Hallo Nikki,
ich bin 1987/88 während eines Aufenthaltes in Japan mit dem Buddhismus in Berührung gekommen - er hat mich nie losgelassen.
Erst dachte ich, es sei nur eine "Teenagerphase" (damals war ich 17/18).
Ich habe abgewartet, in mich gehorcht - es war immer irgendwie präsent.
Dann habe ich früh geheiratet und mich anderen Dingen zugewendet.
Kinder angenommen usw.
Meine Adoptivtochter wurde aufgrund ihrer Herkunft kath. getauft (wir wollten nicht alle Wurzeln durchschneiden und ihr erhalten, was wir erhalten konnnten) und so habe ich mich noch einmal intensivst mit dem Christentum auseinandergesetzt, um erneut festzustellen: ich bin kein Christ (wobei ich betonen möchte, dass ich das Christentum achte und respektiere!!!).
Habe wieder in mich gehorcht und immer wieder gemerkt:
ich fühle mich "buddhistisch". Dann konvertierten auf einmal sämtliche Promis in Hollywood zum Buddhismus. Ich habe abgewartet, wollte ganz sicher gehen, dass ich keinem religiösen Modetrend folgen will.
Und dann reihten sich in meinem Leben einige Katastrophen aneinander: Jobverlust, mehrere Sterbefälle in kürzester Zeit....
der Pate meiner Tochter starb im Alter von gerade 21 Jahren an einer furchtbaren Krankheit, wir begleiteten ihn.
Er wurde zuhause von Hospizmitareitern betreut, die nebenbei noch versuchten, alle Angehörigen vom Christentum zu überzeugen.
Da wurde mir klar:
so will ich nicht in den Tod begleitet werden. Ich habe mich vorher mit dem "tibetischen Totenbuch" befasst, das mir in diesen schlimmen Zeiten Antworten auf meine Fragen lieferte...Antworten, die für mich "natürlich" waren (ich möchte jetzt nur nicht so hopplahopp per Internet mit diesem Thema in die Tiefe gehen, zumal ich auch immernoch daran an mir selbst arbeite!)
Ich wusste, dass ich als Buddhist sterben möchte, wollte aber abwarten, bis ich aus dem schlimmsten "Tief" draussen bin, weil ich die Religion nicht als Strohhalm in einer Krise benutzen wollte.
Als die schlimme Zeit überstanden war, suchte ich mir hier eine buddhistische Meditationsgruppe, der ich mich anschloss (wobei ich auch da sehr genau prüfte, dass es sich um "echten" Buddhismus und nicht etwa um eine Sekte handelte).
Befasst habe ich mich in der Zeit stark mit der Zufluchtnahme und auch der Auffassung von Leben und Tod.
Diese Themen habe ich im ersten Jahr vertieft (als Buchempfehlung kann ich das "Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben" emfpehlen, es bindet auch sehr respektvoll das Christentum mit ein!)
Letztes Jahr habe ich dann im Tibethaus (http://www.tibethaus.com) Zuflucht genommen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zuflucht_(Buddhismus)
Es war für mich einer der bewegendesten Momente meines Lebens, den ich im engsten Familien- und Freundekreis erleben durfte.
Ich lerne immernoch dazu, fühle mich auch "ganz am Anfang" des Weges - aber ich fühle mich zuhause in diesem Glauben - 20 Jahre sind seit meiner ersten Berührung mit dem Buddhismus vergangen, lange, lange habe ich überlegt, geprüft, geguckt....und der Tag meiner Zufluchtnahme war für mich der Tag, an dem ich mich endlich offiziell zu dem Glauben bekannt habe, der mich so tief berührt und auch teilweise geführt hat.
Ich wünsche Dir alles Gute, egal wie Du Dich entscheidest.
Für mich ist jeder Weg, den man mit dem Herzen wählt, der richtige!
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27.07.2007, 13:14Inaktiver User
AW: Buddhismus
Der Dalai Lama sagt das dazu:
Frage: Demnach erlauben Sie den Menschen im Westen, den Buddhismus als eine Lebenskunst zu betrachten bzw. als etwas, das keine ausgesprochene Religion sein muß.
Dalai Lama: Oh ja, natürlich, der wirkliche Zweck des Buddhismus ist es, allen fühlenden Wesen, insbesondere den Menschen, zu dienen und zu helfen. Wenn sich eine Möglichkeit ergibt zu helfen, sollte man es tun. Wissen Sie, ich meine, daß es für religiöse Menschen sehr wichtig ist, sich zu überlegen: Wie kann ich durch meine religiöse Tradition dem Wohl der Menschheit oder der Welt dienen, anstatt mich damit zu befassen, wie ich wohl meine eigene Religion am besten verbreite. Deshalb ist es meine tiefe Überzeugung, daß es aus Sicht des Buddhismus darauf ankommt, wieviel wir zum Wohl der Menschen beitragen können. Aus diesem Grund kann auch ein nicht-religiöser Mensch von einem Buddhisten einiges übernehmen, z.B. die Technik, mit der man die eigene geistige Haltung verbessert. Das sehen Sie zum Beispiel an den tibetischen Moslems. In Zentraltibet gibt es einige tausend Moslems, die dort, glaube ich, seit mindestens vier oder fünf Jahrhunderten leben. Diese Menschen sind Moslems, keine Buddhisten, und trotzdem haben sie, wie ich denke, einige Aspekte der buddhistischen Lebensweise in ihr tägliches Leben integriert. Die tibetischen Moslems haben den besten Teil der tibetischen Kultur bewahrt – so dachte ich jedesmal, wenn ich einen von ihnen in Indien traf. Von ihrer Religion her sind sie Moslems und keine Buddhisten. So können wir einen Unterschied zwischen dem religiösen und dem kulturellen Aspekt machen.
Es gibt viele Bücher vom Dalai Lama - vielleicht solltest du dort mal lesen?
Ich halte den Buddhismus auch nicht für eine Relgion sondern für eine Weltanschauung - ich bin dafür zu sehr Christ - wenngleich ich aus der Kirche schon vor vielen Jahren ausgetreten bin.
Es gibt aber einige Punkte im Buddhismus, die sich mit meiner Einstellung nicht vereinbaren lasse - aber hier sagt der Dalai Lama ja, dass es eben doch geht - Christ sein und Buddhist - oder Moslem und Buddhist.
Viel Glück bei der Suche nach deinem Weg
Lilie
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27.07.2007, 13:30Inaktiver User
AW: Buddhismus
Interessant - und leider verkürzt - ist, dass im Westen der Buddhismus sehr häufig mit dem Dalai Lama gleichgesetzt wird.
Der Dalai Lama vertritt aber nur eine von sehr vielen Spielarten des Buddhismus (nein, besser gesagt, er vertritt nur eine einzige Schule innerhalb einer speziellen Spielart des Buddhismus). Und dabei noch nicht einmal die grösste Spielart (gemessen an der Anzahl der Anhänger und an der geographischen Verbreitung).
Ich möchte richtig verstanden werden, das soll keinerlei Abwertung der Ansichten und Aussagen des Dalai Lama sein. Aber mich stört die Gleichsetzung Buddhsimus = Vajrayana (tibetische Spielart des B.) = Dalai Lama massiv. Das ist viel zu verkürzt. Im ganzen grossen Spektrum des "Buddhismus" nimmt der tibetische eine einzelne, relativ kleine (und in meinen Augen auch extreme - aber nicht verstanden im Sinne von "extremistisch" sondern im Sinne von "an einem Ende der Skala") Stellung ein.
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27.07.2007, 13:46Inaktiver User
AW: Buddhismus
[..]Dann konvertierten auf einmal sämtliche Promis in Hollywood zum Buddhismus. [..]
Ich wusste, dass ich als Buddhist sterben möchte, wollte aber abwarten, bis ich aus dem schlimmsten "Tief" draussen bin, weil ich die Religion nicht als Strohhalm in einer Krise benutzen wollte.
Wichtig finde ich eines: "konvertieren" ist nicht der richtige Ausdruck, denn man konvertiert von einer Religion zu anderen. Aber der Buddhismus ist KEINE Religion (es werden keine Götter angebetet), sondern eine Philosophie.
Man kann einfach Buddhist "sein", es gibt niemanden, der einem das verwehren könnte/wollte.
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27.07.2007, 13:55Inaktiver User
AW: Buddhismus
Stimmt Horus,
der Zen-Buddhismus wäre auch eine von vielen Möglichkeiten.
Mir ist der Tibetische aber am Nächsten - das kam vielleicht falsch rüber.
Ich halte den Dalai Lama nicht nur für einen guten Lehrer sondern auch für einen sprtzigen und humorvollen Menschen.
So mal im Vergleich zum Papst.
Als Buddhist bete ich keine Götter an - dafür müßte ich aber für mich sicher sein, dass es Gott nicht gibt! Solange ich da aber Zweifel habe...
Ich hatte die TE so verstanden, dass sie noch ganz am Anfang staht sich überhaupt für den Buddhismus zu interessieren und nach Lektüre dazu fragte - die Bücher die der Dalai Lama geschrieben hat sind nicht so extrem geschrieben und leicht zu verstehen.
Lilie
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27.07.2007, 14:02Inaktiver User
AW: Buddhismus
Hallo Cyber,
mir ist schon klar, dass "konvertieren" nicht der korrekte Ausdruck ist - ich verwende das Wort manchmal, um es leichter verständlich zu machen, was ich meine.
Wenn ich jemanden sage, ich habe "Zuflucht genommen" und werde dann gross angeguckt, nehme ich dann ab und zu leichter verständliche Worte, um es einigermassen verständlich zu machen, auch wenn sie nicht unbedingt "politisch korrekt" sind ;-).
Für mich ist mein Bekenntnis allerdings schon eine Religion (guck mal in Wikipedia unter dem Wort "Religion": http://de.wikipedia.org/wiki/Religion).
Religion - religio -> sich an etwas binden.
Das ist jetzt aber mein persönliches Verständnis davon ;-).Geändert von Inaktiver User (27.07.2007 um 14:06 Uhr)
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27.07.2007, 14:17Inaktiver User
AW: Buddhismus
Darüber streitet sich die Religionswissenschaft. Es gibt unter uns RelWi durchaus auch die Ansicht, dass es "nontheistische" Religionen geben kann, der Buddhismus also als Religion zu bezeichnen sei. Andere sagen, dass der Glaube an Götter zwingend zu einer Religion gehöre. So klar ist die Sache also nicht.Aber der Buddhismus ist KEINE Religion (es werden keine Götter angebetet), sondern eine Philosophie.
Ausserdem - gerade der tibetische Buddhismus kennt jede Menge Götter. Er nimmt sie bloss nicht für so absolut wie andere Religionen das tun. Götter sind im tibetischen Buddhismus höhere Wesen mit viel Macht, die den Menschen schützen aber auch hindern können und die Verehrung erhalten. Sie sind bloss genauso der Sterblichkeit und dem Gesetz der Wiedergeburt unterworfen wie alles andere. Aber das ist nichts Besonderes - auch die antiken griechischen Götter wurden für sterblich gesehen, trotzdem kommt niemand auf die Idee, dem Glaubensgebäude des antiken Griechenland das Prädikat "Religion" abzusprechen.
Wie gesagt, die meisten Spielarten des Buddhismus - darunter gerade auch die tibetische - kennen sehr wohl Götter und göttliche Wesen mit entsprechenden Kräften und "Anbetungsansprüchen". Sie relativieren sie bloss. Nur wenige, sehr puritanistische Strömungen haben die Götter komplett abgeschafft, darunter einige (nicht alle) Schulen des Zen.
Viele der für den Buddhismus zentralen Lebensweisheiten und Praktiken gehören in meinen Augen tatsächlich in die Sparte Philosophie. Aber dies ist bei allen Religionen der Fall. Der Buddhismus als Ganzes gehört in meinen Augen allerdings in die Sparte Religion. Denn es gibt Götter und sie werden auch angebetet. Wer das negiert, konzentriert sich auf einige wenige Aspekte des Buddhismus (oder einige wenige Strömungen) und blendet den ganzen Rest aus. Leider ist diese selektive Wahrnehmung im "Buddhismus à la Ouest" sehr verbreitet.
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27.07.2007, 14:30Inaktiver User
AW: Buddhismus
Hallo Horus,
ich finde es schön, Dich in dem Thread hier wiederzusehen
- Du hast das jetzt super verständlich erklärt, was der Kern der Sache ist!


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